Trilaterale Kommission contra Euro
Auszug aus Jürgen Elsässers Buch “Der Euro-Crash – Griechenland war erst der Anfang”
Mit massiven spekulativen Angriffen auf den Euro – unter Nutzung der eingebauten Konstruktionsmängel der Gemeinschaftswährung – wurden Anfang Mai 2010 die finanzpolitischen Grundlagen Kontinentaleuropas geschleift.
In meinem aktuellen COMPACT-Buch habe ich die Geschichte dieser Attacke skizziert, und auf der großen Euro-Konferenz der Volksinitiative am 25. September (“Der Euro vor dem Zusammenbruch – Wege aus der Gefahr”) werde ich weiter dazu Stellung nehmen.
Hier der Auszug aus dem Buch “Der Euro-Crash” (104 Seiten, 7.50 Euro, auch über info@juergen-elsaesser.de zu bestellen):
Der Vorstoß der Trilateralen Kommission
Am 10. April richtete Soros das Feuer auf den neuen Hauptgegner. „Deutschland treibt Griechenland in den Abgrund,“ hetzte er.58 Die Bundesregierung verstand das – zu Recht – als Ankündigung einer massiven Kampagne und lenkte ein: Innerhalb von 48 Stunden gab Angela Merkel ihren Widerstand gegen ein EU-Hilfspaket für die Hellenen auf und versprach 8,4 Milliarden Euro aus dem deutschen Staatssäckel als Fundament eines 30-Milliarden-schweren Kredites der EU. Bis zu diesem Tag hatte die Kanzlerin die Strategie verfolgt, Hilfszusagen im Ungefähren und damit die deutschen Steuerzahler über Zusatzbelastungen im Unklaren zu belassen – das sollte ihrem Parteifreund Jürgen Rüttgers helfen, die wichtigen Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai für die CDU zu gewinnen.
Doch das reichte den Spekulanten noch nicht. Anfang Mai 2010 war die notwendige Summe für die sogenannte Griechenland-Hilfe auf 110 Milliarden Euro hochgetrieben worden, der deutsche Anteil bemaß sich auf 22,4 Milliarden Euro. Ein entsprechendes Notstands-Gesetz wurde im Eilverfahren durch den Bundestag gepeitscht, die erste Lesung fand am 5. Mai statt.59
Der 6. Mai war der Tag der Entscheidung. Zum einen begann in Dublin eine Konferenz der Trilateralen Kommission (TLK). Zbigniew Brzezinski hatte, angeblich auf Betreiben von David Rockefeller, 1973 dieses exklusive Koordinationsgremium der internationalen Finanzaristokratie gegründet. Von der ebenfalls hochkarätigen Bilderberg Gruppe, aus der sie hervorging, unterscheidet sich die TLK durch die Hinzuziehung von Teilnehmern auch von außerhalb des nordatlantisch-weißen Kulturkreises: Von den 390 Mitgliedern kommen 160 aus Europa, 120 aus Nordamerika und 110 aus Asien und dem pazifischen Raum.
Das Dubliner Treffen war, wie es Usus bei den Trilateralen ist, streng nach außen abgeschottet. Den Vorsitz führte der Europa-Chef der TLK, Peter Sutherland, Vorstandsvorsitzender von BP, Vorstandsvorsitzender von Goldman Sachs, ehemaliges Mitglied der Europäischen Kommission und ehemaliger Justizminister von Irland. Im Internet ist nur eine inoffizielle Liste der weiteren Teilnehmer aufgetaucht. Neben Sutherland sollen demzufolge noch David Rockefeller und Henry Kissinger, EZB-Chef Jean-Claude Trichet, Nigel Higgins als Chief Executive der Rothschild Group London und von deutscher Seite der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Fuchs (gleichzeitig Deutschland-Chef der TLK), der FDP-Außenpolitiker Wolfgang Gerhardt, der CDU-Querdenken Friedrich Merz sowie Vorständler von Daimler, Siemens und Commerzbank anwesend gewesen sein. 60 Über die Frankfurter Allgemeine Zeitung drangen einige Inhalte der Debatte nach außen. Demnach sagte der Goldman Sachs-Mann Sutherland: Die „Antwort auf die Krise heißt mehr Integration und eine Föderalisierung der Finanzpolitik“. Dabei erhielt erhielt Sutherland Unterstützung von dem früheren amerikanischen Notenbankchef Paul Volcker. „Die Europäer, so riet der Ratgeber des Präsidenten Obama, sollten die Euro-Krise zum Anlass nehmen, die um den Euro herum gebaute Einheit zu stärken und die ,Regierungsstrukturen‘ zu verbessern.“61
Die Panik vom 6. Mai
Außerdem wurden am 6. Mai konzentrierte spekulative Angriffe auf den wichtigsten Finanzplätzen der Welt verzeichnet. Zum einen stand die Euro-Zone unter vorher nie erlebtem Druck, EZB-Präsident Trichet sprach von „abgesprochenen Attacken amerikanischer und asiatischer Fonds auf den Euro“.62 Die Euro-Staaten konnten ihre Schuldpapiere von einem Tag auf den anderen nicht mehr absetzen, dadurch kam kein fresh money mehr in die Kassen. Dies betraf nicht nur Griechenland und andere Defizitländer, sondern selbst Frankreich hatte Probleme. Nur die deutschen Staatsanleihen fanden weiter Käufer.
Gleichzeitig kam es an der New Yorker Börse zu einem Fast-Zusammenbruch. Innerhalb weniger Minuten verlor der Dow Jones tausend Punkte – ein in der Geschichte einmaliger Vorgang. Dabei spielten Verkaufsvorgänge durch superschnelle Computer, sogenannte High-Frequency-Trader (HFT), eine entscheidende Rolle. Die FAZ beschrieb die Funktionsweise der HFT so: „Nur wenige Meter trennen die Maschinen vom Zentralcomputer (der Börse), der alle eingehenden Kauf- und Verkaufsaufträge sammelt und die Kurse stellt. Welche Kurse auch immer er ausspuckt, die angeschlossenen Rechner der Hochfrequenz-Trader kennen sie als erste. ,Stellen Sie es sich vor, als ob Sie das Wallstreet Journal fünf Mikrosekunden in der Zukunft lesen könnten‘, zitiert die amerikanische Brokerfirma Themis Trading einen Experten in einer hauseigenen Studie. Lässt sich daraus ein Vorteil ziehen? Wenn man binnen fünf Mikrosekunden reagieren kann, schon. Kleinanleger, die über Online-Broker im Markt mitmischen wollen, scheiden selbstredend aus.“63 Am 6. Mai agierten diese Superrechner wie Killermaschinen: „Ein Tsunami von Verkaufsaufträgen drückte die Kurse vieler Aktien auf surreal niedrige Niveaus, das Papier der weltweit tätigen Beratungsgesellschaft Accenture zum Beispiel fiel von 41 Dollar auf einen Cent. Die Situation stabilisierte sich erst wieder, als Händler aus Fleisch und Blut auf den Plan traten und wie in alten Tagen Käufe und Verkäufe untereinander abwickelten.“64
Während man bei der Beschreibung der FAZ an die Destruktivkräfte einer entfesselten technologischen Entwicklung denkt, fügt die US-Finanzspezialistin Ellen Brown (ihr letztes Buch: Web of Debt über die Notenbank Federal Reserve) ein wichtiges Detail hinzu: Demnach werden die Börsengeschäfte über die superschnellen HFT-Computer „von Goldman Sachs dominiert“. Brown weiter: „Die Manipulation mit HTF erklärt, wie Goldman Sachs mit seiner Tradingabteilung mindestens 100 Millionen Dollar pro Tag verdienen konnte, und zwar jeden Tag, das heißt bis September 2009 an 116 von 194 Handelstagen.“65 Ist es vorstellbar, dass Goldman Sachs die Börsenpanik vom 6. Mai bewusst auslöste, um die europäischen Politiker dazu zu bringen, sich kopflos immer tiefer zu verschulden, weil angeblich nur so der Euro verteidigt werden könne?
Am nächsten Tag, am Freitag, den 7. Mai, fand die dritte und letzte Lesung des Griechenland-Paketes im Bundestag statt. Die Abgeordneten wurden über die dramatische Kampagne gegen den Euro vom Vortag nicht informiert und damit im Glauben gelassen, sie hätten nur über die „Rettung Griechenlands“ zu entscheiden. Während das Hohe Haus – bei Ablehnung der Linkspartei und Stimmenthaltung fast aller Sozialdemokraten – das entsprechende Gesetz annahm, telefonierte Obama mit Frau Merkel. Der US-Präsident, der vermutlich von seinem Finanzberater Volcker über die Konferenz der Trilateralen Konferenz in Dublin auf dem Laufenden gehalten wurde, drängte die Bundeskanzlerin zu einer weiteren Ausweitung der Kreditsumme noch weit über das gerade beschlossene Limit hinaus. „Seit diesem Telefonat ist klar, dass Merkel den Deutschen weitere Belastungen verkaufen muss,“ erfuhr die FAZ.66
(Auszug Ende aus Jürgen Elsässer, “Der Euro-Crash – Griechenland war erst der Anfang”)









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Juli 30, 2010 at 12:22
Hui, die Beschreibung ist sehr technisch gehalten. Hat die Rektionsgeschwindigkeit nicht eher mit simpler Software zu tun, die unter bestimmten Bedingungen dies oder das tut?
5 µs reichen Werbetreibenden, die wiederholt Logos order irgendwas zwischendurch einblenden, das wird Redundanz genannt. In dieser Zeit kann man nur Erinnerungsvermögen beeinflussen. Ab- und Einschätzen braucht länger.
Anders gesehen kann es schon sein, daß manche Begründer der FED besseren Zugang haben, das wird dann halt gestaffelt wie bei Webzugängen zuhause.
Sollte man nicht aucxh mal auf die Rolle Chinas eingehen? Angenommen, Öl werde seit 71 in US$ bilanziert, weiter, China kaufe sehr viel, verkaufe aber nicht die meisten seiner Exportgüter in US$. Ich habe ddie Vermutung, bestimmte Wechselkurse in den 3-4 Leit- und Handelswährungen führen zu immer gleichen Handelswegen, -programmen und Abläufen.
Juli 30, 2010 at 14:43
Siehe auch:
http://www.bilderberg.org
http://www.fromthewilderness.com
Juli 30, 2010 at 15:45
Frage an die Ökonomen: Es wird ja von verschiedener Seite behauptet, dass Soros & Co. massiv gegen den Euro spekuliert haben. Fakt scheint auch zu sein, dass die europäischen Gegenmaßnahmen einen Kursverfall zunächst abgewendet haben. Haben die Spekulanten denn nun bei dieser Attacke Geld verloren?
Juli 30, 2010 at 17:42
http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2010/nr30-vom-2772010/wohin-treibt-die-finanzkrise/
Wohin treibt die Finanzkrise?
von Prof. Dr. Eberhard Hamer
Nach Darstellung in den Medien scheint sich der Schwerpunkt der Finanzkrise aus den USA nach Europa verlagert zu haben. Alles spricht von Griechenland- und Eurokrise. Die Beiträge in Politik und Publizistik werden immer hektischer und immer kurzsichtiger. Die Wissenschaft scheint ratlos, gibt jedenfalls keine überzeugende Orientierung. Entscheider in der Finanzpolitik sowie die Akteure der Finanzmärkte reagieren mehr als dass sie agieren. Sie werden von Kräften und Entwicklungen getrieben, die sie weder vorausgesehen, noch durchschaut, noch verstanden haben. Entsprechend sind ihre praktischen Resultate.
Ein Finanzwissenschaftler hat deshalb eine Bringschuld nüchterner Analyse, kritischer Bewertung, vorsichtiger Prognosen und realistischer Lösungsvorschläge.
Juli 30, 2010 at 17:51
Die Aussage von unserem hochgeschätzten Monsieur Trichet, welcher angeblich von …
Zitat >>>
„abgesprochenen Attacken amerikanischer und asiatischer Fonds auf den Euro“.
… sprach, kenne ich so nicht. Vielleicht handelt es sich bei dem Zitat auch nur um eine fehlerhafte Übersetzung aus dem Französischen oder unser lieber Monsieur Trichet hatte eine Panikattake. Wäre etwas ungewöhnlich für so einen klugen Mann. Da lobe ich mir Monsieur Hildebrand, den President unserer SNB. Von ihm war nichts zu lesen in dieser
Richtung.
Es gibt und gab keine abgesprochenen Attacken von amerikanischen, asiatischen oder europäischen Fonds gegen den Euro. Dafür ist das Volumen des Geldmarktes zu gross und dafür sind die Voluminas der einzelnen Fonds zu klein.
Es haben einige hübsch-hässliche Leichen ihre Köpfe aus dem griechischen Hades herausgestreckt und die klugen FondmanagerInnen haben blitzschnell auf diesen Anblick
reagiert; mit der Flucht aus dem Euro. Dazu Bedarf es keinerlei Absprachen. Es gebietet der Instinkt einer guten Fondmanagerin sich so zu verhalten. Die Folgen, wenn viele FondmanagerInnen dasselbe tun, ist bekannt. Es ist der Herdentrieb, welcher die Katastrophe auslöst.
Wenn ich jetzt die “putzigen Heuschrecken” als Vergleich heranziehe,- ist wissenschaftlich noch nicht genau geklärt -,
dann ist es ein Schwarmverhalten ausgelöst durch ein bestimmtes Ereignis.
Hinzu kommt noch, dass viele international tätige Händler der Meinung sind, dass innerhalb des Dreiecks Nordamerika, Asien und Europa, Europa das schwächste Glied ist. Dafür spricht vieles, leider; aber es ist nicht grundsätzlich so, dass wir nur die “Nullen” unser eigen nennen. Andere schleppen auch ausgesprochen “hässliche Teile” mit sich herum.
@Prix
Wer rechtzeitig den € geshortet hat, z.B. Ende letzten Jahres in der Spanne von 1,40/1,50 $ zum €, hat natürlich einen satten Gewinn auf sein Investment, ganz gleichgültig ob sie/er Soros, Müller oder Hunziker heisst. Wenn sie/er rechtzeitig seine Position schon glattgestellt hat, z.B. bei 1,22 $ zum €, ist der Gewinn entsprechend noch höher. Dies gilt natürlich auch für alle international tätigen Firmen, das sind immerhin zig-tausende in der Welt, welche Devisensicherungsgeschäfte betreiben.
Juli 30, 2010 at 17:56
Patrizia: So so, die armen kleinen Fonds können gar nichts machen gegen den mächtigen Euro? Haben Se schon davon gehört, dass Soros allein das britische Pfund 1992 aus dem EWS herausspekuliert hat?
Juli 30, 2010 at 21:19
Was soll eigentlich dieses völlig sinnlose Geschwafel dieser Patrizia? Das gehört doch nicht auf diesen Blog.
Im Nachhinein zu schwadronieren, wenn man die Währung X geshortet und rechtzeitig glattgestellt hätte, wäre daraus ein guter “Trade” entstanden ist schon fast pathalogisch.
Soll doch die ihre “Trades” machen, aber bitteschön ihre wohl eher erträumten Geldgewinne in einem anderen Blog darlegen. An solchen “Stories” ist hier kaum jemand interessiert.
Und dann kommt die Intelligenzbombe auch noch mit dem Hiltebrand, welcher nachweislich (auch in den MSM zu lesen) in den letzten 4 Monaten über 300 Mia. Miese gemacht hat mit der Stützung des Euro gegenüber dem CHF.
Juli 31, 2010 at 15:03
@arcos
Versuchen Sie einfach den Text der DiskutantInnen hier zu
lesen. “PRIX” hat eine Frage, – ob die €-Spekulanten nun
Gewinn gemacht hätten oder nicht -, gestellt.
Ich habe versucht anhand des Kursverlaufes des €
Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese €-shorties Gewinne realisierten oder Gewinne hätten realisieren können.
Das hat nichts mit ihrer Neukreation “pathalogisch” zu tun,
was immer das auch sein soll …
Unsere SNB hat durch €-Käufe den Kurs gestützt. Ziel war die Verhinderung des Abrutschens des €-Kurses unter 1,45 CH-Franken … später unter 1,40 CH-Franken.
Die aufgekauften €’s verursachten dann, aufgrund des weiter fallenden €-Kurses für unsere SNB zunächst einen Buchverluste von 14 Milliarden Franken.
Die von Ihnen in den Raum gestellten Verluste von 300 Milliarden (Äpfel, Birnen, Verhüterli, Franken, € oder was denn nun ?) sind kompletter Unsinn; es kann doch nicht sein, wenn unsere SNB im ersten Halbjahr 2010 nur für ca. 105 Mrd. Franken €’s gekauft hat, dass sie einen Verlust von 300 Mia Miese macht – beherrschen Sie die Grundrechnungs-
arten nicht ??? … es entstand bei diesen Interventionen auf dem Devisenmarkt ein Verlust von 14 Milliarden Franken!!! … welcher sich inzwischen, aufgrund der Erholung des € am Devisenmarkt, wieder reduziert hat.
Womit haben Sie denn ein Problem ? Das Thema ist der €. Schreiben Sie etwas Interessantes zum Thema und schockieren Sie ihre Mitmenschen nicht mit Ihrer Unwissenheit.
August 1, 2010 at 13:31
@JürgenElsaesser
Ich habe nicht geschrieben, dass “Hedgefonds, Invesmentfonds usw.” keinerlei Einfluss auf Währungen, hier den €, ausüben können. Es gibt weltweit allein rund 10.000 am Markt tätige Hedgefonds. Vielleicht sind es auch einige mehr, niemand weiss dies so genau. Ein einzelner Fond, selbst wenn er von Paulson & Company geleitet wird, kann eine Währung nicht aus dem Gleichgewicht bringen; selbst unter Berücksichtigung jener “Finanzinstrumente” nicht, welche durch ihre Hebelwirkung, – damit meine ich jetzt nicht den Leverage-Effekt, welcher über Fremdkapital erzielt wird -, ein Vielfaches an Verlust/Gewinn ermöglichen.
Entscheidend ist die Entdeckung einer Schieflage am Markt. Dazu zählen auch Spekulationsblasen. Monsieur Soros, zu der Zeit war ich noch Kind, ist diese “Entdeckung” 1992 ganz offensichtlich, bedingt durch die starren Mechanismen des damaligen EWS, beim völlig überbewerteten Britischen Pfund gelungen; Poulsen gelang diese “Entdeckung” als er ab 2007 den total überbewerteten amerikanischen Immobilienmarkt richtig einschätzte. Alle anderen, nicht alle aber viele, FondmangerInnen sind dann auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Der Rest war Schweigen.
Wenn also Monsieur Trichet hier von einer Spekulation der Fonds gegen den € gesprochen haben sollte, begibt er sich in die Niederungen der Politik. PolitikerInnen beschuldigen immer die ANDEREN, wenn etwas schiefläuft. Das haben sie mit den VerschwörungstheoretikerInnen gemein. Nur die einen EgomanInnen haben schon einen gut bezahlten Arbeitsplatz und sonnen sich Mittelpunkt der “besseren Gesellschaft”, die anderen möchten das noch liebend gerne erreichen.
Wenn Sie einmal überlegen wie viele Investment- und Rentenfonds, also all jene die Kapitallebensversicherungen, Anlagegelder, Versicherungsgelder, Rücklagen usw., usw. ,,, von vielen, vielen Millionen von EuropäerInnen verwalten, oft für die Altersvorsorge gedacht,,,, ihre Kundengelder fast ausschliesslich in “sicheren, relativ zumindest, europäischen Regierungsanleihen” anlegen, dürfte es verständlich werden dass ein Staatsbankrott Griechenlands katastrophale Folgen für den Rest Europas hätte. Es ist für die EuropäerInnen, das trifft auch auf uns SchwiizerInnen zu, allemal billiger die Griechen, – welche streng genommen ökonomisch auf dem Niveau eines Entwicklungslandes sind, mit wenig guten Perspektiven -, durch Transfergelder am Leben zu erhalten, als sie einfach bankrott gehen zu lassen. Die griechische Politkaste hat dies wahrscheinlich schon immer gewusst und ihren Beitritt zum € durch Manipulationen, sei es mit oder ohne die Hilfe von Goldman Sachs, entsprechend möglich gemacht. Auch die Proteste der griechischen Gesellschaft sind mehr als unehrlich. Wer sich immer nur die Monatssaläre erhöht, mittags meist überhaupt nicht mehr am Arbeitsplatz erscheint, sich vorwiegend in staatlichen Institutionen einen Arbeitsplatz ohne Arbeit beschafft, der muss sich doch nicht wundern, dass die VerwalterInnen von Kapital irgendwann seinen Manipulationen auf die Schliche kommen … mit den entsprechenden Folgen; PolitikerInnen tun dies natürlich nicht, weil sie wiedergewählt werden wollen. Wer also schreibt Monsieur Soros liegt falsch bei seiner Unterstützung für Griechenland, der muss ein schlüssiges Konzept vorlegen wie es ohne Griechenland gehen soll. Einen Weg zurück gab und gibt es jedenfalls in der Menschheitsgeschichte nicht, sowenig wie es ihn bei anderen zeitabhängigen Ereignissen gibt.
August 1, 2010 at 22:46
02.08.2010 / Politisches Buch / Seite 15Inhalt
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Angst vor Absturz
Werner Seppmanns Buch über Krise und Klassenbewußtsein
http://www.jungewelt.de/2010/08-02/006.php
Felix Klopotek
Immer mit der Ruhe
Das Bundesarbeitsgericht hat die Tarifeinheit in den Betrieben aufgehoben. Dagegen protestierten die Gewerkschaften ebenso wie die Arbeitgeberverbände. Was befürchten sie? Und was wäre zu hoffen?
http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=immermitderruhe&jahr=2010&mon=08