“Die geilste Party der Welt” – 19 Tote!

Nochmal zur Loveparade – und zu Eva Herman

Bei der Bewertung des Horros auf der Duisburger Loveparade stehen sich – im Netz und auch in den Kommentarspalten dieses blogs – zwei Sichtweisen gegenüber. Die eine sieht die Schuldigen der Tragödie allein bei Veranstaltern, Stadt und Polizei. Für sie sind die Teilnehmer der Loveparade nur Opfer. Die andere Sichtweise negiert die Verantwortung von Veranstaltern, Stadt und Polizei nicht. Aber sie weist darauf hin, dass zwar nicht die Teilnehmer als Menschen, wohl aber die von ihnen akzeptierte und propagierte Kultur des rauschaften Exzesses an der Tragödie Mitschuld tragen.

Diese zweite Sichtweise wurde nicht nur von mir in meinen Posting gestern vertreten, sondern auch – mit größerer Verbreitung – von Wiglaf Droste in der linksradikalen “Jungen Welt” und von Eva Hermann beim eher konservativen Portal Kopp-Online.

Droste ätzt mit vollem Recht gegen die unglaubliche Teilnahmslosigkeit, mit der Zehntausende trotz der Toten weiterfeierten:

(Zitat Droste) Politikerhafte Pietätsheuchelei muß man den meisten der verbliebenen Love-Parade-Teilnehmern immerhin nicht vorwerfen; sie feierten einfach weiter. »Was sollten wir machen?« klagten ein »Lars« und ein »Alka« einem WDR-»1Live«-Update-Radioreporter. »Wir kommen aus Heilbronn!« Das mag manchem allzu lapidar erscheinen; wer aber Heilbronn kennt, muß den schlichten Jungs recht geben: Was sollten sie machen? In Heil!bronn jedenfalls werden der Lars und der Alka es niemals erfahren. Andere Raver, andere Schmerzen: »Es war fast wie Silvester– kein Netz!« monierte empört eine »Agnes«, und zwei weitere Love-Parade-Besucherinnen sekundierten: »Das Netz war so überlastet – man konnte kaum telefonieren.« Ärgerlich, ja empörend ist es, wenn der Kundenservice streikt– vor allem, wenn man außer Kundesein nichts gelernt hat. (…) Am erstaunlichsten an der ganzen Angelegenheit aber war, daß niemand abließ zu jammern, »friedliche und fröhliche junge Menschen hätten doch nur feiern und ihren Spaß haben wollen« – obwohl die sich den von ein paar Abgängen doch gar nicht verderben ließen. Die unnz!-unnz!-stumpfe Technomasse leugnet ja nicht, daß es Kollateralschäden gibt – und überläßt das händeringende Bedauern darüber den professionellen Glitsch- und Glibberkomödianten aus Politik und Medien. Die ihrerseits dann große Gefühle entdecken für Leute, denen nur eine Rolle zugedacht ist: die von Brot-und-Spiele-Empfängern. (Zitat Droste Ende)

Eva Hermann arbeitet heraus, dass die Loveparade nichts mit Jugendprotest oder wenigstens Jugendgefühl zu tun hat, sondern von A bis Z eine Veranstaltung der aggressivsten Kreise des Establishments ist, mit der die Teenager kaputtgemacht und zu Zombies abgerichtet werden soll:

(Zitat Eva Hermann) BILD hatte im Internet schon lange zuvor getrommelt für die »geilste Party der Welt«! Und überträgt im Internet die Veranstaltung mit prominenten Moderatoren: Oliver Pocher und Lebensgefährtin Sandy Meyer-Wölden melden sich immer wieder aus dem »geilen Getümmel«, sie interviewen Promis wie die Klitschko-Brüder oder DSDS-»Stars«, und wollen diesem Sodom und Gomorrha damit das Flair einer »normalen Veranstaltung« verleihen. Viele anderen Medien wiederholen ständig das Motto der diesjährigen Loveparade: »The Art of Love«. Nachdem die Ausmaße des Unglücks deutlich werden, sprechen die betroffen wirkenden Moderatoren danngebetsmühlenartig davon, dass die jungen Leute doch ganz friedlich und nur unter dem Motto der Liebe zusammengekommen seien. Liebe? Oder Triebe? Man muss nicht ausgesprochen prüde sein, um sich hier nach kurzer Zeit mit Grausen abzuwenden. (Zitat Eva Hermann Ende)

Viele, die für die Loveparade Verständnis äußern und die Schuld nur bei den “Bullen” sehen, hängen alten 68er-Ideologien nach, die vermutlich nicht einmal vor 50 Jahren ihre Berechtigung hatten, schon gar nicht heute: Die 68er gingen davon aus, dass die böse “autoritäre Gesellschaft” die im Prinzip “befreienden Triebe” der Teenager unterdrückten. Deshalb müßten die Triebe entfesselt und jede Autorität und Ordnung – Staat, Familie, Nation, Geschlechterrollen – zerstört werden. Protagonist und Teufel dieser Entwicklung war Charles Manson und seine Kommune, die im Drogenrausch Sharon Tate hinschlachteten und dies als Protest gegen den “Faschismus” ausgaben.

Dazu habe ich in meinem Buch “Make Love and War. Wie Grüne und Achtundsechziger die Republik verändern” schon 2002 das Notwendige geschrieben:

(Zitat aus meinen Buch – Anfang) Die Achtundsechziger haben gesiegt; das heißt aber auch, daß sie weder sich noch die Linke verraten haben, wie es etwa Jutta Ditfurth in ihrer Abrechnung mit den Grünen vetritt. Vielmehr haben sie sich zur Kenntlichkeit entstellt, schon auf ihrer Startdiskette waren Killerviren eingespeichert. Der entfesselte Individualismus und Hedonismus vernichtet, wie Michel Houellebecq in seinem Roman Elementarteilchen beschreibt, jede Form von kollektiver Geborgenheit, nur die Schönsten und Skrupellosesten überleben. „Viele Jahre später sollte Bruno feststellen, daß die Welt der Kleinbürger, die Welt der Angestellten und mittleren Beamten toleranter, liebenswürdiger und aufgeschlossener ist als die Welt der Aussteiger, der am Rande der Gesellschaft lebenden jungen Leute, die damals durch die Hippies verkörpert wurden. ‘Ich kann mich als ehrbarer Angestellter verkleiden und von ihnen akzeptiert werden’, sagte Bruno gern. Dafür brauche ich nur einen Anzug, eine Krawatte und ein Oberhemd zu kaufen – das ganze für 800 Francs im Schlußverkauf bei C&A … Dagegen würde es mir nichts nützen, mich als Aussteiger zu verkleiden: dafür bin ich weder jung, noch schön, noch cool genug.“

Parolen wie „Wir wollen alles, und zwar sofort“ oder „Es ist verboten zu verbieten“ klangen 1968 anarchistisch. Vor allem in der Bundesrepublik schien es, als ob der rebellische Angriff eine emanzipatorische Wirkung haben würde: Die Jugend wollte sich von ihren Nazi-Vätern nicht mehr vorschreiben lassen, wie lang die Haare zu sein haben, wann der richtige Zeitpunkt für das Erste Mal gekommen ist und welche Schallplatten man hören darf. Der von allen Reaktionären gepredigte Verzicht war out – für Kirche, Kapital und Vaterland wollten die Teenager auf gar nichts mehr verzichten, und das war gut so. Doch die Befreiung der Triebe zerfraß auch jene Formen von Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe, die die Grundlage jeder nicht-kapitalistischen Gesellschaft bilden. Houellebecq fragt: „Warum hat sich das sozialdemokratische schwedische Modell nie gegenüber dem liberalen Modell durchsetzen können?“ Seine Antwort: “Die Lösung der Utopisten – von Platon über Fourier bis hin zu Huxley – besteht darin, die sinnliche Begierde und das Leiden, das damit verbunden ist, zu stillen, indem sie deren unmittelbare Befriedigung organisieren. Die eros- und werbungsorientierte Gesellschaft, in der wir leben, ist dagegen bestrebt, die sinnliche Begierde in unerhörtem Ausmaß zu fördern, wobei sie deren Befriedigung jedoch der Privatsphäre zuordnet. Für das reibungslose Funktionieren der Gesellschaft, für das Weiterbestehen des Wettbewerbs, ist es erforderlich, daß die sinnliche Begierde zunimmt,  sich ausbreitet und das Leben der Menschen verzehrt.“

Psychoanalytisch gesprochen: In den reaktionären Gesellschaften, vor allem im Faschismus, werden die Triebe unterdrückt, die Libido wird im Stahlbad des Krieges aufgelöst. In den postmodernen Gesellschaften stimuliert die Werbung die Triebe ins Unermeßliche, sex sells anything. In beiden Fällen verkümmert das Ich, das die eigenen Bedürfnisse mit denen des Nächsten und der Gesellschaft souverän ins Verhältnis setzt und allein die Grundlage für eine solidarische Welt sein kann.

Verbindet sich der anarchistische Impuls mit einer egalitären Wirtschaftsordnung, wie es die Achtundsechziger zunächst anstrebten (eine Liaison, die sich bei einer kleinen Minderheit auch noch heute finden läßt), so wird das eigene Glück mit dem Glück der anderen verbunden. Geht der Anarchismus aber einen Pakt mit der Marktwirtschaft ein, wie es sich spätestens mit dem Zerfall der Studentenbewegung Ende der sechziger Jahre abzeichnete, so entsteht ein deregulierter Manchesterkapitalismus, in dem es „verboten ist zu verbieten“: Der kapitalistische Hedonist will abends um zehn Uhr noch shoppen gehen – also muß das Ladenschlußgesetz fallen. Der kapitalistische Ökologe will im eigenen Land keinen Atomstrom erzeugen – also werden die ärmeren Länder zur Lieferung der schmutzigen Energie gezwungen. Die kinderlose Feministin und der schwule Yuppie wollen Aufstiegsmöglichkeiten für sich und ihresgleichen – zur Hölle mit Familienförderung und Rentensystem, nach uns die Sintflut. Der entfesselte Individualismus und die sogenannte sexuelle Revolution „vernichtete das letzte, was zwischen dem Individuum und dem totalen Markt stand: die Liebe und die Familie“ (Houellebecq). (Zitat aus dem Buch Elsässer, Make Love and War – Ende)

Es hilft alles nichts: Mit der Ideologie der 68er muss vollständig gebrochen werden. Das alles ist nicht links, sondern Einfallstor für den Turbokapitalismus. Im Resultat entsteht aus kapitalistischer Ordnung kapitalistische Anarchie – also die durch keine Regeln gehemmte Durchsetzung der brutalsten Triebeund stärksten Machtgruppen.

Konkret heißt das: Nie wieder Love Parade! Keine Macht den Drogen!


  1. Dass jede Massenveranstaltung weitestgehend kommerzialisiert wird, kann den TeilnehmerInnen gar nicht vorgeworfen werden. Jeder soll doch das Recht haben an einem Anlass teilzunehmen, der seinem Geschmack entspricht. Wo würden wir denn hinkommen wenn jeder Anlass, der kommerzialisiert wird, boykottiert würde? Kein Oktoberfest, keine WM, kein Fasching, kein Valentinstag, kein Weihnachten etc…

    Dass man Techno – nur weil er einem nicht gefällt – mit einer Drogensubkultur gleichsetzt, ist vollkommen falsch und wird insbesondere Strömungen wie beispielsweise dem Tektonic nicht gerecht. Dass man hier von Zombies spricht während Menschen starben, ist für mich pietätlos. Ich kenne bedeutend aggressivere Establishments die sich gar nicht erst unter dem Motto “Liebe” treffen könnten.

    Der Musikantenstadl mit den Koksresten auf den WC-Brillen ist für Frau Herman in Ordnung – ganz nach dem Motto: Hauptsache man sieht’s nicht. Dass Drogen ohnehin allgegenwärtig sind und Bestandteil von praktisch jeder Form von Kultur sind – spätestens wenn man Alkohol mitrechnet – scheint nicht in das mikroskopisch kleine Weltbild dieser Frau zu passen.

    Dass man sich hier hinter diese Frau stellt und den Drogen und der Unsittlichkeit – welche als Relikte der Hippiegeneration gebrandmarkt werden obschon sie ohnehin in allen Bevölkerungsschichten zu allen Zeiten zu finden sind (selbst bei Klerikern, bei Pädagogen, bei PolitikerInnen etc.) – ist ein armseliger Versuch, die Opfer der Loveparade für ihren eigenen Tod verantwortlich zu machen obschon bereits im Vorfeld klar war, dass das Sicherheitskonzept massive Mängel aufweist. Die These, der Vorfall wäre nicht geschehen wenn die Jugend nicht so “entartet” wäre, ist höchst fragwürdig.

    Wer ein Problem mit nackten Menschen hat ist prüde, auch wenn Frau Herman das anders sieht. Wer mit ehelosem Sex ein Problem hat, lebt altbiblische Gebote nach die von sexuell gestörten Männern im Mittelalter aufgestellt wurden und heute von einem Verein propagiert werden, der Kinderschänder im grossen Stil deckt. Ob die Leute an dieser Party Liebe oder Triebe auslebten, sei dahingestellt. Ob in einer Ehe Triebe oder Liebe ausgelebt werden ebenfalls. Wer will denn schon wissen wie viel Sex “richtig” ist und “der Entfaltung des Ichs” zuträglich ist? Wer hat diesen Löffel voller Weisheit ausgeschlürft?

    Ich habe nicht einen einzigen Augenzeugenbericht von einem noch so zugedröhnten Loveparade-Teilnehmer gelesen der von 2 Engeln berichtet hätte die man vergewaltigen wollte. Auch sind keine Töchter nach der Loverparade nach Hause gefahren um ihre Väter zu vergewaltigen. Der Vergleich mit Sodom und Gomorrha ist absurd und bar jeden Realitätssinns, drückt lediglich christlichen Fundamentalismus aus.

    Sicher mag man den Drogenkonsum in Frage stellen, nicht jedoch mit der bigotten Einstellung, der weit verbreitete Alkohol gehöre nicht dazu. Es bleibt zu betonen, dass es sich hier nicht um einen reinen Junkie-Auflauf gehandelt hat, sondern – wie es in etlichen Amateurvideos zu sehen ist – um eine Partygemeinde, die sich nicht von jenen anderer Grossanlässe unterscheidet. Bitteschön, wenn man schon gegen Suchtmittel und darum herum organisierte Veranstaltungen wettert, dann bitte zuerst beim Oktoberfest.

    Dass einige weitergefeiert haben, liegt im Ermessen der Einzelnen und es war auch erforderlich und von den Sicherheitskräften/Veranstaltern erwünscht und bewusst provoziert, damit nicht alle gleichzeitig fluchtartig das Gelände verliessen, denn dann wäre die Lage erst recht völlig eskaliert.

    Frau Herman legt das Wort “ihres Gottes” auch so aus wie es ihr gerade passt, denn schon im ersten Testament steht, die Frau habe stille zu sein. Daran hat sie sich nicht gehalten. Warum auch immer.

    Überall wo menschliche Emotionen von Werbung und Kommerz angezapft werden können öffnet sich Tür und Tor für den Kapitalismus, unabhängig ob es sich dabei um linke oder rechte Emotionen handelt. Aber warum das ausgerechnet bei der Loveparade zum Thema wird, ist mir unbegreiflich zumal es hier um Menschenleben geht, und nicht um irgend ein volkswirschaftliches Problem.

    Soviel Gegengewicht musste jetzt sein.

  2. Steppenwolf

    Bravo, bravo!!

    Ein anderer Aspekt der Geschichte ist die political correctness, durch welche gerade die Freunde der Toskana-Fraktion ein publizistisches Klima geschaffen haben, das im Resultat eine Gleichschaltung aller gängigen Medien bedeutet. Dieses Klima der Unfreiheit konnte von den Neoliberalen bestens für ihre Zwecke ausgenutzt werden. Kritische Spielverderber können so ganz einfach in die bekannten Pfui-Schubladen geschoben und damit mundtot gemacht werden. Dies zeigt sich auch jetzt wieder darin, wie nahezu die gesamte Medienrepublik wutentbrannt auf Eva Hermann einprügelt (ebenso wie bei der konzertierten Medienkampagne gegen die LINKE).

  3. Pirx

    Natürlich hat die Loveparade etwas von Tittytainment an sich. Aber das ist noch lange kein Grund, auf die Linie von Eva Herrmann einzuschwenken, die zunehmend ins Fundamentalistisch-Puritanische abdriftet. Schon gar nicht kann man die bösen 68er für alles verantwortlich machen. Ich selber erinnere mich noch gut an die linken Puritaner, die alles – von Fußball, TV, Sex, Einkaufen über Musik bis Haschisch – als Ersatzbefriedigung deklarierten und vor deren strengen Blicken einzig die Exegese der Marx-Engels-Werke oder der „Dialektik der Aufklärung“ Wohlwollen fand.
    Loveparade ist komplett apolitisch. Aber wenigstens erfahren die Leute da noch die Macht der Masse. Wahrscheinlich, dass das mittelfristig stärker politisiert als die nächste Verschwörungstheorie. Denn so weit sind „Art of Love“ und „Art of Protest“ à la Griechenland gar nicht entfernt. Und deshalb sind mir Raver immer noch lieber als all die Asketen, Verzichter und die Aufsteiger im Isolationstank, die sich nur noch von ihrer Zwangsneurose leiten lassen und Diäten, Jogging, Rauchverbot und iPad-Verdrahtung zu den aktuellen Börsendaten mit einem erfüllten Leben verwechseln.

  4. redsanpper

    Solche Massenevents gehören ein für allemal verboten!

  5. Patrizia

    Bei Wikipedia gibt es eine Biografie von Frau Hermann … ich kannte sie nicht, muss frau wohl auch nicht … da steht unter anderem – vier Mal verheiratet, ein Kind.
    Berechtigt jetzt diese Lebensbiografie den moralischen Zeigefinger zu erheben ? … mamma mia, jede und jeder darf seine Jugendsünden machen :-) … nur weil Frau Hermann neuerdings ihre Dessous nur noch im Dunkeln ablegt, muss ja nicht ihre neu entdeckte Prüderie für alle jüngeren Frauen zur allgemein, gültigen Regel werden. Vielleicht hat sie auch nur ein Problem mit dem “älter werden” …
    Wir sollten einfach trauern um die Toten :-( … es ist ein Verlust für alle :-( … und man sollte die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen

  6. ich zitiere dann auch mal.

    “es war eben kein “Wahn” spaßfixierter “Raver”, der die verheerende Massenpanik auslöste, sondern nur ganz normale Schlamperei bei der Durchführung einer Großveranstaltung – Ein ähnliches Desaster beim Public Viewing zur WM wohl kaum auf den “Fußballfanatismus der deutschen Fans” zurückgeführt worden.”

    http://de-bug.de/musik/6336.html

    Nach Sheffield 1989 hat wohl kaum jemand “nie wieder Fußball!” skandiert.

    Als hätte es irgendwas mit Drogen, Sex und Moral (der Besucher) zu tun.
    Schlechter Witz.

  7. Nichts gegen Kulturkritik. Nichts gegen Problematisierung von Massenveranstaltungen – von Oktoberfest über Karneval bis Papstbesuch und Silvester.
    Aber hier sind 19 Menschen getötet worden, die teis wohl zwei Stunden lang im Tunnel festhingen. Das hat nichts mit Masse an sich, Alt 68 usw. zu tun, sondern konkret mit Fehlverhalten der Polizei.
    Es ist zynisch, die Opfer zu Tätern an ihrem eigenen Tod zu machen.
    Das sage ich VÖLLIG unabhängig davon, dass mir derartige Großveranstaltungen schon immer suspekt waren.
    Droste und Elsässer und hermann: setzen, Thema verfehlt, sechs.

  8. Gast

    @Elsässer
    „Verbindet sich der anarchistische Impuls mit einer egalitären Wirtschaftsordnung, wie es die Achtundsechziger zunächst anstrebten (eine Liaison, die sich bei einer kleinen Minderheit auch noch heute finden läßt), so wird das eigene Glück mit dem Glück der anderen verbunden. Geht der Anarchismus aber einen Pakt mit der Marktwirtschaft ein, wie es sich spätestens mit dem Zerfall der Studentenbewegung Ende der sechziger Jahre abzeichnete, so entsteht ein deregulierter Manchesterkapitalismus, in dem es „verboten ist zu verbieten“ …
    Mit der Ideologie der 68er muss vollständig gebrochen werden. Das alles ist nicht links, sondern Einfallstor für den Turbokapitalismus. Im Resultat entsteht aus kapitalistischer Ordnung kapitalistische Anarchie – also die durch keine Regeln gehemmte Durchsetzung der brutalsten Triebeund stärksten Machtgruppen.“

    Die deutsche 68-er-Bewegung, wie diese von Dutschke, Krahl etc., repräsentiert wurde, war eine libertär-sozialistische Strömung mit klarer Parteinahme gegen Imperialismus und Faschismus. Daher auch die Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg, das faschistische Schah-Regime, die Ausbeutung der III. Welt etc.
    In Deutschland war diese politische Oppositionsbewegung anfänglich zum großen Teil mit der APO identisch, jener außerparlamentarischen Opposition gegen die Notstandgesetze.

    In Deiner Darstellung vermischt Du die ursprüngliche 68-er-Bewegung mit deren Niedergangsszenario. Als 1957 Geborener kannst Du gar keine persönliche Erfahrung mit der 68-er-Bewegung besitzen, sonst würdest Du wissen, dass das damalige allgemeine Motto „love and peace“ war. Hingegen waren Drogenkonsum, Exhibitionismus und Hedonismus nur Marginalphänome, zum auch nur gespielte Provokationen, wie „Wer zweimal mit der selben pennt, gehört schon zum Establishment“.

    Um das Jahr 1970 herum kam es zu einem Niedergang und einem Zerfall der ursprünglichen 68-er-Bewegung.
    Die einen gingen in K-Gruppen, die anderen suchten Bedürfnisbefriedigung bei „Sex , Drugs & Rock’n'Roll“, andere suchten Erleuchtung beim Bhagwan oder bei HareKrishna, wiederum andere konzentrierten sich auf ihre Karriere.

    War zuvor der Kapitalismus mit seinem „Konsumterror“ und seiner „Wegwerfmentalität“ von den Linken angeprangert worden, so kam es jetzt zu liberalistischen Konversion in Richtung von Konsum, wozu Sex und Drogen gehörten, wo bei dies im Prinzip nur die Fortsetzung des Megatrends war, wie er seit den 60-er in der Bevölkerung existierte (vgl. Fress-, Auto-, Reisewelle etc.).

    Auch die Konservativen schwenkten – nach einer kleinen Zeitverzögerung – voll auf den neuen Liberalismus um.
    Wem haben wir Privatfernsehen mit „Tutti Frutti“, „Big Brother“ etc. zu „verdanken“?
    Kohl und seiner ex-konservativen CDU!

    Was sich heute in Form liberalistischer Dekadenz manifestiert, ist nicht die Folge der sozialistischen 68-er, sondern Folge des Epochenumbruch um das Jahr 1970 hin zu einer liberalistischen Konsumgesellschaft.

    Das eine Eva Herman dies nicht kapiert, ist nicht überraschend.
    Von Dir würde ich mir allerdings etwas mehr Differenzierung wünschen.

  9. Es gibt in dieser Geschichte verschiedene Verantwortungsebenen. Die Veranstalter tragen wohl die Größte, das leuchtet ein. Die Teilnehmer kann man am wenigsten anklagen so sehr erinnern sie an Mastschweine. Dass “die von ihnen akzeptierte und propagierte Kultur des rauschaften Exzesses an der Tragödie Mitschuld tragen” leuchtet aber auch ein, dennoch bleibt die Frage, inwiefern sie bewusst “akzeptiert” und “propagiert” ist. Anscheinend gleichzeitig selbstbewusst und unbewusst.
    Man kann sich natürlich wundern, dass Millionen von Menschen auf verstärkten Rasenprenger-Tönen rumspringen, aber wie erstaunlich ist das, wenn man hört was im Fernsehen und im Radio gespielt wird. Es wird den Heranwachsenden nicht gezeigt, was Musik sein kann. Ebenso wie man ihnen nicht erklärt wer Chaplin oder Fassbinder oder Pasolini wirklich sind.
    Die Lebhaftigkeit der großen Kunst und vor allen Dingen ihr subversiver Karakter wird schön verborgen gehalten, damit nur die billigste zum konsumieren bleibt. Die Drogen helfen natürlich dabei … und die 68er Philosophie deckt das ganze. So schließt sich der Kreis. “Der Faschismus kann wiederkehren unter der Bedingung, dass er sich Anti-Faschismus nennt.”, sagte schon Pasolini. Die Ketten sind unsichtbar geworden.

  10. HAML

    Mit Drogen hat das allemal zu tun, aber nicht halluzinogener Art, sondern ganz einfach Fernsehen und suggestion, irrer Machbarkeit. Da ist schon was dran, am manipulieren der Kinder und Jugend im Sinne der aggressiven Körperhaltung durch die Medien. Man muss sich klar machen, wie massiv die Industrie und vor allem die Musikindustrie die Kinder beeinflusst und schauen wie Schule und Familie darauf reagieren. Politiker wissen zu gut um das Potenzial der lenkbarkeit und steuerns der aggressivität der Jugend. Sie nutzen es schamlos aus und vergewissern sich einer Unverantwortung. Hier wird wiedermal die Bevölkerung im ungewissen gehalten, Lügen verbreitet so das die Verantwortlichen davon kommen, wie immer. Der Bundesprä. muss hier ein Machtwort sprechen, um den Medienwahnsinn ein Ende zu setzen. Kinder müssen vor den Medien geschützt werden, damit sie nicht glauben, das die Kuh lila ist und die Politiker die Wahrheit sagen.

  11. Gast

    Um noch zu ergänzen:

    Der Sextourismus ist doch nicht ein Resultat der 68-er Bewegung,

    Der heute gern so moralisierende Broder – was machte der damals?
    „Ende der 1960er Jahre begann er, in Hamburg als Autor bei den St. Pauli-Nachrichten zu arbeiten. Das von dem Fotografen Günter Zint 1968 begründete, wöchentlich erscheinende Erotikblatt erzielte bereits 1970 mit einer Kombination aus Kontaktanzeigen, Erotik und linker politischer Agitation Auflagen um die 800.000 Stück pro Ausgabe.“ (wikipedia)

    Die „St. Pauli-Nachrichte“ waren damals eine üble, liberalistische Sexpostille, die Frauen zu Sex-Objekten machte und die mit linker, antikapitalistischer Politik nichts gemein hatte.

    Wer waren den die Hintermänner des Kinderschänder und –mörderringes um Marc Dutroux in Belgien?
    Das waren doch Mitglieder des „ehrenwerten“ Establishments bis in die höchsten Kreise.

    Wer sind denn die Hintermänner und großen Verdiener beim Drogengeschäft?
    Etc.

  12. Kai W.

    Auf der Seite “SchallundRauch” war am Wochenende zu lesen, dass wir uns in einem Krieg befinden. Gemeint ist damit ein Informationskrieg. Frau Hermann ist ja bereits Opfer eines solchen “Krieges” geworden und hat meine Hochachtung dafür, dass sie überlebt hat.
    Als Schwuler muss ich ganz klar sagen, dass die CSD Veranstaltungen für mich keinerlei Bedeutung mehr haben. Ich halte sie für ein Affentheater und eine Selbstdarstellungshow auf eher niedrigem Niveau. Bin ich nun ein konservativer Nestbeschmutzer? Und wenn schon, es ist meine Meinung dazu. Love Parade ist der Hetero-Pendant zum CSD.
    Die Debatte darüber, welchen Wert oder Unwert solche Veranstaltungen haben sollte ruhig geführt werden. Dass man zu solchen Einschätzungen kommt, wie Eva Hermann, Wiglaf Droste oder Jürgen Elsässer ist gut und richtig, aber der Zeitpunkt vielleicht nicht unbedingt.
    Schuldige suchen fand ich schon immer nervig. Entweder es passiert etwas, oder nicht. Es kann auch bei einer Veranstaltung mit 50 Teilnehmern zu einem Unglück mit 20 Toten kommen. Schuld gibt es nicht, weil niemand soetwas gewollt hat. Allerdings bekomme ich sehr befremdliche Gedanken bei den Bildern, wie man solche Massen in einen Tunnel schiebt. Da muss man wohl in Metaphern denken und dann jeder in solchen, die ihm gerade einfallen.
    Eines aber ist sicher, die Werte unserer Gesellschaft verfallen so rapide oder sind schon gar nicht mehr vorhanden. Man vergleiche die Gesellschaft mit einem Ameisenstaat oder Bienenstaat. Wenn dort die Regeln und Abläufe nicht einer bestimmten Ordnung unterliegen, wird dieser Staat nicht überleben. In unserer Gesellschaft ist das nicht anders. Wo Werte verfallen entsteht ein Vakuum. Dieses Vakuum kann dann leicht für Strömungen genutzt werden, die hinterher dann niemand erkannt haben will.
    Wir sind am Ende des Kapitalismus angelangt, Eva Hermann assoziiert die letzten Tage, wie sie in der Bibel beschrieben werden. Ich frage mich nur: “Was kommt danach?”

  13. Steppenwolf

    Es scheint (zumindest in den Medien) eine Minderheit zu sein, die quer durch alle politischen Richtungen eine ähnliche Sichtweise vertritt und die in der Loveparade ein Symbol der “propagierten Kultur des rauschaften Exzesses” sieht.

    Zu dieser illustren Gesellschaft hat sich jetzt auch der libertäre André F. Lichtschlag von der Zeitschrift “eigentümlich frei” gesellt:

    Loveparade, Eva Herman und Wiglaf Droste: Reichsparteitag der geilen Raver

  14. Otto-Normal

    “Death Parade” ist wohl die treffendere Bezeichnung für eine derartige Veranstaltung.

    Kann mir jemand sagen, warum “Love Parade” Love Parade heisst? Was zum Teufel hat das mit Liebe zu tun??? Gerade durch solche Hohlköpfe, die sowas veranstalten und Besucher, die da hingehen, ist das (ursprünglich) so bedeutungsvolles Wort “Liebe” total sinnentleert worden!

    Warum geht man eigentlich zu solchen Veranstaltungen hin? Ist das Leben so langweilig, dass man ein “Erlebnis” braucht, um den “Thrill” zu bekommen?
    Oder haben die Besucher so viele Erkenntnisse im Leben gewonnen, dass sie sich unbedingt “berauschen” müssen, um das Leben erträglicher zu machen? Wohl kaum!

    Diese kollektive Sauf- und Raufparade gehört unbedingt verboten und damit basta!

  15. Die schnelle Liebe ist wie das schnelle Geld auch schnell wieder weg. Die Kultur der nachaltlosen Eventsexualität ist ein direktes Produkt des “faulenden, sterbenden” Kaitalismus in seinem parasitären Imperialistischen Stadium. Sie ist Opium für die leidende einsame Seele des mondernen Großstädters.

    Eine Kritik mucß ich aber anbringen: Hätten die Veranstalter abgebrochen, wären die ganzen Massen in den Tunnel nachgeströmt. Die Planung der Veranstaltung mit nur einem Zugang war die Ursache für die Tragödie. Moralische Wertung hin oder her.

    An die JE-Bloggemeinde: Ich bin nicht weg. Ich habe nur etliches zu tun. U a. bin ich auf Facebook moderator der Gruppe “Stoppt den BAK Shalom” geworden. Ihr könnt euch vorstellen, daß das ein zeitaufwendiger Job ist. Würde mich freuen, wenn neue Freunde dazustießen. ;-)

  16. Wieland

    Sehr geehrter Herr Otto-Normal,

    wenn Sie ein Verbot der Loveparade und ähnlicher Veranstaltungen fordern, und das mit den von ihnen genannten Argumenten, dann sollten Sie ganz unbedingt auch ein Verbot aller anderen Vergnügungen bzw. Vergnüngsstätten fordern, die ein “Erlebnis” sind, das einen “Thrill” gewährt, und das auf Kosten von Menschenleben. Das sind, um nur 3 Beispiele zu nennen:

    - sämtliche Massenveranstaltungen, auf denen es schon -zig Tote gegeben hat (vom Fußball bis hin zu Pilgerfahrten, auch christlichen);

    - sämliche Bordelle (Menschenhandel! Drogenhandel! Pervertierung der Liebe!);

    - alle nicht unbedingt nötigen Reisen (also Urlaubsreisen und Tagesfahrten), sofern sie in Verkehrsmitteln stattfinden, in und mit denen massenhaft Menschen zu Tode kommen, und das jeden Tag: Autos, Busse, Flugzeuge, Schiffe, Züge …

    Wollen Sie das, Herr Otto-Normal? Sind Sie wirklich ein Taliban? Ein verhärmter christlicher Asket? Oder nur ein aufgebrachter Bürger, der vom grassierenden Verbotswahn ergriffen ward und noch nicht darüber nachgedacht hat, daß es 1000 Gründe gibt, alles zu verbieten, auch das Blog von Herrn Elsässer und am allerbesten das gesamte Internet?

    fragt grüßend Wieland

  17. me.

    Unglücke passieren halt, jetzt da.
    Was soll das ganze Aufgerege. Bringt überhaupt nichts.

    So was kann einem beim Besuch einer Flugschau in Ramstein oder bei einer Bahnfahrt durch Eschede aber Hoch10 passieren.

    Als Delphin hat man’s im Golf von Mexico auch nicht leicht…juckt das jemand?
    Macht jemand von Euch eine Love-Parade für dieses Massaker an der Natur? Ich höre……?
    Irgendjemand hier in dem Land?

    Mir tun die jungen Leute die gestorben sind sehr leid. Das ist traurig. Solches Totgetrampel gibts auch auf Pilgerfahrten und, siehe oben.
    Wird jetzt Bahnfahren verboten, oder Pilgerfahrten, oder Formationsflüge?
    Oder Atomkraftwerke weil Tschernobyl in die Luft geflogen ist?
    Oder Ölbohren, wie jetzt vor Brasilien, in 5000 Meter Tiefe?

    Macht Euch nicht lächerlich und hängt Euch an dem Technokarneval auf.

    Das ganze ist doch so am Ar… . Denkt ihr die Jugend schnallt das nicht?

  18. Pirx

    @Patrizia: Gut beobachtet, gut gesagt! Aber ein freundschaftlicher Rat: Du solltest etwas gegen deine Drei-Punkte- und Smiley-Inflation tun.

  19. Robert

    Jeans und Rockmusik sind nicht vom SDS erfunden worden.

    Was es an begrüßenswerten kulturellem Wandel gab, hat lange vor “1968″ eingesetzt. Bill Haley und Elvis haben einen viel größeren Anteil daran als der SDS. Elvis und Bill Haley waren in den 50er/frühen 60er Jahren übrigens bei der Arbeiterjugend viel beliebter als bei der bürgerlich-mittelständischen Jugend, die “1968″ an den Universitäten (aus guten und weniger guten Gründen) rebelliert hat.

    An dieser Stelle muß ich sogar Adorno gegen seine heutigen Verehrer in Schutz nehmen. Musik war das einzige Gebiet, von dem Adorno etwas verstand und von ihm gibt es Gedanken über Massenkultur und Kulturindustrie, die weder “rechts” noch “links”, sondern schlicht und einfach richtig sind.

  20. @Otto-Normal: Ganz meine Meinung, nur mit Verboten macht man solche Sachen leider noch attraktiver. Zwei Tage läuft dieses Thema jetzt auf dem blog, und außer empörter Verteidigung solcher Massenorgien und zügellosem Sex “wer damit ein Problem hat, ist prüde” auf der einen und Verdammung der 68´er auf der anderen Seite habe ich noch nicht viele Alternativen gesehen.
    Die Ursachen all dieser Miseren liegen doch viel tiefer. Sie schreiben schon richtig, warum geht man da überhaupt hin? Ich denke, es geht aber schon in die Richtung, dass viele sich nur noch berauschen können, um das Leben zu ertragen.
    Und das immer noch in einem der reichsten Länder der Welt, Rezession hin , Finanzkrise her. Dieser “Eskapismus” geschieht auch im kleinen an so ziemlich jedem Wochenende, wo sich Jugendliche besaufen, bis buchstäblich “der Arzt kommt”, auch ohne dass es gleich Tote gibt. Jetzt gab es Tote, und so langsam scheinen einige Leute hier doch aufzuwachen, dass allerhand in diesem unserem Lande schief läuft. Das Traurige ist dabei, dass es erst zu so einer Tragödie kommen musste, bei der 20 junge Leute starben. Leider vermisse ich aber so eine Diskussion auch in den Systemmedien, da findet man nur gegenseitige Schuldzuweisungen, an die Polizei, die falsch gehandelt haben soll, dass Duisburg dafür nicht geeignet gewesen war, dass das Ordnungsamt alles “abzunicken” habe usw. Aber ist das überhaupt wichtig?
    Wir kommen glaube ich nicht umhin, dass jeder für sich mal überlegt, wozu er überhaupt lebt.

  21. Jo

    Jürgen Elsässer spricht! Falsch, er schreibt hier. Aber diese Kleinigkeit ist nicht der einzige Fehler, dem er anscheinend aufsitzt. Ich habe diesen Beitrag aufmerksam gelesen und wenn mich auch zwischendrin der unbändige Willen überkam, mich zu übergeben, so habe ich dem doch erfolgreich bis zum Ende wiederstanden. Die Meinungsfreiheit hat eben auch seine Schattenseiten und dieser Beitrag von Herrn Elsässer ist eine davon. Ich frage mich, ob er seine Sicht der Dinge auch den Eltern und Geschwistern der Toten erklären könnte? Vielleicht würden die ihn dann niederprügeln, wer könnte ihnen das dann schon vorwerfen?

    Seine Argumentationskette ist im Grunde einfach, wenn auch sinnlos. Hätte, könnte, wäre… Hätten die verdammten Herren Daimler und Benz nicht das Automobil erfunden, dann wären in der Folge auch keine Verkehrstoten zu beklagen? Man kann aber auch von einem Pferd überrannt werden…

    Im Ernst: ich finde es beschämend, dass Sie diese Tragödie (wer immer daran nun Schuld trägt) als Beleg für Ihre Theorien und Schlussfolgerungen verwenden. Tragischerweise benutzen Sie dafür das Hauptmedium der von Ihnen so geächteten Individualgesellschaft: das Internet. Somit bitte ich Sie eindringlich: wenn Sie schon schreiben müssen, schreiben Sie Bücher. Dann passt Ihre 68er-Theorie wenigstens auf das Medium und jeder kann entscheiden, ob er den Schinken dann kauft oder im Regal vergammeln lässt. Diesen Rat gilt übrigens auch für Frau Hermann.

  22. juergenelsaesser

    Jo: Erstens schreibe ich Bücher, und zweitens verpflichtet Sie mein blog noch lange nicht dazu, ihn zu lesen. Oder hab ich was verpasst – ist Elsässer Lesen über Nacht rechtsverbindlich geworden? Die Zugriffszahlen deuten allerdings darauf hin.

  23. Gast

    So wie eine Eva Herman – und nicht nur diese – hinsichtlich der 68-Generation argumentiert, macht man das Opfer zum Täter.

    Zutreffend ist, dass die 68-er-Generation gebrochen wurde, umgekippt ist und zu einer Generation der hedonistischen Privatisierer und Schizos wurde.

    Was lag dazwischen?

    Wer hat auf Ohnesorg und Dutschke geschossen – und warum?
    Wer hat die Berufsverbote in die Welt gesetzt – und warum?
    Wer hat den Putsch in Chile gemacht – und warum?

    Da hat eine Generation resigniert und ist zu Konsum und extremen Individualismus konvertiert. Hat ihre Kinder vernachlässigt. Etc.

    Aber warum?

    Warum wurde z. B. ein Gerd Schröder so, wie er wurde?

  24. Flora

    Das Motto der Veranstaltung lautete: “Dance or Die”.

  25. Kreuzweis

    @Otto-Normal
    “Kann mir jemand sagen, warum ‘Love Parade’ Love Parade heisst? Was zum Teufel hat das mit Liebe zu tun??? Gerade durch solche Hohlköpfe, die sowas veranstalten und Besucher, die da hingehen, ist das (ursprünglich) so bedeutungsvolles Wort ‘Liebe’ total sinnentleert worden!”

    Als Verschwörungstheoretiker wittere ich hier eine Erscheinung der “Umwertung aller Werte”. Ist die Sinnentleereung nicht der Sinn der ‘brd’, der “westliche Wertegemeinschaft”? Bomberflieger, die aus 10 km Höhe eine Hochzeitsgesellschaft auslöschen sind “Helden”, Selbstmordattentäter, die sich für ihr Volk opfern sind “Terroristen” – usw. …

    @Jo:
    “Hätten die verdammten Herren Daimler und Benz nicht das Automobil erfunden, dann wären in der Folge auch keine Verkehrstoten zu beklagen?”

    Eine wohl sehr ‘moderne’ Logik?
    Ich denke, es ist weniger “Herr Daimler”, der tötet, sondern der zumeist verantwortungslose Fahrer im KFZ. Eher noch könnte ich diverse Kuschelrichter mit ihren Unzurechnungsfähigkeitsurteilen für Verkehrsstraftaten beschweren.

    Welche “Tragödie”? “Zu einer Tragödie gehört auch irgendwo etwas Größe …” Da begeben sich Vollkaskomäuschen in einen Hexenkessel und wundern sich, wenn sie zerdrückt werden – im TV siehts ja auch immer so ‘easy’ aus! Der geübte unnz-unnz-Raver hingegen wird wissen, daß somancher es nur noch auf der Bahre aus dem Bunker schafft …

    Die Schuld liegt wohl, wie so oft, bei mehreren.
    Ich selbst wittere eine große Mitschuld bei der beliebt-charmanten rheinischen Verantwortungslosigkeit “Et is noch immer jut jegange” (oder so ähnlich …), der auch das Kölner Staatsarchiv (und einige menschliche Kollateralschäden) zum Opfer gefallen ist.
    Sie ist ja der gräßlichen preußischen Verantwortungsethik, mit der man “auch ein KZ leiten” können soll, beliebtheitsmäßig überlegen…

  26. caro1610

    - was findet jeden Samstag in den deutschen Fussballstadionen statt ??

    - es ist nicht anderes wie z.B. diese Love Parade
    - die Menschen lassen ihren Frust und ihre Aggresionen ab
    ( wie im römischen Reich ) sind voller Alkohol und andereren Rauschmitteln
    - das Ergebnis wäre auch in einem Fussballstadion , daß ebenso jeder todgetrampelt wird der auf dem Boden liegt
    aber dann würde man von einem unvorhersehbaren Unglück sprechen !

  27. Kreuzweis

    @Flora:

    “Das Motto der Veranstaltung lautete: ‘Dance or Die’.”

    Köstlich!

    Ich fand auch einen guten …
    “Liebe kann manchmal sehr erdrückend sein!”

  28. derherold

    @Mela: “Dass man Techno – nur weil er einem nicht gefällt – mit einer Drogensubkultur gleichsetzt, ist vollkommen falsch und wird insbesondere Strömungen … ”

    Techno ist doch musikalisch oder “philosophisch” längst tot…. irgendwann Ende der 90iger verschieden. Es ist nur noch Partysound … was ja nicht schlimm sein muß.

    “Macht der Masse” ?
    Techno&Co. sind doch völlig a-politisch. Politisch im besten Fall eine Hinwendung zum “Rückzug ins Private”. Und das “neue Feindbild Fußball” ist doch in den letzten 10, 15 Jahren entproletarisiert worden: “Alkohol und andere Rauschmittel” sind dort sicherlich nicht mehr prägend, sondern eher McDonalds, Sponsoring und (lückenlose) Überwachung via Bewachungsdienst und Kameras.

  29. @kreuzweis:

    Auch wenn ich nun wirklich nicht gearde ein Fan dieser Massenorgie bin, aber ich finde, das ist ein bisschen zu viel des Zynismus.

  30. Ich glaube die ganze Aktion dient Frau Hermann nur dazu, sich mal wieder ins Gespräch zu bringen. Die Dinge die sie schreibt sind so neben der Spur, die kann sie einfach nicht ernst meinen.

  31. Robert

    @Michael

    Stimmt. Und Juergen Elsässer ist der Geliebte von Eva Hermann (steht in drei Tagen bei BILD)

  32. Pirx

    Zum Thema Auflösung der Moral und der Familie:
    Wahrscheinlich nehmen sich die 68er viel zu wichtig und/oder werden zu wichtig genommen. Die „sexuelle Revolution“ jedenfalls ist nicht ihr Verdienst. Wie Sebastian Haffner einmal festgestellt hat, saßen sogar schon die Nazis auf dem Zug in Richtung Körperkult. Und auch das war nicht der Ausgangspunkt. Die FKK-Bewegung entstand um die Wende zum 20. Jahrhundert aus dem Umkreis der Lebensreform- und Wandervogelbewegung. Daneben lässt sich sagen, dass sich Kunst und Literatur um 1900 bedeutend erotisierter und schwüler darbieten als um 1800.
    Auch in diesem Zusammenhang ist gut beraten, wer den Kapitalismus als Effektgröße nicht gleich unter den Teppich kehrt. In ihrem Buch zum Müttergehalt vertritt Christa Müller den Standpunkt, dass Frauenarbeit (als materieller Kern des Feminismus) von den Unternehmern ausdrücklich gewünscht wird, da Frauen meistens für niedrige Gehälter zu arbeiten bereit sind und sich die Reservearmeen der Arbeitskräfte stark vergrößern, so dass Spielraum für Lohndumping durch Jobkonkurrenz gegeben ist.

    Zuletzt möchte ich bemerken, dass in diesem Blog zum Thema Loveparade gegenüber den Ravern teilweise ein Ton angeschlagen wird, der an Empathiemangel und Arroganz kaum noch zu überbieten ist.
    Vorbildlich empfand ich eine Erklärung der DKP, die darauf hinwies, dass es sich bei den Besuchern zum großen Teil um Leute handelt, die aus eher einkommensschwachen Schichten kommen und deshalb nach kostengünstigen Veranstaltungen geradezu lechzten.

  33. Jo

    @juergenelsaesser: schon klar, dass Sie Bücher schreiben, soviel habe ich Ihrer Seite selbst entnommen. Ich meinte damit: bleiben Sie dabei!

    Das die Lektüre Ihres Blogs nun rechtsverbindlich sei, wünschen Sie sich vielleicht. Zum Glück ist er das aber nicht. Ich kannte Sie nicht, weshalb ich über Ihren Blog zufällig gestolpert bin, als ich mich zur Duisburger Katastrophe informieren wollte. Unwissend las ich also Ihre Thesen und schon kamen die Kopfschmerzen, ach nein, es war ja Brechreiz. Oder beides? Egal!

    Wie es auch sei, beruhigt es mich sehr, dass es sehr ausgeglichen hier zugeht und ich vielen der Kommentare zustimmen kann: Eva Hermann hat einen an der Waffel, um es medizinisch korrekt auszudrücken. Bei Ihnen bin ich mir nicht sicher…

  34. juergenelsaesser

    Jo: Kopfschmerzen und Brechreiz haben Sie nicht davon abgehalten zurückzukommen. Soll ich Masochismus unterstellen? Oder Bereitschaft dazuzulernen?

  35. Was vielleicht noch ergänzt werden sollte, wozu ich aber ausdrücklich NICHT zustimme, ist die Behauptung, es sei Strafe Gottes. Denn so einen Draht zu Gott kann keiner von uns haben, dass man das so genau wissen kann. Mit solchen Aussagen solllte man vielleicht etwas vorsichtiger sein.

  36. Patrizia

    Ich meine, diese Frau Hermann hat … (Hausmeister hat die Beleidigungen gegen Frau Herman gelöscht. Patrizia erhält die gelbe Karte und muss künftig sehr sehr vorsichtig sein; Argumente ja – Beleidigungen nein!)

    Die Leichtigkeit der Jugend ist etwas Unwiderbringliches. (Weitere Beleidigungen gelöscht – der Hausmeister) Ihnen fehlt die Freude am Leben.

    Bei den vergangenen LP’s haben immer weit mehr als 1 Million junger Menschen teilgenommen. Auch einige aus meinem Bekanntenkreis. Ihnen allen Drogensucht, fehlendes Rechtsbewusstsein oder sonstige amoralisches Verhalten zu unterstellen ist sowas von blöd … so blöd, dass einem nur die Hoffnung bleibt, die alten MoralistInnen mögen bald in irgendeinem Pflegeheim verschwinden.

    Dass es auch anders geht hat einst Jean-Paul Satre mit dem sehr hübschen Satz, “Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft.”, bewiesen. Leider war er schon einige Jahre tot, als ich geboren wurde. Manchmal verpasst frau das Grosse im Leben und muss sich dann mit Idioten herumschlagen die sich über einen fehlenden BH mokieren. Ich werds überleben :-)

    Hausmeister: Sie werden’s überleben – aber vermutlich nicht auf diesem blog. Das kann ratzfatz gehen …

  37. Steppenwolf

    @Pirx
    “Zuletzt möchte ich bemerken, dass in diesem Blog zum Thema Loveparade gegenüber den Ravern teilweise ein Ton angeschlagen wird, der an Empathiemangel und Arroganz kaum noch zu überbieten ist.”

    Das ist falsch und zu kurz gedacht. Nicht um die Raver geht es hier, sondern um politische und soziale Verhältnisse. Die Diskussion hätte es durchaus auch schon vor dem tragischen Unglück geben können (und es gab sie auch ansatzweise). Wie es bei großen Unglücken eben oft zwangsläufig der Fall ist, so geht auch von dieser Tragödie ein Anstoß zur eingehenden Betrachtung der gesellschaftlichen Hintergründe aus. Letztere haben natürlich nichts mit den bemitleidenswerten Individuen zu tun, die dem Unglück zum Opfer fielen.

    Warum sollte eigentlich JE’s Blog auch noch die Opfer beklagen und das Sicherheitskonzept kritisieren? Das machen doch schon unisono 100% aller Mainstreammedien und 99% aller Blogs. Ehrlich: wer Mainstream lesen will, sollte Mainstream lesen und nicht versuchen, die wenigen Freidenker auch noch in die politisch-korrekte Gleichschaltung zu drängen.

  38. Lutz Dorawa

    @MéLa
    Juli 26, 2010 at 18:15

    Überall wo menschliche Emotionen von Werbung und Kommerz angezapft werden können öffnet sich Tür und Tor für den Kapitalismus, unabhängig ob es sich dabei um linke oder rechte Emotionen handelt. Aber warum das ausgerechnet bei der Loveparade zum Thema wird, ist mir unbegreiflich zumal es hier um Menschenleben geht, und nicht um irgend ein volkswirtschaftliches Problem.

    Soviel Gegengewicht musste jetzt sein.

    Richtig.

    Ich persönlich halte es für falsch, unglückliche Ereignisse immer per Stigma politisieren zu wollen, politisch je nach Coleur zu verwursten, damit die ganze “Rasselbande” endlich Ihre Entsprechung oder soziale Zuordnung findet. Also..zieht eure steifen Stöcke aus dem Kreuz oder Hinterteil und vermischt nicht dieses Unglück mit irgendwelchen faschistoiden Idealen, Alles und Jeden “verbieten” zu wollen, politisch und rechtsverbindlich. Lieber heute als Morgen. Was hier betrieben und beschrieben wird, gleicht einer Hexenjagd, einer Inquisition ähnlich, der gesunde Menschenverstand bleibt mal wieder auf der Strecke liegen. Warum führen wir nicht gleich die christliche Steinigung ein oder den Scheiterhaufen, der unsere Jugend endlich dazu zwingt, sich im stillen Kämmerlein das kommunistische Manifest einzuverleiben, um später feststellen zu müssen, das sich nichts in der Welt verändert hat und der Gang nach erfolgter Lektüre nur ein Weg in das gesellschaftliche soziale Kloster sein kann? Anstelle von gespielter Polemik wäre es doch interessant, heraus zu finden-welche Alternativen bleiben, statt mit dem Hammer der Kastration auf die Raver- die bestimmt nicht alle besoffen und zugekifft waren- einzuschlagen oder?

    Davon höre ich hier nichts! Ich höre nur eines, verbietet dies und verbietet jenes. Lasst den Menschen am besten keine Luft mehr zum “Atmen”, kontrolliert sie darüber, maßregelt sie und bestraft sie am besten. Nichts anderes stellt die sogenannte NWO-Agenda dar. Kontrolle über alles und jeden. Leider merken einige Schreiberlinge nicht, welche Agenda sie damit fördern oder beflügeln, Massenansammlungen werden verboten und mit dem eingeschränkten Demonstrationsrecht forciert.

    Es gibt schon genug doppelmoralische/doppelbödige Vorstellungen von Leben und Lebensinhalten, Münchner Oktoberfest versus Loveparade [ich erinnere an den Anschlag), nur mit imaginären Werten ohne Inhalt aufzutreten, ist meines Erachtens zu wenig und zu billig gegenüber den Toten und deren Angehörigen.

    Im Nachhinein haben wir natürlich alle alles immer besser gewußt als die anderen, salutieren wir also stramm vor unserem Spiegelbild und schlagen uns in demütiger Einfalt auf die Schulter!

    Ich für meinen Teil werde es nicht tun.

  39. Flora

    Hermann-Bashing überall. welt online hat wohl schon 4 Hetz-Kommentare veröffentlicht. Es wird gelöscht wie verrückt und teilweise wird die Kommentarfunktion rasch abgeschaltet. Jetzt spricht Udo Ulfkotte auf Kopp Verlag die Journalisten an und weist u. a. auf durchgeknallte Tänzer neben Rettungswagen hin. Natürlich endet sein Beitrag mit Muslim-Hetze. Er findet immer einen Dreh.

    Ich habe auch reichlich Material mit widerlichem Gehabe gesehen, viele Fans kamen bereits vollgedröhnt am Bahnhof an und einige junge Männer entblößten vor Kameras ihre Nacktärsche.

    Die Berichterstattung in den Mainstream-Medien hat sich nach dem ersten Tag weitgehend gewandelt. Anfangs gabs noch Interviews mit Leuten, die helfen wollten und über Sanitätererfahrung verfügten, denen wurde wohl ihr Handeln von der Polizei verboten, indem man ihnen die Hände mit Plastikbändern zusammenband. Eine Frau erwähnte: “dann kam der Knall” (???), es war auch die Rede von Bundespolizisten mit Waffe im Anschlag. Nun ja, das waren alles Aussagen im Fernsehen. Im welt online-Forum zu einem der wohl mittlerweilen 100 Artikel erwähnte ein Teilnehmer den Einsatz von Pfefferspray…. Es ist wie immer – nach den ersten spontanen Reaktionen dreht sich plötzlich wie von unsichtbarer Hand alles in die gewünschte Richtung.

    Zwischendurch wurde dann behauptet, dass das Herunterfallen die meisten Opfer forderte. Frau Kraft hat heute dementiert und verkündet, dass alle Toten Brustquetschungen aufwiesen (wohl Lungenstillstand). Vor Monaten sprach sie von Jugendkultur bezüglich dieser Veranstaltung. Ihr 17jähriger Sohn war auch dabei.

    Oberbürgermeister kommt nicht zur Trauerfeier. Er hat bereits Morddrohungen erhalten. Merkel und Wulff werdens schon richten.

    Das tote italienische Mädchen hatte als Motto auf seiner Facebook-Seite stehen: too weird to live – too rare to die.

  40. gerk

    Wie auch immer, ich verstehe trotzdem nicht, warum dann so dermaßen viele … wenn sie eh schon sehen, dass es stopfenvoll ist … dann unbedingt auch noch rein müssen.

  41. Flora

    Habe gerade bild online gelesen. bild.de-Chefredakteur Manfred Hart: Diese verfluchte Todestreppe.

    Ja , er war dabei. Sein Foto eingekreist. Er spricht von einem Babylon der Sprachen: Spanisch, Deutsch, Englisch. Dann kommt die Beschreibung des Körper-Tsunamis.

    Herr Hart beschreibt auch die zugedröhnten Massen…

  42. Otto-Normal

    Herr Wieland, dass DERARTIGE Massenveranstaltungen gefährlich sind, das haben wir nicht erst letzte Woche ganz deutlich gesehen.
    Massenveranstaltungen sind deswegen gefährlich, weil Menschen sich durch Alkohol, Drogen, laute Musik etc. “berauschen”. Wenn man nicht ganz bei Sinnen ist, ist man zu allem fähig, denn man kriegt ja nichts mit. Man bringt nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern ist auch eine Gefahr für andere. Dieses rücksichtslose Verhalten darf nicht mehr länger hingenommen werden!

    Bei der Love Parade geht es ja darum, jede Hemmschwelle zu überwinden, und dies wird dann als “Spaß” gewertet. Das geht hier ganz gut, denn man ist ja alkoholisiert und anonym, da wird es schwierig sein, was nachzuweisen, wenn man was angestellt hat.
    Für mich stellt sich die Frage, kann man sich nicht vergnügen ohne Alkohol, ohne Drogen, ohne Rausch? Ist das nicht möglich? Wird “Vergnügen” erst dann zum Vergnügen, wenn man nichts mitkriegt? Sind wir so verklemmt?

    In der Werbung wird uns tagtäglich die Botschaft vermittelt, dass wir fröhlich und heiter sein können nur in Verbindung mit Alkohol. Die Regierung unterstützt diese Botschaft durch die Tatsache, dass Tausende von Polizisten, Sanitäter usw. bei derartigen Massenveranstaltungen mit dabei sind, was ja “eigentlich” nicht schlecht ist. Nur: So viel Einsatz könnte man sich sparen, indem man “Massen-Rausch”-Veranstaltungen nicht zulässt.
    Warum nicht die Lösung beispielsweise darin suchen, sich gegen solche Botschaften zu immunisieren?

    Zigaretten-Werbung im Fernsehen ist beispielsweise in Deutschland verboten. Warum nicht TV-Werbung auch für alkoholische Getränke verbieten? Wie wir wissen, werden Alkohol-Kranke immer jünger. Vielleicht könnte man ja damit gerade Jugendlichen weniger Anreiz geben, oder?
    Aber der Kommerz ist immer wichtiger als der Mensch. Das ist das, was mich an dieser Mentalität stört.

    In mir kommt auch langsam der Verdacht auf, dass Massenveranstaltungen in der Größenordnung zugelassen werden, damit die, die über uns regieren, Erfahrungswerte sammeln, wie sie später eine aufgebrauste, entrechtete Bevölkerung unter Kontrolle halten sollen. Oder ist dieser Gedanke sehr abwegig?

  43. Wieland

    @Flora:

    Er beschreibt auch die zugedröhnten Massen? Ach was. “Hier schwitzen die Körper, sie sind im Glücksrausch. Auch Alkohol und die Droge Ecstasy gehören zur Loveparade.” Ähnliches könnte man über jede Politikerparty und jedes Dorffest schreiben.

  44. zara

    @MéLa: ich bin verliebt
    jeder der sich deinen vernünftig-erläuternden beitrag durchgelesen hat und dennoch versucht mit parolen wie “…gehört unbedingt verboten und damit basta!” durch die gegend zuprügeln, kann doch nur total neben der spur laufen.

    mir hier die weltfremden ansichten anderer in form von hermann+elsässer befürwortungs-kommentaren durchzulesen, ist wie nachmittagsfernsehen auf rtl. zu blöd um dranzubleiben und zu unglaublich um abzuschalten. soll man nun lachen oder weinen… wohl eher letzteres.
    menschen die immer gleich nach schwarzen schafen suchen und verbot schreien sind die eigentliche gefahr. wie war das noch mit der inquisition im mittelalter.. und ach ja vor ca 75 jahren?

    @otto-normal: ich bedauere deinen verlust des wortes “liebe”. vielleicht erfindest du einfach ein neues. oder du schlägst den begriff in einem beliebigem wörterbuch oder wikipedia mal nach und erfährst das das wort liebe schon immer nicht nur für das aufrichtigste gefühl der welt steht sondern auch für sex.
    da du offensichtlich so ein fan des besagten aufrichtigen gefühls bist, dann müsstest du wissen das liebe ohne verständniss und toleranz nicht existieren kann – davon ist in deinem kommentar allerdings nur schwerlich etwas zu erkennen.

    warum sind nur alle so böse auf die harmlose ravergesellschaft – jaa drogen sind doof, klar- aber wer zwingt euch denn mitzumachen oder auch nur hinzusehen?

  45. Wilhelm Tell

    @ Zara: Das frage ich mich auch. Manchmal komme ich mir auf diesem Blog so vor, als ob hier ein Haufen moralinsaurer verknöcherter Alt-Klassenkämpfer dem Muff der 50er Jahre hinterhertrauert und alles, was Spaß macht, dekadent findet. Dabei hatte sogar schon die Freie Deutsche Jugend das Recht auf Freude und Frohsinn als eines der vier Grundrechte der Jugend postuliert…
    Die Diskussionen erinnern mich doch sehr stark an meine (schon etwas länger zurück liegende) Jugendzeit. Damals gab´s von der Elterngeneration fast bis auf´s Wort gleiche Vorurteile und Vorverurteilungen zur Jugend und ihrer Kultur. Gewettert wurde schon damals gegen die “Hottentottenmusik”, gegen die “Gammler” und “Halbstarken”. Und fast alle wollten es damals bei ihren Kindern anders machen. Und, was ist daraus geworden. Sie tun es genau so wie ihre Eltern damals.

    Ich bin sicher kein Raver-Fan (eher zieht´s mich noch nach Wacken zum Open-Air) , aber jede Zeit bringt ihre eigene Jugendkultur hervor und jede Generation muss ihre Erfahrungen selber machen. Und das ist anzuerkennen, will man die Jugend gewinnen und nicht abschrecken.

  46. Gast

    Nach dem extremen Liberalismus der vergangenen Jahrzehnte kommt es nun zu einer stärker werdenden anti-liberalen Gegenströmung.
    Mein Eindruck ist, da wächst etwas zusammen, was zusammen gehört, nämlich christlicher Fundamentalismus mit islamischen.
    Natürlich ist der christliche Fundamentalismus einer Frau Herman modern modifiziert. Statt lebenslanger Monogamie ist sie Repräsentantin einer sequentiellen Monogamie. Aber Monogamie muss es sein, weil Sexualunterdrückung die Macht der Frau über die Familie sichert, und zwar als Mutter.

    In ihrer antiliberalen Kritik an der Kultur der 68-er treffen sich die Liebhaber von Familie und Nation, seien sie deutscher oder türkischer Herkunft.

    Einig sind sich die Liebhaber der Nation über die Ablehnung des „Multikulturalismus“. Die deutsche Rechte will ein deutsches Deutschland, die türkischen Nationalisten träumen von einem türkischen Deutschland.

    Herauskommen wird möglicherweise ein antiliberales, christlich-islamisches Deutschland, jenem Deutschland kulturstrukturell ähnlich, welches in der Adenauer-Zeit vorherrschte.

    Für die unpolitischen Mitläufer der „Spassgesellschaft“ wird es ein unsanftes Erwachen geben.

    Nicht die Gesellschaft, in der ich leben will! Da sage ich „tschüs!“

  47. Kent Brockman

    Zitat 1:
    “…sie weist darauf hin, dass zwar nicht die Teilnehmer als Menschen, wohl aber die von ihnen akzeptierte und propagierte Kultur des rauschaften Exzesses an der Tragödie Mitschuld tragen.”
    Prima formuliert – könnte man das nicht auch auf ein anderes, weiter in einem gesellschaftlichen Kontext stehendes Feld anwenden?
    Zitat 2:
    “Eva Hermann arbeitet heraus, dass die Loveparade nichts mit Jugendprotest oder wenigstens Jugendgefühl zu tun hat, sondern…”
    auch gut – bei DGB-Demos ist zwar noch niemand erdrückt worden, doch kann man diese Einschätzung nicht ausdehnen? (Augenzwinker) Jedenfalls ist es ein Theater mit festem ablauf und keiner Nachwirkung, wo doch ‘nachhaltig’ heute so ein Modewort ist.
    Die Noiserocker von Unsane formulierten das etwa so:
    “It’s all the same sh*t – look around”

  48. Kent Brockman

    den 1. Satz von Gast kann ich noch mittragen.

  49. Junkie

    Gast, Sie sind wirklich ein Komiker – oder es muß da draußen auf dem Erdenrund noch ein anderes Deutschland geben. In dem, das ich kenne, gibt es keinen nennenswerten christlichen Fundamentalismus.
    Aber ich schätze, so mancher Massenmensch empfindet es bereits als Affront gegen seinen Willen zur totalen gesellschaftlichen Macht, wenn von irgendwoher noch ein widerspenstiger Laut ertönt. Wo käme man da auch hin, wenn man sich den Grillparzerschen Fortschritt “von der Humanität über die Nationalität zur Bestialität” trüben ließe?

  50. Julius Hibbert

    Gestern jemand Tagesschau gesehen?
    Hambacher Fest ich hör dich wiederkommen!
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hambacher_Fest#Folgen
    Es hieß gestern ab 8, in Zukunft werde es keine Veranstaltung mehr ohne Polzeiaufgebot geben.
    Ziel erreicht > m.E. gehört die Sozialdemo in Berlin auch in diese Ereigniskette!

  51. Julius Hibbert

    @ Junkie: das ist off topic,
    Jürgen möchts mir nachsehen
    Zitat: “In dem (Deutschland), das ich kenne, gibt es keinen nennenswerten christlichen Fundamentalismus.”
    Entweder sei es froh, oder such halt mal, lass dir von sog. Charismatikern den Dämon austreiben, der für deine Mittelohrentzündung etc. verantwortlich ist, sieh mit an, wie sich Menschen unter epil. Anfällen aufm Boden wälzen, während andere entzückt, entrückt dir weis machen wollen, sie sprächen direkt mit dem Gott der 3 Buchreligionen, und, wenn du gleich ihnen erleuchtet wärst, verstündest du, was sie stammeln, könntest es auch. Und wehe dem, der im Rollstuhl sitzt und den auch nach intensiven Gebeten nicht verlassen kann – er glaubt halt nicht richtig.
    Und was bedeutet das Gewäsch von den Chr. Werten, die die SpitzenpolitikerInnen wieder stärker in der Vordergrund rücken wollen, wenn man einerseits auf dem Papier Familienzusammenhalt für wichtig erachtet, andererseits gern Familien zerreist mit dem Anführen von ökonom. Notwendigkeit, ja Hartz-IV-Betroffenen Auslandspraktika anbietet?

  52. Kreuzweis

    fatimaezoguz meinte:

    “Auch wenn ich nun wirklich nicht gearde ein Fan dieser Massenorgie bin, aber ich finde, das ist ein bisschen zu viel des Zynismus.”

    Schwarzer Humor ist manchem nur bekömlich,
    wenn er von fernen Menschen spricht …

    Gegen das hier bin ich doch harmlos:
    netzwerkrecherche.wordpress.com/2010/07/27/pulk-ohne-raum/

  53. Junkie

    @ Julius Hibbert
    Wer unter Sekten zu leiden hat, die vor allem Symptome der Auflösung der traditionellen Kirchen sind, befindet sich in der Tat in einer bedauerlichen Lage. Tatsache ist aber, daß die von Ihnen aufgezählten Absurditäten keinerlei Bedeutung für das Gemeinwesen insgesamt haben.
    Mir scheint, es ließen sich im Zeichen jedes, aber auch wirklich jedes Unsinns einige hundert oder tausend Seelen versammeln. Erinnern sie sich z. B. noch an die Partei der Yogi-Flieger?
    Es gibt nun wirklich genug Besorgniserregendes. Man muß deshalb nicht auch noch viel Lärm um fiktive Gefahren machen.

  54. Robert

    Die verkalkten Ex-Achtundsechziger müssen von ihrem hohen Roß heruntergeholt werden – auch wenn es nie eine “Loveparade” gegeben hätte.

    Ex-Achtundsechziger wie Joseph Martin Fischer haben Deutschland in den ersten Angriffskrieg seit 1945 geführt.

    Warum gibt es weder Massendemonstrationen noch Lichterketten für ein Verbot der Partei “DIE GRÜNEN”.

  55. @zara: Danke für’s Feedback, ich dachte schon ich hätte mir die Finger umsonst heissgetippt :)

    “zu blöd um dranzubleiben und zu unglaublich um abzuschalten”

    Tatsächlich!

  56. individualist

    @robert:

    DU SPRICHST MIR AUS DER SEELE !!!

  57. Skeptiker2

    @Otto Normal

    Rauchen wird wahrscheinlich bald nur noch in privaten Wohnungen erlaubt sein.
    Warum gab es vorher praktisch keine rauchfreien Kneipen, Gaststätten und Restaurants? Das wäre doch der Renner geworden, weil das alle wollten?

    Inzwischen gibt es in Tankstellen keinen Alkohol mehr für Jugendliche (ab 16 Jahre) oder nur zu bestimmten Uhrzeiten. Wann kommt das generelle Verbot für den Konsum für Alkohol in der Öffentlichkeit?
    Warum müssen sich Jugendliche am Wochenende zudröhnen und falls, gab es das vorher nie?

    Wann kommt eine nächtliche Ausgangssperre, um die öffentliche Sicherheit auf ein Höchstmaß zu bringen?

    Wenn man sich auf Flughäfen eh schon teilweise ausziehen muß bzw. “nackt gemacht” wird, warum nicht auch so was?

  58. ” Jetzt spricht Udo Ulfkotte auf Kopp Verlag die Journalisten an und weist u. a. auf durchgeknallte Tänzer neben Rettungswagen hin. Natürlich endet sein Beitrag mit Muslim-Hetze. Er findet immer einen Dreh.”

    Habe die Ergüsse von Ulfkotte in diesem Fall nicht ohne brechreiz zur Kenntnis genommen, normalerweise erspare ich sie mir. Dass der tragische Tod von mittlerweile 21 Menschen noch zur Hetze gegen Muslime genutzt wird, was er sich sowieso zur Lebensaufgabe gemacht zu haben scheint, ist an Menschenverachtung nicht mehr zu überbieten. Ulfkotte sollte sich wirklich schämen.

  59. ribi

    fatima: sie benutzen aber doch leider auch alles, um gegen den westlichen liberalismus( nicht in wirtschaftl. hinsicht gemeint) zu felde zu ziehen

  60. juergenelsaesser

    ribi: Mit Ihrem Kopftuchverbot ziehen Sie selber gegen den westlichen Liberalismus zu Felde!

  61. rainbowmerlin

    Es erschüttert mich, in welch teilweise niedrigem Niveau hier der Beitrag von Herrn Elsässer kommentiert wird, zu guterletzt sogar auf Herrn Ulfkotte losgegangen wird, von Frau Herrmann gar nicht erst zu reden!!!
    Logisch, dass Journalisten, die Wahrheiten aufdecken und unzensiert veröffentlichen, nicht angenehm für den Mainstream sind und noch viel unangehmer für etliche andere Journalisten, bekannter Boulevardblätter oder auch Politiker die zur Volksverdummung beitragen.
    Dabei wäre es sehr sinnvoll, ganz besonders den Journalisten zuzuhören, die den Mut haben, “gegen den Strom zu schwimmen” auch unter Gefährdung ihres eigenen Lebens. Sage nur Hut ab und herzlichen Dank! Denn gerade diesen Journalismus brauchen wir so dringend, um nicht länger hinters Licht geführt zu werden.
    Ja, aber wenn ich hier einzelne Kommentare lese, begreife ich einmal mehr, man will alles nur so verstehen, wie man es braucht, um mit der Masse mitzuheulen! Nur nicht den Tatsachen ins Auge schauen!
    Was ist nur los in dieser kalten Gesellschaft? Frau Hermann hat die grausame Katastrophe in Duisburg klar, deutlich und absolut richtig beschrieben. Ist denn die Menschheit derart verblendet, dass sie nicht sehen will, was tatsächlich auf diesen Drogenorgien mit Decknamen “Loveparade” abgeht?
    Es gibt kein treffenderes Wort als Werteverfall im höchsten masse.
    Schade, dass nur sehr wenige Mensche aus der deutschen Geschichte gelernt haben und der Rest sich noch immer im “Wegschauen” übt, um später den eigenen Kindern wieder einmal zu sagen:” Wir haben davon nichts gewusst…”

  62. “fatima: sie benutzen aber doch leider auch alles, um gegen den westlichen liberalismus( nicht in wirtschaftl. hinsicht gemeint) zu felde zu ziehen”

    Aha, was eine Frau Herman darf, darf ich also nicht, weil ich die falsche Religion habe? Dieser doppelte Standard ist mir übrigens schon oft begegnet, allerdings vorwiegend bei Rechten. Da wurde ich schon heftigst attackiert, weil ich einige Gemeinsamkeiten zwischen meinem und Frau Hermans Frauenbild herausgestellt habe. Nicht sein kann, was nicht sein darf, nicht wahr?
    Und was Sie, “rainbowmerlin” angeht: Ja, ich gehe auf jeden “los”, der auch nur JEDE erdenkliche Gelegenheit ergreift, auf Minderheiten einzuprügeln, so etwas ist nur noch pervers!!

  63. klaus priesucha

    Mittlerweile 20 Tote sind natürlich eine gute Gelegenheit, seine Fähigkeit zu Trauer und Betroffenheit unter Beweis zu stellen, gehört man zu den führenden Staatsleut.

    Oder alternativ für Gernegroße, ihre Abscheu gegen Sex & Drugs & Techno mehr oder weniger eloquent herauszutröten.

    Wäre da nicht der dämliche Umstand, dass nach derzeitigem Wissen keines der Verstorbenen sich tot gefickt, -gekifft noch –geraved hat.

    Einiges spricht dafür, dass die verantwortlichen Organisatoren zu ehrgeizig einerseits, zu geizig andererseits waren.

    Ich glaube, damit ist alles gesagt.

  64. Robert

    Nanu: nichts neues von “Patrizia”? Immer noch dabei die Biographie von Eva Hermann (Pseudonym von Eva Braun) zu studieren?

  65. ribi

    lieber jürgen: ich bin sicher dagegen, dass weitere moslems zuwandern, bin auch dagegen, dass das kopftuch als normal betrachtet wird. in der öffentlichkeit nehme ich es hin, im öffentlichen dienst sehe ich es als angriff auf unsere werte!

    liebe fatima: wir haben hier auch schon viel verbindendes gehabt! frau herrmann führt einen kreuzzug, weil ihr unrecht widerfahren ist! nur weil die rechten sagen, milka ist eine tolle schoko-sorte, sage ich nicht, da habt ihr aber unrecht! wie gesagt, manche streitigkeiten sind halt dem forumsprinzip geschuldet!

  66. “lieber jürgen: ich bin sicher dagegen, dass weitere moslems zuwandern, bin auch dagegen, dass das kopftuch als normal betrachtet wird. in der öffentlichkeit nehme ich es hin, im öffentlichen dienst sehe ich es als angriff auf unsere werte!”

    auf welche “Werte” denn? Was sind die denn im wahrsten Sinne des Wortes “wert”, wenn sie schon von 1 m² Stoff bedroht werden können? Schwach…

  67. ribi

    fatima: tragen eure männer dies auch, dann hätte ich nichts dagegen!

  68. “fatima: tragen eure männer dies auch, dann hätte ich nichts dagegen!”

    Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Herren der Schöpfung den gleichen Preis beim Friseur zahlen müssten wie wir ;-)

  69. ribi

    fatima: frauen machen sich meist ausufernder die haare als wir! vielleicht stehen ja frauen besonders auf männerhaare!

  70. “frauen machen sich meist ausufernder die haare als wir! ”

    Genau. Und deswegen sind Haare bei Männern und Frauen nun mal nicht gleichzusetzen. Ein Mann mit Glatze kann trotzdem attraktiv sein, aber eine Frau..? Daran sieht man doch schon, dass weibliche Haare eine ganz andere Wirkung haben als männliche. Sie gelten als besonderes Schönheitsmerkmal, und deswegen bedeckt die muslimische Frau sie vor fremden, d.h. nicht nahe verwandten Männern .

  71. ribi

    fatima: solange es im privaten- oder auch auf der straße ist, fein! im staatsdienst bitte nicht! wirkt sonst als anklage- wir könnten darüber abstimmen lassen, wenn dies endlich möglich wäre!

  72. @ribi: Was meinen Sie mit “Anklage”? Und wegen der 2, 3 Lehrerinnen da abzustimmen – finden Sie das nicht ein bisschen übertrieben?

  73. ribi

    fatima: ich habe das gefühl, dass kopftuchträgerinnen, lese teilweise auch berichte darüber, sich für moralisch etc. reiner halten als andere menschen! wir zeigen durch unsere reinheit euch eure dekadenz auf!abstimmungen könnte man auch dadurch regeln, dass die eltern der schule befragt würden, allerdings in schulen fast ohne europäer ginge dies nicht!

  74. “fatima: ich habe das gefühl, dass kopftuchträgerinnen, lese teilweise auch berichte darüber, sich für moralisch etc. reiner halten als andere menschen!”

    Wir erfüllen damit ein quranisches Gebot, und für Ihre Gefühle können wir da wirklich nichts.

  75. ribi

    fatima: da ich keine frau bin, betrifft mich das schiefe ansehen durch eine muslima auch nicht! wieso sehe ich, zum glück, soviele moderne türkinnen ohne diesen stoff??




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