Die Akropolis wackelt, der Euro brennt
Veranstaltung am 14. Mai, 20 Uhr, Russisches Haus Berlin, Friedrichstr.176. Zur Kritik der LINKEN-Krisenvorschläge. Von Jürgen Elsässer
Die Griechenland-Krise spitzt sich dramatisch zu. Die Zinsen (=Rendite) für zweijährige grichische Staatsanleihen stiegen gestern auf schwindelerregende 25 Prozent! Die Wall Street-Rating-Agenturen haben den offenen Krieg gegen die Eurozone eröffnet und bewerten griechische Papiere mittlerweile als Ramsch und setzen auch die Bonität der iberischen Staaten herab. Profiteure sind Privatbanken wie GoldmanSachs, die auf die Verschlechterung der Bonität dieser Staaten Wetten im Umfang von hunderten von Milliarden Euro abgeschlossen haben.
Die Lage ist dramatisch! Deswegen: Kommt alle zur Veranstaltung am 14. Mai “Steht der Euro vor dem Ende? Wie retten wir unser Geld?” im Russischen Haus zu Berlin (20 Uhr, Friedrichstraße 176). Jürgen Elsässer wird für die kontrollierte Entflechtung der Euro-Zone werben – Griechenland muss im eigenen Interesse die Drachme wiedereinführen. Klaus Blessing, enst Staatssekretär im DDR-Wirtschaftsministerium, wird die Frage der Vergesellschaftung des Finanzsektors aufwerfen.
Die LINKE hat heute in Person ihrer designierten Co-Vorsitzenden Gesine Lötzsch ein Thesenpapier zur Griechenland/Euro-Krise vorgestellt. Das Papier ist unten vollständig dokumentiert und wird durch Zwischenbemerkungen kommentiert. Hauptproblem: Die LINKE will die Euro-Zone erhalten und kann deswegen der sogenannten (!) Griechenland-Hilfe keine prinzipielle Absage erteilen. Sie knüpft das Milliardenpaket nur daran, dass “auch” die Banken was dazugeben müssen – mit anderen Worten: Die andere Hälfte soll immer noch der Steuerzahler drauflegen. Dazu ein klares Nein! Bezahlt wird nix, Griechenland muss raus aus dem Euro, muss die Auslandsschulden vollständig abschreiben und die Drachme wieder einführen – das und nur das wäre ein Schlag gegen die Finanzhaie (und die Euro-Kraten)!
Presseerklärung Gesine Lötzsch:
Spekulanten attackieren Griechenland, Portugal, Spanien und weitere Euro-Staaten. Sie treiben die Zinsen auf Staatsanleihen hoch, Kredite werden teurer. Ganze Staaten stehen vor dem Bankrott. Die Banken machen Kasse, die Bevölkerung zahlt. Im Spiel der Finanzmärkte gegen die Demokratie steht es 5 zu 0 für Goldman Sachs und Deutsche Bank.
Die Bundesregierung will Banken retten nicht Griechenland
Bundeskanzlerin Merkel hat Griechenland schnelle Hilfe verweigert. Das war das Signal für die Zocker eine Party zu feiern und die Zinsen weiter in die Höhe zu treiben. Merkel hat dem Dauerfeuer der Spekulanten die Munition geliefert und wollte die Öffentlichkeit vor den Wahlen in Nordrhein-Westfalen täuschen. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Griechenland, die Wiege der europäischen Demokratie, wurde in die Knie gezwungen und in der Eurozone droht ein Flächenbrand. Aus Bankrott-Sitarki in Griechenland wurde Pleite-Fado in Portugal.
Kommentar: Die Kritik an Merkel ist falsch. Ihr Fehler war nicht, zunächst “Hilfe” zu verweigern – sondern diese Weigerung nicht durchgehalten zu haben.
(Lötzsch) Die Bundesregierung will nun im Eilverfahren über Milliardenkredite an Griechenland entscheiden. Schließlich halten deutsche Banken griechische Staatsanleihen im Wert von 30 Mrd. Euro. Das Geld wäre ohne Rettung Athens futsch. Die Bundesregierung will zudem durch hohe Zinsen an Griechenland verdienen: Frau Merkel verlangt 5 Prozent Zinsen. Die Bundesregierung kann sich selbst zu knapp 3 Prozent Zinsen Geld am Kapitalmarkt leihen. Das beschert ihr einen jährlichen Gewinn von etwa 150 Millionen Euro. Europäische Verantwortung und Kampf gegen Staatsverschuldung sieht anders aus.
Kommentar: “Verdienen” könnte die Bundesregierung mit dem Kredit nur was, wenn er zurückgezahlt wird. Genau danach sieht es aber überhaupt nicht aus.
(Lötzsch) Ist Griechenland nicht selber schuld?
Richtig ist, Griechenland hat Statistiken gefälscht. Allerdings war dies der Europäischen Union (EU) seit 2004 bekannt. Goldman Sachs und die Deutsche Bank haben Griechenland dabei kräftig geholfen. Gegen beide Banken laufen wegen krimineller Geschäfte Ermittlungen der US-Börsenaufsicht. Der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank und Vorsitzende der Expertengruppe „Neue Finanzmarktarchitektur“ der Bundesregierung, Ottmar Issing, steht seit 2007 auf der Gehaltsliste von Goldman Sachs. Die Deutsche Bank verdient munter an der Staatsverschuldung. Sie erzielte in 2009 einen Gewinn nach Steuern über 5 Mrd. Euro. Davon überwiegend mit Staatsanleihen.
Die Staatsverschuldung in Griechenland ist mit 115 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) hoch, die Spekulanten attackieren aber auch Staaten wie Spanien und Irland die ihre öffentlichen Schulden bis zur Krise radikal abgebaut haben. Und Staaten wie Japan mit einer Schuldenstandsquote von fast 200 Prozent haben derzeit keine Probleme wie Athen. Die Krise in Griechenland und der Euro-Zone hat daher tiefere Ursachen. Ohne Reform der Euro-Architektur drohen weitere Schuldenkrisen.
Kommentar: Richtig. Aber Reförmchen der Euro-Architektur werden nicht ausreichen …
(Lötzsch) Deutsche Billiglöhne – Wir sind die Chinesen Europas
Erstens, der Euro kann nur funktionieren, wenn die Löhne in der Eurozone nicht völlig auseinander laufen. Die internationale Kritik an den deutschen Billiglöhnen ist berechtigt: Die Lohnstückkosten, d.h. die Löhne im Verhältnis zur Produktivität der Beschäftigten, stiegen im Rest der Eurozone seit 2000 um 27 Prozent, in Griechenland um 28 Prozent aber in Deutschland nur um 7 Prozent. Schuld sind unter anderem die Agenda 2010, Leiharbeit, Befristungen und Hartz IV. Deutschland hat wegen seiner Billiglöhne mehr Waren und Dienstleistungen an das Ausland verkauft als umgekehrt. Unsere EU-Partner mussten sich daher immer stärker bei uns verschulden. Für diese Auslandsschulden von privaten Haushalten und Unternehmen haftet in der Krise der Staat. Lohndumping schadet aber auch Deutschland: Die deutsche Wirtschaft wuchs seit 1999 durchschnittlich um 0,8 Prozent gegenüber 1,4 Prozent Wachstum in der Eurozone oder 1,5 Prozent in Frankreich. DIE LINKE fordert daher einen Abbau der Ungleichgewichte im europäischen Handel. Deutschland muss mehr für die Binnennachfrage tun, etwa durch einen Mindestlohn sowie mehr öffentliche Investitionen.
Kommentar: Im Prinzip richtig. Aber eine Gemeinschaftswährung für Länder unterschiedlicher Produktivität kann sowieso nicht funktionieren. Es sei denn, ein Brüsseler Finanzdiktator erzwingt in allen Mitgliedsstaaten dasselbe Lohn- und Preisniveau …
(Lötzsch:) Brandstifter wetten auf den Staatsbankrott
Zweitens, Spekulanten wetten auf den Staatsbankrott von Euro-Staaten. Sie handeln dabei mit Kreditversicherungen (Credit Default Swaps), auch wenn sie gar keine Staatsanleihen besitzen. Das ist so als würde ein Brandstifter eine Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn abschließen. Wenn es brennt, macht er Kasse. DIE LINKE fordert daher ein Verbot des Handels mit Credit Default Swaps (CDS). Die Eurozone muss gemeinsame Euro-Anleihen auflegen und die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen kaufen, um die Zinsen zu drücken und den Spekulanten die Finger zu verbrennen.
Kommentar: Verbot der CDS ist richtig. Noch besser wäre, wenn die LINKE dazusagen würde, dass Deutschland dieses Verbot auch einseitig auf nationaler Ebene aussprechen kann und muss – auf EU-Beschlüsse zu warten ist falsch. – Gemeinsame Euro-Anleihen und EZB-Käufe sind Unsinn, dafür haftet nur der deutsche Steuerzahler.
(Lötzsch:) Griechenlands Staat ist nicht zu fett, sondern zu schwach
Drittens, Griechenland hat seine Staatsquote (Staatsausgaben im Verhältnis zum BIP) seit dem Beitritt zur Eurozone drastisch reduziert. Die Staatsquote war bis zur Krise stets niedriger als in Deutschland. Griechenlands Staat ist daher nicht zu fett, sondern zu schwach. Er nimmt zu wenig Steuern ein. DIE LINKE fordert eine Abschaffung des dummen Stabilitäts- und Wachstumspakts. Er leistet keinen Beitrag zur Verringerung der Staatsverschuldung und ist wachstumsfeindlich.
Kommentar: Im Prinzip richtig.
(Lötzsch:) Griechenland wirft Geld für deutsche Panzer raus
Viertens, nur bei den Militärausgaben ist Griechenland mit 4,3 Prozent des BIP spitze. Das verschlingt jährlich 10 Mrd. Euro, mehr als die deutschen Kredite an Athen. Die deutsche Rüstungsindustrie ist wichtigster Lieferant von Kriegsgerät. DIE LINKE fordert ein Stopp der Rüstungsexporte nach Griechenland.
Kommenar: Absolut richtig.
(Lötzsch:) Unternehmen und Reiche plündern den Staat
Fünftens, auch in Griechenland zahlen große Konzerne und Reiche zu wenig Steuern. Die effektiven Steuern auf Gewinne und Vermögen in Griechenland entsprechen mit 16 Prozent nur etwa der Hälfte des Durchschnitts der Eurozone. DIE LINKE fordert daher eine Mindestbesteuerung von Unternehmen, hohen Einkommen und Vermögen in Europa.
Kommentar: Richtig.
(Lötzsch:) Heute die Griechen, morgen wir
Ein Crash der Eurozone wäre eine Katastrophe. Es gäbe Währungsturbulenzen, Länder die wieder ihr nationales Geld einführen, würden kräftig abwerten. Das würde auch Deutschlands Exporte treffen. Wichtiger aber noch: Die europäische Integration wäre gescheitert.
Kommentar: Idiotisch. Siehe meine Eingangsbemerkungen. Lötzsch argumentiert gleichzeitig antigriechisch UND antideutsch – wenn die Euro-Zone zusammenbleibt, werden schwächere Ökonomien niederkonkurriert und die stärkeren müssen dann Steuergeld einsetzen, um die Verlierer zu stützen. Nur die Finanzmärkte verdienen an diesem famosen Modell.
(Lötzsch:) Die Bundesregierung will das Griechenland noch mehr spart. Dabei hat die Regierung in Athen der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bereits Kürzungen von 6 Prozent des BIP zugesichert. Die Rechnung bezahlen wieder einmal die kleinen Leute, durch höhere Mehrwertsteuern, Entlassungen und Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst. Wie der Steuervollzug in Griechenland verbessert werden soll, wenn Staatsdiener entlassen werden, bleibt ein Geheimnis. Wenn Länder wie Griechenland mitten in der Krise sparen, stürzt das Land in die Rezession. Der Schuldenstand wird dadurch erst recht explodieren. Und sinken die Löhne in Griechenland, setzt das auch die Beschäftigten in Deutschland unter Druck. Das lehnt DIE LINKE ab.
Kommentar: Wenn DIE LINKE ein Spar-Diktat ausländischer Mächte wie EU und IWF über Griechenland verhindern will, muss sie für die währungs- und finanzpolitische Souveränität Griechenlands eintreten. Dann kann Griechenland das machen, was Argentinien 2001/2002 gemacht hat: Die eigene Währung gegenüber Euro/Dollar abwerten und so die Handelsbilanz aus den schwarzen Zahlen ziehen. Argentinien kam so binnen kürze auf die Beine, allen ging es schnell besser.
(Lötzsch:) DIE LINKE will schnelle Hilfe für Griechenland, aber kein Spardiktat und kein zweites Bankenrettungspaket: DIE LINKE fordert eine Beteiligung der Banken an der Entschuldung Griechenlands. Banken dürfen sich nicht länger auf Kosten der Bevölkerung bereichern. Die Finanzmärkte müssen streng reguliert werden, damit eine Entschuldung nicht die Zinsen weiter nach oben treibt und Banken mit Kreditversicherungen abkassieren. DIE LINKE fordert: Die Spekulanten und Vermögenden sollen endlich zahlen, durch eine echte Bankenabgabe, eine Finanztransaktions- und eine Millionärssteuer.
Kommentar: Nur “Beteiligung” der Bankster? Das heißt, dass wir Steuerzahler auch nach Meinung der LINKEN noch was drauflegen müssen. Nein: Die Banken müssen die Suppe auslöffeln, die sie uns mit Hilfe der griechischen Korruptionskaste eingebrockt haben. Sie müssen auf ALLE Forderungen verzichten, bzw. Griechenland muss die Bedienung der Auslandsschuld komplett verweigern. Wenn daran die HypoRealestate (HRE) zugrunde geht – umso besser. Das haben sie davon, wenn sie spekulieren.









<a
April 29, 2010 at 16:43
Hier zeigt sich erneut, dass Die Linke keine Alternative zur herrschenden Politik ist.
Sie wäre nur eine solche Alternative, wenn sie entschieden für den Austritt Griechenlands aus dem Euro und die Wiedereinführung der eigenen Währung eintreten würde. Dann gäbe es keine Spardiktate aus Brüssel mehr und das Land könnte sich über eine Abwertung der Drachme, ähnlich wie im Fall Argentiniens 2002 sanieren. Argentienen hat gezeigt, dass das geht. Warum nicht von Argentinien lernen?
Gesine Lötzsch sollte mal mit Christina Kirchner telefonieren.Die Nummer habe ich jetzt leider nicht parat.
Für diesen einzig vernünftigen Weg, den Herr Elsässer hier vertritt, tritt die Linke aber nicht ein. Weil sie eine bloße Reformpartei ist wie die SPD, ein Abklatsch der SPD, will sie im Prinzip das gesamte System beibehalten und ein bisschen ‘reformieren’, obwohl es nicht reformierbar ist. Man kann keinen stinkenden Leichnam mehr operieren, gute Frau! Sie möchte Arzt am Krankenbett des Kapitalismus, oder auf heute bezogen, des europäischen Imperialismus (=Herrschaft der europäischen Finanzaristokratie) sein. Dann man zu. Die Wähler werden euch wieder davon laufen.
Wenn man darin seine Rolle sieht, wird es zu einem frommen Wunsch aus dem Reich der Träume, ‘einen Anteil der Banken’ zu verlangen, damit der deutsche Steuerzahler nicht alles zu tragen hat.
Man kann nur eine Alternative, auch eine linke Alternative sein, wenn man das gesamte europäische Währungssystem und die EU ablehnt und die nationalen finanziellen Grundlagen wieder einführt. Erst dann gewönne die jeweils nationale Arbeiterklasse in den europäischen Ländern wieder den Spielraum, Arbeitskämpfe zu gewinnen, ihren Anteil am Bruttosozialprodukt durch die Erhöhung der Löhne zu vergrößern und der eigenen Großbourgeosie Niederlagen beizubringen. Ihre europäische Vernetzung könnte ihr dabei helfen.
Im Rahmen des bestehenden Systems wird es keine Lösung weder zugunsten der einfachen griechischen noch zugunsten der einfachen deutschen Bevölkerung geben.
Die Linke = SPD light.
Was wir brauchen sind echte Alternativen, aber nicht einen Aufguss der alten Reformpolitik.
Die Linke muss entweder umdenken, wozu sie aber angesichts der führenden Besetzung (Bisky, Lötzsch, Gysi..) nicht in der Lage sein wird oder sie wird über kurz oder lang Mitglied der Allparteienkoalition gegen die eigene Bevölkerung. Vielleicht braucht man sie auch bald, um die Hartz-Gesetze weiter zu verschärfen und um dies in der Bevölkerung durchsetzen zu können. Also übt euch schon mal in Sozialabbau.
April 29, 2010 at 17:00
schnehen und elsässer einer meinung – wer sollte uns da noch aufhalten?!
April 29, 2010 at 17:25
Zur Linken gerade auch auf dem Land hinzuzufügen:
Hinweise:
ÖDP
Humanwirtschaftspartei
BüSp
Die Familie
Graue Panther
April 29, 2010 at 20:37
George Soros sollten Sie mal genauer unter die Lupe nehmen. Auf “Alles Schall und Rauch” gibt es einen Hintergrundbericht mit einem interessanten Link zu einem Wall Street-Artikel. Nachdem ich “George Soros conspiracy” googelte, wurde mir etwas schwummrig, was die jetzige Lage betrifft. Der Mann warnte schon vor der Wiedervereinigigung davor, dass Deutschland innerhalb der EU eine zu wichtige Rolle spielen würde. Und es kommen auch Rothschild-Connections dran. Aber da darf man ja nicht drüber sprechen…
April 30, 2010 at 00:46
@schnehen
Von welcher “alten Reformpolitik” sprichst du?
April 30, 2010 at 03:06
Ökonom Heiner Flassbeck
“Griechenland ist nicht pleite”
Wenn die Euro-Staaten schnell helfen, sei die Krise zu beherrschen, sagt der Ökonom Heiner Flassbeck, “dieses ganze Gerede vom Staatsbankrott ist kompletter und gefährlicher Blödsinn
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/griechenland-ist-nicht-pleite/
30.04.2010 Lesezeichen
Ökonom Heiner Flassbeck
“Griechenland ist nicht pleite”
Wenn die Euro-Staaten schnell helfen, sei die Krise zu beherrschen, sagt der Ökonom Heiner Flassbeck, “dieses ganze Gerede vom Staatsbankrott ist kompletter und gefährlicher Blödsinn”.
April 30, 2010 at 03:10
Gegen Almosen – für ein Grundeinkommen!
von Götz Werner
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, die Hartz-IV-Regelleistungen sind verfassungswidrig. Können wir nun eine würdige Kindergrundsicherung erwarten? Nein, sagt Götz Werner und warnt vor falschem Wohlwollen
http://www.cicero.de/97.php?ress_id=4&item=4787
Gegen Almosen – für ein Grundeinkommen!
von Götz Werner
Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, die Hartz-IV-Regelleistungen sind verfassungswidrig. Können wir nun eine würdige Kindergrundsicherung erwarten? Nein, sagt Götz Werner und warnt vor falschem Wohlwollen
Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zu den Regelleistungen nach Hartz IV sollte von der Politik ernst genommen werden. Sie tut es aber nicht, wie die Reaktionen der Regierenden zeigen: Statt über eine angemessene Kindergrundsicherung nachzudenken, fällt Arbeitsministerin von der Leyen nichts Besseres ein als Suppenküchen, Schulspeisung und Nachhilfeunterricht, von Verwaltungen organisiert und von Bürgern finanziert.
April 30, 2010 at 08:09
Vielen Dank sowhl für die Info als auch für den Kommentar.
Wichtig ist, dass die LINKE überhaupt verstanden hat, dass die Frage der Krisenlösung mit den sozialen Kämpfen hier verbunden werden muss, das ist doch schon mal was!
Die Haltung zun den Bankstern bleibt allerdings (wie seit langem) zu abwartend, es braucht also weiter Druck von Links, denn die Forderung: “Verstaatlichung aller Großbankebn” bleibt als wichtigste Krisenlösungs-Strategie weiterhin richtig.
VI muss also weitermachen!
April 30, 2010 at 08:17
@Bruce Wayne
Da wir schon mal bei Tipps sind:
Ich finde, ein ganz hervorragender Mann ist auch Max Keiser, ein ehemaliger Wall Street Banker, der die Kurve gekriegt hat und jetzt auf Russia Today und PressTV eigene Sendungen zur Finanzwirtschaft hat. In der Sendung ‘On the Edge’ auf PressTV, die einmal wöchentlich kommt, erklären er die ebenso hervorragende Stacy Herbert anhand aktueller Geschehnisse, wie das Wall Street System funktioniert.
Zitat Keiser: ‘It’s all based on fraud.’
April 30, 2010 at 11:39
@Lutz Dorawa
Ich meinte die alte, Jahrzehnetelang von den Sozialdemokraten betriebene Reformpolitik zur ‘Verbesserung’ des Kapitalismus, die nichts Beständiges gebracht hat, die nur Illusionen in dieses korrupte und längst überlebte System geschürt hat. Wenn die Linke daran anknüpfen will, wird sie zu einer echten Systempartei und von denen haben wir schon genug. Sie wird dann in der Regierungsverantwortung gezwungen sein, die Interessen der Hochfinanz und der Großindustrie gegen die des Restes der Bevölkerung zu vertreten.
Aber vielleicht kriegen sie die Kurve ja noch.
Man soll die Hoffnung nie aufgeben.
PS:
Ich wünsche allen hier einen schönen Maifeiertag.
April 30, 2010 at 12:46
Vielen Dank an Bruce Wayne für die Links. Ich habe darauf aufbauend mal etwas weiter geklickt, denn mich interessierten Details zum interfakultativen Institut für Entrepreneurship an der Uni Karlsruhe, wer da noch so mitmacht. Für alle, denen nes wie mir ging, die erst mal nachschauen müssten, was entrepreneur heißt: Unternehmer(-tum)…
das steht unter Aktuelles bei einem der angegliederten Verlage:
http://www.vdm-verlag.de/index.php?&act=nav&nav=2
Auch, sich mit den anderen Verlagen und Autoren zu beschäftigen, lohnt. Mir jedenfalls war neu, daß die GE-Beföderer vor 3-4 Jahren schon versucht haben, die Grünen für sich, ihre Idee, zu gewinnen.
Jetzt missionieren die GE-Beföderer vor allem jene Marginalisierten, die bei Einführung des GE wahrscheinlich etwas mehr Geld zur Verfügung hätten, doch kommt mir die Sache ein wenig wie eine Orgasmus-Selbsthilfe-Gruppe vor, und ich mir wie jemand, der sich einfach nicht genügend entspannen kann, um selbst (in dieser Runde) einen zu erleben.
April 30, 2010 at 12:48
…nebenbei versuchen die Autoren im E.-Institut, M&E bei kleinem quantitativ zu überbieten.
April 30, 2010 at 13:07
grundeinkommen wäre eine tolle idee, wenn man sie richtig hinterfragt. also: es darf nicht sein, das jemand den ganzen tag arbeitet, dann aber nur die hälfte vom unternehmer, die andere hälfte vom staat bekommt. auch eine reine finanzierung über die verbracussteuern erscheint mir problematisch! besser wäre eine herangehensweise wie sie die cdu-thüringen oder anders auch die freiwirte anstreben( bodenrente für alle).
zu griechenland: in einer gestrigen talkrunde brachte es eine griechischstämmiger liberaler auf den punkt, als er feststellte, die ratingagenturen sind ja in amerikanischem “besitz”!!!!!!!! mr.daxdirk müller erwähnt in seinm hammerbuch, dass angeblich deutschland erpresst wurde, triple a für seine staatspapiere nur, wenn afghanistaneinsatz weiter klar geht- ein schelm wer böses dabeidenkt!
April 30, 2010 at 15:39
Passend dazu:
http://www.hintergrund.de/20100429859/wirtschaft/finanzwelt/fromme-wuensche-die-linke-und-die-griechenland-krise.html
April 30, 2010 at 15:45
Spekulanten wetten auf die Staatspleite
http://deutscher-freiwirtschaftsbund.de/__oneclick_uploads/2010/04/eiserner.jpg
Mai 1, 2010 at 11:17
schnehen wrote @ April 30, 2010 at 11:39
@Lutz Dorawa
Ich meinte die alte, Jahrzehnetelang von den Sozialdemokraten betriebene Reformpolitik zur ‘Verbesserung’ des Kapitalismus, die nichts Beständiges gebracht hat, die nur Illusionen in dieses korrupte und längst überlebte System geschürt hat
Danke schön schnehen..das wollte ich nur wissen…;-)
Mai 2, 2010 at 15:18
Gerade die Arbeiterinnen und Arbeiter am 1.Mai haben verstanden, dass eine Griechenland-Hilfe nur den Bankstern in die Taschen fließt.
Angesichts der Finanzkrise, die auch in der BRD noch nicht vorbei ist, wäre es selbstmörderischer Schwachsinn den Griechen zu helfen. “Hilf dir selbst dann hilft dir Gott!”, das sollte sich die Regierung in Athen hinter die Ohren schreiben.
Mit der Pleite der Akropolis könnte auch die Euro-Zone endlich zusammenfallen.
Das wäre schön und nicht schlecht!!!