Prima: CSU will Griechenland raus aus dem Euro
Elsässer referierte zur Euro-Krise in vier Orten
Diese Veranstaltungen kamen zur rechten Zeit: Parallel zur Zuspitzung der Griechenland-Krise referierte ich im Verlauf der letzten zehn Tage in München, Erlangen, Stockach am Bodensee und Wiesbaden. Gekommen waren zwischen 50 und 80 Personen. Meine Hauptthesen: Das internationale Finanzkapital hat die griechische Schuldenbombe zur Jahrtausendwende mit Absicht im Euro-Raum plaziert. Goldman-Sachs, Soros und Paulson spekulieren jetzt auf den Untergang Griechenlands und des Euro. Die von EU und Bundesregierung versprochenen Hilfszahlungen helfen nur den Spekulanten und schleppen die griechischen Schulden auch noch in die halbwegs gesunden Volkswirtschaften der Euro-Zone ein, vor allem nach Deutschland. Der einzige sinnvolle Ausweg ist der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone, die Wiedereinführung der Drachme, die Abwertung der Drachme im Vergleich zum Euro zur Stimulierung einer Exportoffensive – und die Annullierung der Auslandsschulden nach dem Vorbild Argentiniens 2001/2002.Deutschland muss Bankster wie Goldman-Sachs vom inländischen Finanzmarkt ausschließen und ihre trojanischen Pferde wie die HypoRealEstate an der Nichtbedienung der griechischen Kredite krepieren lassen.
Mittlerweile gibt es erfreulicherweise erste Brüche im herrschenden Block. In Deutschland denkt die CSU in dieselbe Richtung wie ich. Merkel und Co. verteidigen das “Hilfspaket” für die Griechen. Aber (Auszug aus faz.net):
(Zitat Anfang) Für eine Umschuldung und ein eventuelles Ausscheiden aus dem Euro-Raum hatte zuvor CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich geworben. „Eine Umschuldung wäre eine Möglichkeit, über die man nachdenken sollte“, sagte er der F.A.S. Er sprach sich auch dafür aus, den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone nicht zum Tabu zu erklären.” (Zitat faz.net Ende)
Man muss freilich befürchten, dass die CSU – wie beim Lissabon-Vertrag – vor der Abstimmung im Bundestag über das “Hilfspaket” umfällt. Kein Pieps zum notwendigen Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro sagt übrigens die Linkspartei …
Meine Position werde ich für das Berliner Publikum ausführlich darlegen auf einer Bchpromotion meines COMPACT-Titels “Gegen Finanzdiktatur”, und zwar am 14. Mai im Russischen Haus, Friedrichstraße 176, Beginn 20 Uhr.









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April 24, 2010 at 21:44
Die EU ist gescheitert. Eine Zusammenarbeit sorveränder Staaten ist nurmehr nach einem Austritt aus der EU möglich
http://eu-austritt.blogspot.com
April 24, 2010 at 23:20
Bzgl. des Hinweises auf Argentinien:
Ich befürchte, dass über Griechenland (und danach über Spanien?) auch eine Bresche in das europäische Anti-Gentechnik-Bollwerk geschlagen werden soll. Argentinien wurde wirtschaftlich und politisch in die Enge getrieben und dann – am Boden liegend – von WTF und Konsorten dazu gezwungen, jegliche “Behinderung des Freihandels” einzustellen und die Tore für Monsanto und Co. weit zu öffnen. Das war der entscheidende Dammbruch für die beängstigend weite Verbreitung der Gentechnik auf dem südamerikanischen Kontinent.
April 25, 2010 at 10:14
Die Blödzeitung titelte gestern:
“Griechenland will unser Geld”. Um jegliche Missverständnisse zu vermeiden, die lag direkt neben der Supermarkt-Kasse, daher sprang es mir in die Augen.
April 25, 2010 at 11:34
Griechenland steht nicht sehr viel schlechter da als mancher US-Bundesstaat oder wie einige osteuropäische Länder.
Die Gründe, warum Griechenland wirklich abgestraft werden soll, sind nämlich ganz andere als die “Verschuldung”.
“….Und jetzt soll offensichtlich Griechenland unterdrückt werden! Hat sich eigentlich jemals jemand Gedanken darüber gemacht, ob Bulgarien und Rumänien wirtschaftlich wirklich besser dastehen als Griechenland? Oder könnten die Gründe für die Strangulierung Griechenlands (zuvor ausprobiert in Island) nicht ganz anderer Art sein? Welches Volk in Europa ist das mit Abstand am meisten antiimperialistisch ausgerichtete? Welcher Staat hat keine Soldaten in den Irak oder nach Afghanistan geschickt und sich auch sonst nicht am imperialistischen Gehabe, wie der Feindschaft gegen die Islamische Republik Iran beteiligt? Wer hat versucht die Zypernproblematik zu lösen und wurde durch geschickte diplomatische US-Manöver daran gehindert? In welchem EU-Land sind die USA am meisten verhasst?
Wer diese schmutzige Politik der Herrenmenschen auch nur ansatzweise versucht zu verstehen, bekommt einen Einblick in derart viel Unmenschlichkeit, dass es schwer ist, sich dabei nicht zu übergeben! Griechenland wird abgestraft; nicht weil sie sich verschuldet haben, sondern weil sie sich nicht unterworfen haben in dem Maß, in dem man es von ihnen verlangt hat! Und das soll gleichzeitig ein Signal an jeden anderen Europäer sein, der es wagt, sich zu widersetzen…”
http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1723.htm
April 25, 2010 at 11:49
Griechenland hatte meines Wissen 2005 ca. 200 Soldaten in Afghanistan stationiert. Ob die immer noch da sind, weiß ich nicht.
April 25, 2010 at 12:30
Prime Idee. Nur: Was ist los, wenn auch noch andere Länder der Region auf die Idee kommen sollten, eine Exportoffensive für IHRE Produkte zu starten? Ein verallgemeinerter Wirtschaftskrieg zwischen konkurrierenden Nationalstaaten – wirklich eine tolle Lösung.
Klar, dass die CSu einverstanden ist. Logisch! Aber ist es wirklich purer Zufall, wenn Applaus von rechts kommt – für rechte Lösungen? Den Beifall erntet man dort, wo man sät.
April 25, 2010 at 12:35
@Katharina:
http://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Streitkr%C3%A4fte
es sind nur etwa 160, aber trotzdem danke für die Info, stimmt. Habs weitergegeben.
April 25, 2010 at 13:01
respekt für steppenwolf! s. engdahl: saat der zerstörung
guter witz: griechenland wird sowieso in einen höheren export getrieben, um seine ständig wachsenden zinslasten tragen zu können! das zinssystem muss auf dauer beseitigt werden. da sonst ein wirtschaftskrieg droht!
fatima: griechenland wurde nach dem zweiten weltkrieg zuerst opfer der briten, dann der amerikaner, diese setzten napalm ein( s. daniele ganser: nato-geheimarmeen). generell auch hervorragend: arnold shermans buch über die zypernproblematik. so kann klar werden, warum griechenland sicher weniger us-begeisterte hat, als deutschland etc.!
April 25, 2010 at 16:51
Ich simme Helmut Schramm, mich an Zeilen Mao Tse Tungs in seiner Schrift “Über den Widerspruch” erinnernd, zu. Er führte in der Schrift, die in den 60ern entstand, aus, daß der damals noch EG genannte Verbund schon scheitern müsse, weil seine Beitrittsländer unterschiedliche wirtschaftliche und monetäre Bedingungen hatten, haben, ein einheitliches wirtschaften darob nicht gelingen könne. So ein Linksparteiler teilte mir als Entgegnung dazu mit, manche Ex-Maoisten seien längst neoliberale Grüne, was – aus meiner Sicht jedenfalls – jedoch eher an der Molluskenhaftigkeit im Wesen der VolksvertreterInnen liegt, und Maos Gedanken nicht ernsthaft herab würdigen kann. (Mollusken sind Wirbellose, wie man sie zum Fische Fangen auf den Angelhaken spießt.)
April 25, 2010 at 18:48
@Jimbo Jones
Maos Schrift über den Widerspruch entstand schon Ende der dreißiger Jahre, als er sich nach dem Langen Marsch in Jenan (Yanan) niedergelassen hatte. Dort verfolgte er seine Widersacher in der Partei, deren Führung er sich in Zunyi während des Langen Marsches mit Hilfe Zhu Enlais ansichgerissen hatte, gnadenlos.
Dies war der Grund der Schrift: Seine Kritiker als ‘Klassenfeinde’ zu ‘entlarven’, denn sie stünden in einem ‘antagonistischen Widerspruch’ zur Partei, also einem dem Klassengegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie ähnlichem Verhältnis.
Auf Kritikversammlungen ließ er seine Gegner abschwören und trieb sie teilweise gnadenlos in den Tod, auch und gerade solche, die zu Moskau und Stalin hielten, weil sie seinem Machtanspruch gefährlich wurden. Das waren Leute, die noch die alte Komintern, die Kommunistische Internationale, hochhielten, von der er, Mao, nichts mehr wissen wollte.
Der Kommunist Otto Braun, der am Langen Marsch teilgenommen hatte, beschreibt die Machenschaften dieses molluskenhaften Menschen in einem seiner Bücher, der schon sehr früh, und zwar in Jenan, engen Kontakt zu dem Amerikanern pflegte und ihre Delegationen dort hofierte.
Maos Gedanken manifestierten sich auch in de Großen Kulturrevolution (1966-76), als er veranlasste, einen großen Teil der alten chinesischen Kultur zu zerstören. Dahinter steckte ein Machtkampf in der Partei, den er mit Hilfe der Roten Garden gewinnen wollte. Sieben Millionen Chinesen fanden bei den von Mao initiierten Unruhen den Tod. Dabei hetzte er einen Teil der Bevölkerung auf den anderen.
Durch seine Politik des ‘Großen Sprunges’ Ende der fünfziger Jahre, Anfang der 60iger, waren Millionen Chinesen an einer künstlich herbeigeführten Hungersnot gestorben. Man schätzt etwa 30 Millionen. Bauern durften ihre Felder nicht mehr bestellen und wurden gezwungen, Mini-Hochöfen zu betreiben und auf Spatzen zu schießen, da sie angeblich das Korn wegfraßen.
Was die Haltung Maos zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, dem Vorläufer der EU) angeht, so war er durchaus kein Gegner, sonder im Gegenteil, ein Befürworter dieses Zusammenschlusses, den er Anfang der 70iger Jahre, nach dem Besuch Präsident Nixon und Henry Kissingers in Peking anerkannte.
Darauf wurde Mao zum Verbündeten der europäischen Rechten, da sich Mao Tse-tung zu einem erklärten Gegner der Sowjetunion gemausert hatte. Er ging sogar so weit, das vom CIA an die Macht geputschte Pinochet-Regime in Chile anzuerkennen und pflegte die besten Beziehungen zu Mobuto, dem kongolesischen Diktator, der ebenfalls ein CIA-Produkt war. Rechtslastige Politiker wie Franz-Josef Strauss pilgerten daraufhin nach Peking und machten Mao Tse-tung ihre Aufwartung und schlossen bei dieser Gelegenheit lukrative Rüstungsverträge mit ihm ab.
Molluskenhaft ist dieser Mao Tse-tung zu nennen, der nach dem Besuch Nixons und Kissingers in Peking der vietnamesischen Befreiungsbewegung seine Unterstützung entzog und alle US-amerikanischen Interessen und Stützpunkte in Süd-Ost-Asien anerkannte.
An Ihrer Stelle würde ich mich über molluskenhafte Tiere etwas genauer informieren. Wie wär’s mit einem Besuch in einem naturkundlichen Museen?
April 25, 2010 at 18:52
schnehen und jimbo: bitte keine abgedrehten mao-diskussionen hier führen!
April 25, 2010 at 19:16
da sind sie wieder in der spur herr elsässer!
aber was können wir noch tun? die machen die cdu platt (nein bin eigentlich kein freund der cdu aber im moment ist das verhasste schwarzgelb noch die beste lebensversicherung mann. so weit sind wir gesunken) und deswegen machen sie auch den papst platt. alles was christlich heißt muss diskreditiert werden damit rotgrün kommt. und mit rotgrün kommt, ach den rest habe ich im mixathread geschrieben.
und noch was! steppenwolf hat verdammt noch mal recht: “Das war der entscheidende Dammbruch für die beängstigend weite Verbreitung der Gentechnik auf dem südamerikanischen Kontinent.” das sehen sie anscheinend gar nicht herr elsässer? das wird die waffe schlechthin, die werden die nahrung kontrollieren wenns so weitergeht!
mann mann mann!
und fatimaoezoguz
griechenland wird nicht abgestraft sondern platt gemacht und ausgelutscht und das ist erst der anfang denn wir werden gleich mitausgelutscht. das ding ist viel größer angelegt als eine lächerliche bestrafungsaktion! das ist die übernahme einer ganzen reihe ehemals souverener staaten.
amen
April 25, 2010 at 19:17
nicht nur die CSU, erstaunlicherweise kommen derzeit viele solcher Stimmen, hier zwei Videos dazu: http://schwarzrotgold.wordpress.com/2010/04/24/klare-worte/
April 26, 2010 at 02:11
http://www.vergessene-buecher.de
http://www.jungewelt.de/2010/04-24/013.php
24.04.2010 / Thema / Seite 10Inhalt
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Geheimnisverrat ist Bürgerpflicht
Hintergrund. Bankenrettung, Börsenfahrplan der Bahn, Privatisierung, Public Private Partnership, Cross Border Leasing: Die Verträge sind geheim. Das zerstört die Demokratie und kommt die Bürger teuer zu stehen
Von Werner Rügemer
http://www.jungewelt.de/2010/04-26/034.php
26.04.2010 / Inland / Seite 5Inhalt
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Wolf weist den Weg
Berlins Wirtschaftssenator verkündet »Rekommunalisierung« als zentrales Ziel der Linken. Beim Wasser setzt die Partei auf Nachverhandlungen mit Konzernen
Von Christian Linde
April 26, 2010 at 03:13
Und wie der Steppenwolf da recht hat!
Wie auch schwarzrotgold, siehe auch hier:
http://ef-magazin.de/2010/04/24/2037-stimmen-einer-anderen-fdp-bundesregierung-und-eu-eliten-die-leviten-gelesen
thanks@all
April 26, 2010 at 10:32
Die armen Griechen, Albanien hat schon denn Grenzvertrag aufgekündigt.
Was wohl die Gründe sind? Aber anstatt den Griechen beizustehen, wird aus Griechenland ein neuer Gegner geformt.
“Der ewige Grieche, faul, korrupt und primitiv.”
Bei diesen Formulierungen kann man gewisse Analogien zu Wortfeldern in frühreren deutschen Regimen erkennen.
Aber heute Griechenland, und morgen- eventuell der ewige Muslim…?
April 26, 2010 at 13:47
Naja, da kann man sich nicht wündern, dass man sich so über Griechenlad ärgert. Wenn sie das Niveau der anderen Ländern nach unten ziehen und die negativen Effekte in die EU mitbringen, dann ist die Sache eine ganz ernst zu nehmende das Land aus der EWU rauszuwerfen.
April 26, 2010 at 14:32
@Steppenwolf
Erst jetzt gemerkt… Da hatte ich ja unabsichtlich ein hübsches Akronym kreiert: hatte IWF und WTO im Kopf, zusammen ergab das WTF, wobei auch gleich eine angemessene Bewertung eingebaut ist
))