Mixa und Frau Lafontaine

Nicht alle Linken machen bei der Katholikenhatz mit

Nicht nur auf diesem blog gibt es vernünftige Leute. Zum Beispiel macht auch Christa Müller bei der Katholikenhatz nicht mit, die Ehefrau von Oskar Lafontaine. Sie ist familienpolitische Sprecherin der LINKEN im Saarland und in vielerlei Hinsicht eine positive Ausnahmeerscheinung. Über einen gemeinsamen Auftritt von Christa Müller und Bischof Mixa berichtete DIE WELT am 2. Dezember 2007 (Auszüge):

(Zitat DIE WELT Anfang) Eigentlich liegen Welten zwischen Bischof Walter Mixa und der familienpolitischen Sprecherin der Linkspartei und Lafontaine-Gattin Christa Müller. Doch als Star-Gäste einer Konferenz der Paneuropa-Union Bayern über Familienpolitik schoben sie sich gegenseitig wunderbar die Bälle zu.  

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for (var i = 0; i (…) Das lag vor allem an einer fast schon unheimlichen Begegnung der beiden, wenn man das mal so nennen darf, Star-Gäste der Veranstaltung, die sonst keine politische Vorhersehung jemals auf einer gemeinsamen Bühne gesehen hätte: der Augsburger Bischof Walter Mixa und Christa Müller, Familienpolitikerin der „Linke“ und Ehefrau des Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine.
(…) Sie schoben sich, vor allem in der freien Diskussion, gegenseitig die Bälle zu, dass das stark christlich orientierte Paneuropa-Publikum nur so seine Freude hatte (die Parteigenossen von Frau Müller hatten ihr Befremden über die Begegnung schon im Vorfeld lautstark kund getan): „Es scheint momentan eine Rück-Bewegung zu Familie und Treue zu geben“ (Müller), „Frau Müller hat es ganz richtig angesprochen: Es gibt auch eine neue, eigenwillige Koalition aus Feminismus und Ökonomismus. Hauptsache, die Möpse florieren: Money, Money Money“ (Mixa).
„Das Problem heute ist, dass man ja nur noch das sagen darf, was politisch korrekt ist, wie man auch bei Eva Herman gesehen hat“ (Müller), „Ich habe den Eindruck, dass meine bischöflichen Mitbrüder im Grunde genauso denken wie ich, aber weil es nicht politisch korrekt ist, sagen sie dann nichts“ (Mixa). Aber selbst ihre Manuskripte hatten verblüffende Berührungspunkte: Dass der „massive Ausbau der Fremdbetreuungseinrichtungen für Kleinstkinder“ auch auf den Druck der Industrie hin zustande komme, um „junge Frauen als Arbeitskräfte-Reserve zu rekrutieren“, hieß es bei Mixa. „Mit einem Überangebot an Krippenplätzen“ sollen „Hunderttausende von Müttern kleiner Kinder dem Arbeitsmarkt zugeführt werden“ bei Müller. Der Theologe im Ornat und die blonde Linke im eleganten Kostüm Seite an Seite – gibt es einen besseren Beleg, dass die Neuausrichtung der Kinder- und Familienpolitik die Republik aufwühlt wie kaum ein anderes Thema?
 (…) Anfang dieses Jahres hatte Mixa den Stein ins Rollen gebracht, als er die Politik von Familienministerin Ursula von der Leyen scharf angriff: „Wer durch einseitige staatliche Anreize junge Mütter dazu verleitet, ihre kleinen Kinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Obhut zu geben, der degradiert die Frau zu einer Gebärmaschine.“ Als dann die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth bei einem Landesparteitag den Kirchenmann einen „durchgeknallten, spalterischen Oberfundi“ nannte, brachen alle Dämme. Mixas Sprecher Dirk Voß (der auch Vorsitzender der bayerischen Paneuropa-Union ist), sah in Roths Äußerungen Parallelen zur Propagandahetze der Nazis gegen die katholische Kirche, weshalb die Partei der Grünen „für Christen nicht wählbar“ sei. Roth verglich etwas später Mixa mit dem kambodschanischen Diktator Pol Pot, weil er in Bezug auf Kinderkrippen von „Umerziehungslagern“ gesprochen habe – der Bischof wehrte sich, er habe nur den Begriff „staatliche Umerziehungsprogramme“ verwendet.

 (…) Dann wiederholte Mixa seine Kernaussage aus einem WELT-ONLINE -Interview: „Dass wir für bestimmte Notsituationen Krippenplätze brauchen, ist gar keine Frage. Aber die Politik darf nicht die Ausnahmeregel zum Normalfall machen.“ Nun präzisierte er weiter: „Die Pläne der Familienministerin sind einseitig auf die aktive Förderung der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinstkindern fixiert und sowohl für die Kinder wie für die Familien in hohem Maße schädlich.“

Und: „Es ist geradezu skandalös und verfassungsrechtlich bedenklich, wenn von staatlicher Seite offen oder unterschwellig der elterlichen Erziehung die notwendige Qualität abgesprochen wird und an deren Stelle eine professionelle pädagogische Früherziehung von Kindern propagiert wird.“ Nach Jahrzehnten familienpolitischer Abstinenz und feministischer Experimente brauche Deutschland endlich Investitionen, die den Familien selbst zugute kommen. Ein Betreuungsgeld in Höhe der Kosten für einen Krippenplatz könne hier ein richtiger Weg sein.

 (…) Das Betreuungsgeld heißt bei Christa Müller „sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt“ und soll nach Vorstellung der Linken im Saarland bis zum dritten Lebensjahr 1600 Euro, danach 500 Euro betragen. Frau Müller hat gerade ein Buch veröffentlicht („Dein Kind will dich“), das brisanterweise im Augsburger Bistumsverlag St. Ulrich erscheint und ein Plädoyer für die häusliche Betreuung von Kindern ist. Nun mühte sie sich, die „Ausbeutung der Familien“ anzuprangern, was beim Augsburger Publikum gemischt ankam – Kopfschütteln über ihre Steuerfinanzierungsmodelle, Begeisterung über frei schwebende Sätze wie: „Bei den heutigen Strukturen kann man jungen Frauen doch nur raten, nicht zu heiraten und keine Kinder zu bekommen.“ (Zitat DIE WELT Ende)


  1. caro1610

    - neugeborene Kiner gehören nicht in fremde Obhut sondern mindest die ersten 3 Jahre fest in die Hand der Mutter !

    - vielleicht ist hierin auch der Grund zu finden , warum viele (fast alle ) Jugentliche später mit sich große u,.a. psysiche Probleme haben

  2. Maude Flanders

    Sieht die vita von Frau Christa Müller wirklich der einer ‘Linken’ ähnlich? Der sie betreffende eintrag in der wikipedia wurde erst kürzlich überarbeitet, doch liest sich, was noch drin steht,
    http://de.wikipedia.org/wiki/Christa_M%C3%BCller#Privat-_und_Berufsleben
    nicht eher wie “Wes’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing? Ist nicht die positive Wahrnehmung von Oskar Lafontaine im klassischen Bürgertum gerade seiner ehe mit Frau Müller und damit verbundenen Ansichten wie ‘Frauen an den Herd und zurück in die Küche’ geschuldet? Klar lässt sich mit einer Wertediskussion mit Verweis auf Kindererziehung das Problem der grassierenden Erwerbslosigkeit in Europa abfedern, doch auf Kosten der Karriere einer Frau. Kommt nicht der Staat der Wirtschaft entgegen, wenn der Arbeitsmarkt so bereinigt wird?
    Wenn Katholiken den schnöden Mammon, oder, daß andere sich zu sehr an ihm orientierten, geißeln, klingt das etwas abwegig, befremdend.
    Haben nicht beide Eheleute ein Buch mit dem Titel: “Keine Angst vor der Globalisierung. Wohlstand und Arbeit für alle.” geschrieben?
    Wenigstens der Titel erinnert mich an Toni Negri und M. Heart, deren Empire.

  3. armin

    Herzlichen Dank für diese Informationen.
    Welche Ausmasse diese staatliche Umerziehungsprogramme mit sich bringen zeigen die Vorfälle im Raum Salzkotten in NRW, wo Mütter in Erzwingungshaft genommen werden, um die Teilnahme ihrer Kinder am Sexualkundeunterricht durch zu setzten:
    http://info.kopp-verlag.de/news/skandal-in-nrw-muetter-in-erzwingungshaft-ii.html
    Obwohl ic h mit der katholischen Kirche nichts am Hut habe, hoffe ich aber dass sie Bischof Mixa den Rücken stärkt und seine Linie weiter verfolgt.

  4. „Mit einem Überangebot an Krippenplätzen sollen Hunderttausende von Müttern kleiner Kinder dem Arbeitsmarkt zugeführt werden“

    Nach dieser Logik müsste die Welt so beschaffen sein: Bisher waren junge Mütter anscheinend nicht gezwungen, arbeiten zu gehen. Finanzielle Gründe bestanden anscheinend nicht. Nun werden aber Krippenplätze eingerichtet, wodurch sich junge Mütter spontan entschließen, ihre Bälger lieber dahin zu geben und in der frei werdenden Zeit arbeiten zu gehen. Finanzielle Gründe gibt es zwar nach wie vor nicht, aber die Mütter gehen trotzdem lieber arbeiten, weil das mehr Spaß macht, als Kinderwagen durch den Sonnenschein zu schieben. Oder möglicherweise entstehen auch gleichzeitig mit dem einsetzenden Überangebot der Krippenplätze finanzielle Probleme für die Mütter …

    Eine tolle Verdrehung! In der Praxis ist es eher so, dass viele junge Frauen leider gezwungen sind auch arbeiten gehen zu müssen. Manche wollen das auch, um selbständig zu sein – schließlich ist es ein gesellschaftlicher Fortschritt, wenn Frauen nicht mehr finanziell von Männern abhängig sind. Jedenfalls besteht primär der Zwang oder Wunsch bei den Frauen, arbeiten zu gehen. Wenn die Kinderbetreuung in der Zeit nicht möglich ist, haben sie ein echtes Problem. Krippenplätze helfen ihnen in dem Fall (war bei uns selbst der Fall – wir gehen und gingen beide arbeiten).

    Lohndumping u.ä. liegt doch nicht nur daran, dass mehr Frauen arbeiten gehen! Eine Verringerung der Löhne hätte trotzdem eingesetzt, mit oder ohne Frauenarbeit.

  5. schnehen

    “Vernünftige Leute machen die Katholikenhatz nicht mit” (Jürgen Elsässer).

    Vernünftige Leute stellen sich also vor einen Augsburger Bischof namens Mixa, der wenn auch widerwillig, schließlich doch zugegeben hat, Jugendliche geohrfeigt zu haben. Das ist, was er zugab. War da vielleicht noch mehr? Davon kann man, meine ich, mit Sicherheit ausgehen und es wird kein Einzelfall gewesen sein.

    Dann bezeichnet dieser Mann, der es mit der Würde von Kindern und Jugendlichen also nicht besonders ernst meint (sonst hätte er nicht geschlagen), Kinderkrippen als Umerziehungsstätten bzw. Umerziehungslager.

    Hier kommt der alte Antikommunismus wieder zum Vorschein, dem die staatliche Erziehung im Sozialismus wie überhaupt jede Art von Sozialismus seit je ein Dorn im Auge war und ist, was man von der Amtskirche Vatikan im Allgemeinen auch sagen kann und was dieser Vatikan immer wieder bewiesen hat unter den verschiedensten politischen Konstellationen. Immer wieder war diese Amtskirche eine Reserve der äußersten Reaktion, ob in Sachen Abtreibung, Homosexuellenrechte, Sexualerziehung, Unterstützung der politisch rechtesten Kräfte bis hin zum Faschismus usw.

    Dies hier im Einzelnen auszuführen, würde zu weit führen.

    Und diesen Herrn sollen wir jetzt von jeder Kritik ‘vernünftigerweise’ verschonen, weil ja alles nur eine ‘Hatz’ ist, die von Kräften des Finanzkapitals letzten Endes ausgeht und wir ‘vernünftige Linke’ sind, die so etwas nicht tun.

    Wenn ich also gesellschaftliche Missstände bezogen auf einen Teil dieser Gesellschaft, nämlich die katholische Kirche, anprangere, die vielen Pädophilie-Fälle katholischer Priester, also Straftatbestände, die mangelnde Transparenz innerhalb jener Kirche, die Straffreiheit für autoritäre sogenannte ‘Erziehungs’methoden, die kirchlichen Hierarchien, ihre Frauenfeindlichkeit, ihre Sexualfeindlichkeit, ihre Homosexuellenfeindlichkeit sowie die stockkonservative Geisteshaltung der führenden Kräfte innerhalb der katholischen Kirche, dann bin ich neuerdings ‘unvernünftig’ und beteilige mich an einer ‘Katholikenhatz’. Dann bin ich also eine Art Menschenjäger. Das heißt: Ich soll gefälligst meinen Mund halten, das zudecken und mehr noch: einen ewig gestrigen Bischof wie Mixa nach dem Vorbild der Frau Oscar Lafontaines auch noch verteidigen und nett mit ihm talken, weil ihn zu kritisieren ja ‘mainstream’ und ‘political correct’ ist und diese Getalke gutfinden.

    Womit ein wichtiger Teil der Gesellschaftskritik, der Kritik am alltäglichen Kapitalismus – und die katholische Kirche ist nur ein Spiegelbild dieser hierarchischen Gesellschaft und ihres Überbaus, ausgeblendet werden würde.

    Political correctness von der anderen Seite? So eine Art ‘Anti-political correctness’ zur Unterdrückung von Gesellschaftskritik. Hauptsache ‘anti-political correct’!

  6. Anonymous

    Die Kirche betet den Teufel an, Mixa ist kein Opfer, fertig.

  7. Lutz Dorawa

    Mit diesem Artikel/Beitrag kann ich etwas anfangen. Keiner bestreitet..und auch ich nicht, das gewisse Aussagen und Meinungen über spezielle Themenbereiche, ob sie von einem katholischen Bischof oder einem konservativen Politiker herrühren, die meinem Credo und Ideal nicht entsprechen, immer und grundsätzlich falsch sein müssen. Ich habe auch nie verstanden, warum der Bischof Mixa mit seiner Vorstellung von einer vernünftigen Familienpolitik so gerügt und mit Häme und Schmutz beworfen wurde, was den Eindruck nährt, das wir es mit einer staatlichen Medien-Inquisition zu tun haben, die nach Bedarf ganze Existenzen demontieren kann/können/wird-wenn der Staat auf sein familienfeindliches Umerziehungsprogramm hingewiesen wird und dafür öffentlich an den Pranger gestellt wird.

    Jürgen, wir haben es immer mit Standpunkten zu tun und Mixas Standpunkt und Aussage zu einer vernünftigen Familienpolitik ist für mich ein absolut vertretbarer Standpunkt, wo “watschn” und “Schläge” aber nicht vorkommen dürfen. Das ist nur meine Meinung.

    Ein oder mehrere vernünftige Standpunkte sollten uns/andere aber nicht übermütig dahin treiben lassen, einer Institution wie die katholische Kirche die volle Absolution in jeder kritischen Situation auszuhändigen/überlassen/auszusprechen, nur weil sie in wenigen Punkten unserer Meinung entspricht und von nur einem bekannten Individuum mit dem Namen Mixa erzeugt wurden ist. Wo ein wenig Licht erscheinen kann, gibt es auch immer Schatten. Ausgerechnet in in dieser Institution besitzt dieser lange Schatten eine finstere Tradition. Auch wenn ich Dir damit persönlich im Vorbeitrag heftig auf die Füße getreten bin, so habe ich es unter diesen Umständen gerne getan.

    [Das Verhältnis des Katholizismus zur Eugenik im dritten Reich]

    Also, grüße mir den Mixa..zu seinem vernünftigen Standpunkt..-und nur zu diesen- einer kinderfreundlichen kindgerechten Familienbindung.

  8. @Lutz Dorawa: Natürlich haben wir es mit einer Art “staatlichen Medieninquisition” zu tun, das steht für mich außer Frage. Wie gesagt, bin ich kein kritikloser Mixa-Verehrer, aber im Punkt Familienpolitik muss ich ihm und auch Frau Müller Recht geben.
    @schnehen :
    Ich würde Herrn Dorawa und auch Ihnen aber auch Recht geben, das es falsch ist, nun ALLES an der katholischen Kirche kritiklos zu verteidigen, aber ich denke, darum geht es Herrn Elsässer auch nicht, wie im anderen Beitrag auch. Wenn ich ihn recht verstanden habe, besteht sein Anliegen nicht darin, der katholischen Kirche eine Art “Absolution” zu erteilen, sondern herauszustellen, warum gerade sie so am Pranger steht, obwohl es Missbrauch doch überall gibt, leider auch , wie jemand kritisch anmerkte, in den Familien oder Sportvereinen. Sollen deswegen die Familie oder Sportvereine an sich abgeschafft werden? Die Regierung Merkel steht für mich für Bestrebungen, Religion und traditionell – konservative Werte zugunsten des zügellosen Mammons gänzlich abzuschaffen. Wenn ich Sie falsch verstandne haben sollte, Herr Elsässer, bitte ich um Korrektur.
    Ich habe heute ein Buch zur Rezension bekommen , mit dem Titel “Nur- essay zum Beruf”. Die Autorin Stefanie Selhorst ist (noch) nicht so bekannt wie Eva Herrmann, vertritt aber im Prinzip die gleichen Grundsätze, nur mehr religiös begründet, scheint mir wenigstens, hab noch nicht so viel lesen können. Ganz am Anfang steht ein kleiner Auszug aus einer Predigt von Kardinal Meißner, der ja ebenfalls als “Hardliner” verschrieen ist:

    “Dann folgt der Höhepunkt von allem: Ein Kind liegt vor ihnen, die so viel unternommen haben, um ihre Erfüllung den Sinn und das Ziel ihres Weges zu finden. – “Nur ein Kind”, möchte man fast sagen. Und dieses Nur ist es oft, das uns an unserem Heil vorübergehen lässt.”

    Ich habe das Gefühl, dass es eine Menge solcher Frauen gibt, die es bisher nur nicht wagten, sich zu Wort zu melden, da sie dann ja schnell als unterdrücktes “Heimchen am Herd” gelten.

    @Frank: Als billige Arbeitskräfte gefragt waren, wurde den den Frauen erst eingeredet, dass es “unemanzipiert” oder im heutigen Jargon “uncool” ist, als Mutter nicht berufstätig zu sein. Im Zuge des Lohndumpings sind leider viele Mütter zur Berufstätigkeit gezwungen, weil ein Verdiener nicht mehr ausreicht, noch schlimmer ist die Situation der Alleinerziehenden, was wiederum der Instabilität der Familien geschuldet ist. Es hängt also alles miteinander zusammen, eine sehr komplexe Angelegenheit. Wenn wieder vernünftige Löhne gezahlt werden würden, so dass eine Familie davon leben kann, würden auch wieder mehr Mütter lieber ganz für ihre Familie da sein, da bin ich sicher. Aber ist das überhaupt politisch gewollt?

  9. Wir müssen endlich zu einer vernünftigen Familienpolitik zurückkehren in Deutschland, der Feminismus löscht uns noch das ganze Volk aus! Eva Herman muss in die Politik!

    http://ariald.wordpress.com/2010/04/20/eva-herman-muss-bundesfamilienministerin-werden/

  10. @ fatimaoezoguz: Kann sein, dass wir hier verschiedene Ausgangspositionen und verschiedene Erfahrungen haben. Ich bin in der DDR groß geworden. In der DDR brauchte man (wegen hinterwäldlerischer Produktionsmethoden) viele Arbeitskräfte. Dort kam der Regierung der Emanzipationsgedanke gerade recht, weil es ja auch die Überlegung enthielt, dass Frauen auch arbeiten gehen sollten, um nicht mehr von ihren Männern abhängig zu sein. Das wurde zwar in der DDR bereitwillig ausgenutzt, ist aber trotzdem eine richtige Überlegung. Wie es im „Westen“ war, habe ich nicht selbst erlebt, aber den dortigen Frauen wurde ganz bestimmt nicht von Regierung und Industrie eingeredet, doch bitte auch arbeiten zu gehen. Das ging zunächst eher ebenfalls auf die Emanzipationsbewegung zurück, also auf die Frauen selbst. Dass durch Lohndumping Männer weniger Verdienst haben, hat nicht die Ursache in der Frauenarbeit, sondern zusätzliche Frauenarbeit ist insofern nur die Folge davon.
    Natürlich ist das alles sehr komplex, das ist richtig. Übrigens werden nie wieder „vernünftige“ Löhne gezahlt werden, weil es keinen Grund mehr dafür gibt. Und das hat ebenfalls etwas mit dem Ende des Ostblocks zu tun. Vorher gab es die Konkurrenz im Osten, die gesellschaftlich besser sein wollte. Also zeigte man im Westen, dass man selbst besser war: Hohe Löhne? Kein Problem. Viel Urlaub? Ebenfalls nicht. Kindergärten wie im Osten? Bei uns verdient ein Mann so viel, dass die Frau zu Hause bleiben kann. Arbeitslosigkeit? Wir haben soziale Marktwirtschaft.
    Aber ab 89 gab es diese Konkurrenz im Osten nicht mehr und man hatte keinen Grund mehr, noch irgendwie sozial zu tun. Aus welchem Grund sollte man heute noch einer breiten Bevölkerungsschicht hohe Löhne zahlen? Einigen wenigen ja, damit Neid entsteht. Aber vielen? Warum? Ist doch Kapitalismus! War immer bekannt! Wann hat man das Wort „Soziale Marktwirtschaft“ das letzte Mal gehört? Das ist vorbei.

  11. I. M.

    @Frank Sehr richtig. Nach dem – für sie positiven- Ende der Systemkonkurrenz konnten die Finanzgewaltigen und Superreichen die Maske fallen lassen, und durch den Neoliberalismus, welcher sowohl ökonomisches Instrument als auch Rechtfertigungsideologie ist, massivsten Sozialabbau vornehmen. Dieser Prozess hält bis heute an.

    Damit im direkten Zusammenhag steht der Versuch, alle tradierten Bindungen aufzulösen, um so das völlig atomisierte, zur Solidarität unfähige Individuum zu kreieren, das sich ideal ausbeuten lässt. Lohnsklave 02, sozusagen!

  12. Ob die Frau Herrmann auch politisch qualifiziert ist, sei dahingestellt, aber auf jeden Fall kann es mit dieser katastophalen Politik (nicht NUR für Familien) nicht weitergehen.
    @ Frank: Natürlich gibt es einen vernünftigen Grund dafür, wenn die Politiker nicht so kurzsichtig und eigennützig denken würden. Denn so wird die Zahl der “Bio”- Deutschen immer mehr abnehmen, und das kann letztendlich auch nicht im Interesse des Kapitalismus sein, da es dann auch weniger Konsumenten gibt, erst recht weniger zahlungskräftige. Auch wenn ich mit Ariald sehr selten einer Meinung bin, aber ich halte ebenfalls den Feminismus , wie er sich heute zeigt, für geradezu selbstmörderisch für ein Volk.
    Wenn weiter nur Hungerlöhne gezahlt werden, vor allem im Pflege- und Dienstleistungsbereich, dann sehe ich für Deutschland schwarz.

  13. Maude Flanders

    Im Buch Frauenarbeit von Barbara Sichtermann, (‘freies’) Berlin 87 habe ich zum Thema eine interessante Passage gefunden: “Die Einsicht in die Grenzen der traditionellen Gleichberechtigungslosung, die Hoffnung mit dem Debut der Frauen auf der politischen (und auch sonst: öffentlichen) Bühne werde sich alles zum Besseren wenden, reibt sich an der fortbestehenden Nötigung, gegen die alltäglichen Benachteiligungen von Frauen Widerstand zu leisten und die Utopie mit einem Schuß Skepsis zu relativieren. Diese Reibung erzeugt zur Zeit keine Funken mehr, jedenfalls weder Wärme noch Helligkeit, eher eine polemisch-destruktive Hitze, in der die Diskussion erstickt. ISBN 3803121442
    Es scheint, 23 Jahre später ist man noch nicht weiter gekommen. Es schafft auch Platz für die Dialektik: vor 23 Jahren schien die kapitalistische Gesellschaftsordnung selbst vielen nicht als Problem, ihre immanenten Konflikte schwelten zum Teil, wurden zum Teil aus dem größeren Rahmen heraus gelöst, und einzeln wahrgenommen. Der Hauptwiderspruch bestand weiterhin, und tritt jetzt wieder verstärkt zu Tage, beansprucht wieder die Hauptrolle, gerade, weil der Kalte Krieg lange vorbei ist.

  14. ribi

    fatima: die eva herrmann beschreibt in einer ihren neuen ausführungen, wie schwach doch polizistinnen seien( trotz nahkampfausbildung). sie erwähnt aber nicht, dass auch der normale deutsche polzist eben kein knochenbrecher sein soll! eine kripobeamtin ermittelt, sie wirft eben nicht rund-um- die uhr männer durch die luft! frauen als geburtsmaschinen zu verstehen mag in den islamischen und nationalen kreisen dieses landes zur stärkung der eigenen politik notwendig sein, ob die gesellschaft dadurch gewinnt- mehr als fraglich! zur sozialen sicherung: es kommt darauf an, möglich vile reguläre und gut-bezhalte jobs aufzubauen. dann sind auch demographische probleme kein wirkliches thema! im niger hat man geburten ohne ende- vorbild? wohl kaum!

  15. chicano

    “zur sozialen sicherung: es kommt darauf an, möglich vile reguläre und gut-bezhalte jobs aufzubauen. dann sind auch demographische probleme kein wirkliches thema! im niger hat man geburten ohne ende- vorbild? wohl kaum!”

    richtig ribi! heute braucht doch jeder mann, jede frau und am besten wohl bald jedes kind einer familie einen billigjob damit die familie überleben kann. früher konnte ein mann das noch alleine schultern. demographische probleme ist doch ein noch größerer witz als die klimaerwärmung!

  16. @ fatimaoezoguz wrote @ April 25, 2010 at 08:29
    1. Dass die Zahl der zahlungskräftigen Konsumenten durch diese Niedrig-Lohn-Politik sinkt, ist tatsächlich kurzsichtig und dem Kapitalismus selbst nicht förderlich. Denn da sich die geringeren möglichen Ausgaben von immer mehr Menschen verstärkt auf das Nötigste beschränken, gefährdet das ganze Wirtschaftszweige. Mir fällt da als erstes der Tourismus ein.

    Aber wenn man etwas gegen Kapitalismus hat, könnte man diesen selbstzerstörerischen Prozess doch befriedigt zur Kenntnis nehmen? Insofern ist es seltsam, wenn ausgerechnet Kapitalismus-Kritiker ihn durch ausgleichende Maßnahmen weiterhin künstlich am Leben halten wollen. Ja, ich weiß: „… befriedigt zur Kenntnis nehmen…“, wenn man selbst zu denjenigen gehört, die es dann hart trifft, klingt schon reichlich masochistisch.

    2. „Feminismus , wie er sich heute zeigt“ – wie zeigt er sich denn? Unter den Frauen, die ich persönlich kenne, ist nur eine Feministin. Praktisch allen anderen dieser Frauen gehen Feministinnen selbst auf die Nerven. Bei der einen mir bekannten verdrehten meist Frauen die Augen, während wir Männer zwar dasselbe dachten, aber lieber die Klappe hielten (rein aus ökonomischen Gründen, um zeitraubende geistlose Diskussionen zu vermeiden). Aber Feminismus ist doch mittlerweile zu einer Randerscheinung geworden*, bei der ich nicht entdecken kann, wieso sie „selbstmörderisch für ein Volk“ sein könnte. Es ist ja ein großer Unterschied zwischen „Gleichberechtigung“ und „Feminismus“. Gleichberechtigung ist wichtig, Feminismus scheint sich eher auf diesen gender-mainstreaming-Kram verlagert zu haben und äußert sich vornehmlich in lustigen Videos, wenn mal wieder ein Pixie-Buch nicht gegendert ist …

    (* Ich meine damit: Außerhalb irgendwelcher Internetforen, sondern in der Realität)

  17. Malaparte 2.0

    Das Buch von Frau Lafontaine, ist eines der schönsten Bücher der letzten Jahre.

    “Dein Kind gehört Dir”- eine lesenswerte Lektüre.

    Natürlich sehr angefeindet von der “Rabenmüüter-Fraktion” um Koch-Mehrin und Konsorten.

    Klar, ein schlechtes Gewissen, will man nicht.

    Es geht nur um den Profit, der Tanz um das goldene Kalb gepaart mit sexueller Libertinage

    Wer braucht da Kinder? Die brauchen Aufmerksamkeit und Liebe.

    Aber die Herzen sind nun mal kalt, in dieser völlig selbstveräußersten Welt.

    Im Äon des nichtssagenden Augenblicks ist die Penetration Maß aller Dinge und eventuell noch eine volle Brieftasche erstrebenswert.

    Liebe, Wärme und Glück- was ist das? Kann man sich was davon kaufen? Nein!

    Also hinweg damit.

  18. Lutz Dorawa

    fatimaoezoguz wrote @ April 24, 2010 at 18:27

    Ich gebe ihnen recht, es gibt vielerorts Mißbrauch und der ist nicht nur einzig allein auf die Kirche zurückzuführen, obwohl das Zöllibat wider der menschlichen Natur ausgelegt ist und den Mißbrauch dadurch begünstigt. Verteidigen würde ich die Kirche als letzte Bastion des Abendlandes nicht, dies ist aber geschehen und nicht wegzudiskutieren. Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen und nicht die Religion, die ständig versucht, den Glauben dieser zu repräsentieren/manipulieren, obwohl Beide (Glaube+Religion) unabhängig voneinander agieren. Man sollte also herausfinden, woher der Wind wehen könnte, möglichst wertneutral, das hätte ich mir nach/vor dem Vorartikel von J.E wirklich erwünscht. Aber Mut besitzt er.

  19. ribi

    chicano: lustig ist, wenn man erklärt, dass einwanderung aus der arabischen welt oder schwarzarfrika diese probleme lösen sollen! duch einwanderung verstärken sich die probleme noch! wichtiger und zielgenauer im hinblick auf die ärmeren weltgegenden wäre eine gerechtere weltordnung, leben lassen, bekämpfung der gier, herangehen an die zins-und-zinseszinsproblematik- aber damit würde ja die reichen getroffen, also sind dies nur träume!

  20. “lustig ist, wenn man erklärt, dass einwanderung aus der arabischen welt oder schwarzarfrika diese probleme lösen sollen”

    Wer ist “man”, der das “erklärt”? Allem anderen stimme ich zu, wenn die Menschen in ihren Heimatländern eine bessere zukunft haben, müssen sie auch nicht auswandern.

  21. chicano

    “chicano: lustig ist, wenn man erklärt, dass einwanderung aus der arabischen welt oder schwarzarfrika diese probleme lösen sollen! ”

    über den witz kann ich nicht lachen aber ich weiß wies gemeint ist!

    “duch einwanderung verstärken sich die probleme noch! wichtiger und zielgenauer im hinblick auf die ärmeren weltgegenden wäre eine gerechtere weltordnung, leben lassen,”

    uns gehts doch schon genauso hier!

    “bekämpfung der gier, herangehen an die zins-und-zinseszinsproblematik- aber damit würde ja die reichen getroffen, also sind dies nur träume!”

    du sagst es mann! aber es gibt keinen anderen weg oder wir gehen unter! schotten dicht hier sag ich und erstmal klar schiff auf dem eigenen kahn. wenn wir das hinkriegen können andere folgen. aber das wird man wohl nicht zulassen eher kriegen wie ein drittes mal die mütze voll und dann wohl endgültig. trotzdem müsste man es versuchen aber mit wem? keine partei weit und breit und kein staatsmann in sicht. nur linkes und rechtes gesocks! gott helfe uns kann man da nur noch sagen im moment!

  22. ribi

    fatima: die eu-oberen haben bereits eigene büro in afrikanischen ländern aufgemacht, um einwanderer anzulocken- argument: wir sterben ja aus, rentenproblematik etc. ich sage, internat. solidaritä fängt im heimatland der armen an! die zinsproblematik ist neben gentechnik, korruption im heimatland eine der dringesten probleme. wieso der anti-semitismusvorwurf bei solchen forderungen kommt, ist mir nicht vermittelbar!
    chicano: ich stimme dir zu, einwanderung deutlich zu beschränken, ist übrigens schon geschehen, fehlende integration bedeutet nicht unbedingt masseneinwanderung als auslöser! wer aber nicht bereit ist, an einer besseren welt mitzuarbeiten, darf sich nicht beschweren, wenn die menschen kommen. bestimmte flüchtlinge sind auch in europa eine bereischerung! ganz das herz verschließen bringt nicht weiter!

  23. “die eu-oberen haben bereits eigene büro in afrikanischen ländern aufgemacht, um einwanderer anzulocken- argument: wir sterben ja aus, rentenproblematik etc.”

    Tatsächlich? Kann ich mir kaum vorstellen, da die Einwanderungspolitik sehr restriktiv ist. So ein Quatsch…woher sollen diese Ärmsten der Armen Rente zahlen? Wohl eher als Lohndrücker, oder?

  24. chicano

    “chicano: ich stimme dir zu, einwanderung deutlich zu beschränken, ist übrigens schon geschehen, fehlende integration bedeutet nicht unbedingt masseneinwanderung als auslöser! wer aber nicht bereit ist, an einer besseren welt mitzuarbeiten, darf sich nicht beschweren, wenn die menschen kommen. bestimmte flüchtlinge sind auch in europa eine bereischerung! ganz das herz verschließen bringt nicht weiter!”

    ja aber wo soll die bessere welt denn sein.? bald ist sie hier jedenfalls nicht mehr. und flüchtlinge die vor verfolgung und mord fliehen würde ich immer aufnehmen. aber keine pseudoflüchtlinge die sich hier nen lenz machen wollen und gleichzeitig auf unser land scheisxxx. das zauberwort ist benehmen und dankbarkeit ohne dabei den servilen mimen zu müssen.

  25. ribi

    chicano: echte flüchtlinge ja!es geht um zivilisatorische mindesstandards!

    fatima: lohndrückerei würde so vor allem in die unteren einkommensgruppen getragen!auch würden kulturelle konflikte ins unermessliche verstärkt! auch die hier schon angesprochene eu-freizügigkeit in richtung osten wird im hinblick auf probleme noch “spannend” werden!aber: ohne herangehen an die zinsproblematik- wohl keine lösung, kann man auch bei ihrem muslim-markt lesen!

  26. chicano

    “ohne herangehen an die zinsproblematik”

    würde auch sagen hier liegt der hase im pfeffer. abschaffen den wucherzins und gut ist. womit sollen die denn ihre pharaomasche dann noch aufrechterhalten? die wurzel muss geschnitten werden dann fallen alle blätter von allein!

  27. ribi

    zu den zinsen: geht aber nur mit hilfe einer umlaufsicherungsgebühr, da geld sonst in spekulation!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!




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