Israel-Lobby siegt über Meinungsfreiheit

Finkelstein zur Absage von Veranstaltungen in Berlin und München  gezwungen

Ein Schwarzer Tag für die Meinungsfreiheit: Norman Finkelstein, bekannter Buchautor (“Die Holocaust-Industrie”) und Kritiker der zionistischen Gewaltpolitik, musste seine für Berlin und München geplanten Veranstaltungen absagen. Überall hatten die Raumvermieter oder Einlader auf Druck der Israel-Lobby die Einladungen zurückgezogen, zuletzt die Rosa-Luxemburg-Stiftung der LINKEN, die als Veranstalter in Berlin aufgetreten wäre. In Berlin hatte zwar die Tageszeitung “Junge Welt” Rückgrat gezeigt und sich als Ersatz-Veranstalter angeboten. Offensichtlich fürchtete aber Finkelstein, dass in diesem Rahmen weniger über die Israel-Kritik als über den Zustand der Linken diskutiert worden wäre.

Das ist aus seiner Sicht absolut verständlich. Trotzdem ist zu wünschen, dass die Junge Welt-Veranstaltung auch ohne Finkelstein stattfindet, denn das Versagen der LINKEN angesichts der Kriegsdrohungen in Nahost und gegen Iran MUSS jetzt auf den Tisch!

Gegen die skandalöse Ausladung Finkelsteins durch die Luxemburg-Stiftung haben jetzt sieben Politikerinnen und Politiker der Partei opponiert: Jan van Aken, Christine Buchholz, Sevim Dağdelen, Wolfgang Gehrcke, Norman Paech, Werner Ruf und Sahra Wagenknecht. Das ist ehrenwert, aber zu wenig. Wo sind die anderen, die man bisher als anständige Genossinnen in Erinnerung hatte? Soll ich Namen nennen?

Alle Infos en Detail auf der hervorragenden Website  www.steinbergrecherche.com.

 


  1. Auch wenn das jetzt komisch klingt, sehe ich darin auch Vorteile:

    1. Wir haben ein gutes Argument, dass in Deutschland Meinungsfreiheit für bestimmte Leute bzw. hinsichtlich bestimmter Themen eben NICHT gilt, falls nochmal jemand “Meinungsfreiheit” für Volksverhetzer fordert, wie jüngst Broder:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,678451,00.html

    2. Kann man mal die Haltung der Linken zu diesen Themen in Ruhe ausdiskutieren, und Herr Finkelstein hat Recht, das Anliegen der ‘Palästinenser darf über all das nicht in den Hintergrund treten. Man muss immer wissen , warum und zu welchem Zweck man was macht.

  2. Steppenwolf

    Ich fürchte, dass dies ein Menetekel für einen kaum mehr überbrückbaren Riss durch die LINKE ist. Jetzt sollte es jedem wachen Geist klar sein, dass die alten Begriffe und Fronten der Vergangenheit angehören. Neusprech hat die Bedeutungen ausgehöhlt und verdreht. Was soll ein Begriff wie “Links” angesichts solcher Entwicklungen noch aussagen? Es ist nur noch eine Worthülse, ähnliche wie die gleichnamige Partei.

    Aber wie soll es weiter gehen? Würde Sahra Waganknecht mit dem Häuflein Aufrechter einen eigenen Laden gründen, drohte ein ähnliches Schicksal, wie einst den “Fundis” um Jutta Ditfurth.

  3. So wird man koalitionsfähig! Bald wird es überall ‘rot-rote’ Bündnisse geben und auf die Forderung nach einem ‘sofortigen Abzug’ aus Afghanistan wird wohl auch bald verzichtet werden.

    Die sog. Linkspartei hat die Kröte des Prozionismus geschluckt, sich der Israel-Lobby unterworfen und darf jetzt mitregieren. Fein gemacht! Wir können stolz auf euch sein! Das nenne ich wahres Heldentum.

    Schämt ihr euch nicht, Norman Finkelstein auszuladen, einen so aufrechten Mann?

    Ihr geht den Weg Joschka Fischers. Ihr werdet gebraucht für den Krieg gegen den Iran, den Israel will.

    Ein paar Dissidenten, ein paar Wagenknechts, kann man in der ‘Linken’verkraften. Sie werden bald nichts mehr in der Partei des Zionisten Gysi zu sagen haben. Auch dafür wird die Israellobby in der Partei sorgen. Und: Sie wird nachlegen!

    Was für ein Armutszeugnis!

    Die Linke:

    Rückratlos, prinzipienlos, opportunistisch und jetzt auch offen prozionistisch und pro-imperialistisch. Weg damit.

    Sie wollen an die Fleischtöpfe der Macht.

    Apropos Luxemburg:

    Was hat Rosa Luxemburg gesagt: ‘Freiheit ist die Freiheit der ebenso Denkenden?’ Oder wie war das gleich? Herr Gysi – wissen Sie das noch?

    Es gilt, eine Alternative zu entwickeln.

  4. katharina

    Ich werde Herrn Finkelstein mein Bedauern über die Vorgänge und seine Absage ausdrücken. Hier die offizielle email Adresse:

    normfinkelstein@gmail.com

  5. @katharina

    Danke für den Tipp. Email sent!
    Norman Finkelstein braucht unsere Solidarität!
    Down with the zionist lobby!

  6. pacito

    Das Ganze wundert mich nicht.
    Die Transatlantiker übernehmen jetzt nochmals das Steuer. Der Iran wird innert der nächsten Wochen militärisch angegriffen. Man kann es ja bereits auf den MSM lesen!
    Und Deutschland wird in diesem grausigen Krieg vorne mitspielen.
    Warum machen die das?

    - die USA und GB sind pleite
    - ebenso sind die sog. alten EU Staaten pleite.
    - dann ist da noch Peak Oil, welches eine weitere Wirtschaftswachstumsorgie verhindert resp. abwürgt.
    - es werden jetzt zwar “Patriots” in Polen (Masuren) aufgestellt und in Rumänien, aber die Russen liefern dennoch nicht die S-300 an den Iran.

    Für mich stehen die Zeichen auf Krieg. Die Amis wollen- nach der gescheiterten CIA Revolution im Iran (sog. Grüne Revolution) los machen mit bombardieren.

  7. pacito

    Nachtrag:
    Wenn die den Krieg gegen Iran einleiten, dann wird das zum 3. WK werden. Die Perser werden sich ihre Revolution nicht einfach so nehmen lassen.

  8. Lothringer

    @ fatimaoezoguz

    Das Problem wird sein, daß man halt nur über die Medien an die Leute gelangen kann.Ich bin mir sicher, daß worüber hier diskutiert wird ,einen sehr großen Teil der Bevölkerung anspricht.Ob es die Kampagne gegen den Iran ist,oder die Situation der Palästinenser,Zustimmung wäre uns gewiss-allerdings -aus den Auegen aus dem Sinn-wenn die Öffentlichkeit nichts drüber erfährt,wird´s schwierig an die Leute heran zu kommen,das ist das Dilemma.

    Die Linkspartei wird sich in der Zukunft anscheinend einer Appeasement-Politik bedienen,man hat den Braten gerochen, die Machtfrage kann man in Zukunft ganz locker mit der SPD aushandeln,…wir kennen es aus Berlin!
    Sarah Wagenknecht und ein paar andere Nichtanpassunswillige,werden es unheimlich schwer haben, meinen Respekt verdienen sie schon jetzt!

  9. Klaus Landfried

    I am just frightened by the scenarios exposed here. Not that I would not respect the arguments. Especially Finkelstein is a really courageous man. And full of knowledge. There are so many Israelis who think and feel as you or we do. But to no avail. Sadness creeps up.

  10. me.

    Es ist richtig Herrn Finkelstein eine Unterstützermail zu schicken, man sollte aber auch den aufrechten Leuten wie sie J.E Eingangs benannt hat eine solche schicken.
    Das ist mindestens genauso nötig.

    War Uli Maurer aus B-W nicht dabei???

  11. @Was ist mit dem Missisippi Kapitän? Der hat sich doch auch nicht umwerfen lassen, als unlängst Beamte an seiner Tür klopften um ihm die Empfehlung nahe zu bringen, die Iran Konferenz nicht auf seinem Schiff stattfinden zu lassen?

    Wer also heute immer noch denkt, das Deutschland eine freie Meinungskultur hat und wer immer noch denkt, das Ahmadinejad zu Unrecht seine Holokaust Konferenz durchgezogen hat, der sehe in diesen Tagen, wie weit der Arm des Zionismus reicht.
    Was muss man eigentlich den Inhabern von Konferenzsälen nahegelegt haben, damit sie Finkelstein erst garnicht kommen oder wieder ausgeladen haben? Welcher Druck wurde auf die politischen Vertreter ausgeübt, dessen Prestigebauten angeblich immer für das Volk offenstehen?
    “Erwarte immer das schlimmste und hoffe immer das beste” nach dieser Devise Imam Alis(as) , dem ersten Imam der Schiiten, lebe ich, daher war ich weder verwundert, noch enttäuscht. Schließlich haben wir es hier nicht mit einer Ideologie zutun, die Kinder im Sandkasten geschmiedet haben.
    Lasst die Veranstaltung stattfinden egal wo und wie. Vor Zionisten und kuschenden Hunden dürfen wir nicht in die Knie gehen.
    Deutschland, deine Regierung ist eine “Liga der Ungerechten”Bücklinge Israels, die verhindern möchten, das die Bürger dieses Landes erwachen.
    Finkelstein wird auch nicht sonderlich enttäuscht sein, schließlich hat er tag aus tag ein, die Verlogenheit der Etablierten vor sich.
    Die Alternative wird sich eben andere Bahnen und Wege suchen, bis das Eis bricht und der Zionismuswahn beendet und die LINKE entlarvt ist.

  12. @pacito

    ‘Der Iran wird innerhalb der nächsten Wochen angegriffen.’

    ‘Für mich stehen die Zeichen auf Krieg.’

    Ein hoher russischer General ist der Ansicht, dass der Iran dann dran ist, wenn die USA mit Afghanistan und dem Irak fertig sind.

    Ich meine auch: Drei Kriege zu führen, USA, da überhebst du dich gewaltig, zumal du die beiden anderen schon nicht mehr gewinnen kannst. Also wirst du ein bisschen warten wollen.

    Ich denke:

    Der psychologische Krieg gegen den Iran und den Libanon geht unvermindert weiter, die Softattacken ebenso sowie der geheime Krieg mittels terroristischer Anschläge durch Geheimdienstagenten und sunnitische Extremisten, die man ausbildet und bezahlt – Anschläge, die dann anderen in die Schuhe geschoben werden. Die westliche Öffentlichkeit wird schon jetzt präpariert und manipuliert, damit sie dann kuscht, sich duckt und wegsieht, wenn es so weit ist, damit keine starke Antikriegsbewegung aufkommt.

    Durch harte Sanktionen und die diplomatische Isolierung des Iran soll das Ganze begleitet werden, um das Land ständig unter Druck und in Atem zu halten, um es mürbe zu machen.

    Das ist vorläufig ihre Strategie.
    Sie wissen, wie man Kriege führt. Sie haben reichlich Übung.

    Aber actio erzeugt reactio.

    Und: Der Iran weiß, wie man mit Drohungen und Kriegen fertig werden kann. Auch er hat Übung. Die letzten dreißig Jahre zeigen das. Der Iran ist ein Musterbeispiel des Widerstands und er hat eine intelligente und mutige Führung.

    Mehr Optimismus – weniger doom & gloom ist angesagt.

  13. Linkspatriot

    Um es glasklar zu sagen:

    Entweder scharen sich ein paar honorige Unentwegte, welche u.a auch hier kommentieren, im Rahmen einer “linksnationalen Fraktion” innerhalb der LINKSPARTEI oder es muss etwas organisatorisch und programmatisch Neues her, bzw. muss die VI “einspringen”. Die Gräben auf der LINKEN sind zu groß, und es gilt jetzt, die progressiven Teile hie und da nicht im Orkus der prozionistischen und Alt-68er-Dominanz verschwinden zu lassen. Ich will nicht fatalistisch, utopisch und überschnell-spontan wirken, aber jetzt gilt es zu agieren, sonst werden auch wir nur noch reagieren und kapitulieren…

  14. fatima: ist kritk an zuwanderung, islam, islamischen staaten für sie immer hetze? komisch, dass diese islamkritiker sonst normal nichts gegen farbige, chinesen etc. haben, also sich klar gegen rassismus aussprechen! themen wie paklästina, iran, finkelstein etc. sind luxusthemen , in zeiten der drohenden verarmung der arbeitenden europ. massen, sollte es europaweit andere themen für linke geben!

  15. klaus

    So viel zum Thema: Freiester Staat auf deutschem Boden. Die Merkel BRD nähert sich den Verhältnissen in der DDR immer mehr an.

    wer war eigentlich IM Erika?

  16. “Mehr Optimismus – weniger doom & gloom ist angesagt.”

    Genau. Jetzt sage ich schon wieder etwas was für die meisten hier sicher komisch klingt, aber ich halte die gesamte Entwicklung für mehr als segensreich. Die Wahrheit wird immer offenkundiger, es wird immer klarer, wie perfide der Zionismus agiert.

    Weiteres Beispiel Frankfurt, wie man versucht, eine muslimische Gemeinde als”antisemitisch” zu diskreditieren:

    http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1564.htm

    http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1565.htm

  17. Was mich am meisten ärgert, ist, daß die andere Seite jetzt einen Erfolg verbuchen kann, der sie ermutigen wird. Das macht alles – so sehr ich Finkelstein verstehe – noch schwieriger.

    Von der “Junge Welt” -Veranstaltung verspreche ich mir wenig, aber natürlich sollte man darauf bestehen. Wichtiger ist aber, daß Finkelstein jetzt möglichst schnell doch noch kommt. Villeicht sollte er schon vorab regelmäßig in Deutschland veröffentlichen. Leider ist er im Moment nicht erreichbar (bis 1. März). Dann wollten wir es aber angehen.

  18. Alan Dershowitz

    Tja Mr. Elässer – Satz mit “X”, das war wohl nix! :-)

  19. “themen wie paklästina, iran, finkelstein etc. sind luxusthemen , in zeiten der drohenden verarmung der arbeitenden europ. massen, sollte es europaweit andere themen für linke geben!”

    Wieso posten Sie dann zu so einem “Luxusthema”?

  20. “Was mich am meisten ärgert, ist, daß die andere Seite jetzt einen Erfolg verbuchen kann, der sie ermutigen wird. Das macht alles – so sehr ich Finkelstein verstehe – noch schwieriger.”

    Ich bin nicht sicher, ob das zutrifft. Dr. Finkelstein ist nun mal nicht dafür zuständig, die Haltung der deutschen Linken zu klären, ihm geht es um das Anliegen der Palästinenser, und das könnte in der Tat dadurch ins Hintertreffen geraten. Auf jeden Fall sollte diese Veranstaltung stattfinden, damit die antizionistischen Kräfte wie Sahra Wagenknecht und andere gestärkt werden können, so gut es bei der derzeitigen Lage eben noch geht.

  21. Erschreckend, wie hier ein angeblicher Linker von ‘Luxusthemen’ in Bezug auf den Iran, Palästina und Finkelstein sprechen kann ‘angesichts der europaweiten Verarmung der Massen.’

    Er versucht, das eine Thema gegen das andere auszuspielen und sieht den Zusammenhang nicht.

    Er übersieht, dass es der Imperialismus ist, der die europaweite Verarmung u n d das Palästinaproblem hervorbringt. Der aggressive Siedlerstaat Israel ist nichts weiter als ein Vorposten des Imperialismus im Nahen und Mittleren Osten, um mit Hilfe dieses Kettenhundes die rohstoffreiche Region, ja den gesamten arabischen Raum zu kontrollieren, oder, wenn das heute nicht mehr geht, zumindesten einzuschüchtern.

    Es sind dieselben globaben Kräfte, die dort Raubzüge veranstalten und gleichzeitig die Verarmung in den eigenen Ländern über Lohndrückerei, Zerstörung des Mittelstands, künstliche Arbeitslosigkeit und Sozialabbau vorantreiben.

    Dies ist ein globaler Kampf: Jede Schwächung des Westimperialismus im Mittleren Osten führt auch zur Schwächung seiner Positionen in Europa und verbessert die Kampfbedingungen der von zunehmender Verarmung bedrohten Massen.

    Und schließlich:

    Bei Finkelstein geht es auch um die Garantie der freien Meinungsäußerung in unserem Land, um die Verteidigung elementarer Grundrechte. Auch daran haben die europaweit verarmten Massen ein Interesse, denn sie brauchen diese Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um ihre eigenen Interessen zu vertreten.

    Solidarität mit Norman Finkelstein! Schreibt ihm, wie Katharina vorschlug, unterstützt ihn!

    normfinkelstein@gmail

  22. Antizensor

    Die junge Welt schreibt heute (22.02.2010)
    dazu:

    Linke Parteiräson
    Finkelstein kommt nicht nach Berlin
    Von Werner Pirker
    Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Norman Finkelstein hat angesichts der Auseinandersetzungen um die mit ihm in Berlin und München geplanten Vorträge zum Thema »Israel, Palästina und der Goldstone-Bericht zum Gaza-Krieg« den Flug nach Deutschland storniert. Durch den »Zirkus« um seine Person wäre sein Anliegen, zur Aufklärung über die Menschenrechtssituation in Gaza beizutragen, in den Hintergrund gedrängt worden, begründete Finkelstein seine Absage. Somit hat die Diskussionsverhinderungsfront einen weiteren Sieg in ihrem Kampf gegen die Meinungsfreiheit erzielt. Doch sei dies, wie Rolf Verleger von der »Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost« erklärte, ein Pyrrhussieg. Denn die Attitüde, Kritiker der israelischen Kriegs- und Unterdrückungspolitik in Bausch und Bogen als »Antisemiten« und »Geschichtsrevisionisten« zu verdammen, stößt zunehmend auf Unverständnis und Empörung.

    Gruppen wie die neokonservative Internetplattform Honestly Concerned oder der Bundesarbeitskreis Shalom in der Linksjugend meinen bestimmen zu können, welche Meinungsäußerungen zum Nahost-Konflikt zulässig sind und welche vorneweg als diskussionsunwürdig zu ächten sind. An die Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus reiht sich der Vorwurf des Geschichtsrevisionismus gegenüber Gegnern der israelischen Besatzungspolitik. Die auf Diskussionsverhinderung angelegte Strategie der Freunde Israels hat ihren Grund auch darin, daß sie einer ernsthaften Nahost-Debatte nicht gewachsen wäre. Denn was sie argumentativ zu bieten haben, ist unterstes Polizeispitzelniveau. »Finkelstein ist international bei Antisemiten beliebt«, schreibt Benjamin Krüger, »weil ihm allein durch die Tatsache, daß er sich als Jude und Sohn von Holocaust-Opfern bezeichnet, Glaubwürdigkeit und absolute Wahrheit bescheinigt wird.« Ist man als jüdischer Israel-Kritiker nur noch ein selbsternannter Jude und angeblicher Sohn von Holocaust-Opfern? Als besonders perfid empfindet der deutsche Philosemit aber die Tatsache, daß er einen Sohn von Holocaust-Opfern nicht so ohne weiteres als Antisemiten und Holocaust-Leugner bloßstellen kann, wie er das gerne tun würde.

    Die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS), immerhin der Think-tank der Linkspartei, ist der Aufforderung intellektuell beschränkter Denunzianten, die Raumzusage für die Veranstaltung mit Norman Finkelstein zurückzuziehen, nachgekommen. Das ist weder Zufall noch bloßes opportunistisches Einknicken vor einer prozionistischen pressure group. Der RLS-Vorstand selbst dürfte das Problem sein. Er scheint Gregor Gysis Aufforderung, sich vom Antiimperialismus zu verabschieden, auf der ganzen Linie Genüge tun zu wollen. Wer die von Angela Merkel postulierte prozionistische Staatsräson auch zur linken Parteiräson machen will, steht mit einem Fuß bereits im imperialistischen Kriegslager.

  23. ok, finkelstein ist kein luxusthema! es gibt für mich keinen grund, warum jemand nicht reden sollte, selbst bei drohender gewalt durch autonome ist dies durchzuführen!
    ich halte die verarmung in der dritten welt( schwarzafrika vorneweg) für ein schuldenproblem! eine autorin nannte es mal: sie sterben an unserem geld!zins-und-zinseszins sorgen dafür, dass die armen staaten niemehr freis sind! natürlich müssen die islamischen staaten sich von der religion emanzipierenund den kinderreichtum nicht mehr als absoluten wert sehen! ich denke, wer in berlin lebt, hat mit arabern oftmalsnegative berührungspunkt- wird hier im forum von schneeflocke bestätigt, so dass er als armer mensch nicht noch seine freizeit mit angeblicher solidarität verbringen will! ein us-linker sagte es mal so, der amerik. arbeiter will sich nach einem harten arbeitstag entspannen, nicht noch die bücher von chomsky lesen!
    fatima: jeder nimmt sich mal zeit und leistet sich einen luxus!

  24. @schnehen und andere: Erst mal haben Sie mit Ihrer Antwort an ribi völlig Recht. Es ist ein Problem, dass alles nur isoliert voneinander betrachtet wrid.

    Ich habe Herrn Finkelstein auch eine Mail geschickt, aber es kam eine wohl generalisierte Antwort:

    I will be traveling abroad until 1 March. I will not be able to check
    my email on a regular basis. Please write me only if it is urgent.
    However please forward me informational emails (articles, etc.) that I
    might find useful. If I do not respond to your email, please RESEND
    it after 1 March.

    Dann eben nächste Woche nochmal…

  25. Norman Finkelstein per Mail
    Warum ich nicht nach Deutschland komme

    I will come to Germany when we can have a normal discussion. Now is not the right time. I have no desire nor do I see the point in becoming part of a media spectacle. If I come to Germany to speak before a few people in a small room it will be said that free speech was not violated in Germany. I do not want to lend credibility to this lie. I will come to Germany when everyone who wants to hear me speak is able to.

    Ich werde nach Deutschland kommen, wenn wir eine normale Diskussion führen können. Jetzt ist dafür nicht der geeignete Zeitpunkt. Weder wünsche ich, noch sehe ich Sinn darin, Teil eines Medienspektakels zu werden. Würde ich nach Deutschland kommen und vor ein paar Leuten in einem kleinen Raum reden, dann würde es heißen, daß das Recht auf freie Rede in Deutschland nicht verletzt wurde. Ich will dieser Lüge nicht Glaubwürdigkeit verleihen. Ich werde nach Deutschland kommen, wenn jeder, der das wünscht, mich sprechen hören kann.

    Mail, 20. Februar 2010 20:46:04 MEZ. T:I:S, 20. Februar 2010.
    Quelle: http://www.steinbergrecherche.com/

  26. sofaboxer

    Na so eine Überraschung. Der Herr Finkelstein wurde wieder ausgeladen. Na sowas.

    Liebe Leute, wir leben in der BRD, in einem langsam in die Jahre gekommenen Besatzungskonstrukt der Sieger von 1945. Wir leben seit 1945 de facto in einem gemäßigt “zionisierten” Musterstaat (West) und verschärft seit 1990.

    Wenn ihr wirklich was dagegen tun wollt, müsst ihr den Staat an sich angreifen. Zionismus ist seine Wurzel und sein Zweck. Ihr müsst die Axt an den Lügenbaum der offiziellen Geschichtsschreibung legen. Der Imperialismus ist Mittel zum Zweck des Zionismus, nicht andersherum. Das ist leicht zu erkennen an der ungleich höheren Emotionalität, ja gerade Spiritualität um den Zionismus herum.

    Die LINKE ist im Wesentlichen staatstragend geworden. Sie ist “Establishment”. Das mag am Parteisystem liegen, an der Überbewertung des Individuums, in folge dessen die einzelnen Funktionäre immer leichter korrumpierbar werden und ihre Fähnchen in den Wind hängen oder an Funktionären, die einfach selber immer schon den Geist des Establishments geatmet haben.

    Wer in der LINKEN hockt und gleichzeitg gegen Zionismus ist, der spielt im bösen Spiel mit. Es gibt kein richtiges Handeln in der falschen Organisation.

    Gruß
    sofaboxer

  27. eine “normale” Diskussion wird es unter der derzeitigen Regierung leider nicht geben. Aber Dr. Finkelstein hat Recht, wenn er gekommen wäre, hätte das nach außen doch noch nach Meinungsfreiheit ausgesehen, die es aber in puncto Israel hier schon längst nicht mehr gibt!

  28. richard sorge

    @ sofaboxer: Völlig richtig, wer die Illusion hat, er könne in der LINKEN antizionistische Politik betreiben, ist einfach naiv.
    Das war ja auch mit ein Grund, warum sich Ende 2008 die Volksinitiative gegründet hat, viele von kommen ja im Ursprung aus der Linken, nur haben sie erkannt, dass sie schon “Teil des Problems” (PC) geworden sind. Nur: Man muss dass irgendwann mal erkennen und die Konsequenzen daraus ziehen!!!!! Dies sei auch als message an Wagenknecht, Maurer usw. gerichtet.

  29. @richard sorge:
    “wer die Illusion hat, er könne in der LINKEN antizionistische Politik betreiben, ist einfach naiv.”

    Und genau aus diesem Grund war die LINKE für mich nie wählbar, sie verbrämt den deutschen Rassismus, prangert die Türkei wegen ihrer Kurdenpolitik an, erhebt sich zu Tibet und gibt sich als alternative Stimme zu den etablierten Parteien. Wenn es aber um Israel geht, kommt erstaunlich wenig rüber. Der Zionismus ist für sie noch immer keine rassistische Ideologie und der israelische Besatzungsstaat immer noch ein Staat mit dem man “reden” kann.
    Daher bleibe ich persönlich nachwievor dabei, auch mit Deutschlands “Alternativparteien” ist keine Politik der Gerechtigkeit zu machen.
    Die VI hat einen historischen Schritt gemacht, sollte die VI bei ihrer Grundüberzeugung bleiben, könnten sie die verlogene Parteienwelt gehörig aufmischen!

  30. “Die VI hat einen historischen Schritt gemacht, sollte die VI bei ihrer Grundüberzeugung bleiben, könnten sie die verlogene Parteienwelt gehörig aufmischen!”

    Das ist richtig, aber wie alle ehrgeizigen Projekte birgt das auch eine Gefahr. Und zwar nicht die VI selber, sondern der menschliche Egoismus kann einem eine Falle stellen, und das gilt für jeden von uns. Nämlich die, dass man aus den Augen verliert, WARUM man irgendetwas tut. Wenn man seine Prinzipien den Ego unterordnet und wieder ohne es zu merken in die “political correctness” fällt, weil man an einer bestimmten Sache festhalten will, kann es sehr, sehr gefährlich werden.

    Dr. Finkelstein hat Folgendes geantwortet:

    Someone needs to tell Merkel that WWII is over, Hitler is dead, and she doesn’t have to lead a commando raid on his bunker.

    Recht hat er.

  31. @Nadi

    Man darf aber die Hoffnung nicht aufgeben. Es finden auch in der Linken Entwicklungen statt. Ich habe gerade die ‘Junge Welt’ gelesen und einen guten antizionistischen Artikel gefunden.

    Ich habe das Gefühl, dass sich dort was tut und dass man ‘die Linke’ noch nicht abschreiben darf.

  32. Nadi

    Hallo schnehen,

    “Links” oder “Rechts” sind sehr relative Begriffe für mich. Verstehe aber was du sagen möchtest!
    Ich fühle mich von Linken wie Rechten Auffasungen angesprochen. Weder kann ich etwas mit einer Linken im “karl Marxchen” Sinne anfangen, noch etwas mit dem Chauvinismus der Rechten.
    Es gibt einige wenige Positionen der Linken, die ich von grundauf mittragen kann. Ich freue mich über die VI und die Neue Mitte deshalb auch so besonders, weil diese beiden Strömungen, viel ungezwungener mit den Muslimen umgehen können, als die “Religion ist Opium für das Volk” beeinflussten LINKEN. Inwieweit meine Solidarität mit den Linken, VI und NM reicht, hängt für mich persönlich davon ab, inwiefern ich ihre Wertevorstellungen teilen und mittragen kann.
    Als Bürger und Muslim dieses Landes, möchte ich meinen bescheidenen Anteil dazu leisten, beim gerechten Aufbau, mitzuwirken. Im Moment erscheint mir Elsääsers VI am attraktivisten, so das ich mich entschlossen habe, meine Aufmerksamkeit und Unterstützung ganz dem “Elsässerprojekt” zu widmen. Viele Muslime sehen in der VI eine Art zukünftige “Geistige Heimat” und zugleich ein eventuelles Betätigungsfeld aus der Nische herauszutreten und aktiv am Umgestaltungsprozess in Deutschland teilzunehmen. Es gilt abzuwarten, ob das auch so ist?
    Wenn Links heisst, sozialbenachteiligte Klassen zu befreien, bin ich natürlich Links. Wenn Links heisst, das Kriegstreiberei und Raubtierkapitalismus der Vergangenheit angehören sollten, bin ich Links .Aber die Unterteilung der Fraktionen in Links und Rechts dient doch nur der Standortbestimmung und aufgrund der Komplexität des Begriffes “Links” ist ein festlegen auf “die Linken” gar nicht möglich.
    Wir sehen ja wie viele Linksströmungen es allein unter den LINKEN gibt! Ich solidarisiere mich also nur mit bestimmten Standpunkten der Linken und hoffe dadurch mich vertreten zu sehen.
    Was die VI für mich mehr interessanter macht als jede andere politische Bewegung in der Vergangenheit, ist ihr klarer Standpunkt zum Finanzkapital, zum Zionismus und zum Hegemonialdenken des Westens.
    Ich “denke” weder sozialistisch noch National.
    Ich denke an die Nation, in der ich Lebe und an ein soziales Miteinander basierend auf Gerechtigkeit und Fairness.

  33. juergenelsaesser

    Sie sind herzlich eingeladen!! Ich hoffe, wir sehen uns bei der Veranstaltung am 12.3. mit Christoph Hörstel in Berlin?

  34. Nadi

    Hallo Herr Elsässer!
    Einladung angenommen aber nicht am 12.3 leider. Ich bin im Augenblick nicht in Deutschland, erfreulicherweise haben sie aber schon viel mit meinem Kollegen zutun, so das eine Begegnung mit ihnen wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit sein wird.
    Ich wünsche Ihnen und Herrn Hörstel eine erfolgreiche Veranstaltung!

  35. lammy

    So ein Unsinn,

    Finkelstein hatte Räume und hat selber abgesagt! Aber so stilisiert man sich wieder mal zum Opfer der Israel-Lobby, wer auch immer das in diesem Fall gewesen sein soll.
    Jeder Protest gegen Finkelstein ist als Teil der Israellobby, so wie jeder Kritik an Israel antisemitismus ist…




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