LINKE kuscht vor Israel-Lobby

Luxemburg-Stiftung sagt Finkelstein-Veranstaltung ab

Norman Finkelstein, ein amerikanisch-jüdischer Kritiker der israelischen Aggressionspolitik und Bestsellerautor (“Die Holocaust-Industrie”), sollte am  Freitag kommender Woche, 26. Februar, in Berlin sprechen. Es war eine Veranstaltung in einer Kirche mit Unterstützung der grünen Heinrich-Böll-Stiftung geplant und auch eine Veranstaltung der LINKEN-nahen Rosa Luxemburg-Stiftung. Zuerst sind Kirche und Böller abgesprungen, jetzt auch die Luxemburger. Vorangegangen war ein Protestaufruf der Israel-Lobby, die die Absetzung verlangten und eine Demonstration vor dem Veranstaltungsort ankündigten. Geführt wird diese Israel-Lobby vom Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom innerhalb der LINKEN, der die Prtotektion von Bundestags-Vize Petra Pau und der Spitze der Berliner Linkspartei (Lederer, Liebich etc.) genießt.

Die Absage wurde aber aus der Chefetage der Luxemburg-Stiftung verkündet, ist also keine Berliner Lokalposse. Vielmehr reiht sich der Skandal in eine ganze Kette von Vorstößen ein, mit denen Pro-Zionisten und Pro-Imperialisten jede Debatte über Israel, insbesondere auch über die Kriegsvorbereitungen Israels gegenüber dem Iran, verhindern wollen:

* Die Blockade einer Veranstaltung im Frankfurter Club Voltaire im Oktober.

* Die Absage städtischer Räumlichkeiten für einen Auftritt von Ilan Pappe, der zu den “jungen Historikern” Israels gehört, die die Gründungsmythen des Staates hinterfragen, ebenfalls im Oktober.

* Der Druck auf die Raumvermieter für eine Geopolitische Konferenz in Gera am 20.12.2009, wo ich ein Referat zu meinem Buch “IRAN – Fakten gegen westliche Propaganda” hielt. Die Konferenz musste sich neue Räume suchte.

* Der Druck auf das Hamburger Kempinski-Hotel, wo vergangenen Donnerstag eine Iran-Konferenz stattfinden sollte. Auch diese Konferenz musste auf neue Räumlichkeiten  ausweichen. 

Wir haben es mit einem totalitären Potential zu tun, das ein Meinungsmonopol errichten will. Es geht diesen Leuten nicht darum, ihre pro-israelischen Diskussionen in eine Debatte einzubringen, was ihr gutes Recht wäre. Sondern sie wollen die “andere Seite”, also alle israelkritische Positionen in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit, aus dem Diskurs eliminieren.  Die Methoden ähneln denen der SA vor Hitlers Machtantritt; von “linker” SA muss man sprechen, weil sich diese Bande antifaschistisch kostümiert.

Dass diese Hetzer die millionenschwere Stiftung der Linkspartei für ihre Zwecke instrumentalisieren können, spricht Bände über den Zustand dieser angeblichen politischen Alternative. Wenn sich die antiimperialistischen oder einfach nur vernünftigen Gegenkräfte, die es in der Partei natürlich immer noch gibt (Lafontaine, Wagenknecht, Maurer, Gehrcke, Dehm …) diese Provokation bieten lassen, können sie einpacken. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 hat die Deutsche Gesellschaft für  Auswärtige Politik (DGAP) die US-Autoren Mearsheimer/Walt eingeladen, ihr Buch “Die Israel-Lobby” vorzustellen, das die zionistischen Spins und Spin-Doktoren mit ähnlicher Verve wie Finkelstein kritisiert. Die DGAP ist der wichtigste Think Tank der Bundesregierung. Mearsheimer/Walt durften referieren, ohne Contra-Position auf dem Podium (was man jetzt von den Finkelstein-Veranstaltern seitens der Luxemburg-Stiftung verlangt hat). Und das, was für die DGAP möglich war, soll für die Luxemburg-Stiftung zuviel Provokation sein? Wie lange, wie oft, wie unverschämt wollt Ihr uns noch verscheissern? Genug ist genug!

Alle demokratischen Kräfte innerhalb und außerhalb der Partei DIE LINKE sind aufgerufen, sich diese Zensur nicht bieten zu lassen. Die Veranstaltung am  Freitag kommender Woche muss stattfinden. Alternativräume müssen angemietet werden. Alle Mitstreiter und Freunde der Volksinitiative sind aufgerufen, für diese Veranstaltung zu werben und ihr Stattfinden durch Anwesenheit durchzusetzen. Der 26. Februar wird ein Tag, an dem sich viel entscheidet für die Meinungsfreiheit in Berlin!

(Mehr Informationen in den nächsten Tagen. Siehe auch der Bericht auf www.berliner-umschau.de .)

 


  1. Norman Finkelstein hat, soweit ich das mitbekommen habe, wegen seiner konsequent antizionistischen Haltung in den USA seinen Job an der Uni verloren. Er hat Berufsverbot. Sein Buch ‘Die Holocaust-Industrie’, konnte nur mit Schwierigkeiten erscheinen. Verleger zogen sich zurück, nachdem sie von der Israellobby massiv unter Druck gesetzt worden waren.

    In einem Interview auf PressTV (‘The Autogragh’ mt Susan Modaras) stellte er sein Buch vor und erklärte an einer Stelle:

    “Der Vorwurf des Antisemitismus und die Holocaust-Schiene bilden heute den letzten argumentativen Rückzugspunkt der Zionisten. Was anderes haben sie nicht mehr anzubieten.”

    Was nichts anderes heißt, als dass sie argumentativ bankrott sind. Sie haben nach dem Massaker in Gaza letztes Jahr, überall, in der ganzen Welt, Angst an den Pranger gestellt und entlarvt zu werden.

    Israel ist heute dreierlei:
    - rassistisch;
    - nationalistisch und
    - expansiv.

    Die Solidarität von Antifas und Teilen der Partei Die Linke mit Israel liegt auf der gleichen Ebene wie eine Solidarität mit dem ehemaligen weißrassistischen Apartheidsregime in Südafrika gelegen hätte. Für dieses weiße Rassistenregime waren damals eigentlich nur alte und neue Nazis und rechte Teile der CDU. Auf dieses Niveau sind diese ‘Linken’ herabgesunken, in dieser Ecke sind sie gelandet.

    Sie stehen anscheinend noch nicht einmal mehr auf dem Boden des Grundgesetzes, dass die Versammlungs- und Meinungsfreiheit und die Information aus allgemein zugänglichen Quellen garantiert.

  2. Lothringer

    “Unser Ansinnen, das Podium am 26. Februar 2010 um einen Gegenpart zu Norman Finkelstein zu erweitern, ist von den Veranstaltern leider abgelehnt worden. Unser Bildungsauftrag setzt aber unter anderem kontroverse und plurale Debatten voraus.”

    Im Klartext heißt das also,man wollte jemanden dazu angagieren, der Finkelstein Paroli bietet,des Bildungsauftrages wegen selbstverständlich.
    An einer Veranstaltung mit Thomas von der Osten-Sacken ,hatten die Verantwortlichen der Rosa-Luxemburg-Stiftung dagegen anscheinend nichts zu kritisieren.Zum Podium dieser Veranstaltung gehörten übrigens auch noch Stephan Grigat und Sebastian Voigt und diese beiden hatten das Amt des Gegenparts natürlich zu 200% erfüllt, …des Bildungsauftrages wegen.

  3. Ich möchte gerne wissen, was der Unterschied zwischen Atommacht Israel, Indien und Pakistan sein soll zur eventuellen Atommacht Iran?

    Welche Kriege und Verbrechen gingen von Israel aus im Gegensatz zum Iran?

    Übrigens bin ich gegen Atomwaffen und Atomkraft. Der Iran will sich gegen die Ausbeutung der US/Isrel-Weltregierung wehren.

    Lob an Elsässer für den Mut zur Wahrheit.

  4. weniger “links” mehr Strategen,

    sie waren im Osten nie wirklich “linke Kräfte” eher die verachteten Überreste einer besiegten Elite. Jetzt sehen sie die Möglichkeit vorbei an der SPD deren Platz einzunehmen.
    Die Israel Lobby dürfte dankbar sein so brauchbare Kampfgenossen an die Seite gestellt zu bekommen. Jetzt gilt es nur die störrischen “Wessis” fest in den Griff zu bekommen.
    Ich denke aber das wird nicht so leicht gelingen.

  5. Lutz Dorawa

    Die Linkspartei ist nicht mehr wählbar. Das muss als “Fakt” akzeptiert werden.

    Guter Artikel Jürgen!

  6. richard sorge

    Wenn diese Veranstaltung mit Norman Finkelstein nicht statt findet, dann soll diese LINKE der Teufel holen. Es kann nicht sein, dass vor diesen zionistischen (gelöscht; beleidigend) immer wieder gekniffen wird. Wo ist denn da die Zivilcourage?

  7. heinrich

    denk ich an deutschland in der nacht …

    die gleichschaltung scheint parteiuebergreifend zu werden .

  8. “Wir haben es mit einem totalitären Potential zu tun, das ein Meinungsmonopol errichten will.”

    Und genau das ist der Punkt. Seltsamerweise sind die Zionisten die Ersten, die wegen angeblich fehlender Meinungsfreiheit im Iran aufschreien, aber selber der gesamten Welt am liebsten ihre Meinung aufzwingen oder Andersdenkende mundtot machen wollen! So nach dem Motto “Entweder du bist für uns, oder du bist Antisemit.’”

    Gleichzeitig verteidigen sie vehement die sogenannte “Meinungsfreiheit” von wahren Volksverhetzern wie Geert Wilders , der den Quran mit “Mein Kampf” vergleicht.

    Henryk M. Broder fragt im “Spiegel” :

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,678451,00.html

    “Warum sollte eine demokratische Gesellschaft eine Meinung bestrafen? ”

    Richtig. Dann hat er sicher auch nichts dagegen wenn in Deutschland endlich mal einige kritische Fragen gestellt werden dürfen. Auch und gerade von jüdischen Kritikern des zionistischen Apartheidstaates wie Pappe oder Finkelstein!

    ich wünsche den Veranstaltern auf jeden Fall, dass sie sich nicht einschüchtern lassen und alles dransetzen, dass die Veranstaltung stattfinden kann!

  9. Linkspatriot

    Hier zeigt sich wieder das übliche Grunddilemma der LINKEN, auf der einen Seite möchte man seitens einiger Kreise (hier zunächst Rosa-Luxemburg-Stiftung) Position wider die Israel-Politik im Gaza-Streifen beziehen, auf der anderen Seite sieht man sich bezüglich des diesbezüglichen Referenten massiven Angriffen aus den (vermeintlich) eigenen Reihen ausgesetzt. Das entscheidende dabei ist, wer sich am Ende des Dilemmas durchsetzt und somit die Machtfrage für sich entschieden hat. Dies aber ist eindeutig die Lobby-Linke! Somit entpuppt sich eine scheinbar kleine Episode als eine Grundfrage an sich, nämlich verfällt die LINKE nun gänzlich dem Zeitgeit und singulärem Antifaschismus oder sind noch winzige Bestrebungen nationalstaatlich positionierter Gedanken geduldet oder vorhanden. Da letzteres fast zu verneinen ist, muss genau in diese -verlassene- Bresche die “Volksinitiative” springen. Die Aufgabe, ja Seinsbestimmung (um es mal pathetisch auszudrücken) der VI kann und MUSS es sein, hier ein Auffangbecken und Forum für linkspatriotische, antiimperialistische und konsequent gegen das Finanzkapital gerichtete Genossen zu sein. VOLKSINITIAVE VS. LINKSPARTEI dort, wo -wie beim Thema- Unüberwindlichkeiten Grenzen festlegen und Zusammenarbeit aus beiden Gruppierungen dort, wo linkspatriotische, historisch-sozialistische und progressive Elemente den Nenner bilden.

    P.S. Den Hugo-Boss-Linken, welche wieder die üblichen reflexartigen Zuckungen aufweisen, wenn sie Namen wie Finkelstein vernehmen, sei ins Stammbuch geschrieben: er ist nicht “rechts” sondern linksorientiert, er verharmlost nicht den Holocaust, sondern verlor Verwandte in eben diesem. Aber das Schlimmste an ihm scheint ja heute für unsere Heuchler-Linken zu sein: er setzt sich konsequent gegen die Apparatschiks Israels und ihre Unterstützer ein. Jürgen hat Recht, wer jetzt in der LINKEN noch ein Kreuz hat, muss Farbe bekennen. Es kann nur noch heißen: dem Muff der 68er-”Jährlingen” zu folgen oder auferstehen aus Ruinen. Es liegt an der “Volksinitiative”, die sprichwörtliche “Karre” zu sein, die dem “Dreck” entflieht…

  10. Atheist

    Habe gestern einen aufgebrachten Brief per Mail an die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) geschrieben – wegen deren Feigheit vor der Wahrheit und der USrael-Lobby. Der bekannte Leitgedanke von Rosa Luxemburg “Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden” scheint für sie nicht mehr zu gelten. Es ist wirklich eine Schande! So etwas nennt sich auch noch links!

    Ich habe den Eindruck bei der RLS kommen jetzt tausende (immer noch ehrlich gemeinte) Protestmails rein, denn auf dem Kontaktformular http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=15747 ist das Chaptcha stillgelegt, ganz so als ob sie keine Mails mehr empfangen wollen. Kann das mal jemand bestätigen?

  11. @webinformationat

    1. Unterschiede zwischen den Atommächten:

    a. Iran keine Atommacht, strebt keine A-Waffen an, Unterzeichner des Nichtweiterverbreitungsvertrags und Mitglied der Intern. Atomenergiebehörde. Letzter, 10-seitiger Bericht der IAEA: Iran entwickelt keine A-Waffen, setzt sich für atomwaffenfreie Zone im Mittleren Osten ein.

    b. Israel. Seit 1959 Atomprogramm, Bau von Atomreaktor in Dimona, Atomwaffenbesitzerin. Atomwissenschaftler Unanumu, der an Herstellung von A-Waffen mitarbeitete, wurde deshalb von Israel in Italien gekidnappt und wegen Geheimnisverrat verurteilt. Insgesamt über 200 Atomraketen, die auf den Iran gerichtet sind. Israel lässt keine Inspektoren ins Land, Nichtmitglied der IAEA, hat Nichtweiterverbreitungsvertrag nicht unterzeichnet.

    c. Indien: Seit Mitte der 70iger Jahre Atommacht mit Hilfe der USA.

    d. Pakistan entwickelte aus eigener Kraft im Gegenzug eigene A-Waffen.

    Also: Israel ist im Nahen Osten einzige Atommacht. Außenminister Avigdor Liebermann empfahl zur Zeit des Gazakrieges den Einsatz von Atomwaffen über Gaza.

    2. Verbrechen Israels

    1956: Angriff auf Ägypten wegen dessen Verstaatlichung des Suezkanals und Nassers Schaffung einer arabischen Union. Israel handelt abgestimmt mit England und Frankreich. Besetzung des Sinai. USA greifen ein.

    1967: Sechstagekrieg Israels gegen alle arabischen Nachbarn. Erneute Besetzung des Sinai, der syrischen Golanhöhen, der West Bank, Ost-Jerusalems und Gazas.

    1973: Erneuter Krieg gegen Ägypten und andere arabische Nachbarn. Wenig erfolgreich.

    1978: Camp David-Abkommen mit Ägypten. Ä. schert aus der arabischen Front aus. Seitdem ist Ä. Verbündeter Israels.

    1978: Überfall Israels auf den Südlibanon, um Arafats Fatah zu zerschlagen. Operation Litani. Besetzung Südlibanons.

    1982: Israel überfällt erneut den Libanon, besetzt Südlibanon. Im Juni: Massaker von Sabra und Schatila, annähernd 3000 zivile Opfer durch libanesische Falangisten, denen Israel Geleitschutz gibt.

    2000: Israel zieht sich aus dem Südlibanon zurück, Schebaa-Farmen nach wie vor besetzt.

    2002: Israel belagert den Amtssitz von Yassir Arafat in der Westbank, richtet Zerstörungen an.

    2006: Erneuter Überfall Israels auf den Libanon, um die Hezbollah zu zerschlagen. Über 1000 Tote im Libanon, zumeist Zivilisten, 130 israelische Opfer. Israel zieht sich geschlagen zurück. Erste israelische Niederlage.
    Seitdem: Israel verletzt ständig die Friedensvereinbarungen durch Spionageringe und Überflüge.

    2008/9: Krieg gegen Gaza, um die Widerstandsorganisation Hamas zu zerschlagen.1400 getötete Palästinenser, zumeist Zivilisten, 13 getötete Israelis durch Raketenangiffe der Hamas und friendly fire Israels. Wieder werden Israels Kriegsziele nicht erreicht. Hamas heute stärker denn je.

    Bis heute führt Israel den Krieg gegen Gaza weiter, ermordet Palästinenser durch Raketenangriffe, Verletzung des Luftraums.
    Gezielte Tötungen führender Hamaspersönlichkeiten, zuletzt in Dubai: Mossad ermordet den Hamasführer Makboud.

    Israel betreibt unvermindert illegalen Siedlungsbau, um die Westbank nach und nach ansich zu ziehen. Bau der Apartheitsmauer, um Landraub abzusichern und Widerstand unmöglich zu machen. Überall Checkpoints. Siedler, alle bewaffnet, werden von israelischen Soldaten geschützt, Überfälle auf palästinensische Wohnungen im Morgengrauen, Entführungen und Verhaftungen von protestierenden Palästinensern, 7300 palästinensische Gefangene in isr. Gefängnissen, darunter 300 Kinder und 33 Frauen.

  12. Atheist

    Übrigens auch in der “jungen Welt” von heute ein guter Kommentar zum Thema ‘Verhinderung des Finkelstein-Vortrags’: http://www.jungewelt.de/2010/02-19/057.php.

  13. Relativ schnell haben die Veranstalter jetzt aber doch einen Raum gefunden : der Vortrag wird doch am Freitag um 19 Uhr in der Ladengalerie der Tageszeitung “Junge Welt” stattfinden. An den Einschätzungen zur Rolle und auch zur Charakterfestigkeit der Linken allgemein und der RLS, über Heinrich-Böll-Stiftung und Trinitatis-Gemeinde gar nicht zu reden, ändert das nichts.

  14. Atheist

    Sorry, aber hier ist noch etwas Interessantes: http://www.jungewelt.de/2010/02-19/059.php

  15. Atheist

    Und noch eine Neuigkeit steht am Ende des Artikels in http://www.jungewelt.de/2010/02-19/059.php:
    ‘Norman Finkelstein und die »Jüdische Stimme« erhalten politisches Asyl. Die Gaza-Veranstaltung findet statt am 26. Februar, 19 Uhr, in der jW-Ladengalerie (Torstr. 6, Berlin-Mitte).’

    Dort wird es aber ziemlich eng zugehen, denn mehr als ca. 60…70 Leute passen da nicht rein!

  16. gerina

    @atheist

    hab´auch gerade eine Protestmail versucht zu schreiben und kann Deine Vermutung bestätigen. Eine Absendung ist nicht möglich…
    Ja, das nenne ich feige. Michael Leutert MdB der Linken hat eine Menge Protestmails (s. seine homepage) bzgl. seiner Mobbingkampagne gegen Sahra Wagenknecht, die Peres die Standing Ovation verweigerte erhalten. Er weigert sich bisher dazu Stellung zu beziehen. Auch das ist feige !
    In NRW finden im Mai Landtagswahlen statt. Hier bietet sich die Gelegenheit die Parteimitglieder der Linken auf ihre Haltung zur Kriegspolitik Israels, der Ausladung Finkelsteins u.ä. Sachverhalte und zu befragen und zu konfrontieren.
    Auch morgen werde ich in Berlin , Teilnehmer der Linken Partei auf der http://www.afghanistandemo.de hierzu ansprechen.

  17. Die Fakten mögen stimmen, die Bewertung ist beängstigend verquer: Die Linke muss ihre aufgeschlossene Haltung den Palästinensern gegenüber nicht unter Beweis stellen – ebenso wenig wie ihre kritisch-solidarische Haltung Israel gegenüber.

  18. richard sorge

    Achtung! Liebe Freunde der Volksinitiative und andere Interessenten:

    Norman Finkelstein spricht wegen des Drucks der Israel-Lobby jetzt an neuem Ort:

    In der “Junge Welt”-Ladengalerie, Torstr.06 in 10119 Berlin (Mitte)
    Verkehrsanbindung:U 2 bis Rosa-Luxemburg-Platz oder Tram 2 und 8, Bus 200 und TXL

    Sollte sich das wieder ändern, ich gebe die Info hier bekannt.

    Jetzt sollte man schon aus Prinzip hingehen.

    Gruß an alle im Blog,

  19. richard sorge

    Kurzer Nachtrag:

    Die Veranstaltung mit Finkelstein ist nächsten Freitag, 26.Februar 2010 um 19.00 Uhr

    Ort: siehe oben

  20. andreas

    http://www.steinbergrecherche.com

    Norman Finkelstein und die »Jüdische Stimme« erhalten politisches Asyl. Die Gaza-Veranstaltung findet statt am Freitag, dem 26. Februar, 19 Uhr, in der junge-Welt-Ladengalerie, Torstr. 6, Berlin-Mitte

  21. “Die Linkspartei ist nicht mehr wählbar. Das muss als “Fakt” akzeptiert werden.”

    Alternative?

  22. Lothringer

    Alternative? SPD;-)

    Ich hoffe, daß wir von der Veranstaltung irgendetwas zu sehen bekommen.Bin mal gespannt,wieviele “Gegendemonstranten” mit den Weiß-Blauen Winkelementen auftauchen,antisemitische Parolen brüllen um dies anschließend wieder “SPIEGELverkehrt” zu verkaufen.
    Ich habe leider auf youtube noch keinen Film von der Veranstaltung in Hamburg gefunden,gibt´s da noch etwas? Versprochen ist versprochen….

  23. soapbubbleuniverse

    Zum Thema Zensur würde ich tatsächlich nochmal z.B. Deborah E. Lipstadt lesen (außer es erzeugt aufgrund der Fremdwörter wieder Übelkeit beim Fußvolk… )! Man muss nicht jeden Blödsinn (eg. Finkelstein, Steinberg, Hörstel et al.) überall verbreiten können…
    + Wenn’s schon alles so furchtbar und schrecklich ist: Ich warte immer noch auf die “härtesten Bandagen [, mit denen in HH] gefightet [wurde], um die Meinungsfreiheit abzuschaffen. Mehr dazu in kürze.”
    + Wird der SA-Vergleich nicht ein wenig überstrapaziert? Sobald mal jemand was gegen das hier Genehme unternimmt, ist er sofort SA. Ich langweile mich und möchte das als konstruktive Kritik am Stil verstanden wissen. Da gibt’s doch noch mehr Beschimpfungsmöglichkeiten, denke ich mir, die den Verfasser zumindest noch links aussehen lassen.
    Egal, back to the topic: “härteste Bandagen”, anyone? Man möchte ja gerne von den Erfolgreichen lernen, und wo, wenn nicht in Kurtzcountry :)

  24. Lutz Dorawa

    @fatimaoezoguz

    Alternative? Nein..es gibt z.Z keine wählbare Partei. Auch ein vermeintlich kleineres Übel zu wählen, bleibt dem Anstrich nach immer ein Übel ohne Besserung und Hoffnung auf Linderung der Ursachen. Während andere “kranke Patienten” auf dem Totenbett Platz genommen haben, überlegt die Linkspartei gerade zeitnah, welche Ausstattung sie kaufen muß, um bequem auf dem besagten Totenbett liegen zu können.

  25. @Lutz Dorawa:

    ok, aber Nichtwählen ist doch auch ein Übel, oder? Fragt sich was das geringste ist. Leider stehen weder VI noch Neue Mitte momentan zur Wahl.

  26. @soapbubble

    Finkelstein, Steinberger, Hörstel – alles Blödsinn? Ist ‘Blödsinn’ das, was israelkritisch ist? Ist das die Ebene der Auseinandersetzung?
    Keine besseren Argumente? Buch gelesen?

    Wäre Finkelsteins Buch ‘Die Holocaust-Industrie’ Blödsinn, warum läuft dann die US-Israel-Lobby gegen das Buch Sturm und warum wurde es in den Staaten auf den Index gesetzt – das Buch eines angesehenen jüdisch-amerikanischen Intellektuellen? Gerade, weil es kein Blödsinn ist und den Zionismus als Rassismus entlarvt.

  27. Volksarbeit ist nur noch außerparliamentarisch machbar. Wer sich in den Bundestag begibt, wird schnell Konform mit der herrschenden politischen Strömung.
    Ich denke wir müssen Opposition bleiben und die Menschen dieses Landes wachrrütteln ohne ein politischer Amtsträger zu werden. Die Politikverdrossenheit der Deutschen, würden auch all jene zu spüren bekommen, die mit guten Absichten in die etablierten Parteien einsteigen würden.
    Solange der politische Stand existiert, damit Menschen ihn berühmt machen, ist was falsch in diesem Lande, der Stand muss existieren um dem Volk zu dienen. Und solange sich der Bundestag wie ein Jackpot anfühlt, indem jeder eine Luxusvilla, finanzielle Vergünstigungen und die notwendige Aufmerksamkeit durch die Regenbogenpresse bekommt, sind unsere Politiker nichts weiter als Kasper, die vor Kinder auftreten, die auch nicht nach der Botschaft dieses Kaspers fragen!

  28. Da würde ich schon sagen: Lieber die Linke wählen als nichts

  29. schneeflocke

    @ Frau Oezoguz

    “ok, aber Nichtwählen ist doch auch ein Übel, oder? Fragt sich was das geringste ist. Leider stehen weder VI noch Neue Mitte momentan zur Wahl.”

    Falls Sie meine Meinung diesbezüglich interessiert. Wenn niemand wählen gehen würde, wäre es in meinen Augen kein Übel, sondern eine klare Ansage, bzw. Absage an all die Heuchler an den Hebelchen der Macht.

    Es ist doch eine riesige Verarschung und Heuchelei überhaut von einer Wahl im eigentlichen Sinne zu sprechen, denn eine Wahl bedingt doch, dass ich zwischen verschiedenen Wegen wählen kann und nicht zwischen “zwei Eiern”, die einfach nur in verschiedenen Farben lackiert sind.

    So zu tun, als hätte man eine Wahl, wo gar keine ist, da beginnt für mich nicht nur das Leben mit rosa-roter Brille, sondern bereits der Weg in ein durch und durch Orwell`sches Leben ;)

  30. schneeflocke

    p.s.

    Darüber hinaus gelingt es den “Führern der Entrechteten” auch noch eine echte Legitimation zu erhalten, von denen, die sie zwar auspressen und knechten, die sie aber imer wieder wählen und damit machen die Wähler sich mitschuldig an sämtlichen Folgen!

  31. richard sorge

    Der Irrsinn in der Zensur-BRD nimmt kein Ende:
    Soeben musste ich erfahren, dass der jüdische Schriftsteller und Israelkritiker Norman Finkelstein seine Reise in die BRD abgesagt hat, weil sein Anliegen durch die zu erwartenden zionistischen Proteste in den Hintergrund geraten würde.
    Sehr bedauerlich, aber man muss diese entscheidung wohl respektieren!
    Es ist eine Schande, dass 75 Jahre nach dem Ende des Holocaust einem Juden durch mehrfachen Vertragsbruch das Reden versagt werden sollte, nachdem auch in München 2 Räume gekündigt wurden, weil die dortigen Veranstalter feige vor der Mossad-Israel-Lobby zu Kreuze gekriecht haben.
    Es ist mal wieder eine Schande mit zu bekommen, wie weit die “Meinungsfreiheit” in diesem Land geht…..

  32. Lutz Dorawa

    @fatimaoezoguz

    “”ok, aber Nichtwählen ist doch auch ein Übel, oder? Fragt sich was das geringste ist. Leider stehen weder VI noch Neue Mitte momentan zur Wahl.”"

    Ich sehe das so ähnlich wie Nadi, viele gute Ansätze werden in der parlamentarischen Arbeit einfach weggefegt, abgewürgt. Macht das tatsächlich Sinn? Viele Parlamente in Deutschland agieren im Stil einer Demokratur, d.h Tops und Anträge werden,-nachdem sie die widrigsten Hürden der eigenen Parteien passiert haben,- in Form von Absprachen unter den Parteien über Abstimmungen eleminiert. Das ist eine gültige Praxis in der Parlamentsarbeit. Dazu gesellen sich undurchsichtige Schwätzer-Kandidaten, die nach erfolgter erfolgreicher Wahl urplötzlich ihre eigene Individualität drehen und auf verordneter Parteilinie getrimmt, agieren. Alles schon erlebt und gesehen.

    Die VI besitzt/birgt ein ungeheures positives Potential, über Hörstels Neue Mitte vermag ich nichts zu sagen, da ich sie nicht kenne-außer einen HP-Besuch, der inhaltlich dünn ausfiel..er hat wohl sehr viel um die Ohren-beruflich und familiär, das er nicht die Zeit besitzt, sich um alles und jeden zu kümmern, ähnlich wie Jürgen Elsässer. Von Nichts im Kühlschrank bekommt bekanntlich nichts, Zuwendungen bedeuten/ist eine Anerkennung der geleisteten Arbeit.

    Das die VI immer noch in der außerparlamentarischen wichtigen Position verharrt, ist für mich persönlich nachvollziehbar, strategisch, taktisch und inhaltlich.

  33. schneeflocke

    “Wäre Finkelsteins Buch ‘Die Holocaust-Industrie’ Blödsinn, warum läuft dann die US-Israel-Lobby gegen das Buch Sturm und warum wurde es in den Staaten auf den Index gesetzt – das Buch eines angesehenen jüdisch-amerikanischen Intellektuellen?”

    Auch wen ich das Buch von Finkelstein gelesen habe und mit ihm in vielen darin vertetenen Punkten übereinstimme, ist es dennoch kein Indiz für den Wahrheitsgehalt eines Buches, dass es auf dem Index steht.

    Genauso diese Art von Verallgemeinerung, die immer dann gestattet scheinet, wenns der eigene Meinung entgegen kommt und diese untermauern soll, im Gegenzug dann aber so was brüsk zurückgewisen und abgekanzelt wird, wenn die “Gegenseite” die gleichen Argumente anwendet, machen jeden halbwegs klar denkenden Menschen nicht nur misstrauisch, Herr schnehen.

  34. @Lutz Dorawa

    Hervorragend auf dem Punkt gebracht!

  35. @Richard Sorge

    ‘Der Irrsinn in der Zensur-BRD nimmt kein Ende.’

    Es ist kein Irrsinn. Es macht Sinn für die, die das israelische Regime und seine Verbrechen, z. B. die in Gaza, politisch, diplomatisch, finanziell und moralisch unterstützen: die Finanz- und politischen Eliten der Bundesrepublik, deren Interessen eng mit denen Israels verzahnt sind. Es ist allerdings Irrsinn, wenn die Linke das mitmacht, denn sie schießt sich damit selbst in den Fuß, sie diskreditiert sich.

    Dieser Klüngel da oben möchte nicht, dass sein verwöhntes Hätschelkind im Nahen Osten namens Israel, dem man Atom-U-Boote und anderes Gerät zum Töten schenkt, in ein schlechtes Licht gerät. Man würde dann ja selbst in ein schlechtes Licht geraten. Die rüstungspolitische Interessengemeinschaft könnte Schaden nehmen.

    Um diese Kritik an Israel zu unterlaufen, brauchen sie den ‘einzigartigen’ Holocaust und den ständigen Antisemitismus-Vorwurf, wenn man Israel kritisiert und brauchen sie die Zensur. Denn sie wollen keine offene Diskussion, sie wollen den News-Blackout zu den Geschehnissen in Gaza und in der West Bank beibehalten, weil eine wirklich freie Berichterstattung den Mythos von der Opferrolle Israels zerstören und Israel an der Pranger stellen würde und damit auch seine deutschen Komplicen.

    Alles soll so bleiben wie es ist. Die Rüstungsgeschäfte mit den Zionazis sollen weitergehen.

    Nun kommt aber ein amerikanischer Jude, dessen gesamte Familie, außer die eigenen Eltern, durch die Nazis ausgerottet wurde und entlarvt die Holocaust-Industrie bis aufs Messer, wie man es nicht besser machen kann.
    Kein Wunder, dass sie Angst haben vor dem Buch. Es ist brillant!

    Ich lese das Buch gerade. Ich kann es jedem empfehlen. Alle in der Partei Die Linke sollten es gelesen haben. Es sollte zur Pflichtlektüre in der gesamten Linken erklärt werden. Euch werden die Schuppen von den Augen fallen, i promise!

    Im Einband heißt es treffend:

    “Das Gedenken an den Holocaust hat sich losgelöst von den tatsächlichen Verbrechen und dient als Druckmittel, um Israels Politik gegen jede Kritik zu immunisieren, um die Defizite der USA in der eigenen Menschenrechtspolitik zu verschleiern, um das ‘Shoah-Business’ am Laufen zu halten.”

    (Norman G. Finkelstein, ‘Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird’, Piper 2000)




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