Datenspionage gegen die Schweiz

Die Eidgenossen empört. In Deutschland heftiger Streit. Hintergrundlektüre: Elsässer/Erne, ERFOLGSMODELL SCHWEIZ

Die Staatskassen sind leer, in Griechenland und anderswo droht der Staatsbankrott, auch in Deutschland dräut ein Schuldengebirge – was liegt näher, als auf einem illegalen Fischzug die Banksafes eines soliden Nachbarstaates zu plündern, um die Löcher zu stopfen? Das ist der Sinn der erneut angedrehten Kampgne gegen den Fnanzplatz Schweiz. Aktueller Auslöser sind illegal beschaffte (und damit kaum verifizierbare) Daten von angeblichen Steuersündern, die ihr Geld vor dem deutschen Fiskus in der Schweiz verstecken. Auf Spiegel-Online heißt es dazu:

“Während deutsche Politiker hierzulande noch darüber grübeln, ob die Regierung die Steuersünder-CD kaufen soll oder nicht , ist die Stimmung in der Schweiz klar: “Generell halten wir es für ziemlich schwierig, wenn ein Rechtsstaat illegale Daten verwendet.” Das sagt die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard. Und sie spricht damit offenbar für viele ihrer Landsleute.

Ähnlich äußerte sich Ueli Maurer, der Schweizer Verteidigungsminister. Maurer betonte am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos, sein Vertrauen in Deutschland würde erschüttert, wenn sich der deutsche Staat dafür hergeben würde, “für geklaute Daten zu bezahlen”.

(…) Auch die Bankiersvereinigung läuft Sturm gegen die deutschen Überlegungen. Man erwarte, dass sich die deutsche Regierung “nicht zum Hehler von Diebesgut” macht, zitiert die Online-Ausgabe der “Neuen Zürcher Zeitung” (“NZZ”) den Sprecher der Vereinigung, Thomas Sutter. Er verwies auf die derzeit laufenden Verhandlungen über ein neues Doppelbesteuerungsabkommen der Nachbarländer. Es könnte “für die weiteren Verhandlungen kontraproduktiv” sein, sollte Deutschland nun die Schweiz “unter Druck setzen”, schreibt die Zeitung. “(Ende Spiegel Online)

Der zitierte Verteidigungsminister Ueli Maurer hat auch einen sehr scharfen Beitrag im gerade erschienen COMPACT-Band von Jürgen Elsässer/Matthias Erne “ERFOLGSMODELL SCHWEIZ. Direkte Demokratie, selbstbestimmte Steuern, Neutralität” (160 Seiten, 8.80 Euro, Bestellung über www.compact-reihe.de und info@juergen-elsaesser.de).

Auszug aus Maurers Beitrag in COMPACT:  “Auch hier geht  es um grundsätzliche,  um ganz grundsätzliche Fragen.  Es geht um das Verhältnis zwischen Bürger und Staat. Und damit um die Freiheitsrechte von uns allen. Dazu gehört das Prinzip, dass der Bürger Bürger ist, nicht Untertan. In einem freiheitlichen Staat  wird deshalb die Privatsphäre des Bürgers geschützt. Der neugierige oder gar habgierige Staat  wird zurück gebunden. Es soll einen privaten  Bereich geben,  in welchem uns  der Verwaltungsapparat  nicht  dauernd  über die Schultern schaut.

Aus diesem Grund darf die Polizei  nicht  nach Belieben Hausdurchsuchungen  vornehmen,  aus diesem Grund gibt es ein Arzt-, ein Seelsorge- oder Anwaltsgeheimnis,  aus diesem Grund gibt es ein Brief-, Post  und Fernmeldegeheimnis.  Ich kenne einen Bibliothekar,  der sich zu Recht  weigert, zu sagen, wer von seinen Kunden welches Buch ausgeliehen hat. Das ist sein Berufgeheimnis, das er zu wahren hat.  Und aus dem selben Grund gibt es auch das Bankkundengeheimnis. Diese Schutzrechte des Bürgers haben sich seit Jahrzehnten bewährt.  Sie sichern unsere Freiheit. Sie garantieren Lebensqualität.  Ich warne davor, über Bord zu werfen, was in dunkelsten Tagen und unter noch viel größerem Druck – man drohte uns damals nicht mit Kavallerie, sondern mit Panzerkolonnen und Stukas – erfolgreich verteidigt und aufrechterhalten wurde. Und ich warne davor, die Reaktion des Schweizer Volkes zu unterschätzen. Dies auch im Hinblick auf ein Doppelbesteuerungsabkommen,  das allenfalls dem Stimmbürger vorzulegen ist. Ich habe in der Bevölkerung sehr harte Worte gehört, die ich nicht mehr in der heutigen Realität, sondern nur noch in den Geschichtsbüchern vermutet hätte. Dass Macht vor Recht gesetzt werden soll, beunruhigt uns in der Schweiz. Als Kleinstaat reagieren wir besonders sensibel,  ist es für uns doch letztlich lebenswichtig, dass sich auch die Starken an Verträge, an Abmachungen und an die Gepflogenheiten unter zivilisierten Staaten halten. Der Kleinstaat ist auf das Recht angewiesen,  während der Starke offensichtlich immer wieder versucht ist, sich auf seine groben und großen Fäuste  zu verlassen. Allerdings: Die Verbindlichkeit des Rechts gehört zu unserer abendländischen Kultur; wer hier in Westeuropa stattdessen auf Macht setzt, der verrät seine eigene Tradition.”



  1. Mitleser

    Den Ankauf von geklauten Bankdaten durch die Bundesregierung halte ich ebenfalls für problematisch, um nicht zu sagen, skandalös.
    Mir wäre ein offizielles Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland zum Auffinden von Steuerhinterziehern deutlich lieber.

    Schweizer Banken sollten aber nicht so unschuldig tun. Es gab in der Vergangenheit Hinweise, dass schweizer Banken bei der Steuerhinterziehung durch deutsche und US-Bürger aktiv Beihilfe geleistet haben. Aus diesem Grund halte ich einen gewissen Druck seitens der Bundesregierung für durchaus legitim.

  2. Steppenwolf

    “Dass Macht vor Recht gesetzt werden soll, beunruhigt uns …”

    Das ist im “Kleinen” genau das gleiche Prinzip, das wir leider auch vermehrt in der “großen Welt” beobachten können.

    Dabei wäre es natürlich verlockend, die rechtsstaatlichen Prinzipien hintanzustellen und damit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:
    1.) man würde die klamme Staatskasse füllen und
    2.) man würde der beunruhigten Bevölkerung das Gefühl von Gerechtigkeit und Genugtuung vermitteln, indem sie vorgeführt bekommt, dass nicht nur alles zulasten des kleinen Mannes geht und dass man an ein paar Bonzen ein Opferritual vollzieht.

    Bei genauem Hinsehen zeigt sich aber ein anderes Bild. Die zu erwartenden Steuereinnahmen (ca. 100 Mio.) sind in Wahrheit nur ein Tropfen auf den heißen Stein und das Argument, es würde Steuergerechtigkeit hergestellt, ist scheinheilig und wird durch Affären wie den hessischen Steuerfahnderskandal oder das Mehrwertsteuer-Geschenk für Hoteliers konterkariert. Insofern wäre das (wieder einmal) reine Symbolpolitik.

  3. einfach mal überlegen, was hartz 4 empfänger über sich ergehen lassen müssen! es gibt die pflicht steuern zu zahlen, es wird so getan, als wenn deutschland für die reichen ein hochsteuerland wäre! drei viertel der einkommenssteuer besteht aus lohnsteuereinnahmen, der größte steuerbatzen macht die mehrwertsteuer aus! sozialbeiträge vom ersten cent an, sind das größere problem! dies soll nicht bedeuten, dass z.b. facharbeiter zuviel steuern zahlen! es ist schwierig, mit gekauften daten zu hantieren, da man nie weiß, aus welchen gründen die verkauft werden, z.b. ausschaltung von konkurrenhz bzw. zumindestens deren anschwärzung! verschwindet der zins aus der wirtschaft, ist es möglich, mit weniger steuern mehr zu ereichen!da heute jede schuld mehrfach beglichen werden muss! übrigens auch im hinblick auf die dritte welt! es lagern in schweizer banktresoren auch die gelder von drogenbaronen und diktatoren, dies ist auch nicht zu vergessen!

  4. Troy McLure

    Eine Frage, die bisher noch nicht aufgetaucht ist, finde ich recht interessant:
    Wer oder was für eine Gruppe ist denn das, die sich die sensitiven Daten angeeignet hat und versteigern will? An solche Info kommt ja nicht jeder einfach so heran. Wenn sich Schweizer Politiker offen gegen diesen ankauf aussprechen, bedeutet das womöglich, daß sie gegen die Händler trotz geltendem Recht nicht vorgehen können?

  5. Toringo

    Möglicherweise soll nur Stimmung gegen die Schweiz gemacht werden. Letzten Endes wird man sie in die EU pressen wollen.

    Möglicherweise gibt es die CD mit den Daten doch gar nicht. So etwas vorzutäuschen, ist doch ein leichtes für Geheimdienste.

  6. me.

    http://www.ksta.de/html/artikel/1264185798134.shtml

    Man kann da in alle Richtungen denken und verstehen.
    Sowohl in die Richtung der Linken als auch in die der Konservativen.
    Die Einen die die “Asche” wieder haben wollen und dabei bereit sind Leichenfledderung zu begehen-nämlich an der des Datenschutzes.

    Die Anderen verweisen ein bisschen auf den Datenschutz, sagen das eben solch ein Vorgehen kein guter Staatsführungsstil wäre und sich dem Verdacht aussetzten evtl. die Mehrheit derer zu vertreten die in dem Alpenland Geld geparkt haben.

    Vermutlich haben beide Klientel in der Schweiz Vermögen günstig geparkt.
    Und beide machen auch kein Federlesens wenn es um die Ausspionierung des Bürgers geht.
    Beispiele findet jedeR.

    Ein Teil der Leute werden in Zukunft eben ihr Geld auf den “Pirateninseln” parken.
    Und nicht mehr in der Schweiz.
    Kapital ist so untreu wie fließendes Wasser.

    Wäre das ein Vorurteil für Europa?
    Für die Briten vielleicht schon.
    Siehe Artikellink oben.

    Der kleine Mann ist gespalten. Die einen wollen die “Falschparker” “hängen” sehen.
    Die anderen sind dagegen wollen die Begründung aber eindeutig auf den Datenschutz gelegt wissen.

    Den geklaut sind diese Daten, ob diese jetzt lanciert wurden (um sich Wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen durch “Verbrannte Erde”) oder ob es sich lediglich um die Bereicherungswünsche eines “Einzeltäters” handelt.

    Datenschutz für alle. Keine Schnüffelstaat.
    Das System ist das Problem.

    Vor X-Jahren sagte die Deutsche Bank:
    50 Millionen sind Peanuts.

    100 Millionen sind eben zwei Peanuts.
    Man denke an die Subventionen von Privatbanken.

    PS: Das neue Buch über die Schweiz hilft hier einiges zu verstehen. Gutes Buch.
    Hilft der Völkerverständigung.

  7. me.

    :)
    meinte -Vorteil- für Europa, nicht -Vorurteil- für Europa.

    scusi

  8. Lutz Dorawa

    Datenspionage gegen die Schweiz..oder ein Brandsatz versehen mit Brandbeschleunigern..unangenehm, einfach ein fieses Thema insgesamt.

    Während Ueli Maurer die “europäische Klientel” in der Schweiz unter dem Mantel des Post/Brief/Fernmelde- und dem Bankgeheimnis im Namen des selbstverständlichen Bürgerrechtes für eigentlich ” Jeden”, zu schützen versucht, läuft dieser Vorstoß/Schritt zum Schutz des europäischen Bürgers vor dem Staat in die richtige Richtung, ist aber moralisch vor dem einfachen Arbeiter oder Arbeitnehmer nicht zu verantworten. Natürlich muß darauf verwiesen werden, das Deutschland vor Jahren die Möglichkeiten besaß,- gegen die vermeintlichen und echten Steuersünder vorzugehen,-auch die Möglichkeit nicht wahrgenommen hat, alle Steuerschlupflöcher zu schliessen. Wer erinnert sich nicht an die CDU-Sonderkontenabteilung, dem Stiftungswesen in der Schweiz und dem ..sarkastisch ausgedrückt “Nichtwisser Koch” zur Spendenaffäre. Zynisch ausgedrückt müssen Anschubfinanzierungen zum gemeinsamen Krieg mit Israel gegen den Iran gewährleistet sein, also Blendwerk und reine Symbolpolitik. Und wie der Zufall es gerade will, schwebt über diesem Verfahren ein jahrelang geführter Wirtschaftskrieg mit den Drehscheiben Zürich, Genf, New York und London als Mittelpunkt des Geschehens.

    Das Thema ist schwer zu verdauen..ich beiße mir an diesen harten Pizza z.Z wirklich die Zähne aus..obwohl jeder Bundesbürger das Recht zustehen sollte, für was er Steuern zahlt und wo für die Steuern tatsächlich verwendet werden dürfen…….ich muss das ganze erstmal verarbeiten….

  9. me.

    Wie peinlich, der Link auch ist nicht der richtige gewesen.
    Tatütata↓ der hier ist es.

    http://www.n-tv.de/politik/Steuersuender-CD-kommt-von-HSBC-Bank-article705554.html

  10. Troy McLure

    Hallo me,
    habe den Link gelesen, den du zuerst gepostet hast, der ist so unaufschlußreich gar nicht!
    Es sieht ganz so aus, als wollen bundesdeutsche Behörden wieder mal Schützenhilfe für den Großen Bruder jenseits des Atlantik leisten, denn ursprünglich geht es ja um die Folgen der Schweizerischen Weigerung, automatisch Daten den US-Behörden zugänglich zu machen.
    Eigentlich ist die moralisch beeinflußte Diskussion um die Art und Weise des Daten Erlangens etwas falsch und überholt, denn dann hätt man vor Jahren nicht 5 Mio für die Liechtensteindaten bezahlen dürfen.
    Ist der Ruf erst ruiniert…
    Zurück zur Situation in den USA. Kennt Ihr Aaron Russo? Der zeigte auf, daß wenigstens in den USA die Einkommenssteuer nicht für soziale Programme wie Schulbau und -restauration etc. verwendet werden.
    http://video.google.de/videoplay?docid=-2944018862821391727#
    Nehmt euch Zeit, der Film ist lang.
    Bei uns gibt es den Bund der Steuerzahler, deren Vorsitzender ein Neoliberaler Wirtschaftsprof. ist, welcher die Steuern für seine Klientel schleifen will.
    Man müßte a) erkunden, ob es hier mit der Verwendung de Steuern anders ist als overseas, und b) warum wenigstens scheinbar vom BdSz sich noch niemand dazu geäußert hat.
    Lutz Dorawa gebe ich nur teilweise Recht -die Debatte wird, wie im Falle Iran, mit falschen Schlagwörtern in die falsche Richtung gelenkt. Welche Behörde der BRD sollte denn die Möglichkeit gehabt haben, Steuerschlupflöcher auf den Caymans oder den Ärmelkanalinseln zu schließen. Hier sei daran erinnert, daß jene Inseln Eigentum der Brit. Royals sind. JE weis darauf vor Monaten schon hin.
    Was kommt als nächstes? Online-Durchsuchung wg. Kipo-vorwurf war gestern, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft sagt: anders gehts heute nicht mehr in bestimmten Fällen…
    Wurde die polit. Immunität des Hrn. Tauss aufgehoben?
    Entweder er hatte mitgespielt, man gab ihm Zeit, die Filme zu entsorgen, oder er hatte keine, hat dennoch mitgespielt…
    Auf asr hieß es schon, die Piraten wollen sich der Linkspartei andienen, weil sie bestimmte Aussagen und Stellungnahmen extra ausklammern, trotz ihres Engagements gegen Bodyscanner, dieses nur einseitig begründen.
    Wehret den Anfängen! Wegen des ungenauen Bezuges läßt sich dieser Spruch auch hier verwenden.
    Mes 2. Link macht es deutlich, bei der HSBC gibts/gabs Leute, die ganz schnell noch sich als Kronzeugen wo heraus kaufen wollen. Um sich darüber ein umfassendes Bild machen zu können, muß man aber ein paar Jahre in der Geschichte der HSBC zurück gehen, Charts mit politischen Ereignissen vergleichen.

  11. Troy McLure

    “Unrecht Gut gedeihet nicht!” wird Kindern von erwachsenen Christen eingebläut. Stets gibts zur altertümlichen Formulierung noch den winkenden Zeigefínger und den besorgten Blick mit dazu.
    Doch wehe den, die Wasser predigen und selbst Wein trinken!
    Mitunter hieß es auch von solch moralisisierenden Erwachsenen, der Heeler sei schlimmer als der Stehler…
    Der n-tv-Artikel ist sehr lesenswert – im Grunde hat sich die bundesdt. Polizei schon lange von rechtsstaatlichen Prinzipien verabschiedet. Daß 1mit den Händen auf den Rücken gefesselter Afrikaner sich in einer Dessauer U-Haftzelle seine Matraze anzündet, am Rauch erstickt und die betreffenden Beamten nach 5 Jahren wegen Mangels an Beweisen freigesprochen werden, oder Bewährungsstrafen erhalten, ist nur ein anderer Aspekt auf dem weiten Feld.

  12. gantenbein

    1. Strafverfolgungsbehörden sind zunächst grundsätzlich verpflichtet, Hinweisen auf Straftaten nachzugehen. Diese Verpflichtung ist Kehrseite des staatlichen Gewaltmonopols.
    2. Der Ankauf von Bankdaten stellt weder einen Diebstahl noch Hehlerei dar. Taugliches Tatobjekt beider Delikte ist eine Sache. Sachen sind körperliche Gegenstände. Daten sind keine Sachen. Allenfalls der Datenträger (etwa die CD-ROM) ist taugliches Tatobjekt.
    3. Wer sich über die Person des hier offensichtlich hoch im Kurs stehenden Ulrich Maurer (für Parteifreunde und den Mainstream auch „Uerli“) ein Bild machen will, kann sein Abstimmungsverhalten im Nationalrat unter http://www.sotomo.geo.unizh.ch/spider/nr/2310.html nachvollziehen. Sehen so unsere neuen Verbündeten aus?

  13. gantenbein

    Entschuldigung! In meinem obigen Beitrag muß es heißen:

    „2. Die Beschaffung der Bankdaten (durch den Informanten) bzw. der Ankauf der Daten (durch staatliche Stellen) sind weder Diebstahl noch Hehlerei“.

    Und der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport wird von Freunden und Mainstream – seltener auch von seinen politischen Gegnern – Ueli und freilich nicht Uerli genannt.

  14. Klaus Landfried

    Der deutschen Regierung ist jedes Mittel “recht”, um die Bürger einzuschüchtern. Man faselt von Gerechtgkeit, um die sinkende Begeisterung für Mutter Angela zu heben, und verstößt grade mal so gegen das StGB. Oder nach dem heute nicht mehr so oft gelesenen Bruder Ignatius (de Loyola): der für gut erklärte Zweck heiligt die Mittel. Beim doch etwas mehr Heiligen Augustinus (noch länger her..) findet man den simplen Satz, dass Staaten bzw. Regierungen, die sich nicht ans Gesetz halten und die Bürger ausnehmen, nichts seien als “Räuberbanden”. Es gäbe andere Wege, als geklaute (echte?) Daten für die Suche nach Steuerflüchtlingen zu kaufen. Wieso soll das keine Hehlerei sein? Weil die BMF Leute ihre Taten beichten können? Oder weil es, dank Mutter Angelas heute rausgestaxtem Bekenntnis, eine Art von Befehlsnotstand ist? Wenn man sich ansieht, wie und wo dieser Staat unsere Steuern ausgibt, träumt man bald von einem neuen Robin Hood, der sich gegen den Geld verschwendenden Bürokratiemoloch im Dienste von Dilettanten und fremden Mächten wendet..

  15. Troy McLure

    Hallo Gantenbein,
    man muß wohl davon ausgehen, daß die Einschätzung hinsichtlich der Daten nicht (nur) Ihre persönliche, sondern die E. der zuständigen Behörden ist?!
    Was außenpolitische Öffnung im Falle der Schweiz
    bedeutet, hat Isreal Finkelstein ganz gut beschrieben,oder nehmen wir die SWIFT-Debatte.
    http://www.volks-initiative.info/2009/08/09/swift-rechenzentrum-und-lissabon-vertrag/
    Da macht der Hr. Maurer es im Sinne seiner WählerInnen richtig.
    Der “Geld verschwendenden Bürokratiemoloch” ist hingegen Teil der Stimmungmache der Deregulierer, die die eigene Verwaltung in den Unternehmen als effektiv arbeitende Strukturen begreifen und darstellen wollen. Lest mal Galbraith.

  16. Troy McLure

    Hi Hi, egal wie weiträumig BND und andere ihr Gewaltmonopol und damit verbundene Privilegien auslegen: nach einem von Schäubele und Co. als konstruktiv bewertenten Telefonat mit dem Schw. Finanzminister sagt dieser das dazu:
    “…Aus Schweizer Regierungskreisen
    verlautete jedoch, Merz habe
    jede Amtshilfe auf Basis gestohlener
    Kundendaten ausgeschlossen.”
    Es ist jetzt ca. 30 Jahre her, daß ein Demonstrant von einem Wasserwerferwagenfahrer in Berlin West überrollt wurde. Da gabs auch Versetzung und evtl. Bewährung, so weit ich mich erinnere.
    Zum staatlichen Gewaltmonopol auch das hier:
    http://www.radio-utopie.de/2009/03/21/nach-winnenden-amoklauf-von-dummpresse-und-bundesregierung/
    So wird jenes monopol ausgebaut.

  17. Lutz Dorawa

    @ Troy McLure

    Stimmt..Nebenpfade können in das Abseits führen.

    Illegales mit Illegalen Methoden bekämpfen zu wollen, darf nicht zum Leitruf der Gewaltenteilung werden. Würden Datenschutzgesetze aus diesen angesprochenen Vorfällen minimiert werden, trifft es automatisch über neue gesetzliche merkwürdige Regelungen auch die Kleinen, den Bürger. Wir hätten dann einen allmächtigen Staat, ein Monster.

    Warum hat der Staat vor Jahrzehnten kein fettes “P” davor gesetzt? Passt alles zur hiesigen Kontrollagenda…




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