Lafontaine ohne Oskar
Comeback mit Abstrichen an der eigenen Identität
Das Wichtigste zuerst: Oskar ist gesund! Und er hat sich durch den Krebs ebenso wenig unterkriegen lassen wie durch die Hyänen in der eigenen Partei, die auf seinen Kadaver warteten. Gottseidank! Glückauf, der Steiger kommt zurück!
Von seinen neoliberalen Gegnern in der Partei hat er weitere neutralisiert: Vor zwei Jahren die Dresdner Privatisierungsgang um Christine Ostrowski, 2009 irgendeinen Berliner Abgeordneten (dessen Name man nicht kennen muss) und die EU-Freunde Andre Brie und Sylvia Yvonne Kaufmann, nun zu Jahresanfang Dietmar Bartsch und Bodo Ramelow. So erfreulich diese Personalia sind, so skeptisch bin ich über die Aussichten einer “lafontainistischen” Erneuerung der Partei: Das Zurückdrängen der EU-Fans hat z.B. das Profil der Partei gegen den Lissabonner Vertrag nicht deutlicher gemacht.
Das Problem scheint mir zu sein, dass von den drei Hauptströmungen – Linksradikale v.a. im Westen, Neoliberale v.a. im Osten, Gewerkschaftliche Mitte – nur letztere inhaltlich voll hinter Lafontaine stehen. Diese Strömung – u.a. noch Klaus Ernst, Uli Maurer – ist aber personell zu schwach. Für die Mehrheitsfähigkeit ist sie auf Bündnisse angewiesen. Wird, wie in den genannten Fällen, gegen neoliberal gepunktet, kann das nur im Bündnis mit den Linksradikalen klappen. Nur: Die Linksradikalen sind ebenso politisch-korrekt wie die Neoliberalen. Klima-Lüge, Gender Mainstreaming, Offene Grenzen – das bringen sie sogar noch härter.
Im Bündnis mit den Linksradikalen verliert Lafontaine sein Alleinstellungsmerkmal: Dass er als einer der wenigen Linken immer die nationale Frage aufgeworfen hat und damit auch Nicht-Linke erreichte. Anfang der achtziger sein pronocierter Anti-Amkerikanismus (“Angst vor den Freunden”), Anfang der neunziger sein Plädoyer gegen offene Grenzen (Änderung des Asylrechts UND, das wird gerne vergessen, seine Polemik gegen “volksdeutsche” Aussiedler), seine Ablehnung des Euro 1997/98.
In seinen prorammatischen Thesen aus der gestrigen Rede (s.u.) fehlt solcher Zündstoff. Das ist alles richtig, aber alles brav links. Am besten noch die Top-Priorität für Volksentscheide (Punkt 2). Aber wie soll das alles durchgesetzt werden, solange die BRD Mitglied in der neoliberalen EU bleibt? Jeden zweiten Punkt wird der EU-Gerichtshof kassieren – als Verstoß gegen die Wettbewerbsfreiheit. Was nützt der Mindestlohn, wenn der sprichwörtliche “polnische Klempner” als Scheinselbständiger kommt und hier die Mittelständler unterbietet? Die EU macht nur Sinn als Kerneuropa, wie ursprünglich gedacht. Durch die Hereinnahme Polens etc., erst recht der Türkei, werden alte und dazukommende Staaten gleichermaßen zerstört.
Am schwächsten Oskars Punkt 7 zur Außenpolitik. Geht es noch unverbindlicher? Warum kann man nicht sagen: Friedenspolitik und Völkerrecht erfordern den Bruch mit der US-Politik, die Schließung der US-Stützpunkte in Deutschland oder wenigstens den “gaullistischen” Austritt aus der militärischen Struktur der NATO? Das wären Forderungen, die – seltener Glücksfall – nicht nur radikaler, sondern auch populärer wäre als unverbindlichere Formulierungen. Und es wäre “typisch Oskar” – läge auf seiner alten Linie. Lafontaine ohne Oskar aber ist wie Zwiebelrostbraten ohne Zwiebel – macht satt, aber schmeckt nicht so lecker.
Nun könnte man sagen, die Wahlen werden innenpolitisch gewonnen, v.a. über Wirtschaftsfragen, Außenpolitik kann man ignorieren. Dem widerspricht das Beispiel Willy Brandt, der 1972 das beste SPD-Ergebnis über die Verteidigung der Ostverträge eingefahren hat. Und dem widerspricht das Beispiel Möllemann, der im Sommer 2003 mit einem Nahost-Flyer in jedem NRW-Briefkasten die Wahl gewinnen wollte. Egal, was man sonst von ihm denkt, eine Nase für populäre Themen hatte er. Deswegen wurde er ja auch ausgeschaltet. Aber das könnte Oskar ja besser anstellen … Ich bin auch sicher, dass er noch einiges in der Hinterhand hat. Insofern ist das oben Gesagte auch gar keine Kritik an ihm … Der Mann musste ja erstmal wieder auf die Beine kommen, und das hat er super gemacht.
So, nun Oskars 11-Punkte aus der heutigen jungen Welt.
1. Wir halten daran fest, daß eine Demokratie eine Gesellschaft ist, in der sich die Interessen der Mehrheit durchsetzen.
2. Das parlamentarische Regierungssystem muß deshalb durch Elemente direkter Demokratie ergänzt werden. Der Volksentscheid ist das geeignete Mittel.
3. Parteispenden von Unternehmen, Unternehmerverbänden, Banken und Versicherungen müssen gesetzlich verboten werden. Die Millionenspende an die FDP als Belohnung für die Mehrwertsteuerreduktion im Hotelgewerbe spricht Bände.
4. Kein Parlamentsmitglied darf während der Ausübung des Mandats auf der Lohnliste eines Unternehmens oder Wirtschaftsverbandes stehen.
5. Der politische Streik ist für Die Linke, wie in vielen Staaten Europas, ein Mittel um Fehlentscheidungen des Gesetzgebers wie Rente mit 67 oder Hartz IV zu korrigieren.
6. Die Linke nimmt keine Spenden von großen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden und verlangt von ihren Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern während der Ausübung des Mandates nicht auf der Lohnliste von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden zu stehen. Für wichtige politische Fragen und Richtungsentscheidungen sieht die Satzung den Mitgliederentscheid vor.
7. Krieg ist kein Mittel der Politik. Das Völkerrecht ist die Grundlage der Außenpolitik.
8. Die Eigentumsfrage ist die Grundfrage der Demokratie. Das Eigentum soll dem zugesprochen werden, der es geschaffen hat. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) legt fest: »Wer durch Bearbeitung oder Umbildung eines oder mehrerer Stoffe eine neue bewegliche Sache herstellt, erwirbt das Eigentum an der neuen Sache.« Die Mitarbeitergesellschaft ist das Unternehmen der Zukunft.
9. Alle Bürgerinnen und Bürger sind vor dem Gesetz gleich. Der Rechtsstaat muß sozial werden. Ein Gerichtsverfahren über einen höheren Streitwert kann die Mehrheit der Bevölkerung wegen der geltenden Gebührenordnung nicht bezahlen. Heute gilt: Das unerlaubte Aufessen eines Brötchens führt zur Kündigung, die Veruntreuung von Milliarden wird mit Millionenabfindungen belohnt.
10. Die sozialen Sicherungssysteme müssen in staatlicher Regie bleiben. Die Beitragsbemessungsgrenzen sind aufzuheben. Generaldirektor und Pförtner müssen von ihrem Einkommen prozentual den gleichen Beitrag zur Sozialversicherung leisten.
11. Das Steuerrecht muß sozial werden. Beispiel: Pendlerpauschale. Wir fordern eine zu versteuernde Direktzahlung an alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, um auch die Niedrigverdiener zu unterstützen, die keine Steuern zahlen.









<a
Januar 20, 2010 at 16:17
Gut gut – Du hast wie meistens inhaltlich recht. Aber Du bist ja auch kein Politiker, sondern ein Agitator. Oskar Lafontaine muß, wenn er sich halten will, schon nach Verbündeten suchen. Sonst hätte er gleich einen ganz neuen Laden aufmachen können. Wäre ja vielleicht richtig gewesen, aber auf Massenebene gibt es da noch nichts zu holen. Im MOment muß er sehen, daß er sich hält und daruf vertrauen, daß in der nächsten Welle der Krise die “modernen” Blütenträume von selbst vergehen. Ich finde, er macht das ordentlich. Inhaltlich weiter gehen müssen eben wir.
Januar 20, 2010 at 16:30
1.) Was besseres gibt’s z.Z nicht. O.K
2.) Sehe ich auch so.
3.) Siehe Punkt 1
4.) Siehe Punkt 1
5.) Wir müssen ‘Französisch’ reden. Gut so.
6.) Siehe Punkt 1
7.) J.E. :”Warum kann man nicht sagen: Friedenspolitik und Völkerrecht erfordern den Bruch mit der US-Politik, die Schließung der US-Stützpunkte in Deutschland oder wenigstens den „gaullistischen“ Austritt aus der militärischen Struktur der NATO?”
Weil Oskar Lafontaine, im Gegensatz zu Charles de Gaulle über keine SAC verfügt und auch keinen Charles Pasqua hat.
Das wäre Selbstmord. CIA und NATO haben an die 40 Mordversuche auf de Gaulle versucht.
8.) Verbesserungsbedürftig
9.) bitte Radikaler
10.) Richtig.
11.) Ist das alles?
grüsse
Info:
Zu de Gaulle, CIA, NATO und Früchtchen Sarko
http://www.voltairenet.org/article157870.html
Januar 20, 2010 at 16:31
@ Jürgen Elsässer:
jetzt versuchst Du aber Sachen rein- bzw. rauszuinterpretieren.. Oskar ist immer noch im Prozess der Genesung (wobei ich ihm alles Gute wünsche). Zänkerei wegen Pippifax kann man da garnicht gebrauchen.
Er mußte auch beweisen, daß er als Vorsitzender immer noch die Partei vereinen und führen kann. Diese Rede ist IMHO deshalb als Voerbereitung zu seiner erneuten Kandiatur zum Vorsitz zu werten. Als Co-Vorsitzende würde ich mir Gesine Lötzsch wünschen. Die kann auch sowas von fies und knallhart sein in Diskussionen mit Regimevertretern
Oskars Arzt war bestimmt nicht begeistert, daß er jetze eine Rede halten wollte. Der Druck ist immer noch sehr groß und er stellte sich ihm. Ich hoffe jedenfalls sehr, daß er wieder kandidert und finde die Rede gut, und verzichte angesichts seiner Genesung von der Operation und der Personalquerelen auf meine persönlich Wunschliste.
Mich persönlich hat Oskar’s Politik aus einer jahrelangen politischen Resignation herausgerissen und mich zum Eintritt in DIE LINKE bewegt. Deswegen ist und bleibt er für mich ein besonderer Politiker der Linken. Jemand der Glaubwürdigkeit, Standhaftigkeit und Grundoptimismus vermittelt, der Mut macht, dadurch daß er den Angriff wagt in einer Zeit, in der die Werktätigen und die Armen an fast allen politischen Fronten auf dem Rückzug sind. Man muß nicht immer alle provozieren, es reicht, daß die Vertreter des Regimes schon wieder schaum vor dem Mund haben, blos weil er da ist und sagt was Sache ist.
Januar 20, 2010 at 17:46
Ich nochmal:
Punkt 10)
Wenn die Linke auf breiter Linie punkten will, dann zuforderst mit dem Gesundheitssystem.
Das muss aber deutlichst unterstrichen werden.
Deutlicher als unter Punkt 10, wollte ich noch anfügen.
Nur 10 Mio sind Privat versichert.
Der Rest kann sich schon mal langsam warm anziehen, wenn’s nach der FDP geht.
Januar 21, 2010 at 14:46
deutschland krankt daran, dass die sozialen sicherungssysteme zur finanzierungsbasis gesamtgesellschaftlicher aufgaben wurden.soziale sicherheit über steuern wäre gerechter und im trend sozialwissenschaftlicher forschung! dänemark sollte vorbild sein! auch die fh-tussi der arbeitsagentur sollte mit in die finanzierung der arbeitslosenunterstützunh genommen werden! am besten wäre ein bürgergeld, selbst das fdp modell wird befreiend, weil die ba zürückdrängend!ein bedingungsloses grundeinkommen wäre mehr als demokratie-stabilisierend. eine bürgerpauschale muss nicht unbedingt kalt und ausgrenzend sein. privatisierungen führen in deutschland nicht zum abbau der beamtenquote, sondern zu einem abbau des öffentlichen dienstes- einmalig!!!!!!wer über manager reden will, darf über die privilegien der beamten nicht schweigen(die dürfen gerne ein streikrecht haben).
Januar 21, 2010 at 16:04
@ ribi: hier stimmen wir überien. wenngelcih die Lösung der angesprochenen Problem niocht das Ziel, sondern nur der erste Schritt sein kann.
Januar 21, 2010 at 22:37
Zum Krankheitssystem eines Kranken Systems – lesenswert:
http://www.jungewelt.de/2010/01-22/038.php
Januar 22, 2010 at 12:38
@ Chris Sedlmair
100 Punkte für den jungewelt Artikel.
Genau so isses.
Die ganzen Zusatzbeträge der KK die jetzt, nach und nach, unseren Netto-Verdienst schmälern werden wären unnötig, wenn dieser Pharmalobbyismus abgestellt würde.
Und das bezieht sich nicht nur auf überteuerte Medikamente.
Und insofern kann man Lafontaines 11 Punkteplan als Bestandteil des Kampfes gegen Lobbyismus sehen.
Was ist eigentlich mit
Barack [BabyDoc] Obama? Er wollte doch den Lobbyismus bekämpfen. Passiert da was?
Pharmamafia
↓
Januar 22, 2010 at 14:28
chris: gut! ja, kann sein, das dies erstmal ein anfang wäre, es ist aber mehr als kriminell, wenn die selben figuren, die unsdies einborgten, so tun, als wäre der arbeitslose durchgehend faul, unfähig, alkoholkrank etc! ich bin kein anhänger des 70-jahre beitragsystems, ich erinnere an an scheunemann, der sehr gut auf seiner seite darlegt, warum steuern gerechter sind! die argumente von butterwegge, geissler, blüm, müller etc. teile ich nicht! ich weiß nicht, ob es ein recht auf faulheit gibt, wahrscheinlich nur für kapitaleigner, jedenfalls gibt es eins auf würde! der mittelstand in deutschland ist am brutalsten in seiner ablehnung arbeitloser menschen, klar: steht denen auch irgendwann bevor! in den usa, jürgen beschreibt dies in seinem heuschreckenbuch, aber auch der klimahype erinnert daran, ist die deindustrialisierung mehr als im gange- teilweise abgeschlossen! lösungen müssen da ansetzen, wo es bestimmten kreisen weh tut! protektionismus, zinsabschaffung(kein anti-semitisches thema, warum auch, israel ist stark verschuldet!?- da lobe ich sogar islamische banken, erhöhungen sozialer leistungen, aber abschaffung von idiotenkursen,bürgergeld, wahrscheinlich sind zölle zu errichten, lief vor einigen jahren unter dem slogan “regionalisierung statt globalisierung,” traurig, dass deutsche unternehmen praktisch noch mehr in freihandelauswüchse involviert sind als die amis!zur privatisierung, um nicht mißvesrtanden zu werden: es ist in ordnung, wenn es mehr privatschulen gibt, es sollten aber mehr die von wohlfahrtsverbänden geforderten bürgerschulen sein, nicht schloss grafenstein etc.!zum krankensystem. ich sage zwar, dass das bürgerprämienmodell s. schweiz, nicht unbedingt unsozial werden muss, es ist aber auch möglich, eine sozialsteuer wie in england oder italien zu erheben! kann die jungewelt leider nicht online lesen, kaufe sie manchmal, wenn ich in der nächsten großstadt bin am bahnhof!
Januar 22, 2010 at 14:34
chris: habe noch vergessen zu fragen! wie erklärst du dir das festhalten der linkspartei an der reinen beitragsfinanzierung? liegt dies daran, dass die glauben, damit wären kürzungen besser auszuschließen, die wirklichkeit bestätigt dies leider nicht! soviel mir bekannt ist, würde eine erwerbstätigen-bürgerversicherung vor dem problem stehen, dass beamte oder bestimmte selbstständige mit eigenen sicherungssystemen nur integriert werden können, wenn sie beruflich neu anfangen! das steuermodell-dänemark etc- wäre so besser, weil dann auch altgediente beamte mit zur sozialen sicherung beitragen müssten! wieso man in zeiten offener und versteckter arbeitslosigkeit noch so gegen die menschen hetzt, ist mir mehr als schleierhaft!besonders der kollege ernst ist ja so ein vertreter des alten beitragsmodells!
Januar 22, 2010 at 20:17
Die Linke ist keine Alternative!
Die finden es sogar noch gut, dass Arbeiterkneipen am Fliessband schliessen wegen dem Rauchverbot.
In England schliessen PRO WOCHE 57 PUBS, wegen des strikten Rauchverbots.
Lasst doch die Arbeiter ihr Bier und die Zigarette nach dem Malochen geniessen, ist doch so gesellschaftlich so enorm wichtig.
Sonst grenzt man immer mehr Leute aus dem System aus. Oder wollt Ihr alle nur noch in Ketten wie Starbucks, McDonalds (I’m lovin it!) etc. “einkehren??
Die Solidarität der Gesellschaft bricht damit auseinander. Nur weil Hitler ein hysterischer Antiraucher und Vegetarier war, müssen wir es ihm nicht gleich tun.
Lasst doch allen Leuten die Wahl, dann haben wir Frieden und Solidarität.
Januar 23, 2010 at 01:49
>Wird, wie in den genannten Fällen, gegen neoliberal gepunktet, kann das nur im Bündnis mit den Linksradikalen klappen. Nur: Die Linksradikalen sind ebenso politisch-korrekt wie die Neoliberalen. Klima-Lüge, Gender Mainstreaming, Offene Grenzen – das bringen sie sogar noch härter.
Im Bündnis mit den Linksradikalen verliert Lafontaine sein Alleinstellungsmerkmal: Dass er als einer der wenigen Linken immer die nationale Frage aufgeworfen hat und damit auch Nicht-Linke erreichte. Anfang der achtziger sein pronocierter Anti-Amkerikanismus (“Angst vor den Freunden”), Anfang der neunziger sein Plädoyer gegen offene Grenzen (Änderung des Asylrechts UND, das wird gerne vergessen, seine Polemik gegen “volksdeutsche” Aussiedler), seine Ablehnung des Euro 1997/98.<
Das ist von J. E. mal wieder genau auf den Punkt gebracht.
Lafontaine ist eigentlich in der Linkspartei (auch als Parteivorsitzender) nur noch eine Art "Galionsfigur" und Garant für Wählerstimmen, aber die politische Hauptrichtung bestimmen andere, und zwar genau die von J. E. oben genannten – die ich allerdings auf der einen Seite eher "linksalternativ/linksradikal" und auf der anderen Seite eher "linksbürgerlich"/linksgrün" nennen würde … offen "neoliberal" wie z. B. die FDP und der Öko-Yuppie-Flügel der Grünen aufzutreten, kann sich in der Linkspartei sowie auch in der SPD (noch) niemand leisten.
Januar 23, 2010 at 15:09
@Oskar: Sein Rückzug ist menschlich verständlich, aber trotzdem ein schwerer Schlag für die LInke und die ganze politische Landschaft. All den unterbelichteten Medienhuren, die ihn Jahrzehnte lang mit Dreck bewarfen, prophezeie ich, dass man in 50 Jahren ihre Lieblinge Westerwelle und Guttenberg längst vergessen haben wird, während man Lafontaine als prägende Figur unserer Zeit anerkennen wird. In der Linken wird man ihn in einem Atemzug mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg nennen.
Januar 25, 2010 at 15:20
@Steppenwolf
Einfach nur “Nein”! Oskars Funktion war eine andere, ähnlich dem “Rattenfänger von Hameln”.
Januar 27, 2010 at 16:47
Guter Artikel von Tomasz Konicz
Lafontaine weiß 100% von was er in Punkt 3,4+6 spricht.
Das System Demokratie ist in den USA im Eimer. Völlig kaputt. Ende.Aus.Amen.
»Du wirst keine Senatoren mehr aus Kansas oder Oregon haben, du wirst Senatoren von Exxon oder Wal Mart haben. Vielleicht werden wir Unternehmenslogos tragen müssen, wie die Fahrer der Nascar-Rennserie.«
http://www.jungewelt.de/2010/01-27/001.php