… eröffnet die nächste Front im Weltkrieg gegen den Islam
Mein aktueller Artikel für islamische-zeitung.de (Auszug)
Jürgen Elsässer
Unterhosen-Bomber unter falscher Flagge
Ein Terror-Früchtchen eröffnet die nächste Runde im Weltkrieg gegen den Islam
In den Nuller Jahren haben wir uns an manches gewöhnen müssen. Mit der Behauptung, Osama und die 19 Räuber hätten in einer Felsenhöhle am Hindukusch den 11. September 2001 geplant, wurde der immerwährende Krieg in Afghanistan entfesselt. Mit Milzbrand-Erregern – nota bene: aus einem Labor der US Army – wurden der Patriot Act gerechtfertigt, der bis dato folgenschwerste Angriff auf die Bürgerrechte. Colin Powells Rocky-Horror-Powerpoint-Show über Saddams rollende Biowaffen stimmte die UNO auf die Invasion des Irak ein.
Doch der Wechsel zu den Zehner-Jahre begann mit einer Inszenierung, die an Dreistigkeit das vorhergehende Jahrzehnt in den Schatten stellt: Binnen weniger Tage proklamierten die Regierungen der westlichen Großmächte die Eröffnung einer neuen Kriegsfront und Eingriffe nicht nur in die Privat-, sondern sogar in die Intimsphäre ihrer Bürger. Als Begründung musste ein zum „Terrorakt“ aufgeblasener, wenn auch gemeingefährlicher Dummer-Jungen-Streich herhalten: Ein Heranwachsender hatte in einem Flugzeug eine Chemikalie in seiner Unterhose angezündet und dabei schwere Verbrennungen erlitten. Zur Vergeltung werden in den kommenden Wochen und Monaten Hunderte, wenn nicht Tausende im Jemen und anderswo sterben müssen.
(…)
Hot Pants in Flug 253
Am 25. Dezember landete Flug 253 der Northwest Airlines gegen Mittag auf dem Flughafen von Detroit. Die Maschine war um 8.45 Uhr MEZ in Amsterdam gestartet. Kurz vor Erreichen des Ziels hatte sich der 23jährige, kindlich wirkende Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab für 20 Minuten in der Bordtoilette eingeschlossen. Zurück auf seinem Platz klagte er über Magenschmerzen und breitete eine Decke über seinen Schoß. Wenig später hörten Mitreisende einen „Plopp“, es qualmte, Flammen züngelten. Beherzte Passagiere überwältigten den Zündler.
Vier Tage darauf präsentierte die Bild-Zeitung „die Bomben-Unterhose des Terroristen: Im Schritt ist Platz für das explosive chemische Pulver eingearbeitet. Das Päckchen ist gut 15 Zentimeter lang, wiegt etwa 80 Gramm“. Das Blatt, das auch sonst gerne Unterwäsche-Modelle ablichtet, wartete auch dieses Mal mit einem Foto des Corpus Delicti auf. „Der Stoff der Hose ist angesengt. Das zeigt, wie nah die Insassen der Maschine einer Katastrophe waren. Wie fatal die Wucht einer Explosion … gewesen wäre, beweist ein Test der Regierung: Mit nur 50 Gramm der Chemikalie wurde die gesamte Seite eines Flugzeuges gesprengt.“ Mit dieser Argumentation könnte man jede putzsüchtige Hausfrau als Terroristin nach Stammheim verfrachten: Das Domestos, mit dem in Schwaben und in anderen sauberen Gegenden Toiletten zum Glänzen gebracht werden, eignet sich bei geeigneter Mischung und Zündung nämlich ebenfalls zum Wegsprengen halber Hochhäuser. Ohne geeignete Ingredienzien geht der Schuss jedoch in die Hose, wie im Anflug über Detroit.
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