Pressegeier über Teheran

Elsässer mit “IRAN – Fakten gegen westliche Propaganda” auf Lesereise

Wieder gibt es gewalttätige Proteste in Teheran, wieder gibt es Tote auf beiden Seiten – und wieder eine einseitige Berichterstattung in den westlichen Medien. Immerhin, in der ARD-Tagesschau hörte man gestern – nach kräftiger Schuldzuweisung an das „Regime“ – auch folgende Sätze: „Aber auch die Demonstranten scheinen gewalttätiger zu werden. Es gibt Berichte über Angriffe auf Polizisten, mehrere Beamte sollen verletzt worden sein.“ Ich bin im Januar zur Vorstellung meines aktuellen Buches „IRAN – Fakten gegen westliche Propaganda“ (siehe Buchhinweis in der rechten Spalte) eingeladen, wo ich selbstverständlich auch zur aktuellen Lage Stellung nehmen werde:

Samstag, 9. Januar, 19 Uhr: Studio Lounge, Hardenbergstr. 64, 04275 Leipzig (eine Veranstaltung von Nuoviso)

Donnerstag, 21. Januar, 20 Uhr: Hotel Fortuna, Bahnhofstraße, Stockach am Bodensee (eine Veranstaltung des Runden Tisches)

(Eine weitere Veranstaltung in Hamburg ist in Planung)

In der aufgeheizten Situation ist es unbedingt notwendig, nicht auf die westlichen Medien zu vertrauen, sondern auch „die andere Seite“ zu hören. Deswegen sind die Informationen wichtig, die von der schiitischen Website muslim-markt kommen. Sie können im Einzelfall nicht nachgeprüft werden, aber erhalten durch die zitierten Sätze aus der Tagesschau durchaus Plausibilität.

Muslim-Markt schreibt:

Wissen Sie eigentlich, was im Iran los ist? Gestern gab es dutzende Millionen Menschen auf den Straßen überall im Land, die in Gedenken an Imam Husain ihre Prozessionen durchgeführt haben. Wenige hundert Randalierer in Teheran haben die Gelegenheit genutzt, um ihren westlichen Geldgeber die Gelder, die sie erhalten, zu rechtfertigen. Sie sind mit Fahrzeugen in die Menge gefahren und haben dabei Dutzende Gläubige teils schwer verletzt. Haben Sie davon gehört? Haben sie die Menschen in den Krankenhäusern gesehen, die von jenen Terroristen malträtiert wurden? Warum nicht? Die Fernsehbilder gingen doch um die muslimische Welt? Die Verbrecher von Westlichen Gnaden haben einige Häuser angezündet. Haben Sie davon gehört, dass in jenen Häusern noch Zivilisten waren, die gerettet werden mussten? Nein, Sie haben nur von fünf Toten gehört. Zwei davon sind von einer überfüllten Brücke gestürzt, zwei von einem Auto überfahren worden. Der Fünfte aber, der könnte sich zum Bumerang für die Weltliche Welt erweisen. Denn jener Fünfte wurde erschossen. Und die Sicherheitskräfte im Iran hatten gestern ausdrücklich und ganz bewusst keine Waffen dabei! Jener Ermordete war zudem “zufällig” ein naher Verwandter des so genannten Oppositionsführer Musawi! Mit solchen Maßnahmen können die Bevölkerungen der Westlichen Welt in die Irre geleitet werden, aber die politische Bildung im Iran ist viel zu weit vorangeschritten, als dass man die Handschrift hinter jener Tat nicht erkennen könnte! Haben Sie sich eigentlich jemals Gedanken darüber gemacht, warum jene angeblich so starke Opposition im Iran immer nur dann in Erscheinung tritt, wenn Millionen von Anhängern des Systems auf der Straße sind. Ihnen wird erzählt, dass sie das tun, um nicht gefangen genommen zu werden; klingt im ersten Moment plausibel, wenn das einzige Ziel ist, in der Westlichen Welt Propaganda zu betreiben. Aber welche Oppositionsbewegung im Iran hat nur das Ziel in der Westlichen Welt Propaganda zu betreiben? Denn Gegendemonstrationen unter Millionen Anhängern des Systems führen unweigerlich zu Eskalationen, die bisher – Gott sei Dank – ausgeblieben sind, aber sicher nicht zu Sympathien für die Gegner.

Hartmut Barth-Engelbart schreibt in einem Offenen Brief an die Tageszeitung „Junge Welt“:

Die MONTAGS-Titelseitenmeldung der jW: “Zusammenstöße im Iran” setzt erstens das jW-Verschweigen der am 18.12. über 2 Millionen Iraner auf den Straßen für die Regierung und gegen Moussawi und Co. fort und steigert das Ganze noch Mal mit dem erneuten Verschweigen des Inhalts DIESER iranischen Opposition.

In dieser zeit der besonders regen DienstAktivität recherchiert die jW nicht weiter, wer und wenn überhaupt einen Neffen Moussawis erschossen hat, wer und womit Polizeieinsätze und schusswaffengebrauch provoziert hat. Es folgt auch nicht das Versprechen den westlichen Agenturmeldungen auf den Grund zu gehen, selbständig weiterzurecherchieren, es folgt keine Namenskürzel sondern nur der Hinweis(AFP/APD/jW)“

(Ende Barth-Engelbart)

Zur Abwechslung muss ich jW mal in Schutz nehmen. Als jemand, der lange in dem Laden gearbeitet hat, weiss ich, dass nicht unbedingt böser Wille zu solchen blöden Meldungen führt. Es ist „zwischen den Jahren“ einfach nicht genügend Personal in der Redaktion, um die Agenturmeldungen ordentlich gegenzurecherchieren. Meine Hoffnung bleibt, dass die jW-Fachleute zum Iran, die vielleicht am Wochenende noch in den Weihnachtsferien waren, sich bald mit Gegeninformationen zu Wort melden …


  1. “Sie können im Einzelfall nicht nachgeprüft werden, aber erhalten durch die zitierten Sätze aus der Tagesschau durchaus Plausibilität.”

    Seltsamerweise kommt niemand auf die Idee, die Informationen der westlichen Medien nachzuprüfen. Mit “niemand” ist hier ausdrücklich der Mainstream-hörige Medienkonsument gemeint, zu dem die hier “Anwesenden” nicht gerechnet werden können.

  2. Es wird dreist in den westlichen Medien gelogen, dass sich die Balken biegen. Ich hörte gerade in den Radionachrichten, dass die iranischen Sicherheitskräfte ‘acht Menschen erschossen haben’. ‘Haben’, nicht ‘haben sollen’!

    Tatsache ist, dass Teilnehmer an den Ashura Feierlichkeiten überfallen, zusammengeschlagen und von Autos kaltblütig überfahren wurden. Einer wurde von einer Brücke geworfen. Einige der Überfallenen berichteten heute Morgen vom Krankenhausbett aus dem Sender PressTV, was sie erlebt hatten. Als Begründung gaben die Schläger an, dass ‘du ja religiös aussiehst’.

    Es handelt sich um die Auswirkungen des ‘soft war on Iran’, in den die USA jährlich 400 Millionen Dollar investieren (Bush genehmigte noch diesen Etat, Obama hat ihn übernommen). Obama ist also ein Befürworter des Terrorismus.

    Darunter fällt die finanzielle Unterstützung von terroristischen Aktivitäten wie die der Jundallah-Gruppe, die vor kurzem einen tödlichen Bombenanschlag in Balutschistan im Osten Irans mit über 40 Toten durchführte und die von Pakistan aus operiert. Der Bruder des Anführers dieser Truppe, Rigi, gab im iranischen Fernsehen an, dass sein ‘Bruder Geld vom US-Geheimdienst erhält und dass seine Leute von US-Spezialisten ausgebildet werden.’

    Darunter fällt die Unterstützung der antiiranischen Terrororganistion MKO, die von Camp Ashraff in der Nähe von Bagdad aus operiert (die USA widersetzen sich hartnäckig der Schließung des Camp), darunter fällt die Unterstützung der 40 Sender, die in den Iran die westliche Propaganda hineinbeamen (die meisten auf Farsi) wie es einst die ‘Voice of America’ in den Ostblockstaaten tat.

    Die bezahlten Agent Provocateure, die westliche Führer offen unterstützen, weil es ihre Leute sind, müsen ab und zu auch das Geld, das sie erhalten, in Taten umsetzen und nutzen dabei Massenveranstaltungen, um sich unter die Massen, die ihnen nicht mehr folgen zu, zu begeben. Gegen ihre Randale (Anzünden von Bankgebäuden, Inbrandsetzen von Bussen, Autos und Müllbehältern, Verbrennen von Khomeni-Portraits ..) demonstrierten spontan andere und riefen Pro-Regierungsparolen.

    Die iranische ‘grüne’ Oppostion ist heute in mehrere Flügel gespalten. Wer sich da gestern ausgetobt hat, ist der proamerikanische ‘harte’ Kern der Opposition, der nach und nach seinen Rückhalt in den Massen verliert und der selbst von anderen Teilen der Opposition inzwischen wegen seiner Gewaltbereitschaft, die bis zum Mord geht, abgelehnt wird.

    Erst neulich demonstrierten Millionen von Iranern gehen die Schändung von Khomeni-Bildern. Natürlich ist von diesen Millionen in den westlichen Medien nicht die Rede.

  3. Atheist

    Ja, es sollte doch jedem denkenden Menschen eigentlich klar sein, was dort im Iran gespielt wird.
    Westliche Geheimdienstspitzel und -provokateure verschiedenster Couleur heizen Gewalttätigkeiten an und gewaltige Geldmengen aus dunklen, konspirativen Kanälen fließen, um Iraner, die dafür empfänglich sind, geben den iranischen Staat anzustacheln. So läuft das seit dem Zweiten Weltkrieg schon: missliebige Regierungen und Staaten werden mit subversiven Mitteln attackiert und sollen beseitigt werden. Ich erinnere nur an den übelsten Hetzsender RIAS, der aus West-Berlin Jahrzehnte gegen die DDR hetzte.
    Und die gleichgeschalteten westlichen Hofberichterstatter-Medien hetzen jetzt gegen den Iran was das Zeug hält und waschen dem Otto Normalverbraucher das Gehirn! Einfach widerlich die Vorstellung! Wann wachen die Menschen endlich auf?

  4. pacito

    Meiner Auffassung nach verfehlen es die zum Teil von einer unglaublichen Überheblichkeit zeugenden verbalen Angriffe auf den Iran nicht, die Hetze gegen dieses Land in zahlreiche Gemüter zu tragen, was ich als wenig intelligente Vorgehensweise betrachte, zumal man Arroganz als solche durchaus einer immensen menschlichen Dummheit gleichsetzen kann. Soll also jetzt nach den monströsen Lügen, die das Inferno über den Irak brachten, auch noch der Gedanke geschürt werden, neben dem gegenwärtig eine unsagbare Verwüstung erleidenden Afghanistan einen weiteren Staat zu überfallen, was ich, offen gesagt, auf die Stufe des Wahnsinns stellen müsste. Wir haben bereits 12 Regionen im Irak, die von jeglicher Bevölkerung geräumt werden mussten, da sie, vollkommen verseucht, nicht mehr bewohnbar sind; sollen also auch noch Flächen dieser Art im Iran entstehen? Reicht ein Blick in die Geschichte dieses Landes nicht aus, um zu erkennen, dass das Mass, betrachtet man die Eingriffe Englands und der USA im Iran, endgültig voll ist?
    http://www.politonline.ch/?content=news&newsid=1381

  5. Klinsman

    Nur unbeirrte Ignoranten können die Totenglocken des sterbenden Regimes im Iran noch überhören. Das iranische Volk ist gerade dabei sich von den Fesseln des Unterdrückerregimes zu befreien und hier werden abstruse Verschwörungstheorien gesponnen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Die islamische Republik ist tot. Freiheit für das iranische Volk!

  6. So wie im Irak-Krieg gelogen wurde und wird, genauso wird über Afghanistan gelogen und meines Erachtens falsch berichterstattet, wieso sollen die westlichen Medien es im Falle des Iran nicht genauso tun? Schließlich geht es darum Propaganda-Munition zu liefern für einen Militärschlag gegen die Perser! Und unsere BRD-Medien machen mal wieder brav mit, wenn Uncle Sam es befiehlt! Und wenn es dann doch mal rauskommt das die Hofberichterstattung der westlichen Mainstreampresse zu offenkundig gelogen hat, dann wird das ganz dreist auf die angeblich schlechte Informationspolitik der Iraner geschoben bzw. man behauptet frech eine freie Berichterstattung sei dort ja garnicht möglich. Sprich: Selber Schuld! Das ist wohl mehr als nur Frech!

  7. @schnehen:

    “Tatsache ist, dass Teilnehmer an den Ashura Feierlichkeiten überfallen, zusammengeschlagen und von Autos kaltblütig überfahren wurden.”

    Das zeigt die unglaubliche Perfidie dieser Unruhestifter, den höchtsten Trauertag im Iran um Imam Hussain (a.s) für ihre niedrigen Zwecke zu missbrauchen. Sie suchen immer Versammlungen mit vielen Menschen, um sich dann unter diese zu mischen und von dort aus ihre Zerstörungversuche zu starten.
    Wenn selbst die westliche Presse wenn auch zögerlich einräumt, dass “auch die Demonstranten gewalttätiger zu werden scheinen”, dann kann man sich in etwa vorstellen, was in Wirklichkeit dort ablief.

    Auch im Irak und Pakistan werden “vorzugsweise” an schiitischen Gedenktagen Anschläge auf Gläubige verübt. Vom der täglichen Bombardierung der Schiiten in Jemen ganz zu schweigen, über die hört man hier kein Sterbenswörtchen.

  8. Payam

    Lieber Herr Elsässer, ich bedanke mich ausdrücklich für Ihre üblicherweise informativen Beiträge, doch was die innenpolitische Lage im Iran angeht, liegen Sie nicht nur sehr daneben, sie diskreditieren sich selbst, wenn Sie Muslim-Markt-Beiträge zitieren und ihnen Glauben schenken. Sie sind doch sonst sehr scharfsinnig. Stellen Sie sich mal die “ewige Frage”: Cui bono? In wessen Dienste stehen die Muslim-Markt-Betreiber? Richtig, sie sind Handlanger der islamischen Republik und freuen sich jedes Mal, ihre “Gegendarstellungen”, die Sie übrigens in identischer Form auf IRIB und Press TV nachlesen können, publizieren zu dürfen.

    Zum eigentlichen Thema:
    Sie behaupten, die westlichen Medien seien einseitig. Ich unterstütze Ihr Hinterfragen, doch in diesem Fall hat neben der Tagesschau sogar der Spiegel, der nun wirklich als Mainstream-Medium zu bezeichnen ist, beschrieben, dass dieses Mal auch Demonstranten Gewalt angewandt haben: ( http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,669290,00.html). Sie können natürlich dazu stehen, wie Sie wollen, aber leugnen können Sie das nicht. Im Übrigen ist Gewaltanwendung völlig verständlich, wenn es die einzige Möglichkeit ist, den Forderungen eines Volkes Ausdruck zu verleihen.

    Was den außenpolitischen Umgang mit dem Iran angeht, haben Sie natürlich völlig Recht: Ein militärischer Angriff von Israel, USA oder sonst wem wäre fatal und ist unter keinen Umständen zu befürworten. Aber was die Innenpolitik angeht, sind sie leider auf der falschen Seite der Geschichte, wenn Sie sich aus falscher Solidarität auf die Seite von Vergewaltigern und Mördern stellen. Warten wir einfach einige Monate ab und lassen wir die Zukunft darüber urteilen. Aber seien Sie sich darüber bewusst, dass von Ihrer Seite eine Entschuldigung an das iranische Volk fällig wird, wenn Sie weiterhin Ihre “Disco-Miezen und Stricher des Finanzkapitels”-These vertreten und die Augen vor dem edlen Freiheitskampf der Iraner und Iranerinnen verschließen!

  9. Auch in Hamburg und Berlin kam es zu Störaktionen:

    In Berlin war die parallele Aktion der Munafiqin nicht so unblutig.

    Vor dem islamischen Zentrum hatten sich einige Demonstranten versammelt, die im Gegensatz zu Hamburg angekündigt war. So stand ein beeindruckendes Polizeiaufgebot mit schweren Fahrzeugen bereit.

    In der Moschee waren den regelmäßigen Moscheebesuchern sechs oder sieben merkwürdig, teils vollständig in rot gekleidete Teilnehmerinnen aufgefallen (rot ist die Farbe, die der Mörder von Imam Hussein trug, und auch die Farbe der Kopftücher der Munafiqin).

    Als von draußen die Rufe “Tod dem Diktator” und “Tod den Anhängern des Velajat-e-Faqih” in die Moschee drangen, machte der Redner die Bemerkung: “Möge Gott diese Menschen rechtleiten”. Darauf standen die merkwürdig gekleideten Leute auf, und fingen zur Überraschung vieler Gläubiger an zu rufen “Hayhaat minazilla”. Doch nur um sogleich darauf zu schimpfen und zu randalieren. Sie schlugen einige völlig unbeteiligte Gläubige, bis Blut floss. Andere versuchten sie abzuhalten und wurden selber geschlagen.

    Draußen vor dem Zentrum wurden dann die Gläubigen beim Verlassen des Zentrum von der Polizei empfangen und einzeln untersucht, befragt bzw. mit einer Anklageschrift wegen Körperverletzung o.ä. konfrontiert. Dabei sind gleich mehrere Schwestern gewesen, die nachweislich nicht im Geringsten beteiligt waren. Trotzdem haben die Munafiqin die Polizisten genau auf diese unbescholtenen Muslimas angesetzt.

    http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1417.htm

  10. me

    Wer kriegt hier von wem und wie auf die Fresse?

    http://www.youtube.com/watch?v=cG_bTc85POA&feature=related
    min 1:50

    http://www.youtube.com/watch?v=3-uW2EuzfDM sekunde 51

    Erster Film: Iranische Cops im Kessel. Auf die Kleidung der Cops achten.

    Zweiter Film: Ab ca. Minute 1:50. Der Typ auf dem Boden in Copklamotten

    Dritter Film: anhalten bei Minute 0:51.

    grüsse

    PS: Schusswaffen sehe ich nirgends.

    Ich geh mal davon aus, das es Pr¿vatfilme sind, wir damit nich so hinter die Fichte geführt werden wie damals beim Tibet Konflikt mit Bildern von Nepalesischen Cops.

  11. compa

    http://www.jungewelt.de/2009/12-29/040.php

    29.12.2009 / Ansichten / Seite 8
    Zweite Welle

    Blutige Auseinandersetzungen im Iran
    Von Werner Pirker

    Die iranische Oppositionsbewegung bewegt sich offenbar in Wellen. Ihren ersten großen Aufschwung hatte sie im Juni, als sie ihre Niederlage nicht akzeptieren und auf der Straße einen Regimewechsel nach dem Vorbild »bunter Revolutionen« erzwingen wollte. Die Machtprobe mißlang. Doch schon damals zeigte sich, daß der herrschende Block keineswegs geschlossen agiert. Es entstand der Eindruck, daß es sich in erster Linie um einen Fraktionskampf innerhalb der Elite handelte und die Auseinandersetzungen auf der Straße nur die Kulisse dazu bildeten. Nicht Hussein Mussawi, der unterlegene Präsidentschaftskandidat und Held der demonstrierenden Massen, war der wirkliche Gegenspieler von Präsident Mahmud Ahmadinedschad, sondern der Spitzen­kleriker und -unternehmer Ali Akbar Haschemi Rafsandschani. Als die Bewegung an Kraft verlor, ging er auf Distanz zu ihr.

    Die Trauerfeier für den regimekritischen Geistlichen Montaseri hat eine zweite Welle des iranischen Aufruhrs ausgelöst. Denn natürlich handelt es sich nicht nur um einen Kleinkrieg zwischen den Elite-Gruppierungen, sondern auch und vor allem um den Zusammenprall zweier Tendenzen der iranischen Gesellschaft. Die eine ist im wesentlichen sozial und antiimperialistisch orientiert und hat im früheren Revolutionswächter Mahmud Ahmadinedschad ihren Repräsentanten gefunden. Der kleine Mann wurde zum Hoffnungsträger des »kleinen Mannes«, weil er dem Unmut der breiten Masse gegen den korrupten Klerus Ausdruck verlieh. Er verkörpert die populistische Herausforderung der kapitalistischen Oligarchie aus Klerus, Basar und staatsnahen Großbetrieben. Ahmadinedschad ist ein linker Bonapartist, kein Revolutionsführer. Er tritt für eine breitere Verteilung der Ölrente, nicht für radikale Eingriffe in die Eigentumsverhältnisse ein.

    Die Gegenbewegung zu diesem auf die Unterschichten gestützten Bonapartismus wird von den gebildeten städtischen Mittelschichten getragen. Sie streben die kulturelle Liberalisierung, demokratische Freiheiten und bessere individuelle Entfaltungsmöglichkeiten im Wirtschaftsleben an. Letzteres wird vor allem von Studenten artikuliert, deren hoher Bildungsgrad nur selten die entsprechenden beruflichen Möglichkeiten vorfindet. Es ist das westliche Gesellschaftsmodell, das den Demonstrierenden von Tehe­ran vorschwebt. Entsprechend groß sind die Erwartungen des Westens an diese »Demokratiebewegung«. Ein Sieg der »grünen Revolution« würde das iranische Vormachtstreben in der Region zwar nicht beenden, wohl aber dessen antiimperialistische Orientierung.

    Ahmadinedschad und die Seinen werden ihren Sturz auf Dauer nicht verhindern können. Die Islamische Revolution, die alle bildungsmäßigen Voraussetzungen für den Durchbruch in die Moderne geschaffen hat, wird an ihrer eigenen kulturellen Rückständigkeit zugrunde gehen.

  12. Hier ist scheinbar der Wunsch der Vater des Gedankens.

    Nenn mir mal die Verschwörungstheorie, die hier gesponnen wird. Dann kann ich darauf eingehen. Ich würde gern mit dir in einen Dialog eintreten.

    Die islamische Republik ist eine junge Demokratie, von der sich die umliegenden Staaten und sogar die Bundesrepublik Deutschland einige Scheiben abschneiden kann.

    Es hat bisher 10 mal Präsidentschaftswahlen im Iran nach der erfolgreichen Revolution von 1979 gegeben (nach dem Sturz des Shahs und seiner berüchtigen Geheimpolizei Sawak, ein korrupter Monarch, der westliche Interessen wahrnahm) mit hoher Wahlbeteiligung, zuletzt im Juni waren es 85%, was zeigt, wie stark die Republik in der Bevölkerung verankert ist. Wann hatten wir eine so hohe Wahlbeteiligung? Bei den Europawahlen waren es nur noch knapp über 40%.

    Die Führung des Iran hat den Mindestlohn eingeführt, was hier in der HartzIV-Republik noch nicht passiert ist. Es gibt viele soziale Projekte. Minderheiten, religiöse und andere genießen gleiche Rechte, auch die 25000 Juden sind im iranischen Parlament mit Leuten vertreten. Es gibt trotz dieser geringen Zahl über 30 Synagogen.

    Der Iran ist ein tolerantes Land mit einer hohen Kultur, über die man hierzulande so gut wie nichts erfährt. Die Einnahmen aus seinen Öleinnahmen fließen anders als in anderen Ländern des Mittleren Ostens, ausschließlich der iranischen Bevölkerung zu, was den Hass der Imperialisten auf sich zieht. Man möchte sich ähnlich wie im Irak, diese Ressourcen gewaltsam aneignen wie zu Shahs Zeiten, was nicht möglich sein wird. Diese Vorhaben sind zum Scheitern verurteilt.

    Ich glaube du solltest nicht so etwas schreiben, ohne dich vorher genau informiert zu haben.

    Es gibt interessante Sendungen auf PressTV.ir zur iranischen Kultur, zum iranischen politischen System, interessante Reportagen und Diskussionsforen, die ein weit höheres Niveau haben als die hiesigen Sendungen. Dümmliches Entertainment, Misswahlen, Shows gibt es nicht. Auch die Sendung ‘Islam & Life’, moderiert von einem der besten Intellektuellen der Welt, Tarek Rhamadan, ist sehenswert und baut Vorurteile gegenüber dem Islam ab. George Galloway, der den Hilfskonvoi für Gaza organisiert, hat dort zwei eigene Sendungen, in die ihm keiner hineinredet.

    Aber man muss die Energie mitbringen, sich diesen Dingen zu stellen und bereit sein, sich neue Erkenntnisse zu erwerben. Auch für mich war das zugegebenermaßen nicht leicht.

  13. richard sorge

    Die vom Westen hoch gelobte “Opposition” ist ein übler Schlägermob, der vor nichts und niemand halt macht. Diese Bilder von Gewaltorgien der “Grünen” kann man auf ARD und ZDF natürlich nicht sehen. Hoffentlich geht dieser CIA-Spuk möglichst schnell vorüber und kehrt bald wieder Ruhe und Ordnung in Teheran ein. So jedenfalls wird es keine “Reformen” geben….

  14. “Ahmadinedschad und die Seinen werden ihren Sturz auf Dauer nicht verhindern können. Die Islamische Revolution, die alle bildungsmäßigen Voraussetzungen für den Durchbruch in die Moderne geschaffen hat, wird an ihrer eigenen kulturellen Rückständigkeit zugrunde gehen.”

    so einen Schwachsinn ausgerechnet von einem Herrn Pirker zu lesen, ist schon traurig. Das war wohl nicht sein allerbester Tag. Wenn man den Iran nur von materieller Seite aus betrachtet, kann man ihn nicht verstehen.

  15. Ehrlich gesagt, es interessiert bei uns wohl kaum jemanden „auf der Straße“, was die junge Welt schreibt und in politischen Kreisen hat sie in den letzten Jahren zunehmend an Glaubwürdigkeit verloren.
    Auch wenn Spiegel, Tagessschau und andere Medien in Nebensätzen erwähnen, dass auch die Demonstranten zunehmend gewalttätiger werden, was dann den Ausspruch von Payam provoziert: „Im Übrigen ist Gewaltanwendung völlig verständlich…“, am Ende bleibt das Gesamtbild des Irans, welches seit Jahren verbreitet wird und tief in den Köpfen so vieler Deutscher verwurzelt ist: Da unten regiert ein neuer Hitler, der will die Juden vernichten, der ist BÖSE! Der muss weg!

    Und wenn Sie, meine Damen und Herren, genau hinhören, dann ist es den meisten Leuten hier egal WIE, Hauptsache weg mit Ahmadinedschad!

    U. a. deshalb ist die Arbeit von Jürgen so verdienstvoll, er legt den Finger auf die Wunde, auf die Schwachstelle, nämlich die Frage nach der Glaubwürdigkeit der verbreiteten Berichte. Was steckt hinter den Berichten? Wer sind diese Demonstranten? Wer heizt da mit an? Und insofern ist die hier im Forum aufgeworfene Frage berechtigt: wer überprüft eigentlich die Glaubwürdigkeit der westlichen Medien. Ist eine Ulrike Putz, die für Spiegel-Online schreibt und den von Payam zitierten Spiegel-Artikel verfasst hat, glaubwürdig? Ist sie vor Ort? Woher hat sie ihre Informationen? Seit wann liegt Beirut im Iran? Von Beirut aus schreibt nämlich die Dame in der Regel usw.
    Selbst wenn Muslim-Markt als Propaganda-Instrument des iranischen Staates enttarnt ist, was ist an den Fakten trotzdem richtig, was bliebe, wenn man 50% davon abzieht? Erschreckend viel!

    Wenn die Mehrheit des „kleinen Mannes auf der Straße“ bei uns einen Krieg gegen den Iran tolerieren würde, weil z. B. ja die übermittelten Berichte und Bilder so schrecklich sind, dann hätten die Medien ein erstes Kriegsziel erreicht.

    Schaut man sich die Berichte bei Süddeutsche, FTD, ZEIT usw. der letzten Tage in Bezug auf Iran an, dann steht ein Regime-Change unmittelbar bevor. Also wäre doch der nächste Schritt: westliche „Unterstützung“ der „Regime-Gegner“ nur logisch oder?

  16. Payam

    Lieber Kai Homilius,

    wenn Sie schon zitieren, dann zitieren Sie doch bitte vollständig. Legitime Gewaltanwendung war in meinen Ausführungen an eine Bedingung geknüpft, die Sie geflissentlich mit “…” unter den Tisch fallen lassen. Diese Bedingung ist diejenige, die haarscharf zwischen Terrorismus und Befreiung unterscheidet und uns in so historischen Fällen wie der Befreiung der KZs oder dem Kampf gegen das Apartheidsregime in Südafrika auf der richtigen Seite der Geschichte stehen lässt. Insofern wäre es angebracht gewesen, meinen Satz komplett zu zitieren und nicht aus dem Zusammenhang zu reißen.

    Nun zum Thema: Es ist sicher richtig und angemessen, Medienberichte prinzipiell mit Vorsicht zu genießen und ihre Glaubwürdigkeit zu hinterfragen. Doch was ich bei Ihnen und Herrn Elsässer kritisiere, ist nicht, dass sie Berichte hinterfragen, sondern folgende Problematik:
    Sie sind, so wie ich, gegen einen militärischen Angriff, weil Sie, so wie ich, den Motiven potenzieller Aggressoren misstrauen und die dramatischen Folgen eines Krieges richtig einschätzen. So weit, so gut. Basierend auf dieser Befürchtung machen Sie dann jedoch den Fehler, alles, was im Dienste eines solchen Angriffes stehen könnte, als per se falsch und unglaubwürdig zu diskreditieren. Mein Gott, es mag ja sein, dass Vergewaltigungen in den Gefängnissen und die brutale Niederschlagung der Proteste die Meinung des “kleines Mannes” in Richtung Befürwortung eines Angriffes beeinflussen, aber darum sind doch diese Tatsachen nicht zu ignorieren oder gar zu leugnen, indem man dubiose Muslim-Markt-Beiträge zitiert. Mir ist es, gelinde gesagt, egal, was “der kleine Mann” in Deutschland über die Lage im Iran denkt, denn es geht hier um “den kleinen Mann” im Iran und dessen Wohlbefinden. Zudem frage ich mich, warum Sie und Herr Elsässer in diesem Fall nicht bei Ihrem durchaus plausiblen Credo bleiben, dass Dinge nicht dadurch falsch werden, wenn sie von Falschen ausgesprochen werden. Wenn ein Nazi sagt, es regnet, dann können wir doch nicht widersprechen, wenn es tatsächlich regnet. Das hat Herr Elsässer immer wieder betont und sich damit, wie ich finde,erfolgreich gegen Querfrontvorwürfe gewehrt. Wenn also Proteste im Iran die Islamische Republik in ein negatives Licht rücken und möglicherweise den Weg für einen Angriff ebnen, dann können wir doch nicht die Augen vor diesen gewaltigen Verbrechen der Islamischen Republik verschließen, nur weil wir Angst haben, ein Krieg steht uns bevor.
    Ihre Skepsis in allen Ehren, aber im Falle des Iran haben wir es nicht mit einer George Soros-finanzierten Einmischung westlicher Agenten und Opportunisten zu tun, sondern mit einer genuin einheimischen Freiheitsbewegung, die glücklicherweise unbeirrt gen Sieg marschiert, “weder Ost, noch West” skandiert, nationalistischer ist als alles, was Sie und Herr Elsässer sich für Deutschland und anderen Staaten wünschen und sich kaum für Ihre Nebenkriegsschauplätze und Ihr Schwarz-Weiß-Denken interessiert.

  17. @Kai Homilius: Mittlerweile “begnügt” sich die westliche Propagandamaschinerie ja nicht mehr damit, den Iran vom bösen, bösen “Diktator” Ahmadinejad “befreien” zu wollen, sondern es wird offen gefordert, dass der Islam aus der iranischen Staatsführung verschwindet. Es wird ständig so getan, als hätten die Iraner genug vom Islam:

    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1668127_Noch-nie-war-der-Islam-im-Iran-so-verpoent-wie-heute.html

    Das ist natürlich totaler Unsinn. Wenn da ein Grüppchen prowestliche Propagandisten auf die Straße geht, wird das hier als Massenprotest verkauft, aber der deutsche Durchschnittsbürger erfuhr nichts darüber, als am 18. Dezember MILLIONEN von Iranern FÜR ihre islamische Staatsführung und ihres Waliyul Faqih (Imam Khamenei) auf die Straße gingen, unter teils sehr unwirtlichen Wetterbedingungen, vor allem in Nordiran.

    http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1390.htm

    Für alle, die aus dem Tal der Ahnungslosen herauswollen, kann ich nur in den Abendstunden die englischsprachigen Sendungen des Senders “Sahar” empfehlen, der auch Spirituelles sendet, nicht nur Politik. Beides ist im Iran nämlich untrennbar miteinander verbunden. Press TV ist auch nicht schlecht, aber erinnert in der Aufmachung ein wenig zu sehr an CNN.

  18. Sixty

    >Ehrlich gesagt, es interessiert bei uns wohl kaum jemanden „auf der Straße“, was die junge Welt schreibt und in politischen Kreisen hat sie in den letzten Jahren zunehmend an Glaubwürdigkeit verloren.>

    Nun ja, so groß war der Einfluß der “Jungen Welt” ja nun sowieso nie, schon gar nicht in der Alt-BRD, aber wenn jetzt selbst ein Werner Pirker in den linksliberalen/linksalternativen Mainstream (der gar nicht so weit voneinander entfernt ist, wie weithin angenommen wird) einstimmt, dann hat die JW langsam jede “Glaubwürdigkeit” für Linke und andere Demokraten, die sich der “Political Correctness” entgegenstemmen, verloren. Umso wichtiger ist die publizistische Arbeit von Jürgen Elsässer und dem Kai Homilius Verlag.

  19. Klinsman

    So so, “schnehen” behauptet also, die islamische Republik sei eine Demokratie. Nun ja, jedem steht es frei sich lächerlich zu machen. Hier scheint wohl jemand ein ganz individuelles Demokratieverständnis zu haben. Der Iran ist eben eine “Demokratie”, in der es keine Gewaltenteilung gibt und wo die gesamte Politik von einer autoritär-korrupten Klerikerclique bestimmt wird, die garantiert, dass u.a. Meinungs- und Pressefreiheit systematisch unterdrückt werden. Öffentliche Exekutionen und politische Häftlinge sind natürlich auch noch Teil dieser “Demokratie”.

    Iran steht übrigens an Position 145 von 167 im Democracy index, klassifiziert als “autoritäres Regime”: http://en.wikipedia.org/wiki/Democracy_Index

    Das soll an dieser Stelle reichen, über weitere Elemente dieses Systems (marode Wirtschaft: Brain Drain, hohe Inflation und Arbeitslosigkeit etc.) kann sich ja jeder informieren.
    Nicht einmal die politischen Verteter der islamischen Rebublik würden ihr System als Demokratie bezeichnen, sondern als Theokratie = Gottesstaat.
    Gott sei Dank muss ich nicht in einem Gottesstaat leben.

  20. @Payam

    Ich lese die Artikel auf ‘Muslim Markt’ seit einiger Zeit regelmäßig und halte sie für sehr gut und ausgewogen. Sie haben ein hohes Niveau und entlarven regelmäßig die Heuchelei der uns Regierenden und ihrer Medien. Wertvolle Beiträge sind dort zu lesen. Einfach mal reinsehen und lesen. Wir sind doch noch neugierig oder?

    Sie einfach unter einen Generalverdacht zu stellen und als ‘dubios’ zu bezeichnen, ist nicht fair. Dann sollten Sie bestimmte Artikel konkret zitieren und wir könnten dann gemeinsam nachsehen, ob der eine oder der andere Artikel fragwürdig ist oder nicht. Am konkreten Beispiel, so wie es sich gehört, aber nicht pauschal bitte.

    Genauso leicht kommen Ihnen ‘Tatsachen’ von wegen ‘Vergewaltigungen in iranischen Gefängnissen’ von den Lippen, die vor einiger Zeit von dem einstigen Präsidentschaftskandidaten zu den iranischen Wahlen, Karoubi, in seiner eigenen Zeitung vorgebracht wurden. Dieser Mann ist so reich, dass er seine eigenen Medien besitzt. Trotzdem bekam er nur eine Handvoll Stimmen. Der Springer des Iran.

    Als er diese Vorwürf begründen und beweisen sollte, versagte er jedoch kläglich und es stellte sich heraus, dass an diesen Vorwürfen nichts dran war. Ein Gefängnis, in dem es in der Tat Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Behandlung von Protestlern gab, ist inzwischen auf Anweisung von Khamenei geschlossen worden. Man ließ sogar dort die Medien herein, z. B. auch PressTV und gab den Insassen Gelegenheit, ihre Beschwerden vorzutragen. Von Vergewaltigungen sprachen sie nicht, nur von Überbelegungen.

    Während des Präsidentschaftswahlkampfes verleumdete der gleiche Karoubi, der seinen Wahlkampf Obama-mäßig unter die Parole ‘Change’ stellte (er benutzte dabei für das westliche Publikum den englischen Ausdruck), regelmäßig Ahmadinejad. Ich sah dann kurz vor den Wahlen das Fernsehduell zwischen ihm und Ahmadinejad und es stellte sich heraus, dass dieser Mann nichts zu bieten hatte als die Gebetsmühle: ‘Ja, aber es müssen bessere und mehr Experten in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.’
    Ahmadinejad habe die falschen. Er meinte damit wohl ihm nahestehende Oligarchen, die A. links liegen lässt und der Korruption bezichtigt.

    Das war alles, was er zu sagen hatte.

    Das was er und sein anderer prowestlicher Mitstreiter Mousavi im Wahlkampf vorzutragen hatten, waren in erster Linie Verleumdungen Ahmadinejads: ‘Lügner, Diktator, Sie isolieren sich vom Westen, wir verlieren unser Ansehen im Westen…’

    Natürlich wurden diese Stichworte im Westen begierig aufgegriffen.

    Von wegen keine Einmischung von außen und genuine nationalistische Bewegung! Nichts davon ist wahr. Vertreter der grünen iranischen prowestlichen Opposition hatten sehr wohl Kontakte zu Soros, worüber PressTV berichtete und sie inszenierten das gleiche Spektakel einer Farbenrevolution wie sie es in Georgien, in Kirgisien und in der Ukraine erfolgreich durchgeführt hatten (Nelken, Tulpen, Orangen, jetzt musste die Farbe grün her, die im Iran gut ankommt). Auch in Moldavien versuchten sie es mit Hilfe von facebook und Twitter, was jedoch nicht gelang. Auch der Iran war wachsam genug, diesen ‘soft war’ nicht zuzulassen und er hat so seine Unabhängigkeit bewahren können.

    Aber der ‘soft war on Iran’ geht weiter. Der US-Kongress hat erst neulich wieder einen millionenschweren Etat verabschiedet. Obama hat das Gesetz unterschrieben. Er verfolgt die gleiche Politik gegen den Iran wie sein Vorgänger. Massive Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iran. Das alte Spiel. Er bezeichnete erst gestern die Regierung als ‘Tyrannen’.

    Jene ‘grüne’ Bewegung marschiert unbeirrt in die eigene Isolation, wenn sie so weitermacht und auf Randale setzt. Eine Spaltung zwischen dem eher religiös orientierten Flügel der Opposition und dem harten Kern der Proamerikaner, die von US und UK-Medien angeleitet wird, hat inzwischen schon stattgefunden. Es handelt sich insgesamt um eine kleine Minderheit der Bevölkerung, die an der Teheraner Uni und im Norden Teherans ihre Hochburgen hat, dort wo Mousavi die meisten Stimmen bekam, in Kreisen der reichen Leute und des Mittelstands.

    Aber die meisten Iraner sind nun mal nicht reich und auch nicht Mittelständler und unterstützen – und das haben erst am 18 Dezember die Massendemos wieder gezeigt, an denen Millionen Iraner teilnahmen, das iranische Establishment und ihre Revolution.
    Iran ist wachsam und wird seine Unabhängigkeit bewahren. Wir schreiben nicht mehr das Jahr 1953, als der frei gewählte Mossadegh, der die Anglo-Iranian Oil Company der Briten (heute BP) nationalisiert hatte, noch vom Westen gestürzt werden konnte, unter dem Vorwand, er sei ‘Kommunist’.

    Auch damals mobilisierte man den Mob, sogar bekannte Sportler zogen mit und ließen sich instrumentalisieren. Mit Hilfe dieses Mobs gelang der Putsch, der von dem Enkel Roosevelts und der CIA mit Zustimmung Eisenhowers organisiert wurde.

    Auch damals hat man Unruhen provoziert, aber diesmal stehen die Dinge ganz anders und Ihre Hoffnungen, dass die vom Westen finanzierte und mit organisierte Opposition ‘gen Sie marschiert’ werden sich nicht erfüllen.

    Nachsatz:

    Auf Wunschdenken kann man keine Analyse aufbauen.

  21. Steppenwolf

    Wann merken diese Pseudo-Linken hierzulande endlich, dass man sie den falschen Karren ziehen lässt? Andernorts weiß man Freund und Feind besser einzuschätzen.

    Chavez: Ahmadinedschad ist “Kämpfer für gerechte Sache”
    http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F241197.html

    Und sieh mal an: die Junge Welt hat vergeblich versucht, Chavez deswegen ans Bein zu pinkeln:

    »Strategisch stimmen wir überein« Venezuela und Iran erweitern kontinuierlich ihre Beziehungen. Ein Gespräch mit David Velásquez, Botschafter Venezuelas im Iran
    http://www.jungewelt.de/2009/12-30/012.php

  22. CLW

    “so einen Schwachsinn ausgerechnet von einem Herrn Pirker zu lesen, ist schon traurig. Das war wohl nicht sein allerbester Tag.”

    Er hat doch Recht. Wie will man dauerhaft dem Imperialismus trotzen, wenn man laufend damit beschäftigt ist, das Privatleben der eigenen Bevölkerung zu kontrollieren und über die Einhaltung von kleinlichen Vorschriften zu wachen?

  23. Ingo

    Diese massive und manipulative Medienkampagne gegen den Iran nimmt immer offener totalitäre und orwellsche Züge an. Nahezu völlig gleichgeschaltet wird die Bevölkerung durch die Massenmedien gegen das “böse Regime” in Teheran aufgewiegelt, werden die dortigen Demonstranten bzw. Randalierer durch einseitige Berichterstattung unreflektiert zu Helden stilisiert, wird in typisch amerikanischer Weise ein verlogener “Freedom-Kult” abgezogen. Und das niedrige daran ist, dass sich hinter diesem verlogenen Geschrei nach American Democracy wie üblich nichts weiter als banale Profitinteressen der US-Multis und der Finanzoligarchie verbergen, welche den Iran destabilisieren wollen.

    Eine Schande, dass die europäischen Medien sich so vor den Karren spannen lassen – wobei, die Bezeichnung “europäisch” dürfte diesen Medien dann wohl doch nicht gerecht werden…

    Diese anglophilen Medien sollten sich mal lieber über die vom Neoliberalismus und der Amerikanisierung verursachte anhaltende Verletzung der Menschenrechte in den USA und Europa kümmern! Massenarbeitslosigkeit, massive Sozialkürzungen und Kampagnen gegen Arme, welche diese entwürdigen und demütigen, Arbeits- und Akkordhetze, zunehmende Bespitzelung von Arbeitnehmern…

    Den verlogenen Moralisierern sollte man daher entgegen rufen: Ein jeder kehr vor seiner Tür! Hände weg vom Iran!!

  24. Ingo

    Zitat: “Der Iran ist eben eine „Demokratie“, in der es keine Gewaltenteilung gibt und wo die gesamte Politik von einer autoritär-korrupten Klerikerclique bestimmt wird, die garantiert, dass u.a. Meinungs- und Pressefreiheit systematisch unterdrückt werden.”

    In den USA und Europa dagegen ist natürlich alles perfekt, dort funktioniert die Gewaltenteilung, und bei den Mächtigen handelt es sich um die Politiker, welche sich Wahlen zu stellen haben und somit demokratisch legitimiert sind.

    Cliquen, die von der Bevölkerung nicht gewählt oder abgewählt werden können, wie Finanzoligarchen und superreiche Kapitalistendynastien, herrschen in den USA und Europa natürlich nicht. Das wäre ja auch nicht unbedingt sehr demokratisch.

    Da können wir ja alle froh und glücklich sein und uns über unsere perfekten Ordnung freuen…

  25. Ingo

    @ Sixty: Zitat: “Nun ja, so groß war der Einfluß der „Jungen Welt“ ja nun sowieso nie, schon gar nicht in der Alt-BRD, aber wenn jetzt selbst ein Werner Pirker in den linksliberalen/linksalternativen Mainstream (der gar nicht so weit voneinander entfernt ist, wie weithin angenommen wird) einstimmt”

    Was natürlich trotzdem sehr tragisch ist…schlimm, dass ein guter Mann sich so in die völlig falsche Richtung verändert!

    Offenbar gilt auch bei der jw zunehmend: BILD dir deine Meinung! Wollen wir mal nicht hoffen, dass die Mitarbeiter dann eines Tages springermässig den USA Treue geloben müssen!

  26. @Ingo: “Was natürlich trotzdem sehr tragisch ist…schlimm, dass ein guter Mann sich so in die völlig falsche Richtung verändert!”

    Das meinte ich ja. Pirkers Artikel zu Gaza waren immer sehr gut, und nun so ein politisch “korrekter” Blödsinn, das ist schon tragisch – für Pirker .

    @Steppenwolf: Bei dieser Frage hier habe ich fast meinen Kaffee über die Tastatur gepustet:

    “Befinden sich unter den von Conviasa transportierten Gütern Waffen und Uran?”

    Dass der arme Botschafter seine Zeit mit so einem Schwachsinn verschwenden muss…..

  27. Ingo

    Zitat: “Befinden sich unter den von Conviasa transportierten Gütern Waffen und Uran?“

    @Umhussein: Ja, einerseits ein Brüller, diese Frage, andererseits aber auch sehr traurig…

    Denn: Eine Frage, die von Fox News stammen könnte… Schlimm, in welche Richtung sich die jw und vergleichbare Medien eskalierend entwickeln: Fox News, CNN, Spiegel und BILD geben ihnen die Themen und Diskurse vor, und sie plappern diese – wenn auch leicht abgeändert und abgeschwächt- im Grundsatz brav und treudoof nach…

    Bittere Sache, das!! Zeigt aber auf, wie wichtig die Volksinitiative, wie wichtig dieser Blog hier sind!

  28. CLW

    “Was natürlich trotzdem sehr tragisch ist…schlimm, dass ein guter Mann sich so in die völlig falsche Richtung verändert!”

    Nun schreibt doch bitte mal, womit er eurer Meinung nach genau Unrecht hat.

    Befürwortet er eine Invasion? – Nein. Befürwortet er westliche Einmischung? – Nein.

    Er schreibt nur, dass die islamische Revolution an ihrer eigenen kulturellen Rückständigkeit zugrunde gehen wird – und er bedauert es sicherlich aufrichtig, wenn dadurch die antiimperialistische Orientierung verloren geht.

    Aber das hat man sich leider auch selbst zuzuschreiben, wenn man Verhältnisse schafft, unter denen sich manche Menschen nicht vorstellen können, dass es noch schlimmer werden kann.

  29. me.

    Focus 30.12.2009

    Im Iran sind am Mittwoch Hunderttausende Anhänger der Regierung bei staatlich organisierten Großdemonstrationen auf die Straßen gegangen, um gegen die Opposition zu demonstrieren.

    ” Solidaritätskundgebungen für den umstrittenen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad gab es in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten, wie das staatliche Fernsehen berichtete.”

    ” Drei Tage nach den blutigen Ausschreitungen zwischen Gegnern der Regierung und Sicherheitskräften mit acht Toten versammelten sich allein in Teheran zehntausende Regierungsanhänger. Unbestätigten Berichten zufolge wollten sie vor einem der Büros von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi in Teheran so lange einen Sitzstreik abhalten, bis der Politiker festgenommen wird. ”

    Quelle: http://www.focus.de/politik/ausland/innenpolitik-grosskundgebungen-gegen-opposition-im-iran_aid_466774.html

    Ich nehm mal an die sind nicht mit Waffengewalt gezwungen worden für Mahmud Ahmadinedschad zu demonstrieren..

    Oder wie muss ich mir das vorstellen?

    Lg

    Und wg. dem Staatlich Organisiert: Bei uns werden auch Staatliche Demos organisiert.
    Die für mich und 15000 weitere Leute in meiner Stadt durchaus Sinn gemacht haben.

  30. Proteste gegen die Störung der Aschura-Zeremonien in ganz Iran und Sympathiebekundungen gegenüber dem Waliyul Faqih:

    http://german.irib.ir/index.php?option=com_content&view=article&id=31750:diplomaten-freigelassen&catid=90:videos&Itemid=39

  31. Tobi

    tja…blöd nur das es videoaufnahmen gibt wie iranische polizisten mit ihren autos menschen überfahren. laut elsässer und co. wurden die aufnahme mit sicherheit in irgendwelchen hollywood studios gemacht.

    http://www.liveleak.com/view?i=37d_1262110014

  32. Sixty

    >im Falle des Iran haben wir es nicht mit einer George Soros-finanzierten Einmischung westlicher Agenten und Opportunisten zu tun, sondern mit einer genuin einheimischen Freiheitsbewegung, die glücklicherweise unbeirrt gen Sieg marschiert, „weder Ost, noch West“ skandiert, nationalistischer ist als alles, was Sie und Herr Elsässer sich für Deutschland und anderen Staaten wünschen und sich kaum für Ihre Nebenkriegsschauplätze und Ihr Schwarz-Weiß-Denken interessiert.<

    Also Fakt ist ja nun schon, daß diese "Freiheitsbewegung" von den westlichen Mainstream-Medien voll unterstützt wird … da braucht es gar keine Einmischung irgendwelcher "Agenten".
    "weder Ost, noch West“ allein ist im übrigen auch noch kein "progressives" oder "linkes" Argument, das propagieren auch Neo-Nazis .. (abgesehen davon, daß es gar keinen "Ostblock" mehr gibt), da muß schon inhaltlich wenigstens etwas mehr kommen.
    Und wo sich J. E. "nationalistisch" geäußert haben soll, das möchte ich wirklich mal wissen ,,, hier wird wohl nach dem Vorbild der "Antideutschen" "national" mit "nationalistisch" gleichgesetzt (und die Vertretung deutscher nationaler Interessen, insbesondere gegenüber der EU-Bürokratie und den USA, für die die Bundesregierung kaum noch einsteht, damit faktisch der NPD und anderen Rechtsradikalen überlassen).

  33. @Tobi

    PressTV befragte gleich am Tag nach den Unruhen Leute im Teheraner Krankenhaus, die von Schlägern arg zugerichtet und von Autos überfahren worden waren.

    Einer der Überfahrenen, der alleine an der Ashura-Demonstration teilgenommen hatte, wollte sich den Fahrer schnappen, bekam aber in dem Moment mit einem Schlaginstrument eines über den Kopf. Er sah wirklich übel aus, konnte kaum sprechen.

    Einem anderen hatte man die Schulter ausgerenkt.

    Der Mord an dem Enkel Mousavis, der durch Schüsse aus einem Gewehr, das von Terroristen benutzt wird, ausgelöst wurde, fand in einem Bereich jenseits der Demonstrationen statt, ähnlich wie der Mord an Neda damals. Das dabei benutzte Auto war gestohlen worden.

    Am Tage der heiligen Ashura darf die Riot Police in Iran keine Waffen tragen. Sie kann es also nicht gewesen sein.

    Wer hat den Mord begangen?

    Ich könnte mir vorstellen, dass auch die Terrororganisation MKO (Muhajedin Khalk Org – ‘Volksorganisation’), die damals von Saddam Hussein gegen den Iran gehetzt wurde (zur Zeit des Iran-Irak-Krieges und die iranische Politiker auf dem Gewissen hat, z. B. den Mord an dem zweiten iranischen Präsidenten Ali Rejaei durch einen Bombenanschlag auf ein Regierungsgebäude) eine Rolle gespielt hat, die bewaffnet ist und von den USA heute gegen den Iran unterstützt wird.

    Die Sprecherin der MKO wurde in Paris von der AFP interviewt und gestand eine Beteiligung an den Unruhen freimütig, ja regelrecht stolz, ein.

    Die USA widersetzten sich erst neulich der von der irakischen Regierung veranlassten Schließung ihres Camps Ashraff an der iranischen Grenze.

    Auch der Putsch gegen Hugo Chavez 2002, in den die CIA verwickelt war, wie wir heute wissen, verlief nach einem ähnlichen Drehbuch. Man hetzte zwei verschiedene Demonstrantengruppen aufeinander und feuerte dann auf die Chavezanhänger, die sich mit primitiven Handfeuerwaffen verteidigten. Die Bilder, wo sie sich von einer Brücke aus verteidigen, wurden dann später benutzt, um ihnen die Morde in die Schuhe zu schieben. Inzwischen ist die Sache aufgeklärt. Es handelte sich um einen Putschversuch der venezolanischen Konterrevolution, der von den USA finanziert worden war.

  34. Ingo

    Zitat Tobi: “tja…blöd nur das es videoaufnahmen gibt wie iranische polizisten mit ihren autos menschen überfahren”

    Hello Mister, hier nix American Propaganda, bitte!!

    Worum geht es bei solchen dubiosen Herz-Schmerz-Geschichten auf BILD-Niveau denn eigentlich? Welches Ziel wird damit manipulativ verfolgt? Mit diesem moralisierenden Empörungskult soll doch nur die Debatte über die geostrategischen Ursachen und Implikationen der derzeitigen Vorgänge im Iran zersetzt werden, das muss man einmal offen aussprechen und dann auch entschieden ablehnen!!

    Ziel einer Analyse der Vorgänge im Iran muss es ja sein, Hintergründe aufzudecken, Manipulationen zu entlarven sowie handelnde Akteure, ihre Hintermänner und ihre Intentionen bzw. ökonomischen Interessen zu eruieren. Einseitige Horror- und Gruselgeschichten, die dann auch noch aus so “seriösen” Quellen wie den angloamerikanischen Massenmedien stammen, sind in diesem Kontext als definitiv irrelevant zu klassifizieren. Wenn es um die Frage geht, wer die gewalttätigen Proteste anzettelt, und aus welchen ökonomischen Gründen er dieses unternimmt, ist es überhaupt nicht von Belang, was die iranische Polizei angeblich tut. Auf solche ablenkende Moralheuchellei sollte gar nicht eingegangen werden. Sie hat in einer ernsthaften Hintergrunddebatte wahrlich nicht das geringste verloren und dient nur dazu, diese gezielt zu entsachlichen, sie zu emotionalisieren und Argumente durch fades Moralisieren zu ersetzen.

    Dazu ein klares: NEIN!

  35. Ingo

    Ich möchte noch ergänzend anmerken, dass eine vollständige Eingliederung des Irans in den unsozialen Prozess der neoliberalen Globalisierung und ein entsprechender Umbau der Strukturen der iranischen Gesellschaft mittel- und langfristig dort zu mehr Gewalt führen würde…zu Gewalt gegen Volksproteste, die sich gegen Sozialabbau und Massenverarmung, gegen die Verschleuderung der iranischen Rohstoffe an ausländische Energiekonzerne, gegen eine korrupte anglophile Schicht der “Neuen Perser” (vergl. “Neue Russen”) richten würden! Gut, es wäre nicht unbedingt die iranische Polizei, welche diese Demos niederschlagen würde, sie wäre möglicherweise auch schon teilprivatisiert. Dieses Geschäft – im wahrsten Sinne des Wortes – würden wohl eher angloamerikanische Söldnerfirmen besorgen.

    Nach deren Opfern würde in den anglophilen Medien dann übrigens kein Hahn krähen!!

  36. Ingo

    @me, Zitat:”ch nehm mal an die sind nicht mit Waffengewalt gezwungen worden für Mahmud Ahmadinedschad zu demonstrieren..”

    Bring die Massenmedien nicht auf Ideen…

  37. Steppenwolf

    Noch einmal zur Erinnerung: unsere amerikanischen Freunde haben vor 1 1/2 Jahren sage und schreibe 400 Millionen Dollar zur Finanzierung eines Umsturzes im Iran bewilligt.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,562805,00.html

    Mit so viel Geld kann man notfalls eine komplette Scheinrealität inszenieren. Und wenn es 2006 die deutsche Kassenärztliche Bundesvereinigung schon fertig beachte, eine ganze Demo mit Mietdemonstranten (für 30 EUR je Nase) auf die Beine zustellen, dürfte es dem CIA mit seinem großzügigen Budget nicht schwer fallen, im Iran ganze Heerscharen zu kaufen.

    Oder was würdet Ihr als Geheimagenten in Teheran mit so viel Geld anfangen? Vielleicht noch ein paar politische Gruppen und Medienunternemen unterwandern, aber sonst? Es gibt da ja nicht mal Nachtclubs, in denen Ihr das Geld auf den Kopf hauen könntet…

  38. me.

    @ tobi, sorry

  39. Klinsman schreibt:

    “Nur unbeirrte Ignoranten können die Totenglocken des sterbenden iranischen Regimes noch überhören.”

    Und dann schreibt er noch im Brustton der Überzeugung:

    “Das iranische Volk ist gerade dabei, sich von den Fesseln des Unterdrückungsregimes zu befreien.”

    Gestern, am Mittwoch den 30. Dezember demonstrierten Millionen von Menschen für die islamische Revolution und ihre heutige Führung. Z.. B. gingen Hundertausende auf die Straße gegen die Randale und die Zerstörung öffentlichen Eigentums wie Banken, Läden, Bussen, Autos, gegen die brutalen Morde an unschuldigen Zivilisten durch Schlägertrupps sowie gegen die Schändung der heiligen Ashura durch extremistische Teile der iranischen Opposition.

    PressTV zeigte Bilder aus Teheran, wo über eine Million Menschen demonstrierten, aus Esfahan, aus Shiraz, aus Qom, aus Mesched, aus Sistan-Beluchistan, aus Tabriz, aus Arak und anderen Städten, wo die Menschen zu Zehntausenden, ja Hundertausenden, auf die Straße gingen und ihre Regierung untertützten.

    Natürlich werden diese Bilder, die einer breiten Zustimmung des iranischen Volkes für ihre Regierung im Westen nicht gezeigt, weil diese Realität nicht ins Konzept passt. So entsteht der Eindruck, dass die ‘grüne’ Opposition die Straße beherrscht. Die Menschen werden bewusst in die Irre geführt und es entsteht ein völlig verzehrtes Bild von der Realität.

    Man wird dieses Bild nur los, wenn man sich unabhängig informiert und nachdenkt.

    Man stelle sich vor hier in Deutschland würden die Menschen zu Millionen zusammenströmen und die gegenwärtige Regierungskoalition und ihre Politik unterstützen! Unvorstellbar angesichts der tiefen Verdrossenheit der Menschen mit der derzeitigen Politik und den politischen Parteien, die die Interessen der Banken und der Finanzgewaltigen vertreten, obwohl sie angeblich ‘demokratisch’ gewählt wurden. Ich würde sagen: ‘Pseudodemokratisch gewählt wurden.

    Im Iran gibt es keine ideale Demokratie, aber es gibt mehr Demokratie, mehr Mitbestimmung des Volkes als hierzulande und vor allem mehr Demokratie als in den vom Westen unterstützen Nachbarstaaten wie Saudi-Arabien, den Emiraten usw, wo es gar keine Wahlen gibt, ohne dass sich jemand hier im ‘freien Westen’ darüber aufregt. Es sind ja unsere Bündnispartner!

    Ein paar Beispiele noch zum Iran:

    Das iranische Parlament, die Majlis muss den vom Präsidenten vorgeschlagenen Kabinettsministern zustimmen. Erhalten sie keine Zustimmung, muss der Präsident neue Minister ernennen, die vor dem Parlament und vor bestimmten Ausschüssen ihre Pläne für ihr kommendes Tun im einzelnen darlegen müssen. Fallen sie durch, muss der Präsident neue Leute präsentieren.

    Ahmadinejad hatte vor, nicht nur eine Frau, sondern drei in sein Kabinett aufzunehmen. Die neue Gesundheitsministerin bekam er durch. Die beiden anderen wurden wegen mangelnder Erfahrung abgelehnt und er musste neue Kandidaten präsentieren, die dann schließlich von der Majlis-Mehrheit akzeptiert wurden. Diese starke Stellung des Parlaments ist typisch für die iranische Verfassung.

    Ist so etwas undemokratisch?

    Man stelle sich vor: Westerwelle müsste vor dem Bundestag seine künftige Politik darlegen und der Bundestag könnte dann entscheiden, ob er Außenminister wird oder nicht. Falls er zurückgewiesen würde, müsste sich Merkel einen neuen Kandidaten suchen, der wieder abgelehnt werden könnte.

    Es gibt eine Gewaltenteilung im Iran zwischen der Exekutive, der Legislative und der Judikative. Selbst der oberste Repräsentant, Ali Khamenei wird von einem Expertengremium, in dem zwölf Vertreter sitzen, sechs Geistliche und sechs Juristen, ernannt. Im Unterschied zum Präsidenten wird er nicht direkt gewählt, das ist richtig.

    Aber wer wird bei uns schon direkt gewählt? Nehmen wir die Mitglieder unseres Obersten Gerichts, des BVG: Sie werden bei uns nach Parteienproporz ernannt, nicht gewählt. Wo bleibt da die Gewaltenteilung zwischen der Exekutive und der Judikative?

    Der Präsident im Iran kann nicht sagen: ‘Ich möchte, dass der und der hingerichtet wird oder ins Gefängnis kommt.’ Dies ist Aufgabe der iranischen Justizorgane, die unabhängig von der Exekutive ihre Urteile sprechen. Jeder Angeklagte hat das Recht auf einen Verteidiger usw.

    Es gibt in der Tat die Todesstrafe, die kürzlich gegen die Bombenleger von Zahedan in Baluchistan angewandt wurde, die über 40 Zivilisten und Angehörige der Revolutionsgarden in die Luft sprengten und von den USA, von Pakistan aus, trainiert und finanziert worden waren (Jundullah-Gruppe). Wer unschuldige Menschen tötet, wird hingerichtet.

    Im Koran steht: ‘Wer einen einzigen unschuldigen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit.’ Der, der das vorhat, darf hingerichtet werden.

    Darüber, über die Todesstrafe, kann man unterschiedlicher Meinung sein. Auch ich bin gegen die Todesstrafe, aber man muss es akzeptieren, wenn Länder in solchen Fällen die Todesstrafe praktizieren, wie dies ja auch in den USA in den meisten Bundesstaaten der Fall ist, ohne dass ihnen die Demokratiefähigkeit abgesprochen wird.

    Der Iran hat sich tatsächlich 1979 von den Fesseln eines unmenschlichen Unterdrückerregimes befreit, von dem des iranischen Shahs und seiner berüchtigten Geheimpolizei Savak, die die Folter praktizierte und Tausende von unschuldigen Menschen ohne Gerichtsverfahren hinrichtete, die vom amerikanischen Geheimdienst aufgebaut worden war. Niemand hier im Westen kritisierte das damals.

    Seitdem gehört das iranische Öl und die anderen Ressourcen, mit dem das Land reichlich gesegnet ist, den Iranern und nicht mehr ausländischen Gesellschaften.

    Den ausländischen Profitgeiern wurde im Iran das Handwerk gelegt. Diese Errungenschaften wird das iranische Volk nie wieder preisgeben.

    Alle Versuche in dieser Richtung werden scheitern.

    Nur auf einer solchen ökonomischen Basis ist Demokratie überhaupt möglich. Fehlt diese Basis ist sie nicht möglich.

  40. CLW

    “Mit so viel Geld kann man notfalls eine komplette Scheinrealität inszenieren.”

    Warum klappt das dann auf Kuba nicht? – Kann es sein, dass dort weniger Widersprüche vorhanden sind, die der Imperialismus so gut ausnutzen kann wie die im Iran?

    Selbst wenn die Mehrheit für Ahmadinedschad ist – es gibt dort keinen Minimalkonsens, der die Gesellschaft auf Dauer zusammenhalten könnte.

    Die Scharia als allgemein geltendes Recht ist kein Minimalkonsens. Das sind einseitige Maximalforderungen, die von den weltlich orientierten Bevölkerungsteilen erfüllt werden müssen. Es sind Eingriffe ins Privatleben.

    Wer sich dadurch unterdrückt fühlt, wird zwischen die Fronten getrieben, wenn es um die Souveränität des Landes geht. Wer sich unterdrückt fühlt, empfindet keine Loyalität mehr. So zieht man sich selbst Millionen potentieller Landesverräter heran.

    Und eine zu große Minderheit fühlt sich unterdrückt – falls es denn wirklich die Minderheit ist, man könnt’ es ja erst überprüfen, wenn auch laizistische Kandidaten zur Wahl zugelassen sind.

    “Und wenn es 2006 die deutsche Kassenärztliche Bundesvereinigung schon fertig beachte, eine ganze Demo mit Mietdemonstranten (für 30 EUR je Nase) auf die Beine zustellen, dürfte es dem CIA mit seinem großzügigen Budget nicht schwer fallen, im Iran ganze Heerscharen zu kaufen.”

    Also, wenn ich ein Mietdemonstrant wäre, würde ich in Teheran eine Gefahrenzulage verlangen.

  41. @ schnehen:

    Danke für Ihre guten Ausführungen zur Lage im Iran. Nur eine kleine Korrektur hätte ich:

    “Im Koran steht: ‘Wer einen einzigen unschuldigen Menschen tötet, tötet die ganze Menschheit.’ Der, der das vorhat, darf hingerichtet werden.”

    Man darf erst dann jemanden bestrafen, wenn er die Tat ausgeführt hat, Präventiv-Todesstrafen gibt es nicht. Außerdem hat Ayat. Khomeini den Vers auch dahingehend gedeutet, dass man sich selbst retten muss, d.h. die eigene Seele vor dem Bösen.

  42. Klinsman

    Die selektive Wahrnehmung und viele Worte von “schnehen” ändern nichts an den Fakten.
    Gewaltenteilung existiert im Iran nicht.
    Da finden Sie nicht eine einzige seriöse Quelle, die das Gegenteil behauptet.

    Bereits ein einziger zentraler Fakt reicht aus, um das System im Iran als Scheindemokratie mit scheindemokratischen Institutionen zu entlarven:
    Der oberste Führer hat die UNEINGESCHRÄNKTE Macht im Staat und wird AUF LEBENSZEIT gewählt.
    Wer dieses Prinzip als Demokratie bezeichnet, kann sich nicht beschweren, wenn man ihn nicht für voll nimmt. Meines Wissens lernt man in der achten Klasse in Gemeinschaftskunde, was man unter Gewaltenteilung im Staat versteht.

  43. @Klinsman

    Wieder sehr oberlehrerhaft und von oben herab!

    Diese Arroganz, so meine Erfahrung, gibt es im Iran und unter Iranern – und ich kenne da einige – im Allgemeinen nicht. Etwas mehr Bescheidenheit täte Ihnen, glaube ich, ganz gut. Dies nur nebenbei.

    Niemand hat im Iran die uneingeschränkte Macht, auch nicht Ali Khamenei. Seine Macht gründet sich auf seine Autorität und auf das, was er bisher in vielen Jahren im Iran und für den Iran als geistliches Oberhaupt geleistet hat, z. B. im Krieg gegen den Irak, der von Saddam Hussein mit Unterstützung des Westens 1980 vom Zaun gebrochen wurde.

    In dieser schweren Zeit, über einen Zeitraum von acht Jahren (1980 bis 1988), als der Iran eine Million Menschen verlor, ganze Städte dem Erboden gleichgemacht wurden, als er dem Gaskrieg Saddam Husseins ausgesetzt war, hat er die Unabhängigkeit und die territoriale Integrität des Iran, zusammen mit dem damaligen Premierminister Mousavi (!) – damals noch ein Patriot – verteidigt und bewahrt und das haben seine Landsleute nicht vergessen. So etwas geht ins kollektive Gedächtnis ein.

    Deshalb genießt er eine so kollosal breite Unterstützung, wie man jetzt auch bei den letzten Massendemonstrationen gesehen hat.
    Kein einziger westlicher Politiker besitzt einen derartigen Rückhalt im einfachen Volk.

    Ich habe auch nicht von einer idealen Demokratie gesprochen, Herr Oberlehrer, und ganz entscheidend ist, wofür oder wogegen jemand seine Macht und Autorität einsetzt.

  44. Mensch

    Als ob die hochgejublete “Gewaltenteilung” in der BRD realiter existieren würde, Justiz und Polizei nicht Teil des Repressionsapparates der politisch Herrschenden sind, wie wiederum Handlanger der Bank- und Konzernherren wären.

    Als ob die Zionisten und ihre “Westliche Wertegemeinschaft” auch nur ein Funken Berechtigung hätten, den Iran Vorhaltungen darüber zu machen, wie das gesellschaftliche Leben zu organisieren wäre.

    Jeder weiß, daß es USrael lediglich darum geht, Widersacherstaaten wie Iran, Nordkorea, Kuba und Venezuela von der Landkarte zu fegen, in Satelitenregime umzuwandeln. Ein probates Mittel dazu ist der Exportschlager “Demokratie”, um weltweit mittels der monopolisierten Desinformationsindustrie die Dikatur des Finanzkapitals durch eine Diktatur der Dummheit mittels Majoritätsentscheide zu “legitimieren”.

    Die iranische Führung täte gut daran, ebeno der in Veneuzela, den bürgerlichen Wahlzirkus abzuschaffen, damit Hugo Chavez und der iranische Präsident ihr Werk ungestört fortsetzen können, dem Gegner das Mittel zu nehmen, seinen destruktiven Einfluß auszuüben.

    In dem Sinne heißt es in punkto “Staatsform”: Von der KDVR und Kuba lernen, heißt siegen lernen!

  45. Klinsman

    “Mensch” Meier, kurz vor dem Jahreswechsel noch eine krachende Satire gezündet, gratuliere!

  46. @Mensch

    Ich bin anderer Meinung.

    Natürlich gibt es einen bürgerlichen Wahlzirkus, den wir bei uns alle Jahre wieder hier erleben. Da lassen sich Politiker von Lobbyisten den Wahlkampf sponsern, werden dann mit deren Geld in den Bundestag gewählt, gelangen dann in Ausschüsse, wo sie sich für die Sponsoren erkenntlich zeigen und Gesetzesvorlagen ausarbeiten, die ihren Geldgebern angenehm sind, um nur ein Beispiel von bürgerlichem Demokratiemissbrauch und Korruption anzuführen.

    Aber dieser Missbrauch und diese Korrumpierung der Demokratie und der Wahlen ist kein Argument für die Abschaffung der Wahlen und der Demokratie und für die Einführung eines auf Personenkult und einer einzigen Staatspartei gegründeten Systems wie in Nordkorea beispielsweise!

    Wenn wir das hier propagieren, werden wir zu einer Sekte und werden das gleiche Schicksal erleiden wie die vielen ‘Rote Fahne’, MLPDs, KPD/MLs, Stalinisten, Maoisten… Wir werden dieses Schicksal zu Recht erleiden, weil wir ein fremdes System einführen wollen, das von der breiten Mehrheit der Bevölkerung noch stärker abgelehnt wird als das bestehende mit all seinen Fehlern.

    Worauf kommt es an?

    Es kommt darauf an, die Demokratie, die bei uns heute z.T. nur noch auf dem Papier und im Grundgesetz steht (das in seiner Urform, als es noch nicht hundertfach geändert und ausgehöhlt worden war, nicht schlecht war!) mit Leben, mit konkretem Inhalt zu füllen, zu einer echten volksnahen Demokratie fort zu entwickeln, das Grundgesetz wieder zu beleben und seine besten Artikel einzufordern, wie z. B. den Artikel 15 GG.

    Wir müssen den bürgerlichen Wahlzirkus entlarven und etwas anderes dem entgegenstellen, eine konkrete Utopie auf der Grundlage der besten politischen Traditionen, die dieses Land hervorgebracht hat. Nur so kriegen wir die Leute mit, aber nicht mit Kim IL Sung/Jong IL oder Fidel Castro.

    Und:

    Wie sind denn Leute wie Hugo Chavez-Frias oder Evo Morales an die Macht gekommen? Gab es in ihren Ländern davor nicht auch einen bürgerlichen Wahlzirkus ohne Ende?

    Natürlich!

    Sie haben trotzdem keine Sekte gegründet, sondern haben das Spiel mitgemacht, haben die Regeln akzeptiert und sind gewählt worden und haben nun die Möglichkeit, das System nach und nach zu demokratisieren und zu einer echten Volksdemokratie ohne Wahlzirkus zu verändern (siehe die Verfasssungsreform in Bolivien unter Evo Morales) und den Willen des Volkes zur Geltung zu bringen!

  47. Ingo

    @schnehen Zitat: “Wie sind denn Leute wie Hugo Chavez-Frias oder Evo Morales an die Macht gekommen? Gab es in ihren Ländern davor nicht auch einen bürgerlichen Wahlzirkus ohne Ende?

    Natürlich!

    Sie haben trotzdem keine Sekte gegründet, sondern haben das Spiel mitgemacht, haben die Regeln akzeptiert und sind gewählt worden”

    Sehr richtig!! Denn es ist ihnen gelungen, Massenwirkung zu erlangen…

    Und verbalradikales bzw. verbalextremes Auftreten im alten, K-Gruppen-mässigen Duktus ist dazu unter den hiesigen Bedingungen halt definitiv nicht geeignet und daher zu verwerfen… Man würde ja das gesetzte Ziel aufgrund fehlender Massenwirkung eh nicht erreichen können!!

  48. schneeflocke

    @ingo
    @me, Zitat:“ch nehm mal an die sind nicht mit Waffengewalt gezwungen worden für Mahmud Ahmadinedschad zu demonstrieren..“

    Bring die Massenmedien nicht auf Ideen…”

    Wahrscheinlich ist ja auch “qantara.de” eines dieser Massenmedien für sie, aber ich möchte es ihnen dennoch nicht vorenthalten:

    “Demonstrationszwang und Freigetränke

    Wie die reformorientierten Internetseiten berichteten, wurden vor allem Schüler, Arbeiter und Beamte gezwungen, an dieser Kundgebung teilzunehmen. Vielen Berichten zufolge wurden viele Gegendemonstranten aus Kleinstädten und Dörfern aus der Umgebung eigens nach Teheran kutschiert, um eine möglichst große Pro-Regierungs-Demonstration zu inszenieren.

    Wie die halb-staatliche Nachrichtenagentur “Mehr” bestätigte, gab es am Rand der Kundgebung sogar kostenloses Essen und Freigetränke für die Teilnehmer.

    Die aufwändigen Inszenierungen solcher Kundgebungen sieht der iranische Schriftsteller und Journalist Masud Behnoud eher als Zeichen der Angst denn als resolute Selbstbehauptung des Regimes.

    In der Tat sind die iranischen Ayatollahs durch die jüngsten Massenproteste in mehreren Großstädten des Landes anlässlich des schiitischen Ashura-Festes immer stärker unter Druck geraten. Seit Monaten nutzte die Opposition den Festkalender des iranischen Gottesstaates, um das Demonstrationsverbot des Regimes zu unterlaufen.”

    http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-1292/i.html

  49. Wenn man natürlich nur ‘reformorientierte’ Internetseiten, also die der iranischen, westlich orientierten Opposition zur Kenntnis nimmt, dann waren die Millionen Iraner, die an der Ashura teilgenommen haben und dann nach den gewaltätigen Unruhen in Teheran zu Millionen auf die Straße gingen, alle ‘staatlich organisiert’ und sogar ‘gezwungen’, an den Kundgebungen teilzunehmen. Wahrscheinlich hat man diese Millionen in Teheran, Mesched, Tabriz, Arak, Sistan-Beluchistan, Esfahan, Shiraz … alle zu den Kundgebungen geknüppelt.

    Auf PressTV wurden die Luftbilder von den Demonstrationen gegen die Schändung der Ashura gezeigt: Ein schier unendliches Menschenmeer! Viele trugen ihr eigenes Schild, mit eigenen Aufschriften.

    Eine Frau, die interviewt wurde, sagte: ‘Das was die gemacht haben, würde kein Iraner machen.’

    Was nicht sein darf, das nicht sein kann, dass nämlich, und das haben auch die Präsidentschaftswahlen am 12. Juni gezeigt, die ganz überwiegende Mehrheit des iranischen Volkes – und das sind keine Teheraner Neureichen und Anhänger des korrupten Oligarchen Rafjansani (seinem Sohn gehört in Toronto ein Einkaufszentrum) und seiner politischen Marionetten Mousavi und Karroubi, deren Wahlkämpfe er finanzierte – hinter ihrer derzeitigen Regierung und hinter A. Khamenei steht.

    Inzwischen haben die Ermittlungen zu den Unruhen, die sieben Menschenleben forderten, ergeben, dass von den dreihundert festgenommenen Randaliern und Brandstiftern, eine stattliche Zahl einen britischen Pass trug und erst zwei Tage vor der Ashura ins Land eingereist war, vermutlich mit dem Auftrag, die Unruhen zu provozieren.

    Das sind diejenigen, die der britische Außenminster und das US-State Department als mutige Rebellen gegen das ‘menschenverachtende Regime’, gegen die ‘Tyrannen’ (so Obama) anpreisen.

  50. schneeflocke

    @ schnehen

    “Wenn man natürlich nur ‘reformorientierte’ Internetseiten, also die der iranischen, westlich orientierten Opposition zur Kenntnis nimmt……”

    Korrekt. Ebenso unzureichend, wie wenn man nur “reformablehnende” Internetseiten zur Kenntnis nimmt…….

  51. Hier spricht mal wiede der Meister der Unterstellung, der sich dann beweint, wenn er ‘zensiert’ wird.




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