Elsässers Blog

21.6..: Jürgen Elsässer berichtet über seine Iran-Reise, 19 Uhr, Berlin-Mitte, Viethaus, Leipziger Straße 54

Vaterlandslose Gesellen

Daimler-Bosse wollen C-Klasse in den USA produzieren

Die Daimler-Bosse wollen die Produktion des meistgekauften Modells, der C-Klasse, in die USA auslagern. Dort sind die Löhne billiger. Vor allem: Mit dem absehbren weiteren Absinken des Dollarkurses wird der Export aus Deutschland (auf Euro-Basis) zu teuer. Eine idiotische Rechnung: Wenn der Dollar kollabiert, werden sowies alle Kurse Achterbahn fahren. Nichts ist dann mehr prognostizierbar. Für eine kriminelle Währungsspekulation opfern die Nadelstreifen-Nieten tausende Jobs im Großraum Stuttgart – die bestqualifizierten Teile der Arbeiterklasse werden auf die Straße geworfen, die weitstentwickelte Fertigungstechnik wird liquidiert.

Die vaterlandslosen Gesellen sind die Großkapitalisten. Demgegenüber haben die Arbeiter ein Interesse an Nation und Nationalstaat. Wie ich in einem meiner letzten Bücher (“Nationalstaat und Globalisierung”) schrieb:

“Mein Plädoyer für den Nationalstaat halte ich also nicht, weil ich Nationalist, sondern weil ich Demokrat bin. Ich beschwöre auch nicht, wie einst die Krupps, das gemeinsame Boot, um die Krauses schneller rudern zu lassen – sondern weil ich weiß, daß ohne dieses Boot die Krauses ersaufen, während die Krupps ohne Probleme auf ein anderes umsteigen. Während für das große Kapital der Nationalstaat ein lästiger Kostenfaktor geworden ist, bietet er für die mittleren und unteren Klassen mehr Schutz und mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten als jede andere gesellschaftliche Organisationsform. Verteidigung der demokratischen und sozialen Republik oder deren Auflösung im postdemokratischen und neoliberalen Ultraimperialismus – so steht die Frage zu Anfang des 21. Jahrhunderts.

(Ab heute bin ich auf einer geopolitischen Konferenz in Moskau. Bis zum Wochenende könnte es bei der Aktualisierung des blogs zu Unregelmäßigkeiten kommen).

17 Kommentare»

  Moonwalker hat @ geschrieben

d’accord Herr Elsässer!

Das habe ich schon während meines DDR-Lebens im Staatsbürgerkundeunterricht oder beim Physik-Studium im Studienfach “Marxismus/Leninismus” gelernt und verstanden: “Das Kapital ist wie ein scheues Reh.” – wenn die Aussicht auf Profit nicht mehr hoch genug erscheint, flüchtet es in andere verheißungsvollere Gebiete. Und zwar ohne Rücksicht auf Verluste! Dumm nur, dass diese Einsicht immer noch nicht bei der Masse der Bürger in diesem Lande angekommen ist und keine Konsequenzen gezogen werden. Es scheint den meisten noch zu gut zu gehen.

  Nikita Bondarev hat @ geschrieben

„Demjanjuk vs. Michalski – Viele Tote bringen Quote “ – Meine Meinung zu diesem Thema – ich setze mich mit den Mördern und ihrer medialen „Verwertung“ auseinander

http://freidemzen.wordpress.com/2009/11/29/scheis-schweizer-zuerst-steueroase-%E2%80%93-nun-nazi-paradies/

http://freidemzen.wordpress.com/

Nikita Bondarev

  Umm Hussain hat @ geschrieben

Und dann sag noch einer, Elsässer kümmert sich nicht um Deutschland ;-)

  Kreuzweis hat @ geschrieben

“Die vaterlandslosen Gesellen sind die Großkapitalisten. Demgegenüber haben die Arbeiter ein Interesse an Nation und Nationalstaat. …”

Hätten sie haben sollen!
Doch statt dessen beförderten die Proletarier – als vaterlandslose Genossen – die Zerstörung ihres Vaterlandes. Noch dümmer – weil offensichtlicher – war ihre Selbstentmachtung durch den Import von Lohndrückern.
Schon vor 25 Jahren – als damaliger ‘Lebenskünstler’ (in der sozialen Hängematte) – fand ich es gar nicht lustig, daß Linke meinen Futtertrog durch dem hemmungslosen Import von Mitessern bedrohten.
Gesunder Eigennutz, echte Liebe zum Naturschutz (Überbevölkerung!) und Abscheu vor linker Prinzipienlosigkeit entfremdeten mich der linken Szene und machten mich zum Patrioten.
Heute sehe ich, daß ich wohl instinktiv nicht ganz falsch lag …

  Beobachter aus BaWü hat @ geschrieben

Was erwartet man auch von diesen nicht nur vaterlandslosen, sondern auch skrupellosen Gestalten? Das sie sich um heimische Arbeitsplätze den hochbezahlten Kopf zerbrechen? Im Leben nicht! Die würden auch noch ihre Großmutter verkaufen wenn es Ihnen genügend Gewinn bringt! Erst wird Opel von GM erpresst und ausgesaugt, jetzt fängt der nächste deutsche Autokonzern ganz von alleine an zu drohen in die USA überzusiedeln! Der Wahnsinn hat System! Das ist ein ganz mieser Versuch von Lohndumping und völlige Entrechtung der Arbeitnehmer durch die multinationalen Konzerne.
Hier muss die VI deutlich darauf aufmerksam machen, ähnlich wie das bei Opel bereits geschehen ist. Das berührt das Volk direkt und macht zudem deutlich wie die Globalisten agieren!

  me. hat @ geschrieben

Generelles Recht auf Generalstreik !

Einheitsgewerkschaft statt Richtungsgewerkschaften.

Die “da oben” treten ja auch geschlossen auf.

grüsse

  bob marley hat @ geschrieben

Vaterlandsverrat. Endlich benutzt du auch mal das Vokabular der Ecke, in der du längst angekommen bist.

  Ingo hat @ geschrieben

Sehr gut formuliert – kann mich da nur voll anschliessen!! Sehr wichtig (auch im historischen Kontext!) ist es, knallhart zu entlarven, dass rein profitorientierte, grosskapitalistische Manager die wahren, vaterlandslosen Gesellen sind.

Zitat: “sondern weil ich weiß, daß ohne dieses Boot die Krauses ersaufen, während die Krupps ohne Probleme auf ein anderes umsteigen” Auch das ist völlig richtig.

Fazit: Der Nationalstaat ist gerade für die Masse des Volkes ein unverzichtbares Instrumentarium, um seine sozialen Rechte zu wahren… Aufgabe einer sozial orientierten Politik kann es also nicht sein, die partizielle Entmachtung des Nationalstaates durch neoliberale übergordnete Konstrukte, Verträge, etc. zu bejubeln oder verblendet von einem angeblich wünschenswerten bzw. gesetzmäßigen “Absterben des Staates” zu fabulieren – Aufgabe muss es vielmehr sein, den Nationalstaat als ein Instrument für die Bevölkerung zu nutzen, um die Interessen der Lohnabhängigen, kleinen Gewerbetreibenden, Arbeitslosen und sozial Benachteiligten effektiv durchzusetzen: Gegen neoliberale Amerikanisierer, devote Transatlantiker, und rücksichtslose, angloamerikanische Heuschrecken-Fonds!

  Leo Naphta hat @ geschrieben

>>For those engaged in international cartels – or multinational corporations, as we now call them – it is impossible for those men to remain loyal to the nation of their birth<<

http://www.myvideo.de/watch/7138169/No_Forever

  schwarzrotgold hat @ geschrieben

Nicht zu vergessen, die tausenden Arbeitsplätze von Zuliefererfirmen !

Nach Nokia kommt jetzt Mercedes auf meine NoGo Liste !

  A.T. hat @ geschrieben

Es gibt kein Vaterland mehr. Nicht einmal mehr ein Deutschland. Es gibt nur einen Multi-Kulti Wirtschaftsstandort BRD in den vereinigten Staaten von Europa.

Die Auflösung ist bereits seit langem im Gange und wurde von den antinationalen Linken, zur Begeisterung der Globalisierer, mit großem Eifer und unter ständigem Hinweis des Judenmordes, vital begleitet und mit vorangetrieben.

In so einem Wirtschaftsstandort gibt es keine Solidarität sondern ausschließlich ein Leben auf Basis persönlicher Gewinnmaximierung, das, sobald die BRD diese Gewinnmaximierung nicht mehr ermöglicht, in ein anderes Land verlagert wird. Dieses Prinzip kann man bei Großkonzernen ebenso beobachten wie bei den auswandernden Deutschen.

So ist das halt, wenn eine Nation aufgelöst wird.

  A.T. hat @ geschrieben

“Deutschland verrecke”. Es ist verreckt, willkommen in der schönen neuen Welt.

  Peyer hat @ geschrieben

Das Kapital kennt keine Grenzen. Die Kultur (wozu auch Heimatgefühle aller Art gehören) schon. Heißt das aber, Kapital und Kultur wären sich bekämpfende Gegensätze? Nicht im allgemein gültigen Sinn. Denn Kultur braucht Kapital, um Entstehen und mittelfristig Bestehen zu können; und Kapital (materielle Investitionsgüter) braucht Kultur, um einen rechtlichen und sittlich verlässlichen Rahmen zu haben, um prosperieren und mittelfristig bestehen zu können…

  michael k. hat @ geschrieben

Herr Elsässer, Sie scheinen bzgl. der Wechselkurse etwas grundsätzliches nicht verstanden zu haben. Ich helfe gerne. Die Entscheidung, ca. 20% der Gesamtproduktion der C-Klasse ab 2014 in den USA produzieren zu lassen, soll dazu führen, dass die lokale Nachfrage durch lokale Produktion gedeckt wird. Was Sie als “kriminelle Währungsspekulation” bezeichnen ist also in Wahrheit die Beseitigung derselben.

  pacito hat @ geschrieben

@9:28
Sie scheinen das ja so richtig zu geniessen, dass DB entschieden hat, ein Grossteil der Produktion der C- Klasse in den USA zu produzieren.
Gleichzeitig wollen sie dieses Thema abschliessen, da ja “nur” 20% dieser Automobile bei den amerikanischen Freunden gefertigt würden. Sie sind ein Lügner oder wissen es nicht besser.

Auch der Mainstream berichtet darüber, z.B. Focus: “Mit der Produktion eines Großteils der neuen C-Klasse-Generation im Werk in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama will der Konzern ab 2014 erhebliche Kosten sparen. ”

Lesen Sie dies bitte immer und immer wieder: Mit der Produktion eines Grossteils der neuen C-Klasse….

  michael k. hat @ geschrieben

@ pacito
Treten Sie immer so großspurig auf, wenn Sie keine Ahnung haben?
Während Sie zu meinem Hinweis nichts zu sagen haben, werfen Sie mit Unterstellungen, Beleidigungen und Unwissen herum.
Ihre Informationen sind leider falsch. Vielleicht sollten Sie weniger Focus lesen sondern die originalen Pressemitteilungen. Die Fakten sind: der Standort Bremen, wo aktuell bereits der grösste Teil der C-Klasse produziert wird, wird sogar zusätzliche Produktion bekommen und den Markt Europa versorgen und in Alabama wird für den lokalen amerikanischen Markt produziert.

  IndustriePraxis hat @ geschrieben

>Herzlichen Dank für diesen Informativen Blog. Habe ihn gleich in meine Bookmarks eingetragen. Maschinenbau ist eine der ältesten Ingenieursdisziplinen, dabei bildet die klassische Physik die Grundlage der technischen Mechanik, Thermodynamik und Werkstoffwissenschaften und somit die Grundlage für weitere Aspekte (Konstruktion, Simulation, Materialmodellierungen). Mit alle diesen Disziplinen und weiteren Themengebieten des Maschinenbau finden sich aktuelle Anwenderreportagen und Applikationsbeispiele auf dem Industrieportal industriepraxis.de

Weiter so……


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