Elsässers Blog

17.4. Berlin | COMPACT Live: Massenmedien und ihre Lügen-Mechanik. Wie wir von den Medien manipuliert werden. Mit Ken Jebsen

junge Welt: Mann über Bord

Wegen Sympathien für die Antideutschen


Das war’s dann wohl: Der fleißige jW-Mitarbeiter Tomasz Konicz hat auf seinem blog einen Leserbrief an die junge Welt veröffentlicht, den diese nicht bringen wollte. Ungewöhnlich genug, dass ein Mitarbeiter einen Leserbrief schreiben muss, um sich Gehör zu verschaffen. Wenn er das Ding dann aus Frust über Nichtabdruck auch noch selber rumschickt, will er seinem Arbeitgeber einen Grund geben, dass der ihn rausschmeißt. Oder hat sich Konicz, wie man aus Redaktionskreisen hört, schon selbst verabschiedet? Das Pamphlet finden sich hier.

Es geht um den Streit, der vor kurzem auch auf diesem blog ausführlich behandelt wurde: Ein antideutscher Mob wollte in Frankfurt/M. eine aufklärerische Veranstaltung mit der Arbeiterfotografie, der Bandbreite und dem jüdischen Komponisten Elias Davidsson stürmen. Vorwurf, wie üblich: Die seien 9/11-Aufklärer, also antisemitisch. Die junge Welt hat sich mit vier Tagen Verspätung auf die Seite der Angegriffenen gestellt und ein langes Interview mit der Arbeiterfotografie gebracht. Konicz passt das nicht, und er steht nicht allein mit dieser Position in der Redaktion und unter den Mitarbeitern. Besonders in der Innenpolitik und unter den Antifa-Mitarbeitern  dürfte er mit seinem Stuss Anklang finden.

Konicz hat im Blatt eine wichtige Rolle gehabt. Als Auslandskorrespondent hat er praktisch ganz Osteuropa abgedeckt, dazu noch über Wirtschaftsthemen geschrieben und – sein persönliches Anliegen – den Klimaschwindel mit unterstützenden Beiträgen gepusht. Sauer war er vor kurzem schon, als ihm die Redaktion einen Iran-Beitrag umgeschrieben hatte – er wollte ein bißchen gegen Ahmadinedschad hetzen.

Die junge Welt versucht es mit doppelter Abgrenzung: Einerseits will man den Antideutschen nicht zu nahe kommen, andererseits haut man selber auf deren Lieblingsfeind Volksinitiatve ein. Schon gewußt? Die junge welt weigert sich sogar, bezahlte Anzeigen der Volksinitiative zu drucken.

Bei diesem Schlingerkurs verliert jW nach beiden Seiten: Jetzt mit Konicz einen politisch Korrekten (plus Anhang?), vor kurzem, als jW verschiedene blogs und die Volksinitiative unter “Faschismus 2.0″ abhandelte, hagelte es Leserbriefe aus unserem Spektrum, und es kam auch zu Abbestellungen.

Natürlich kann sich eine solche Zeitung wie jW sich nicht auf eine Seite schlagen. Aber wie wäre es, wenn Ihr die Kontroversen offen austragen würdet – etwa Konicz gegen Pirker oder Koschmieder gegen Elsässer – anstatt undiskutiert eine imaginäre Mitte zwischen Konicz und Elsässer  zu suchen? Merke: In Gefahr und Not – bringt der Mittelweg den Tod.

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12 Responses

  1. Syd Barrett sagt:

    “und – sein persönliches Anliegen – den Klimaschwindel mit unterstützenden Beiträgen gepusht.”
    He he, je nach dem, wer da aufrückt, wen der Hr. Konicz noch mit ziehen kann, wird die jw prozentual lesenswerter.
    Auf die letzten 2-3 Jahre gesehen ist er nicht der einzige Klimaschwindler in der Redaktion gewesen, wenngleich gerade die bei der neuköllner Linken ordentlich Freunde hatten. Manch einem früheren Klimaschwindler bei jw wird inzwischen ein Licht aufgegangen sein.

    2 Zitate passen da gut: die Kantische Definition der Aufklärung als Befreiung des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit (mittels Bildung) und diese beiden Zeilen aus der Internationale:
    “Uns aus dem Elend zu erlösen,
    können wir nur selber tun!”

  2. Eric Rohmer sagt:

    Aus dem Text von Konicz spricht eine Unerbittlichkeit und eine Anstrengung.
    Der Leser trifft auf ein Abgrenzungsbedürfnis, auf einen Willen sich hier aus dem Fenster zu lehnen ohne Netz und doppelten Boden. Diese
    Stellungnahme bestürtzt. Ich wusste seine Beiträge zu schätzen und habe sie gern gelesen, auch im Vertrauen auf die Wahrhaftigkeit und die intellektuelle Redlichkeit des Autors. Das bekommt jetzt alles einen Knacks.

    Weiß Thomas Konicz worüber er schreibt?

    Eric

  3. reflexion sagt:

    “Vorwurf, wie üblich: Die seien 9/11-Aufklärer, also antisemitisch.”

    Das hat niemand behauptet… Vielleicht sollte sich mensch über die Vorwürfe gegen die “Bandbreite”, Davidsson und Co informieren, bevor mensch zu solchen plumpen Unterstellungen greift.

  4. Karl Auer sagt:

    Witz des Tages:

    >„Vorwurf, wie üblich: Die seien >9/11-Aufklärer, also >antisemitisch.“
    >
    >Das hat niemand behauptet…

    Nein, natürlich nicht, niemals nein.

  5. reflexion sagt:

    @ Karl:

    Ja wo denn? Wenn du – wie Elsässer – so etwas behauptest müsste es doch ein leichtes sein, aus einem Aufruf oder anderen Texten zu zitieren… Das ist merkwürdigerweise nicht geschehen…

  6. quadour sagt:

    Ich kann es kaum erwarten, das aktuelle Compact “Iran, Fakten gegen westliche Propoganda” zu lesen.

    Zurzeit findet im Internet ja eine unglaubliche Schmierenkommödie (Abrechnung?) gegen Elsässer statt.
    Halten Sie durch, Elsässer, es dauert nur noch wenige Monate, dann werden Sie endgültig recht bekommen.
    Wie sagte doch Voltaire (leider in Englisch): It’s dangerous to be right, if the government is wrong.

  7. Syd Barrett sagt:

    @ reflexion
    Ich will den Dünnsch… nicht wiederholen, oder per drag n drop hierher bringen, den der Hr. Konicz von Abs 1, Z. 4 mitte bis ungefähr 2. Absatz mitte da verzappt.
    Erinnert sei auch, daß wir keine Quer- sondern eine Volksfront aufbauen wollen. Da ist ein diametraler Gegensatz zwischen beidem.
    Reicht dir das erst mal?

  8. Zyniker sagt:

    Wer, wie Jürgen Elsässer, sich dem „Turmbau & Stimmengewirr zu Brüssel“(EUdssR) entgegenstemmt, gleichwohl die Bürger, unabhängig der Nationalität, obendrein dazu auffordert, sich wieder der Vorteile des Nationalstaates zu erinnern, unterminiert das z.Z. herrschende Partei(buch).- & Fraktionsprimat des von Banditen Ruinierten Deutschlands; und gilt damit den sog. „Etablierten“ des Reichstages à priori als verdächtig.

    Dieser abgehobenen Kaste von Volks(ZER)tretern ist eine sich auf dem „Sprung“ nach Privilegien und Dienstwagen wähnende Klasse willfähriger Heloten dienlich, die sich als deren Mietmäuler & -schreiber geriert. Sie geifern und texten nach alter Tradition im Auftrag ihrer Herren kontinuierlich um die Wahrheit herum, da diese deren und ihre Machtbasis zertrümmern würde – die Macht der Angsterzeugung.

    Jeder einzelne des z.Z. noch durch „panem et circenes“ abgelenkten Plebs, den Elsässer et.al. auch nur zum Nachdenken anregen können, ist in ihren Augen schon einer zu viel – er/sie könnte(n) sich des „Kaisers neuer Kleider“ bewußt werden! ;-)

    Also nur nicht nachlassen Herr Elsässer.

    Der ehem. stellvertretende Finanzminister der Regierung Reagan, Paul Craig Roberts, hat sich Gedanken darüber gemacht, „Warum Propaganda die Wahrheit übertrumpft“.
    Den oben aufgeführten Link zu Vortrag des Architekten Richard Gage, stelle ich hier als Direkt-Link ein. Die Aufzeichnung ist Pflicht für jeden, der bei der „heissen Renovierung“ mitreden will, die am 9/11/01 im Herzen New Yorks stattfand.

    mfg

  9. reflexion sagt:

    @ Sys:

    Wenn mensch – wie Konicz – die “Arbeiterfotografie” und die “Bandbreite” aufgrund der “Verbreitung absurder Verschwörungsideologien rund um die terroristischen Anschläge vom 11. September 2001″ kritisiert, heißt das erst einmal noch lange nicht, dass damit ein Antisemitismusvorwurf einhergeht. Das geht aus dem Text von Konicz auch überhaupt nicht hervor: “„Vorwurf, wie üblich: Die seien 9/11-Aufklärer, also antisemitisch” behauptet hingegen Elsässer.
    Wäre es da nicht besser Konicz aufgrund seiner Positionierung zu kritisieren, anstatt ihm etwas zu unterstellen, was er gar nicht schrieb?

  10. @ Zyniker: EUdSSR ist eine grobe Verharmlosung der EU. Demokratietechnisch ist die EU eine Rückschritt ins hl. Römische Reich (deutscher Nation). Die lokalen Könige und Fürsten (nationale Regierungen) schachern den Kaiser und seinen Hof aus (Komission). Dazu gibt es am Hofe regelmäßige Huldigungsveranstaltungen für den Kaiser (Sitzungen des EU-Parlaments) – inkl. Hofnarren (Linke Fratkion). Zu HAuse können die Fürsten und Könige gegenüber ihren Untertanen erzählen, daß se das alles nicht wollen, aber müssen, weil der Kaiser es so befiehlt. Mit UdSSR hat das alles nichts zu tun. leider…

  11. Torsten sagt:

    Ich verstehe nicht, um was es eigentlich geht. Nirgendwo steht, was die Einen an den Anderen auszusetzen haben.
    Kann irgendwo mal zusammenfassend stehen, was die Volksfront will und die Linkspartei nicht will ?
    Um was sich die Leute bei der Jungen Welt eigentlich kloppen und warum sie Jürgen Elsässer nicht mehr im Team haben ?
    Und was Tomasz Konicz will? Er glaubt nicht an eine Verschwörung westlicherseits bei den Anschlägen des 11.9.. Na und ? Und andere glauben daran. Na und, bei der derzeitigen Medienindustrie kein Wunder.
    Manche glauben, dass der Ahmanideschad im Iran doch gar nicht so schlimm sei, und nur deshalb so angegriffen wird, weil er den Amis nicht passt.

    Irgendwie sind das nur Glaubens- und Medienvertrauungsfragen, die hier quer durch eine linke Bewegung gehen, aber doch nicht den Kern der Sache betreffen, wofür alle Linken sind: weniger Armut, Freiheit und irgendetwas anderes als die alleinige Herrschaft des Geldes.

  12. CLW sagt:

    Aber wie wäre es, wenn Ihr die Kontroversen offen austragen würdet – etwa Konicz gegen Pirker oder Koschmieder gegen Elsässer – anstatt undiskutiert eine imaginäre Mitte zwischen Konicz und Elsässer zu suchen?

    Kontroversen sollten offen ausgetragen werden, ja. Aber die junge Welt wird sich hoffentlich hüten, diese Kontroversen derart zu personifizieren und an einzelnen Herren festzumachen.

    Das sollte ein Prozess sein, der zunächst Mal (heißt vor Elsässer) möglichst viele Stimmen aus dem Kollektiv junge Welt einbezieht.

    Schließlich äußert Konicz nicht nur einen Kritikpunkt – und man kann ihm teilweise zustimmen, ohne gleich das ganze Paket unterschreiben zu müssen, wenn man nicht stattdessen dem Pirker zujubeln will.

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