Zu den Wahlen und Protesten im Iran
Eine schöne Schlappe für den Imperialismus im Iran! Schon die zweiten Wahlen dieses Jahr vergeigt. Zuerst in Moldawien, wo die Twitter- und Facebook-Revolution voll in Arsch ging. (Jetzt versucht man es dort mit der Spaltung der regierenden Kommunisten). Und jetzt Iran. Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO. Hat jemand die Girlies gesehen, die da in bestem Englisch in die Mikrofone von CNN und BBC heulen? Das sollen die Repräsentanten des iranischen Volkes sein, oder auch nur der iranischen Opposition? Da lachen die Hühner im Capitol! Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.
Wie ich schon bezüglich Saddam in meinem Buch „Angriff der Heuschrecken“ geschrieben habe: Was er regierte, war keine Demokratie, aber immerhin ein Staat. Oppositionelle und Dissidenten mussten seine Willkür fürchten, aber immerhin hatte die große Mehrheit der Bevölkerung Bildung, Infrastruktur, Krankenversorgung, Heizung, Müllabfuhr und alles, was einen Staat sonst noch ausmacht. Erst seit das Sternenbanner über Bagdad weht, muss dort JEDERMANN um sein Leben fürchten, weil jede Form von Sicherheit zusammengebrochen ist. – Das trifft auf Teheran genauso zu.
In diesem Sinne: Salemaleikum, Präsident! Auf weitere vier friedliche Jahre! Und heute abend werde ich, ganz unislamisch, auf Dich einen Slivovitz trinken!
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Nachtrag 13.07.2009
Elsässer entschuldigt sich
Iran: Abschließendes zu Discomiezen und Darkrooms
Entschuldigung von Elsässer – das gibt‘s doch nicht? Das gibt es wohl! Ich heiße doch nicht Steinbrück …
Es geht um meinen Kommentar „Glückwunsch, Ahmadinendschad!“ direkt nach den Wahlen im Iran. Die Grundaussage des Artikels stimmt, dazu stehe ich, aber bestimmte Formulierungen waren zweideutig, dass sie mißverstanden werden konnten. Und so geschah es dann leider auch.
Dass mein Kommentar aber auch so verstanden werden konnte, wie er gemeint war, beweist z.B. ein Artikel auf dem Webportal Telepolis. Dort (www.heise.de/tp) sah Marcus Klöckner meinen Beitrag so:
“Auf seinem Blog schreibt der linke Autor und Journalist Jürgen Elsässer unter der Überschrift “Glückwunsch Ahmadinedschad!” einen Kommentar zur Wahl im Iran. Liest man den ganzen Kommentar, wird deutlich, dass Elsässer sich in einem Ton voll beißender politischer Ironie zur Wahl äußert. Um die “Glückwünsche” zu verstehen, muss man wissen, dass Elsässer in seinen Büchern und Schriften immer wieder bestimmte, in den Mainstreammedien vorherrschende Lesarten zu geopolitischen Sachverhalten analysiert und gegen den Strich dekonstruiert. Elsässer, so ist anzunehmen, hat schlicht erkannt, dass Ahmadinedschad eine Hürde für maßgebende Kräfte im geostrategischen Schach ist und deren imperialistische Bestrebungen im Iran daher scheitern. Der Glückwunsch ist eher als Seitenhieb in Richtung machtelitäre Geostrategen zu lesen anstatt ihn als realitätsferne Bewunderung der Verhältnisse im Iran zu interpretieren.”
Nun zu den Formulierungen, die am meisten auf Kritik stießen. Dazu gehört meine Titulierung der Opposition als „Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und Strichjungen des Finanzkapitals“. Teilweise wurde mir deswegen Schwulenfeindlichkeit unterstellt. Aber bitteschön: Es geht nicht um Schwule und auch nicht um Strichjungen, sondern um „Strichjungen des Finanzkapitals“. Das ist keine sexuelle Kategorie, sondern eine politische: Leute, die sich vom Finanzkapital kaufen lassen.
Desweiteren haben die Kritiker natürlich Recht, dass man die Opposition im Iran nicht auf die von mir genannten Gruppen reduzieren kann. Aus der Tatsache, dass die Avantgardisten und Promotoren der Proteste zumindest fahrlässig das Geschäft von USA und EU betrieben, kann man nicht auf die Masse der Demonstranten schließen. Man möge mir bei dieser Vergröberung mildernde Umstände zugestehen: Ich schrieb anhand der Fernsehbilder der allerersten Demos, wo dieser Eindruck erweckt wurde.
Am stärksten unter Beschuss steht mein Satz: „Gut, dass Ahmadinedschads Leute aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom verfrachtet haben.“ Dies meint selbstverständlich NICHT die illegale Inhaftierung inklusive Folter und staatlichem Mord, wie es mir einige unterstellt haben, sondern lediglich die streng rechtsstaatliche Ingewahrsamnahme von Gewalttätern, wie sie die Polizei auch in der besten Demokratie vornehmen muss. Ich habe, gegen dieses Missverständnis, bereits kurz darauf klargestellt, dass ich in jedem Staat der Welt gegen Folter und Todesstrafe bin – ob das im Iran, in Saudi-Arabien, in den USA oder in China läuft. (http://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/06/17/linke-und-iran/#more-751)
Trotzdem muss ich einräumen, dass diese Klarstellung etwas spät kam und dass ich durch meine zweideutigen Formulierung Leser verletzt habe. Das tut mir ohne Wenn und Aber leid.
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Sind Sie interessiert an provokativen Thesen? Dann ist COMPACT das richtige für Sie, das Printmedium aus der Volksinitiative. Der erste Band in der Herausgeberschaft von Jürgen Elsässer erscheint Anfag Juli 2009.
Dann hat das Herumärgern mit politisch-korrekt zurechtgeschliffenen Linksblättchen wie Junge Welt und Neues Deutschland ein Ende.
Jürgen Elsässer (Hrsg.), GEGEN FINANZDIKTATUR. Die Volksinitiative – Grundsätze, Konzepte, Ziele.
Bstellen: http://www.kai-homilius-verlag.de/vp/12.10/index.php
Dann geht es jeden Monat Schlag auf Schlag weiter: Im August schreibt Knut Mellenthin, der bekannte Autor von Junge Welt und anderen, über Obama. Im September geht es um Winnenden, was an der Polizeiversion nicht stimmt, aus der Feder von Andreas Hauß, zusammen mit Matthias Bröckers einem der 9/11-Bestsellerautoren bei Zweitausendeins.
Die Bücher haben jeweils ca. 110 Seiten, werden brandaktuell produziert und zum Kampfpreis von 7.50 Euro auf den Markt gebracht. Angestrebt wird der Aufbau eines breiten Abonnentenstamms. – Mehr Informationen in den nächsten Tagen, u.a. die Abokonditionen. Hier erstmal einige Ausführungen zum Konzept der COMPACT-Reihe:
COMPACT: Was verboten ist, macht uns gerade scharf
In Zeiten der Krise versuchen die Regierenden, ihre Untertanen stärker zu kontrollieren. Früher machten sie das mit plumper Zensur, heute wollen sie vor allem unsere Kommunikation beherrschen: Krieg heißt Frieden, Sklaverei wird Freiheit genannt und Unwissenheit als Stärke gerühmt. Indem man die Sprache verarmt, schränkt man das Denken ein und macht Kritik zahnlos: Wer ein Wort wie „Volk“ ausmerzt, verhindert eine Diskussion um die Weiterentwicklung der Demokratie, die ohne diesen Grundbegriff nicht vorstellbar ist. Wer den Begriff „Konzentrationslager“ auf die deutsche Vergangenheit beschränkt, wird die Realität von Abu Ghraib und Guantanamo nicht beschreiben können. Wer vom „Zionismus“ nicht reden darf, muss auch vom Faschismus schweigen.
COMPACT wird die Dinge beim Namen nennen. Was verboten ist, macht uns gerade scharf – das ist das Motto dieser Schriftenreihe. Im ersten von mir herausgegebenen Band, den Sie gerade in den Händen halten, geht es um Volk und Volksinitiative. Im zweiten werden die US-Konzentrationslager Thema sein, die auch der neue Präsident nicht schließen wird. Im Herbst werden wir uns den zionistischen Kriegsverbrechen in Gaza widmen. COMPACT ist das Gegengift zur politischen Korrektheit, also zur Ideologie der Neuen Weltordnung, die in den Massenmedien und auch in der linken Presse zum unantastbaren Tabu geworden ist.
Nur ein Einwand gegen unser ehrgeiziges Projekt ist vorstellbar: Die ewigen Skeptiker werden sagen, man könne kein neues Printmedium am Markt platzieren, schon gar nicht in Zeiten der Wirtschaftskrise. Außerdem könne man rebellische Inhalte längst kostenlos lesen, im Internet. Diese Entwicklung mag tatsächlich für Tageszeitungen eine Gefahr sein, die mit der Schnelligkeit der elektronischen Medien nicht Schritt halten können. Aber gut recherchierte Bücher, anhand derer der Leser die Inhalte der www-Wundertüten überprüfen können, werden durch die Blogger-Inflation nicht überflüssig, sondern noch notwendiger. Die COMPACT-Bände, das verspreche ich Ihnen als Herausgeber, werden nie politisch korrekt, aber immer in den Fakten korrekt sein – und dabei aktuelle Themen so schnell aufgreifen, wie man das ansonsten nur von Zeitschriften kennt.
Natürlich hat es Aufklärung nicht leicht, vor allem in diesem Land. „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das Deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung, als ihre wirklichen Feinde,“ erkannte schon Napoleon Bonaparte. Als Gegenrezept empfahl Karl Marx: „Es handelt sich darum, den Deutschen keinen Augenblick der Selbsttäuschung und der Resignation zu gönnen. Man muß den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewußtsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller, indem man sie publiziert. (…) Man muß das Volk vor sich selbst erschrecken lehren, um ihm Courage zu machen.“
Voila: COMPACT wird dem Volk Courage machen – wenn Sie, die Leser, uns dafür die finnziellen Mittel verschaffen. Mit anderen Worten: Abonnieren Sie JETZT!
Jürgen Elsässer, Herausgeber
Publizist, Buchautor und Mitbegründer der
"Volksinitiative".




Es ist schon bemerkenswert, daß jede Wahl, die in einem beliebigen Land der Erde stattfindet und deren Ergebnis nicht im Sinne der USA und NATO liegt, sofort reflexhaft vom deutschen Außenminister bis hin zur Mainstreampresse ohne irgendwelche Beweise zu haben, als Betrug diffamiert wird.
Wenn der Westen nicht den Mut und die Kraft hat, ein nichtgenehmes Wahlergebnis anzuerkennen, sollte er sehr vorsichtig sein, die Worte Freiheit und Demokratie weiterhin im Munde zu führen.