Jürgen Elsässer Blog

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KARSTADT erwürgt

Wie Opel – ein Opfer des internationalen Finanzkapitals


Schluss, aus, Ende. 56 000 Arbeitsplätze vernichtet. Im KDW entsteht ein Puff. Im Kartstadt am Hermannplatz (Berlin-Neukölln) gibt es eine Fixerstube. Willkommen in der verbrannten Zone der Marktwirtschaft. Die Afrikanisierung Deutschlands kann beginnen.

Bevor jetzt wieder Blödsinn erzählt wird, von wegen notwendiges Kaufhaussterben, am Bedarf vorbei etc. pp.: Karstadt wurde erwürgt. Hauptwürger Middelhoff war eine britische Heuschrecke mit deutschem Paß. Karstadt fehlte die Luft zum Atmen, weil die Mietpreise astronomisch waren. Verantwortlich: Goldman-Sachs,  Rothschild, Middelhoff.

Mehr kann ich hier nicht ausführen, weil ich es exklusiv für das Nchrichtenportal von www.kopp-verlag.de schreibe. Dort erschien zuletzt von mir eine Expertise zum „Großen Bluff“ bei Opel. Wie Karstadt ein Opfer des internationalen Finanzkapitals. Auszüge aus meinem Artikel:

Die Frechheiten der US-Amerikaner bei den Vertragsverhandlungen Ende Mai waren beispiellos und wurden nur von der Dummheit und Gefügigkeit der deutschen Regierungsvertreter übertroffen. Die GM-Emissäre folgten dabei einem brancheninternen Drehbuch für Gespräche mit Zulieferern, der sogenannten Delphi-Studie, die die Bamberger Forschungsstelle für Automobilwirtschaft recherchiert hat. Zu den Kniffen gehört das Entsenden drittklassiger Vertreter, um die Verhandlungspartner zu demütigen. Genauso war es bei den Gesprächen in Berlin: Die US-Regierung schickte einen Hinterbänkler ohne Prokura, der regelmäßig die Runde verlassen und sich mit seinen Vorgesetzten abstimmen musste.

Auch einen weiteren Trick kann man der Delphi-Studie entnehmen: Man überrumpelt die Gesprächspartner plötzlich mit neuen Forderungen, auf die sie nicht vorbereitet sind. So geschah es in Berlin: Kurzfristig
verlangte GM eine Cashspritze in Höhe von 300 Millionen Euro, um die
Liquidität von Opel zu gewährleisten. Zur Vorbereitung des
Überraschungsangriffs hatte Detroit unmittelbar vor Verhandlungsbeginn
den Geldhahn für die europäischen Töchter komplett zugedreht: Ab
Anfang Juni hätten etwa in Bochum und Rüsselsheim noch nicht einmal
mehr Strom und Wasser bezahlt werden können.

(…)

Besonders dreist war der Versuch der US-Amerikaner, hunderte Millionen Euro deutscher Steuergelder regelrecht zu stehlen. Nach einer Recherche der Financial Times Deutschland entdeckten zu Guttenbergs Berater erst kurz vor Verhandlungsende einen versteckten Vertragspassus, der die 1,5 Milliarde Euro Überbrückungskredit von der Bundesregierung betraf. Demnach hätten 334 Millionen Euro aus diesem Posten direkt an GM überwiesen werden sollen, und zwar auf ein Konto auf den berüchtigten Cayman-Inseln, die mit deutschem und internationalem Recht nicht erreichbar sind. Erst nach Protest der
deutschen Vertreter wurde der Absatz gestrichen, GM sprach von einem
Versehen.


Vollständiger Artikel hier.

15 Kommentare »

  Mr. No. wrote @

Wenn man weiß, daß Herr Middelhof damals bei Bertelsmann versucht hat, eben Bertelsmann an die am. Börse zu bringen (was gescheitert ist, weil der alte Mohn das Spiel durchschaute), weiß man wes Geistes Kind dieser völlig durchgeknallte Ober-Neoliberale ist. Er ist ein steriles Erfüllungsorgan der MACHT. Das läßt er sich fürstlich entlohnen, das Arschgesicht. Eine widerlichere Ausgeburt unserer Spezies gibt es auf dieser Erde kaum. Ich wünsche dem Herrn trotzdem Alles Gute!

  classless wrote @

In welchem Universum ist denn eine Fixerstube ein Anzeichen für eine – was auch immer das eigentlich sein soll – Afrikanisierung ?

  Me. wrote @

@ classless

Ja würde mich auch interessieren. Hört sich irgendwie arg intolerant an.
Nach Leitkultur oder so.

  Ummhussain wrote @

Zugegeben darüber bin ich auch erst mal gestolpert, wie auch früher über andere Zitate von Herrn Elsässer – die sich aber als etwas völlig anderes herausstellten, als gewisse Leute heraushören wollten.

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2009/03/18/elsassers-schlimmstes-zitat/

Ich denke so wird es hier auch sein.

  Maxxrev wrote @

@ classless

in deinem universum sind ja auch massenmörder und terroristen befreier, während menschen, die sich dagegen zu wehr setzen, von dir als al-qaida-terroristen bezichtigt werden. nachzulesen hier: http://www.classless.org/2007/09/20/die-hauptlast-im-kampf-gegen-den-neuen-kolonialismus/

(leider den letzten kommentar von mir nicht mehr veröffentlicht…warum wohl nur?)

  classless wrote @

@ Maxxrev

Warum wohl nur? Weil du nervst.

Ach nein: weil ich das grelle Licht der Wahrheit nicht ertrage, das deine kommende Revolution auf mein Gesicht wirft!

@ Ummhussain

Hm, klingt irgendwie wie früher: die werden sich schon was dabei gedacht haben, da kommt sicher noch ‘ne Erklärung nach…

  Ummhussain wrote @

@classless: Wer es unbedingt wissen will, kann ja Herrn Elsässer anschreiben, wo ist das Problem?

  Ummhussain wrote @

Sorry, den letzten Artikel hatte ich noch nicht gelesen, da steht nämlich die Erklärung:

„Besonders die “Afrikanisierung” hat es den antideutschen Bruchpiloten angetan. Suggeriert wird, ich hätte damit etwas Herabsetzendes gegen Afrikaner geschrieben. So kann freilich nur argumentieren, wer von der deutschen Sprache keine Ahnung hat – und das ist bekanntlich bei den allermeisten Antideutschen (mit Ausnahme Gremliza) ebenso der Fall wie bei den allermeisten Nazis. Wer ansonsten in Westeuropa vor “Afrikanisierung” oder “Jugoslawisierung” warnt, will nicht gegen Schwarze oder Jugos polemisieren, sondern darauf aufmerksam machen, dass uns ein ähnliches Schickal drohen könnte wie denen: Dass unsere Staaten zum Schauplatz von blutigen Bandenkriegen und/oder zu Objekten imperialistischer Zerstückelungswünsche werden. Die Ausdrücke “Jugoslawisierung” und “Afrikanisierung” sind also nicht vom Ressentiment gegen die dort Lebenden, sondern von Empathie mit ihnen geprägt.“

Ansonsten ist eine Negativwerbung auch eine Werbung, oder?

  Maxxrev wrote @

@ classless

Klar ist das nervig wenn Leute einem öffentlich nachweisen, was man für Lügen erzählt und wie man aus Tätern Opfer macht, und aus Opfern des Terrors Täter. Du könntest es ja auch einfach sein lassen, über Dinge zu schreiben, von denen du keine Ahnung hast, wie z.B. die Verhältnisse im Irak. Wenn du aber darüber schreibst, musst du dir auch die Kritik gefallen lassen. Und dann nur so zu kontern mit dem Geschwafel von „meiner Revolution“ zeigt nur, daß du ein unfähiger, ignoranter Nichtskönner bist, der im Zweifelsfall zensieren muss, um sich nicht vollständig zu blamieren.

  classless wrote @

Meine Güte, manchmal möchte ich wirklich wissen, warum du dich dermaßen auf mich eingeschossen hast.

Ich verstehe immer noch nicht, was Fixerstuben mit „Afrikanisierung“ zu tun haben sollen (Gibt es in Afrika besonders viele Fixerstuben? Ist der geregelte Umgang mit Heroinsucht ein Zeichen sozialen Verfalls?), und finde dafür auch in Elässers neuestem Posting keine Erklärung.

  Maxxrev wrote @

Classless, könnte es vielleicht tatsächlich einen Zusammenhang geben zwischen Krise, Existenznöten, zerfallenden sozialen Zusammenhängen und Strukturen, Kriminalität und Drogenkonsum? Sollte nicht zu allzuschwer sein zu verstehen…

Übrigens, es geht auch anders rum: manchmal möchte ich wirklich wissen, warum du dich dermaßen auf Elsässer (u.a.) eingeschossen hast.

Sich munter für die Afrikanisierung (oder auch Balkanisierung) des Irak stark machen, aber dann empört sein, wenn Elsässer mittels dieses Begriffs vor möglichen katastrophalen Entwicklungen warnt. Du hast es drauf!

  posiputt wrote @

mir ist nicht klar, warum hier kritisiert wird, dass lohnarbeitsplaetze vernichtet werden / verloren gehen (ganz nach geschmack) und nicht etwa die „notwendigkeit“ der lohnarbeit selbst.

vielleicht, weil man dann keine heuschrecken mehr braucht.

  classless wrote @

„warum du dich dermaßen auf Elsässer (u.a.) eingeschossen hast.“

Zum einen glaube ich, daß sich Elsässer wirklich ernst und wichtig nimmt, was von mir bloß manche (wie du) zu glauben scheinen. Zum zweiten ist er erheblich bekannter und entsprechend wichtiger als ich, seine Position hat viel größere Chancen durchzudringen. Und zum dritten habe ich das meiste von ihm wirklich gelesen. (Du scheinst die „Entschwörungstheorie“ ja eher nach dem Inhaltsverzeichnis zu beurteilen.)

Ansonsten habe ich es jetzt endlich verstanden: Menschen nehmen nur in der Krise Drogen, und der geschützte Konsum sowie die absichtliche Aussetzung der Strafverfolgung sind Zeichen davon, daß es hier so schlimm wird wie in Afrika.

Ich war ja so dumm!

  Maxxrev wrote @

@ classless

Niemand hat gesagt, daß Menschen nur in der Krise Drogen konsumieren. Wenn du aber leugnen willst, daß es einen Zusammenhang zwischen Krise und steigenden Drogenkonsum, Depressionen, Agressionen etc. gibt, dann nur zu. Nicht umsonst wirst du auch clueless genannt.

@ posiputt

Dir ist vielleicht entgangen, daß im Kapitalismus die Masse der Menschen nur durch Lohn Zugang zum gesellschaftlichen Reichtum hat. Und solange wir noch im Kapitalismus leben, gilt es auch Kämpfe um höhere Löhne etc. zu unterstützen – und die Leute nicht in ihrer zunehmend mieser werdenden Lage damit zu vertrösten, daß ja nach der Revolution alles gut wird, aber bis dahin nicht gegen Werksschließungen oder für höhere Löhne kämpfen, weil ist ja soo unrevolutionär.
Wer glaubt, zur Zeit sei (jedenfalls was Deutschland betrifft) die entscheidende Frage Reform oder Revolution, lebt auf einem anderen Stern.
Außerdem, alles ein alter Hut. Mal einige Zitate aus der historischen kommunistischen Debatte:

„Die kommunistischen Parteien stellen für diese Kämpfe ein Minimalprogramm auf, das auf dem Boden des Kapitalismus seinen wankenden Bau stärken und verbessern soll. Die Zertrümmerung dieses Baues bleibt ihr leitendes Ziel, bleibt ihre aktuelle Aufgabe. Um aber diese Aufgabe zu erfüllen, haben die kommunistischen Parteien Forderungen aufzustellen, deren Erfüllung ein sofortiges, unaufschiebbares Bedürfnis der Arbeiterklasse bildet, und sie haben diese Forderungen im Kampfe der Massen zu verfechten: unabhängig davon, ob sie mit der Profitwirtschaft der kapitalistischen Klasse vereinbar sind oder nicht.
Nicht die Existenz- und Konkurrenzfähigkeit der kapitalistischen Industrie, noch die Tragfähigkeit der kapitalistischen Finanzwirtschaft sollen die kommunistischen Parteien beachten, sondern die Grenzen der Not, die das Proletariat nicht ertragen kann und nicht ertragen darf. Wenn die Forderungen dem lebhaften Bedürfnis breiter proletarischer Massen entsprechen, wenn diese Massen von dem Empfinden erfüllt sind, daß sie ohne Verwirklichung dieser Forderungen nicht existieren können, dann werden die Kämpfe um diese Forderungen zu Ausgangspunkten des Kampfes um die Macht.

„… In dem Maße, wie die Kämpfe um Teilforderungen, wie die Teilkämpfe einzelner Gruppen der Arbeiter sich auswachsen zum allgemeinen Kampf der Arbeiterklasse gegen den Kapitalismus, hat die Kommunistische Partei auch ihre Losungen zu steigern, zu verallgemeinern bis zur Losung der direkten Niederwerfung des Gegners. Bei der Aufstellung ihrer Teilforderungen haben die kommunistischen Parteien darauf zu achten, daß diese in dem Bedürfnis der breitesten Massen verankerten Forderungen nicht nur diese Massen in den Kampf führen, sondern auch, daß sie ihrem Wesen nach die Massen organisierende Forderungen sind. Alle konkreten Losungen, die den wirtschaftlichen Nöten der Arbeitermassen entspringen, müssen hineingeleitet werden in das Bett des Kampfes um die Kontrolle der Produktion nicht als eines Planes der bürokratischen Organisation der Volkswirtschaft unter dem Regime des Kapitalismus, sondern des Kampfes gegen den Kapitalismus durch die Betriebsräte wie die revolutionären Gewerkschaften.“

http://www.marxismus-online.eu/archiv/klassiker/schriftenzumprogramm/uprog2.html

  posiputt wrote @

maxxrev: mag sein, dass das schonmal thema war, aber ich seh trotzdem nicht, wie diese sichtweise woanders hin fuehren kann als in den autoritaeren staatssozialistischen kapitalismus.

und klar ist mir auch nicht, wie man auf diese weise was anderes als systemstabilisation bewirkt. ich koennte allerdings verstehen, wenn man sagte: die arbeiter muessen ihre arbeitsplaetze behalten, denn beim jetztigen stand des durchschnittlich wuensch- oder denkbaren machen unzufriedene arbeiter doch lieber wieder nation und volk statt weltgesellschaft und allgemeine emanzipation zu ihren lieblingsmotiven.

und das, nein, das will ich nicht erleben.
in diesem sinne:: antifa ist karstadt retten!


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