“Lesenswertes Buch”

“Ossietzky” rezensiert Elsässers “Nationalstaat und Globalisierung” – und andere linke Presseblüten
Die Rezension meines neuen Buches in der aktuellen Ausgabe der Zweiwochenschrift “Ossietzky” finden Sie unten. Ist, laut Aussage des Rezensenten, gekürzt worden. Logo, man will sich ja mit brisanten Dingen nicht allzu sehr beschäftigen … Ganz nach dieser Devise schreibt die “junge Welt” auch in ihrer heutigen Ausgabe kein Wort zum Aktenfund, wonach der Ohnesorg-Todesschütze ein Stasi-IM war. Immer schön den Kopf in den Sand stecken … Im “Neuen Deutschland” ist Karlen Vesper immerhin an den Fakten dran. Und der “Freitag” reagiert online schnell und interviewte den besten Linken Ohnesorg-Kenner, Uwe Soukoup.

So, jetzt geht’s zu Ossietzky-Rezension von Paul Schreyer, übrigens Co-Autor des berühmten 9/11-Romans “Die Legende”. Und nicht vergessen: Kommenden Freitag, 29. Mai, lese ich aus diesem Buch in Stockach am Bodensee (20 Uhr, Hotel Fortuna).

„Nationalstaat und Globalisierung“ sind Themen des neuen Buches von Jürgen Elsässer, in dem auf 100 knappen Seiten sowohl Analyse als auch Lösungsmöglichkeiten der aktuellen Krise Platz finden. Der in der Linken nicht unumstrittene Autor beschreibt hier in einfachen Worten, wie es zur Krise kam und wer bis jetzt daran verdient (z. B. die Bank J. P. Morgan). Immer wieder auf den Buchtitel Bezug nehmend regt Elsässer an, den Nationalstaat in seiner Bedeutung zu reaktivieren, um der ungebremsten Finanz-Globalisierung entgegentreten zu können. Sieben kurze, leicht verständliche Kapitel reichen ihm, um den großen Bogen der Weltlage zu spannen. Er verzichtet dabei weitgehend auf Fußnoten zur Quellenlage, was manchmal schade, aber in Anbetracht des Taschenformats verständlich ist. Quellen, die er mehrfach erwähnt, sind Helmut Schmidt, Sahra Wagenknecht sowie Wilhelm Hankel, Finanzstaatssekretär unter Willy Brand.
Im Kapitel „Fiktives Kapital, realer Krieg“ zeigt Elsässer schließlich die verdeckte Beziehung zwischen Militarisierung und Finanzspekulation. Zitat aus dem Buch: „Tag für Tag flossen im Jahr 2007 etwa drei Milliarden Dollar netto vom Ausland in die USA. Was macht die Anleger so sicher, dass sie ihr Geld zurückbekommen? (…) Der Dollar ist zwar nicht mehr durch Gold, wohl aber durch militärische Gewalt gedeckt. (…) Daß sie (die US-Regierung) ein Land wie den Irak, wo die zweitgrößten Ölvorkommen weltweit vermutet werden, unter ihre Kontrolle bekam, verschaffte ihr an den internationalen Kreditmärkten Bonität.“
Dass der Kampf für mehr Demokratie und für eine menschliche Wirtschaftsordnung nur über den Weg des Nationalstaats erfolgreich sein wird, kann wohl als zentrale These des lesenswerten Buches gelten. Sie steht zur Debatte.
Paul Schreyer
Jürgen Elsässer, „Nationalstaat und Globalisierung. Als Linker vor der Preußischen Gesellschaft.“, Manuscriptum Verlagsbuchhandlung

  1. Langsam werde ich doch neugierig…hört sich echt interessant an!




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