Idioten gegen Lafontaine
Zum “antinationalen Block” auf den Demos in Frankfurt/M. und anderswo
Eigentlich waren die Demos am 28. März “Wir zahlen nicht für Eure Krise” kein schlechter Auftakt. Aber inmitten der ca. 50.000 Teilnehmer in Berlin und Frankfurt tummelte sich ein auch vom Rest hoch angesehener Schwarzer bzw. antinationaler Block, der es nur aufs Spalten und Provozieren abgesehen hatte. Objektiv gesehen die Agents Provocateurs des Finanzkapitals! Dazu ein sehr guter Kommentar von Werner Pirker in der jungen Welt vom Montag:
“In Frankfurt am Main fühlte sich ein Block, der sich selbst als »antinational und sozialrevolutionär« definiert, bemüßigt, gegen die »staatstreuen Parolen« der Demonstrationsmehrheit radikal Stellung zu beziehen und »Staat, Nation und Kapital« als »Scheiße« bloßzustellen. Ihre revolutionäre Wut richtete sich gegen den Linksparteivorsitzenden Oskar Lafontaine, den sie mit faulen Eiern bewarfen. Das ist nun mal der Debattenstil von Antinationalen und jener »autonomen AntifaschistInnen«, die den Sozialstaat als eine Fortsetzung der »Volksgemeinschaft« betrachten und den Sozialraub an den »Volksgenossen« als einen Akt der Wiedergutmachung für die Opfer des Holocausts zu würdigen wissen. Ein Beispiel mehr für das Fortbestehen der neoliberalen Hegemonie. Befremdend ist nur, daß sich das eigentliche Demonstrationsbündnis in seiner abschließenden Stellungnahme mit keinem Wort von dieser Aktion distanzierte.” Eben!
Zum Ablauf in Frankfurt hier noch ein Auszug aus der Email eines Freundes und Genossen, der dabei war. Ersichtlich wird, wie verankert die Schwachmaten im Demobündnis waren – sie durften an der Spitze marschieren, und mit dabei natürlich Jutta Ditfurth …
Hier beginnt die Email von N.N.
“Daß in Frankfurt einige Eier gegen Lafontaine flogen, fand ich auch reichlich bescheuert, zumal das hier in Frankfurt die einzige ”militantere” Aktion war (abgesehen von einem abgefackelten Panzermodell mit Commerzbank und DHL-Logo, das es dann als angekokelter Einkaufswagen auch prompt auf Seite 1 der FAZ brachte …) Ich stand zu diesem Zeitpunkt nicht im Schwarzen Block, und habe nicht mitbekommen, welche Gruppe die paar wenigen Eier warf, und ob das überhaupt aus dem Schwarzen Block kam. Es war jedenfalls ein sehr lautes Pfeifkonzert während der ganzen, höchstens 7 -minütigen Rede
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> Siehe auch
> http://www.youtube.com/watch?v=FariNHkfr0k
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Es standen die Polizisten sogar von Anfang im Bühnenraum, wegen Lafontaine, so wurde mir gesagt, das wirkte auch nicht gerade toll, zumal ja auch noch die Demo-Ordner von Der Linken und seine Personenschützer da waren.
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Es gab in Frankfurt zwei Demonstrationszüge (und drei Auftaktkundgebungen), einen Zug vom Bahnhof (mit Attac und einem “antikapitalistischen Block” der Interventionistischen Linken), einen Zug von der Universität, wo es zwei Auftaktkundgebungen gab, eine Kundgebung mit Rednern aus dem Gewerkschaftsspektrum, und dann 700 Meter entfernt diejenige des des “sozialrevolutionären und antinationalen Blocks” (= Schwarzer Block), direkt vor dem (polizeigeschützten) Institut für Sozialforschung, unter dem Motto “Staat.Nation.Kapital.Scheiße”
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Zu diesem Bündnis gehörten
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> antifa [ko] * autonome antifa [f] * Campusantifa * ehemalige Antifaschistische Gruppe (Antifa G) * FAU Frankfurt – Gewerkschaft für alle Berufe * Industrial Workers of the World (Wobblies) Frankfurt * Jugendantifa Frankfurt * Krisengruppe Ffm * ÖkoLinX-Antirassistische Liste Frankfurt * Ökologische Linke Frankfurt
> Der ursprüngliche Aufruf dieses Bündnisses steht hier:
> http://www.trend.infopartisan.net/trd0309/t370309.html
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Hier hielten dann auch eine Genossin von der FAU und Jutta Ditfurth halbwegs gute Reden (den Wobblies-Beitrag habe ich wohl verpasst).
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> http://www.fau.org/artikel/pdf/fau-rede-28_03_2009.pdf
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(Jutta Ditfurth meinte, man könne ja auch mit Leuten zusammen Revolte machen, die nicht denselben Musikgeschmack hätten wie man selber, der Spaß höre für sie allerdings auf bei Volksmusik, Operette und Marschmusik… Na ja).
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> http://www.antifa-frankfurt.org/Nachrichten/krisendemo-block-rede-ditfurth.html
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Dieser ziemlich schwarze Block nun (1000 bis 2000 Leute) setzte sich dann, aber das war abgesprochen, an die Spitze des Universitätszugs, mit seinem Transparent “Für die soziale Revolution – Staat.Nation.Kapital. Scheiße” und sehr vielen schwarzroten FAU-Flaggen, und dahinter kamen dann viele Gewerkschaftler, die Linke, Attacis, Migrantenorganisationen, Türken oder Kurden (mit Marx,Engels, Lenin, Stalin, Mao-Transparent) etc. (insgesamt 5000 bis 10000 Leute). Und vom Bahnhof aus wohl ebenso viele. Insgesamt eine bunte, bunt zusammengewürfelte Demo, eben der Ausdruck der Mosaik-Linken. Man hörte weiter hinten bei Der Linken und Gewerkschaftlern oft die Parole „Brecht die Macht der Banken und Konzerne“, und in diesem Sinne kam dann auch die rhetorisch kämpferischste Rede von Tom Adler, Daimler-Betriebsrat in Untertürkheim, der sagte: „Wir müssen Kabinett und Kapital wieder das Fürchten lehren“. “









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