Finanzkapital gegen Serbien

Elsaessers Rede zum 10. Jahrestag der NATO Aggression gegen Serbien

Am 23. und 24. Maerz findet in Belgrad im SAVA Center ein Internationaler Kongress zum 10. Jahrestag des NATO Krieges gegen Jugoslawien statt.

Hier ein Auszug meines Redebeitrages

Die Menschen in Deutschland und anderen westlichen Staaten erinnern sich nicht an diesen Krieg des Jahres 1999. Es gibt ein ganz anderes Thema, das sie heute beschaeftigt … Die grosse Wirtschaftskrise. Millionen Jobs sind in den EU Staaten gefaehrdet. Der Dollar und der Euro koennten in einer inflationaeren Blase vergluehen, das britische Pfunde sowieso. Diese Perspektive aengstigt die Menschen. Um Serbien, Jugoslawien, Kosovo kuemmern sie sich nicht.

Das ist ein grosser Fehler, denn dieselben Kraefte, die Jugoslawien vernichteten, bedrohen heute auch viele andere Staaten auf unserem Kontinent. Am Beginn der jugoslawischen Krise stand die Ueberschuldung des TitoStaates. Das in New York und vor allem London konzentrierte Finanzkapital hatte Jugoslawien in den siebziger Jahren zur Aufnahme hoher Kredite gedraengt. Als Ende der siebziger Jahre Washington die Zinsen auf 20 Prozent erhoehte, schnappte die Schuldenfalle zu. Jugoslawien trudelte in den Staatsbankrott, die reicheren Republiken Kroatien und Slowenien forcierten den Sezessionskampf. Milosevic, der sich weigerte, diese kriminelle Schuldenpolitik zu bedienen, wurde zum Weltfeind Nummer eins erklaert.

Dieselben Finanzkreise aus New York und London, die Jugoslawien in den Untergang trieben, haben in den letzten 10 Jahren finanzielle Massenvernichtungswaffen gegen andere europaeische Staaten in Stellung gebracht. Im europaeischen Bankensystem wurde fiktives Kapital ohne jede materielle Deckung plaziert. Diese Zeitbomben koennen jederzeit explodieren und riesige Loecher in die Bilanzen von Banken und Staaten reissen. Die Summe dieser Derivate belaeuft sich auf fantastische 868 Billionen Dollar weltweit, ein Gutteil entfaellt auf den europaeischen Kontinent. Es bleibt nur eine Loesung … Diese Schulden muessen ersatzlos gestrichen werden, und den Banken, die sie in ihren Bilanzen haben, darf nicht mit fresh money bei der Bedienung dieser Schulden geholfen werden. Grosso modo koennte man sagen, das war die Loesung, die Milosevic Ende der achtziger Jahre praktiziert hat. Ab dann wurde Jugoslawien von den maechtigen Finanzkreisen in den blutigen Strudel eines zehnjaehrigen Krieges gerissen. Was droht Europa, wenn es diesen Weg geht … Aber er ist ohne Alternative.




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