Heute Deflation, morgen Inflation
Fiat bietet jetzt seinen Kleinen für unter 5000 Euro an … Freuen Sie sich nicht über sinkende Preise …
Deflation, dann Inflation
Von Jürgen Elsässeraus: Neues Deutschland, 26.11.2008
S o machen die Weihnachtseinkäufe Spaß: Die Preise sinken, Discounter liefern sich Rabattschlachten, der Liter Sprit ist fast 40 Cent günstiger als im Sommer. Süßer die Glocken nie klingen?
Tatsächlich sollte man das Frohe Fest dieses Jahr ausgelassen feiern – schon beim nächsten Mal wird der Nikolaus Selters statt Sekt ausschenken. Die Entwicklung hierzulande ist nur die Schaumkrone einer deflationären Welle, die die USA schon voll erfasst hat. Dort sind die Einzelhandelspreise im letzten Monat so stark gefallen wie seit 60 Jahren nicht mehr. Doch was uns als Konsumenten freut, wird uns als Beschäftigte teuer zu stehen kommen: Die niedrigeren Verkaufserlöse gefährden die Liquidität der Firmen, die – alleingelassen von den geizigen Banken – flächendeckend zu Massenentlassungen und in den Bankrott getrieben werden. Man kennt das aus der Geschichte der frühen dreißiger Jahre.
Nach der Deflation droht eine große Inflation: Dem durch Produktionsstilllegungen verknappten Güterangebot wird 2009 eine gigantisch überhöhte Geldmenge gegenüberstehen. Die Europäische Zentralbank folgt seit Mitte September dem Kurs, den die Federal Reserve schon im Frühjahr eingeschlagen hat: Sie leiht den Banken Geld ohne jede Sicherheit, Anfrage genügt. Die Haushalte aller Staaten steigen stark an, das US-Budgetdefizit wird auf bis zu zwei Billionen Dollar explodieren. Rohstoffe und Öl, heute im Überfluß und billig vorhanden, werden wieder teurer, da die Förderung zurückgefahren wird.
Was tun? Jetzt kaufen, solange es günstig ist. Wer einen Heizöltank hat, sollte ihn bis an den Rand füllen. Der Winter 2009 wird eisig.









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